Weißkirchen an der Traun

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Weißkirchen an der Traun
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weißkirchen an der Traun
Weißkirchen an der Traun (Österreich)
Weißkirchen an der Traun
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Wels-Land
Kfz-Kennzeichen: WL
Fläche: 21,71 km²
Koordinaten: 48° 10′ N, 14° 8′ OKoordinaten: 48° 9′ 53″ N, 14° 7′ 42″ O
Höhe: 305 m ü. A.
Einwohner: 3.372 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 155 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4616
Vorwahl: 07243
Gemeindekennziffer: 4 18 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeplatz 1
4616 Weißkirchen an der Traun
Website: www.weisskirchen.at
Politik
Bürgermeister: Norbert Höpoltseder (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
10
9
6
10 
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Gemeinde Weißkirchen an der Traun im Bezirk Wels-Land
AichkirchenBachmanningBad Wimsbach-NeydhartingBuchkirchenEberstalzellEdt bei LambachFischlhamGunskirchenHolzhausenKrenglbachLambachMarchtrenkNeukirchen bei LambachOffenhausenPennewangPichl bei WelsSattledtSchleißheimSipbachzellStadl-PauraSteinerkirchen an der TraunSteinhausThalheim bei WelsWeißkirchen an der TraunWelsOberösterreichLage der Gemeinde Weißkirchen an der Traun im Bezirk Wels-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Weißkirchen aus der Ferne
Weißkirchen aus der Ferne
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weißkirchen an der Traun ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land im Hausruckviertel mit 3372 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Wels.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißkirchen an der Traun liegt auf 305 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,2 km, von West nach Ost 7,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 21,8 km².

19,3 % der Fläche sind bewaldet, 68,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 7 Ortschaften sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Katastralgemeinden sind Grassing, Sinnersdorf, Weißkirchen, Weyerbach.

Einziger Zählsprengel ist Weißkirchen an der Traun.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marchtrenk Hörsching (Bez. Linz-Land)
Schleißheim Nachbargemeinden Pucking (Bez. Linz-Land)


Sipbachzell

Eggendorf im Traunkreis (Bez. Linz-Land)
Allhaming
(Bez. Linz-Land)
Nur in einem Punkt inmitten der Traun

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus früheren Jahrhunderten ist nur wenig von der Geschichte Weißkirchens bekannt. Ein gefundenes Steinbeil lässt darauf schließen, dass schon zur Steinzeit Menschen im Raum Weißkirchen lebten. Ausgegrabene Mauerreste bekunden, dass zu Zeiten der Römer in Weißkirchen an der Traun Siedlungen bestanden haben. Nach Ende der Römerherrschaft verödete allerdings die Gegend wieder weitgehend. Erst als im Jahr 777 von Herzog Tassilo das Stift Kremsmünster gegründet wurde, begannen die Mönche des Klosters im heutigen Weißkirchen Äcker und Wiesen anzulegen.

Im Jahr 1179 wird Wæizchirchen in der Lateran-Urkunde des Papstes Alexander III. für das Stift Kremsmünster erstmals erwähnt. Der Name verweist darauf, dass in Weißkirchen schon im 12. Jahrhundert eine gemauerte, weiß getünchte Kirche – im Gegensatz zur damals noch verbreiteten Holzbauweise – stand.[2] Die Pfarre Weißkirchen hatte im Mittelalter eine große Ausdehnung. Der Pfarrsprengel umfasste im 14. Jahrhundert die heutigen Pfarren Allhaming, Eggendorf, Weißkirchen, Pucking, weiters Teile von Neuhofen, Schleißheim und Sipbachzell.

Der im Jahre 1594 abgebrannte Pfarrhof wurde wieder erbaut und in weiterer Folge vergrößert und bedeutend verschönert. Der Weißkirchner Pfarrhof ist nicht nur wegen seiner Schönheit erwähnenswert, sondern auch wegen bedeutender historischer Ereignisse. Am 1. Mai 1809 kam der spätere Feldmarschall Radetzky durch Weißkirchen und übernachtete im Pfarrhof, wo eine Marmortafel an dieses Ereignis erinnert. Tags darauf zog Kaiser Napoleon mit seinen Truppen durch Weißkirchen und man reichte ihm im Pfarrhof ein Glas Wasser. Das Glas, aus dem Napoleon trank, ist bis heute im Pfarrhof aufbewahrt.[3]

Im Jahr 1857 brach ein Großbrand im heutigen Gasthaus Binder aus und vernichtete neun Häuser.

