Weißer Sonntag

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Szene aus dem Tagesevangelium: Der auferstandene Christus und Thomas (um 1527; Fresko von Thomas von Villach, Pfarrkirche Thörl-Maglern)
Traditioneller Tag der Erstkommunion: Weißer Sonntag 1957 in Grünstadt, Einzug der Erstkommunikanten in die Kirche

Der Weiße Sonntag (lateinisch Dominica in albis‚ Sonntag in weißen [Gewändern]‘), seit 2000 auch als Barmherzigkeitssonntag begangen, ist der Sonntag nach Ostern und somit der zweite Sonntag der Osterzeit.[1] Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die nach der katholischen Liturgie alle als Hochfest und mit Gloria in der Messe und Te Deum im Stundengebet begangen werden. Der früheste Termin des Weißen Sonntags ist der 29. März, der späteste Termin ist der 2. Mai.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht gewiss. Wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften bis zu diesem Tag getragen wurden.[2] In der evangelischen Liturgie wird der Sonntag nach den ersten Worten des Introitus Quasi modo geniti infantes als Quasimodogeniti (Wie die Neugeborenen) bezeichnet.

Liturgie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der katholischen Leseordnung ist als Evangelium in allen drei Lesejahren Joh 20,19–29 EU vorgesehen. Die ersten Lesungen Apg 2,41–45 EU (A), Apg 4,32–35 EU (B) und Apg 5,12–16 EU (C) berichten vom Leben in der Urgemeinde. Die zweiten Lesungen 1 Petr 1,3–9 EU (A), 1 Joh 5,1–6 EU (B) und Offb 1,9–11a.12f.17–19 EU (C) betonen die Hoffnung, die in der Überwindung des Todes durch Christus für die Gläubigen liegt. Das Tagesgebet beginnt mit Deus misericordiae sempiternae. In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag seit dem 18. Jahrhundert der Tag für die feierliche Erstkommunion der Kinder.[3] Wegen der Osterferien wählen viele Pfarreien dafür inzwischen jedoch einen späteren Termin, bleiben dabei aber im Rahmen der Osterzeit.

Barmherzigkeitssonntag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30.  April 2000 legte Papst Johannes Paul II. fest, dass der Sonntag nach Ostern in der ganzen römisch-katholischen Kirche als Barmherzigkeitssonntag begangen werden solle.[4] Er erfüllte damit einen Wunsch der Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska, die er an diesem Tage heiliggesprach.[5] Schwester Faustyna berief sich dabei auf Visionen, in denen ihr Jesus Christus sein Verlangen mitgeteilt habe, ein solches Fest zu begehen.[6]

Gemäß der Überlieferung Schwester Faustynas dient der Vorbereitung des Barmherzigkeitssonntags eine Novene, beginnend mit dem Karfreitag, in der täglich der Barmherzigkeitsrosenkranz gebetet wird. In Verbindung mit der Beichte und der Kommunion kann ein vollkommener Ablass gewonnen werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Weißer Sonntag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Englischen hat der übersetzte Begriff Whitsunday allerdings eine andere Bedeutung, nämlich Pfingsten
  2. Bruno Kleinheyer: Sakramentliche Feiern I. Die Feiern der Eingliederung in die Kirche. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1989 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 7,1), S. 73.
  3. Adolf Adam: Grundriß Liturgie. Herder Verlag, 3. Auflage, Freiburg 1985, S. 271.
  4. Johannes Paul II.: Predigt zur Heiligsprechung von Maria Faustyna Kowalska. In: vatican.va. Libreria Editrice Vaticana, 30. April 2000, abgerufen am 26. April 2019.
  5. Hintergrund: Der Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und sein mystischer Ursprung. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.
  6. Diego Lopez Marina: Sieben Dinge, die jeder über den Barmherzigkeitssonntag wissen sollte. In: catholicnewsagency.com. CNA Deutsch / EWTN, 8. April 2018, abgerufen am 26. April 2019.
  7. Das Fest der Barmherzigkeit. In: faustyna.pl. Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit, abgerufen am 26. April 2019.