Weißenbach am Lech

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Weißenbach am Lech
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weißenbach am Lech
Weißenbach am Lech (Österreich)
Weißenbach am Lech
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 81,85 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 10° 39′ OKoordinaten: 47° 26′ 31″ N, 10° 38′ 32″ O
Höhe: 885 m ü. A.
Einwohner: 1.252 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 15 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6671
Vorwahl: 05678
Gemeindekennziffer: 7 08 36
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Kirchplatz 3
6671 Weißenbach am Lech
Website: www.weissenbach.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hans Dreier (Freie Wählergemeinschaft)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)

10 Freie Wählergemeinschaft Weißenbach - FWW, 3 Bürger und Bauern

Lage von Weißenbach am Lech im Bezirk Reutte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirolLage der Gemeinde Weißenbach am Lech im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Weißenbach von der Leilachspitze
Weißenbach von der Leilachspitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weißenbach am Lech ist eine Gemeinde im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich) mit 1252 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der langgestreckte Ort Weißenbach liegt an der Einmündung des Tannheimer Tals in das Lechtal, am Fuß des Gaichtpasses. Dort münden der Weißenbach (vom Tannheimer Tal) und der Rotlech in den Lech.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2020[1]):

  • Gaicht (27)
  • Weißenbach am Lech (1225)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nesselwängle
Tannheim
Ehenbichl
Höfen
Reutte
Wängle
Nachbargemeinden
Forchach
Hinterhornbach
Stanzach
Vorderhornbach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein römerzeitlicher Grabfund im Weißenbacher Oberhof zeugt von einer frühen Bedeutung des Ortes. Der Ort Weißenbach wurde im Jahr 1200 erstmals urkundlich erwähnt. Es werden in dieser im Kloster St. Mang zu Füssen ausgestellten Urkunde Abgaben festgelegt und es heißt darin: lateinisch Zim Wizibach, zi Rutin, de his tribus hominibus i. ‚von den drei Männern beim weißen Bach in der Rodung das selbe‘. Mit der Rodung (Rutin) ist nicht Reutte gemeint, sondern eine näher am Lech gelegene Freifläche – womöglich ist es die bis ins 18. Jh. auf‘m Reitl genannte.[2]

Im Mittelalter verlief die Salzstraße von Hall in Tirol in den Bodenseeraum durch den Ort.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nähe zum zehn Kilometer entfernten Reutte erzeugte Ende des 20. Jahrhunderts ein stärkeres Siedlungswachstum. Nach 1991 blieb zwar die Geburtenbilanz positiv, es setzte aber eine leichte Abwanderung ein.[3][4]

Pfarrkirche zum heilige Sebastian.
Kapelle Maria Heimsuchung

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißenbach am Lech
  • Katholische Pfarrkirche St. Sebastian
  • Kapelle Mariä Heimsuchung in Gaicht

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Nähe zur Bezirkshauptstadt Reutte haben sich einige Industrie- und Gewerbegebiete im Ort niedergelassen. Eine Besonderheit ist das einzige abbauwürdige Gipsvorkommen Tirols am Gaichtpass. Das Mineral wird noch vor Ort zu Stuck- und Baugips verarbeitet.[3]

Von den 38 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 29 Nebenerwerbsbetriebe. Diese bewirtschafteten fast neunzig Prozent der Flächen. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor war die Bauwirtschaft, sie beschäftigte über sechzig Prozent der 73 Erwerbstätigen. Im Dienstleistungssektor arbeiteten mehr als ein Viertel der Angestellten im Handel, etwas weniger in sozialen und öffentlichen Diensten.[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 38 41 15 7
Produktion 16 12 73 98
Dienstleistung 63 48 155 146

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Umfahrungsstraße entlastet Weißenbach vom Verkehr durch das Lechtal.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 13 Mandataren. Bei der Wahl 2016 gab es eine Wahlbeteiligung von 62 Prozent:[8]

Partei 2010[9] 2016[8]
% Mandate % Mandate
Freie Wählergemeinschaft Weißenbach 39,7 75,0 10
Bürger und Bauern 16,0 25,0 3
Gemeinsam für ein lebenswertes Weißenbach 22,5
Miteinander für Weißenbach 21,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Weißenbach am Lech ist Johann Dreier.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das auf der linken Seite dargestellte silberne Wellenfeld steht für den Gemeindenamen Weißenbach. Das Einhorn weist auf die frühere Zugehörigkeit zum Gericht Aschau hin, das dieses im Schild geführt hat.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weißenbach am Lech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 539.
  3. a b c d Unsere Gemeinde, Geschichtliches. Gemeinde Weißenbach am Lech, abgerufen am 16. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Weißenbach am Lech, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Januar 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Weißenbach am Lech, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Januar 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Weißenbach am Lech, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Januar 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Weißenbach am Lech, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Januar 2021.
  8. a b Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 16. Januar 2021.
  9. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 16. Januar 2021.
  10. Weißenbach am Lech, Bürgermeister. Abgerufen am 16. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).