Weißer Kocher

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Weißer Kocher
Der Weiße Kocher kurz nach seinem Ursprung

Der Weiße Kocher kurz nach seinem Ursprung

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238612
Lage Albuch und Härtsfeld

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Kocher → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle oberhalb von Unterkochen (Ursprung des Weißen Kochers)
48° 49′ 12″ N, 10° 9′ 22″ O
Quellhöhe 508 m ü. NN
Quellschüttung MNQ (1960–1972)
MQ (1960–1972)
MHQ (1960–1972)
100 l/s
420 l/s
2,9 m³/s
Zusammenfluss in Unterkochen mit dem linken Schwarzen Kocher zum KocherKoordinaten: 48° 49′ 13″ N, 10° 7′ 9″ O
48° 49′ 13″ N, 10° 7′ 9″ O
Mündungshöhe 450 m ü. NN
Höhenunterschied 58 m
Sohlgefälle 17 ‰
Länge 3,3 km[1]
Einzugsgebiet 8,498 km²[1]
Abfluss am Pegel Abfluss[2]
AEo: 8,498 km²
MQ
Mq
400 l/s
47,1 l/(s km²)

Der Weiße Kocher ist der rechte, kürzere der beiden großen Quellflüsse des Kochers. Bei Unterkochen vereinigt er sich mit dem Schwarzen Kocher.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das starke Gefälle im Bereich des Quellgebiets kommt es zum weißen Aufschäumen des Wassers, was zum Namen Weißer Kocher geführt hat.

Historische Karten, nämlich die Walchsche Karte aus dem Jahre 1804 und die Majersche Karte aus dem Jahre 1705 belegen jedoch, dass im Laufe der Zeit die Namen der Quellflüsse des Kochers vertauscht wurden. Dort wird der Oberkochener Zufluss, der heutige Schwarze Kocher als „Rot Kocher“ bezeichnet und der Unterkochener Zufluss, der heutige Weiße Kocher als „Schwarz Kocher“.[3][4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Weißen Kochers befindet sich oberhalb des Aalener Stadtteils Unterkochen in einem engen Tal. Dort schlängelt er sich zwischen moosbewachsenen Felsen durch seine Quellschlucht. Auf seinen Lauf nach Unterkochen lagert der Bach Kalktuff ab. An der Tennisanlage von Unterkochen zweigt ein Seitenarm ab. Dort befindet sich auch eine einst wegen ihrer vielen Unfälle berüchtigte Pulvermühle[5]. Kurz danach vereint sich der Bach wieder und nimmt seinen einzigen Zufluss auf, den von links zuströmenden Häselbach. Auf dem Bergsporn des Mündungswinkels liegt die in ihren Ursprüngen bis auf die frühe Bronzezeit zurückgehende Ruine der Kocherburg. Nach dem Bischof-Hefele-Weg verzweigt sich der Bach abermals für wenige hundert Meter. Dort steht eine 1522 gegründete Eisenschmiede[6], sowie eine ehemals weithin bekannte Papiermühle[6]. Unterhalb des Stadtteils tritt der Weiße Kocher in die Talaue des aus Oberkochen kommenden Schwarzen Kochers ein und vereinigt sich mit diesem am Neukochener Stauwehr zum Kocher. Der Zusammenfluss wurde im Jahr 2015 renaturiert und etwa 100 m nach Nordosten verlegt. Dort wo bis zur Umgestaltung der Weiße Kocher nach Westen verlief, fließt heute der Schwarze Kocher nach Osten.

Zusammenfluss des Schwarzen Kochers (links) und des Weißen Kochers (rechts) in Unterkochen seit der Renaturierung 2015

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Häselbach (links)

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiße Kocher hat ein Einzugsgebiet von etwa 9 km² und einen mittleren Abfluss (MQ) von 400 l/s.

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich des Quellgebietes wurde der Weiße Kocher industriell genutzt. Betriebe zur Papierherstellung und Textilveredelung haben früher das Gewässer sehr verunreinigt. Inzwischen hat es sich infolge von Umweltschutzauflagen wieder erholt. Seine Wasserqualität hat die Güteklasse II.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weißer Kocher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
  2. Fischereiliches Hegekonzept Kocher ● Hegegemeinschaft Kocher ● Marco Sander (Diplom Biologe) (PDF; 1,6 MB), Seite 6.
  3. Dietrich Bantel: Schwarzer Kocher war Roter Kocher. In: Bürger und Gemeinde. Amtsblatt der Stadt Oberkochen. 57. Jahrg., Nr. 2, 15. Januar 2010, S. 29.
  4. Philipp Ludwig Hermann Röder: Geographie und Statistik Wirtembergs: Welcher die neuen Entschädigungs-Länder enthält, Band 2. 1804. Das Fürstenthum Ellwangen. S. 5.
  5. Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde, 1836, Seite 21f.
  6. a b Röder, Philipp Ludwig Hermann: Geographie und Statistik Wirtembergs, 1804, Seite 64.
  7. Belastung aus Punktquellen@1@2Vorlage:Toter Link/www.rp.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 1,6 MB).