Weißbrauenspecht

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Weißbrauenspecht
Weißbrauenspecht (Piculus aurulentus), Männchen

Weißbrauenspecht (Piculus aurulentus), Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
Familie: Spechte (Picidae)
Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)
Gattung: Eigentliche Bänderspechte (Piculus)
Art: Weißbrauenspecht
Wissenschaftlicher Name
Piculus aurulentus
(Temminck, 1821)
Weibchen

Der Weißbrauenspecht (Piculus aurulentus) ist ein in Südamerika vorkommender Vogel aus der Familie der Spechte (Picidae). Das Artepitheton ist von den lateinischen Worten aurum für ‚Gold‘ und dem Suffix -lentus für ‚Fülle‘ abgeleitet und bezieht sich auf die auffallend goldgelbe Kehle der Vögel. Der deutsche Trivialname basiert auf dem weißlichen Überaugenstreif.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißbrauenspechte erreichen eine Körperlänge von 21 bis 22 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 68 Gramm.[1] Zwischen den Geschlechtern besteht ein leichter Sexualdimorphismus. Bei den Männchen sind Ober- und Hinterkopf sowie die Begrenzung der Kehle in einem kräftigen Rot gefärbt, bei den Weibchen erscheint diese Farbe am Hinterkopf. Bei beiden Geschlechtern ist die Kehle goldgelb, Über- und Unteraugenstreif sind gelblich bis weißlich, die Zügel olivgrün. Die Vögel haben gleichfalls olivgrüne Flügel sowie ein ebenso gefärbtes Rückengefieder. Brust- und Bauchbereich sind olivbraun und weiß gesperbert. Die langen dunkelgrünen Steuerfedern sind keilförmig und dienen als Stütze, wenn sie sich an Baumstämmen bewegen. Der Schnabel ist schiefergrau, die Iris rotbraun. Beine und Füße sind grüngrau.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weißbrauenspecht kommt im Südosten von Brasilien, im Osten von Paraguay, im Nordosten Argentiniens sowie neuerdings auch im äußersten Norden von Uruguay vor.[2][1] Hauptlebensraum der Art sind feuchte Bergwälder, Waldränder und feuchtes Waldland in der Ebene. Sie gilt als standorttreu. Die Höhenverbreitung in Brasilien reicht bis auf 2000 Meter.[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzeln oder paarweise lebenden Vögel ernähren sich in erster Linie von Ameisen und Käfern sowie deren Brut, die am Boden oder in verrottetem Holz gesucht werden. Als Nahrungsergänzung werden zuweilen Früchte angenommen. Bruttätigkeiten wurden in Brasilien zwischen August und November, in Argentinien im September beobachtet. Das typische Spechtnest wird in einen Baumstamm in Höhen von bis zu 7,0 Metern gezimmert. Weitere Details zum Brutverhalten sind noch nicht dokumentiert.[1]

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weißbrauenspecht ist in einigen seiner Vorkommensgebiete aufgrund von Urbarmachung seiner Lebensräume teilweise im Rückgang begriffen und wird demzufolge von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als NT IUCN 3 1.svgnear threatened = potenziell gefährdet“ klassifiziert.[3]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coenraad Jacob Temminck beschrieb den Specht unter dem Namen Picus aurulentus. Als Fundort gab er pauschal Paraguay und Brasilien an.[4] Schon 1824 hatte Johann Baptist von Spix die neue Gattung Piculus eingeführt.[5][A 1] Erst später wurde auch der Weißbrauenspecht der Gattung zu geordnet. »Piculus« ist das lateinische Wort für »kleiner Specht«.[6] »Aurulentus« leitet sich vom lateinischen »aurum« für »Gold« ab und bedeutet »goldfarben«.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d H. Winkler, D. A. Christie & A. Bonan (2017). Yellow-browed-Woodpecker (Piculus aurulentus). In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie & E. de Juana (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (eingesehen bei http://www.hbw.com/node/56261 am 16. Juli 2017)
  2. Verbreitung
  3. IUCN Red List
  4. Coenraad Jacob Temminck, S. 39, Tafel 59, Figur. 1.
  5. Johann Baptist von Spix, Inhalstverzeichis S. 3.
  6. James A. Jobling, S. 306.
  7. James A. Jobling, S. 62.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal: Handbook of the Birds of the World, Jacamars to Woodpeckers. Band 7, Lynx Edicions, 2002, ISBN 978-84-87334-37-5.
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Coenraad Jacob Temminck: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux: pour servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon (Tafel 66, Figur 2 & Text). Band 4, Lieferung 10. Legras Imbert et Comp., Straßburg 1821 (biodiversitylibrary.org).
  • Johann Baptist von Spix: Avium species novae, quas in itinere annis MDCCCXVII-MDCCCXX per Brasiliam jussu et auspiciis Maximiliani Josephi I. Bavariae Regis Augustissini suscepto colleoit et descripsit. Band 1. Impensis editores, München 1824 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weißbrauenspecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spix ordnete der Gattung den Bronzespecht (Piculus chrysochloros Vieillot, 1818) (Syn.: Piculus macrocephalus Spix, 1824), den Tüpfelbrustspecht (Colaptes punctigula guttatus (Spix, 1824)), den Gelbbrauenspecht (Melanerpes cruentatus rubrifrons (Spix, 1824)), den Gelbkehlspecht (Piculus flavigula erythropis (Vieillot, 1818)) = (Syn: Piculus icterocephalus Spix, 1824), den Goldohrspecht (Veniliornis maculifrons (Spix, 1824)) und den Blutflügelspecht (Veniliornis affinis ruficeps (Spix, 1824)) zu. Den Namen Piculus verwendete er nur im Inhaltsverzeichnis. Bei den Beschreibungen ordnete er die Spechte der Gattung Picus zu.