Weißenbach (Inn)

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Weißenbach
Halltalbach, Issbach (Oberlauf)
Der Weißenbach im Halltal

Der Weißenbach im Halltal

Daten
Gewässerkennzahl AT: 2-8-161
Lage Tirol, Österreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle am Issanger im Karwendel
47° 19′ 59″ N, 11° 28′ 10″ O
Quellhöhe 1584 m ü. A.[1]
Mündung südlich von Mils in den InnKoordinaten: 47° 16′ 43″ N, 11° 31′ 42″ O
47° 16′ 43″ N, 11° 31′ 42″ O
Mündungshöhe 533 m ü. A.[1]
Höhenunterschied 1051 m
Sohlgefälle 11 %
Länge 9,4 km[1]
Einzugsgebiet 20,4 km²[1]
Rechte Nebenflüsse Bergbach (auch Salzbergbach / Eibentalbach)
Kleinstädte Hall in Tirol
Gemeinden Mils, Absam

Der Weißenbach ist ein linker Zufluss des Inns in Tirol, der das Halltal entwässert.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bach entspringt als Issbach am Issanger in einer Höhe von 1584 m ü. A. und fließt durch dass Isstal Richtung Osten. Unterhalb von St. Magdalena vereinigt er sich mit dem Bergbach, auch Salzbergbach oder Eibentalbach genannt, der aus dem ehemaligen Salzbergwerk kommt. Als Halltalbach durchfließt er das Halltal zunächst in östlicher, dann in südlicher Richtung.

Beim Hackl-Anwesen am Talausgang wird der Bach aufgeteilt, der Hauptteil fließt in einem breiten, schotterbesetzten Bachbett als Weißenbach durch die Milser Heide und bildet die westliche Gemeindegrenze von Mils zu Absam und Hall in Tirol. Hier wurde der Weißenbach bereits mehrere Male begradigt, da er den Ort schon mehrmals überschwemmt hatte. Der andere Teil fließt als Amtsbach nach Absam, wo wiederum der Baubach östlich abzweigt. Amtsbach und Baubach wurden künstlich angelegt, um in Absam und Hall Mühlen, Schmieden und andere Werke anzutreiben. Der Amtsbach mündet im Zentrum von Hall in den Arzler Bach, der seit den Drainierungen der Haller Au im späten 16. Jahrhundert die Haller Altstadt durchquert, und unmittelbar oberhalb der Weißenbachmündung bei der Unteren Lend zum Inn geht.

Einzugsgebiet und Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weißenbach entwässert ein Einzugsgebiet von 20,4 km², dessen höchster Punkt der Große Bettelwurf mit 2726 m ü. A. ist. Unterhalb der 2. Ladhütte im Halltal (rund 6 km oberhalb der Mündung) beträgt der mittlere Abfluss (MQ) rund 1,1 m³/s. Das Abflussregime ist stark jahreszeitlich bedingt, der höchste Abfluss erfolgt im Sommer, der niedrigste im Februar und März. Während der Abfluss des Bergbaches im Winter rund ein Sechstel der Sommermenge beträgt, kann der Issbach in den Wintermonaten von Jänner bis April oft völlig austrocknen.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1913 wurde das Halltalkraftwerk der Stadt Hall bei der Walderbrücke in Betrieb genommen, das eine Engpassleistung von etwa 1800 kW aufweist.[3][4]

Quellfassungen von Zuflüssen des Halltalbachs versorgen mehr als 20.000 Menschen in Hall und Absam mit Trinkwasser.[2] Seit Anfang der 2000er Jahre liefern die Trinkwasserkraftwerke „Stollenkraftwerk Bettelwurfquellen“ und „Jakobibründl“ sowie seit 2006 das Trinkwasserkraftwerk „Walderstraße“ Strom mit einer Engpassleistung von etwa 85 bzw. 325 kW.[5][6][7][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d TIRIS – Tiroler Raumordnungs‐ und Informationssystem
  2. a b Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, Koordinationsstelle Alpenpark Karwendel (Hrsg.): Salzberg und Saline Hall in Tirol. Innsbruck 2002 (PDF; 1,8 MB (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive))
  3. Kraftwerke Halltal. Hall AG, abgerufen am 7. Mai 2018.
  4. 3/704 Kraftwerksanlage Halltal. In: Wasserbuch. Land Tirol, abgerufen am 7. Mai 2018.
  5. Trinkwasserstollen Halltal. Hall AG, abgerufen am 7. Mai 2018.
  6. 3/3498 Trinkwasserkraftwerke "Stollenkraftwerk Bettelwurfquellen" und "Jakobibründl" - im Halltal. In: Wasserbuch. Land Tirol, abgerufen am 7. Mai 2018.
  7. Kraftwerk Walderstraße. Hall AG, abgerufen am 7. Mai 2018.
  8. 3/3794 Trinkwasserkraftwerk Walderstraße. In: Wasserbuch. Land Tirol, abgerufen am 7. Mai 2018.