Weißes Kreuz

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem evangelischen Verband; für andere Bedeutungen, siehe Weißes Kreuz (Begriffsklärung).
Weißes Kreuz e. V.
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Zweck: Beratung und Schulung in Sexualethik, Pädagogik und Seelsorge
Vorsitz: Wilfried Veeser
Geschäftsführer: Martin Leupold
Gründungsdatum: 1890
Sitz: Ahnatal
Website: www.weisses-kreuz.de

Der Evangelische Fachverband für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz e. V. (kurz: Weißes Kreuz) ist eine in christlicher Tradition stehende Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen in unterschiedlichsten Problem- und Krisensituationen vor allem im Beziehungs- und Sexualbereich zu beraten. Dies wird in erster Linie durch Schulung und Förderung von Mitarbeitern in kirchlichen Ortsgemeinden, Gemeinschaften und christlichen Werken sowie durch Veröffentlichungen in den Bereichen der Sexualethik, Pädagogik und Seelsorge erreicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Kreuz wurde 1890 in Berlin gegründet und war eng mit der Erweckungsbewegung um 1900 verknüpft. Nachdem sich der Dienst zunächst vor allem an junge Männer gewandt hatte (vielfältiges Schrifttum gegen die Onanie), erweiterte er seine Arbeit ab 1911 auch auf Mädchen und Frauen. Der Dienst breitete sich rasch international aus, wurde aber durch den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Das Bundeshaus in Nowawes bei Potsdam wie auch die Geschäftsstelle in Berlin gingen verloren.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau, 1959 wurde das Bundeshaus in Kassel erworben. Durch Vereinigung der Männer- und Frauenarbeit entstand der gemeinsame Verein Weißes Kreuz e. V.. Später erfolgte der Umzug der Bundeszentrale nach Vellmar, wo sie 14 Jahre lang verblieb. 1995 wurde in Ahnatal bei Kassel ein neues Seminarzentrum, 1997 auch der neue Stammsitz des Vereines bezogen. Derzeit unterhält das Weiße Kreuz Beratungsstellen über das gesamte Bundesgebiet verstreut.

Von 2006 bis 2015 war Rolf Trauernicht Geschäftsführer. In dieser Zeit stieg die Zahl der Beratungsstellen von 11 auf 175. Im Januar 2016 folgte ihm Martin Leupold in diesem Amt, der zuvor als Theologe und Ethiker das Gnadauer Theologische Seminar Falkenberg leitete.[1]

Arbeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Kreuz ist vor allem in folgenden Arbeitsbereichen tätig:

  • Eheseelsorge / Eheseminare
  • Erziehungsfragen
  • Hilfe im Schwangerschaftskonflikt und Schwangerenberatung
  • Sexualberatung in Jugendgruppen und Schulen
  • Lebenshilfe

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsführer des Weißen Kreuzes:

Erster Vorsitzender des Vereins ist derzeit Wilfried Veeser.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Kreuz bringt viermal jährlich die Zeitschrift Weißes Kreuz heraus. Zusätzlich erscheinen regelmäßige Sonderdrucke zu bestimmten Themen der Sexualethik, Pädagogik und Seelsorge unter dem Titel Weißes Kreuz extra. Diese Texte werden auch online zum Download angeboten.

Positionen und Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Kreuz vertritt eine konservativ-christliche Sexualmoral. So wird beispielsweise dafür plädiert, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten.[2] Auch die Förderung der heterosexuellen Partnerschaft (besonders in ehelicher Form) ist ein zentrales Anliegen des Weißen Kreuzes.

Ein Schwerpunkt des Weißen Kreuzes liegt zurzeit auf dem Thema Internetsexsucht und Pornographie. Für Betroffene werden Hilfen und Ausstiegsmöglichkeiten angeboten. Auch gibt es Beratungs- und Hilfsangebote für Opfer sexuellen Missbrauchs.

In einem Fortbildungsseminar für Sexualberatung fasste das Weiße Kreuz die Begriffe Homosexualität, Pädophilie und Transsexualität gemeinsam unter dem Begriff „sexuelle Identitätsstörung“ zusammen,[3] wie es auch andere konservative Christen und Vertreter der Ex-Gay-Bewegung manchmal tun. Dies steht im Gegensatz zur psychologischen Fachwelt, in der die „sexuelle Identitätsstörung“ stattdessen als Synonym für Geschlechtsidentitätsstörung verwendet wird (DSM-IV 302.6, 302.85).[4] Bei Stellungnahmen zu diesen Themen berücksichtigt das Weiße Kreuz Ansichten von Organisationen wie Wüstenstrom, betont aber seine Auffassung, dass Homosexualität nicht einfach therapierbar sei, und bietet auch keine Therapie an.[5]

In der Schweiz ist das Weisse Kreuz Mitglied im Diakonieverband Schweiz und in der Schweizerischen Evangelischen Allianz, in Deutschland gehört es zu den der Deutschen Evangelischen Allianz nahestehenden Organisationen.

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weißes Kreuz: Wechsel in der Leitung (Memento vom 23. Juni 2015 im Internet Archive), Evangelische Nachrichtenagentur idea, Meldung vom 22. Juni 2015.
  2. Themenseite „Plädoyer für sexuelle Enthaltsamkeit“, liebewartet.de
  3. „Sexuelle Identitätsstörung in der Beratung“ Veranstaltung vom 23. November 2011, weisses-kreuz.de
  4. Herbert Antonu: Psychologische Entstehungshypothese über die sexuelle Reifungskrise junger Erwachsener als Folge einer Störung der Geschlechtsidentität im Kindesalter aus Sicht der Analytischen Psychologie (PDF; 899 kB), Diplomarbeit, Januar 2004, psychotherapiewien.at, S. 24
  5. Stellungnahme des Weißen Kreuzes zu Homosexualität http://www.weisses-kreuz.de/de/werte-und-orientierung/homosexualitat/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]