Weißfisch

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Aland

Als Weißfische werden in Deutschland traditionell verschiedene meist kleinere, silbrig-weiß gefärbte Arten der Karpfenfische (Cyprinidae) zusammengefasst. Der Begriff stellt keine biologische Klassifikation dar, sondern gehört der Angler- und Küchensprache an. Gemeinhin werden jedoch die Arten der Unterfamilie Leuciscinae als Weißfische bezeichnet.

Weißfische sind oft sehr wohlschmeckend, doch ihr Fleisch enthält zahlreiche feine Gräten, weshalb sie als Speisefische nicht sehr geschätzt sind. Wenn man sie jedoch an den Seiten vom Rücken bis zum Bauch mit einem scharfen Messer in kurzen Abständen etwas einschneidet, werden die Gräten in kurze Stücke zerteilt, so dass sie sich gebraten oder gebacken gefahrlos, ohne dass die Gräten zu spüren sind, verzehren lassen. Eine weitere traditionelle Zubereitungsart ist das Marinieren in Essig oder Zitronensaft, wodurch sich der Kalk in den Gräten auflöst und diese aufgeweicht werden.

Als Weißfische bezeichnet werden unter anderem Aland, Brachse (Brasse, Blei), Güster, Zobel, Zope, Frauennerfling, Perlfisch, Zährte, Döbel und Rapfen als einzige räuberische Art, Barbe, Mairenke, Schneider, Strömer, Nase, Sichling, Elritze, Rotauge (Plötze), Rotfeder, Karausche, Giebel, Moderlieschen, Hasel, Gründling, Bitterling und Ukelei.[1]

Weißfische gehören zusammen mit Karpfen und Schleien zu den Friedfischen, die sich im Gegensatz zu den Raubfischen nicht von anderen Fischen ernähren, sondern von kleinen Pflanzen und Larven. Die Grenzen sind jedoch fließend, größere Karpfen, Döbel und Alande fressen teilweise zu bestimmten Jahreszeiten oder auch gewässerspezifisch Fischbrut und Jungfische. Es werden entsprechend spezielle Angelmethoden angewendet, wie die Posenangelei mit Wagglerpose und Matchrute, das Feederangeln, Stippfischen usw.

Weißfische sind Beutefische von Hecht, Zander, Flussbarsch, Wels etc. und können aufgrund ihrer großen Population oft in Massen gefangen werden.

Verwendung des Begriffs im internationalen Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Weißfisch-Filet (Heilbutt) im Vergleich zu einem Fettfisch (Lachs)

Im Fischhandel wird der Begriff Weißfisch (als Lehnübersetzung des englischen „whitefish“) im Sinne von mageren, weißfleischigen Meeresfischen (vorwiegend Dorsche und Plattfische) verwendet, die zu Filets, Fischstäbchen und anderen Fischprodukten verarbeitet werden.

Zu den Weißfischen gehören unter anderem:

Weißfische unterscheiden sich von den meist pelagisch lebenden Fettfischen darin, dass sie sich überwiegend in der Nähe des Meeresbodens aufhalten und kaum Fettreserven in Muskelfleisch und Eingeweiden, sondern überwiegend in der Leber bilden.

Nährwerte von typischen Weißfisch-Filets (pro 100 g):[2]

  • Kalorien: 134
  • Fett (g): 6
  • Kohlenhydrate (g): 0
  • Fibers (g): 0
  • Protein (g): 19
  • Cholesterin (mg): 60

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Johann Anton Zawadzki:Fauna der galizisch-bukowinischen Wirbelthiere. E. Schweizerbarts Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1840.
  • D. J. Tscheiner:Der wohlerfahrene Fischermeister oder ausführlicher Unterricht in der gesammten Angel und Netzfischerei und dem Krebse und Fröschefang. Hartlebens Verlag, Petsch 1821.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichnis der Handelsbezeichnungen für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur unter Berücksichtigung der Bundesanzeiger-Bekanntmachungen der 73. Änderung der Bekanntmachung über Handelsbezeichnungen vom 13. März 2015, sowie der 83. Festlegung von vorläufigen Handelsbezeichnungen vom 2. März 2015, bei www.Fischinfo.de. Ein wohl inhaltsgleiches Dokument ist auch auf der Seite SeaFoodVerband.de zu finden. Jeweils abgerufen im Dezember 2016
  2. nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums; abgerufen im Dezember 2016