Weiße Trüffel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Deutschen Weißen Trüffel siehe Stachelsporige Mäandertrüffel.
Weiße Trüffel
Tuber magnatum (sezione).jpg

Weiße Trüffel (Tuber magnatum)

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Trüffelverwandte (Tuberaceae)
Gattung: Echte Trüffeln (Tuber)
Art: Weiße Trüffel
Wissenschaftlicher Name
Tuber magnatum
(Pico 1788) Vittad. 1831

Die Weiße Trüffel (Tuber magnatum), auch Herrentrüffel, Piemont- oder Alba-Trüffel (it. Tartufo bianco del Piemonte bzw. Tartufo bianco di Alba) oder bisweilen Tartufo bianco di Acqualagna genannt, ist eine aus Südeuropa stammende Echte Trüffel, die zu den teuersten Lebensmitteln der Welt gehört.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Fruchtkörper reifen von September bis Anfang Januar als hypogäische (in der Humusschicht des Bodens lebende) Ascokarpe aus sehr eng ineinander verflochtenen Zellfäden, die in einer Tiefe von etwa 5 bis 30 Zentimetern eine meist unregelmäßige, gelappte, kugelig-abgeflachte Form bilden, die häufig die Größe eines kleinen Apfels erreicht, in Extremfällen unter perfekten Bedingungen aber auch deutlich über ein Kilogramm wiegen können. Die blassgelbe bis mitunter grünliche Trüffelhaut erscheint glatt, hat aber kleine Papillen. Das Trüffelinnere ist von fester, solider, seifiger Konsistenz und bei jungen Trüffeln zunächst weißlich bis blass gelb, später wird es ocker- bis rot-braun oder hat im Fleisch rote Flecken. Die Farbe des von zahlreichen gewundenen dünnen weißlichen Adern marmorierten Fruchtfleisches hängt entscheidend von der Baumart ab, mit der die Trüffel in Symbiose lebt: Bei Pappeln oder Weiden wird es hellgelb bis fast weiß, bei Eichen hellbraun und bei Linden hellbraun bis rötlich.

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weiße Trüffel ist der weniger geschätzten Frühlingstrüffel (Tuber borchii), die auch als Weißliche Trüffel, Weiße Pico-Trüffel oder Märztrüffel, it. Tartufo Bianchetto bzw. Marz(ai)uolo bekannt ist, nicht unähnlich. Letztere ist insbesondere in fortgeschrittenen Altersstadien dunkler beige, verströmt einen weniger intensiven Knoblauchgeruch und wird von Januar bis in den frühen April gefunden, mit einem namensgebenden Maximum im März.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorkommen wurden bislang im Piemont, der Emilia Romagna, in den Marken, in Umbrien, der Toskana, den Abruzzen, dem Latium, in Venetien, Istrien, Dalmatien sowie dem nördlichen Périgord gefunden. Kolportierte qualitative Unterschiede konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Sämtliche Versuche von Kultivierungen blieben bislang erfolglos.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wissenschaftlich beschrieben hat sie 1788 der Turiner Arzt Vittorio Pico, der ihr den Namen „Trüffel der Mächtigen“ gab. Eine wichtige Rolle für die Kommerzialisierung spielte der Koch und Hotelier Giacomo Morra (1889–1963) aus Alba, der es mit seiner Idee, jedes Jahr das schönste gefundene Exemplar an international bekannte Persönlichkeiten[Anmerkungen 1] zu verschenken, schaffte, den Bekanntheitsgrad der von ihm Weisse Trüffel von Alba genannten Marke zu etablieren. Auf den „König der Trüffel“, wie er schon in den 1930er-Jahren von der Times bezeichnet wurde, geht auch der alljährlich stattfindende Trüffelmarkt von Alba zurück.

Das Aroma der Weissen Trüffel wird mit einem intensiven Geruch nach Knoblauch, Schalotten und Weichkäse beschrieben. Da sie im Gegensatz zur Perigord-Trüffel sehr schnell ihr Aroma beim Kochen verliert, wird sie meist roh in hauchdünnen, über die Speisen gehobelten Scheiben serviert.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tuber magnatum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umberto II., dem letzten König von Italien folgten unter anderem Rita Hayworth, Harry Truman, Winston Churchill, Marilyn Monroe, Joe DiMaggio, „Ike“ Eisenhower, Nikita Chruschtschow, Elisabeth II., Charles de Gaulle, „Jackie“ Onassis und Lyndon Johnson
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