1883 Trend sich die Gemeinde Weißkirchen von der Pfarre Pucking. Pucking wird eine eigenständige Gemeinde. (Quelle: Gemeindeinfo Pucking)

1889 Gründung des „Vorschußkassenvereines der Gemeinden Eggendorf und Weißkirchen“ nach dem Prinzip Raiffeisens, gilt als Gründungsjahr der Raiffeisenbank Weißkirchen, welche somit eine der ältesten des Landes ist. (2000, Festschrift RAIKA Weißkirchen)

1893 die Ortschaft Eggendorf wird eigenständige Gemeinde.

Im Jahre 1901 erhielt Weißkirchen einen Gendarmerieposten (alt. Weißkirchen 50, Untere Dorfstraße 5, das Gebäude nicht mehr bestehend), der am 31. Dezember 1962 aufgelassen wurde.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 an Hitler-Deutschland, gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Rund 100 KZ-Häftlinge starben bei Todesmärschen durch Weißkirchen in den letzten Kriegstagen. Eine Gedenkstätte in der Bergerner Au in der Nähe des Weigl-Gutes erinnert daran.

Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung des Bundeslandes Oberösterreich.

1952 Wiedererrichtung der Traunbrücke, nachdem sie im Jahre 1945 gesprengt wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der guten Lage von Weißkirchen (zwischen Wels und Linz) ist es zu verdanken, dass die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten immer mehr und mehr Zuzug bekam. Die positive wirtschaftliche und verkehrstechnische Entwicklung im Zentralraum kommt auch Weißkirchen zugute.

Quelle: Statistik Austria[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gemeinderatswahl 2015 setzt sich der Gemeinderat (25 Mitglieder) wie folgt zusammen: SPÖ 10, ÖVP 9, FPÖ 6.

Bürgermeister

  • 1948–1967 Franz Leblhuber (ÖVP)
  • 1967–1979 Alfred Staudinger (FPÖ)
  • 1979–2008 Rudolf Prinz (SPÖ)
  • seit 2008 Norbert Höpoltseder (SPÖ)

Quelle: Gemeindeamt Weißkirchen an der Traun

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Weißkirchen an der Traun COA.svg

Offizielle Beschreibung:

Geteilt von Rot und Grün durch einen silbernen, mit einem silbernen am oberen Schildrand anstoßenden Kreuz besteckten, vom Schildhaupt ausgehenden, verkürzten Doppelsturzsparren; unten vier silberne Scheiben kreuzweise.

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.

Das weiße Kreuz mit dem stilisierten „W“ symbolisiert den Ortsnamen. Die vier Scheiben stehen für die vier Katastralgemeinden Graßing, Sinnersdorf, Weißkirchen und Weyerbach.[2]

Die Gemeinde Weißkirchen erhielt 1985 ein Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißkirchen an der Traun
  • Klobinger Kapelle: Sie wurde 1864 als Stiftung der Klobinger Bauern Dornauer (Schmiedbauer); Josef Neubauer (Bauer) und Josef Leblhuber (Huber) errichtet. Bis 1961 war hier der Annen-Altar, der heute wieder in der Pfarrkirche steht, aufgestellt. An dessen Stelle wurde die Marienstatue aus der neugotischen Ausstattung der Pfarrkirche gestellt.
  • Lurl: 1980 wurde die Lurl, eine Wasserstelle beim Pfarrhofgatter, neu gefasst und als ein Wahrzeichen deklariert (der Obstmühlstein stammt vom Hansfischer-Hof). Ursprünglich dienten diese Wasserstellen der Bevölkerung vor der Errichtung einer Ortswasserleitung als Trink- und Brauchwasserquellen. Es befinden sich im Ortszentrum noch mehrere ähnliche Wasserentnahmestellen.[5]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikkapelle: gegründet 1875
  • Freiwillige Feuerwehr Weißkirchen: gegründet 1889. Das erste Zeughaus der FF Weißkirchen befand sich gegenüber dem Gasthaus Staudinger (Obermayrplatz) und Bestand dort bis Mitte der 1960er Jahre. Später nach der Errichtung des Gemeindeamtes fand es sich dort ein. Bis 1991 wieder ein eigenständiges Feuerwehrhaus am ehemaligen Heizingerareal errichtet wurde. Vom ehemaligen „Löschzug Weyerbach“ ist nur mehr ein Anhängewagen vorhanden.
  • Sport Union Weißkirchen: Im Jahre 1962 wurde die Union Weißkirchen gegründet. Damals noch auf der „Binder Wiesen“ welche im Laufe der Zeit durch die Gemeinde Weißkirchen erworben werden. Das Tennis areal wurde gepachtet. 2003 konnte das neue Unionheim eröffnet werden, 2008 wurde das alte „Clubheim“ abgerissen, um für die Stockschützen Platz zu schaffen. Die Union umfasst heute die Sektionen Fußball, Tennis und Stock. Quelle der Daten: Union Weißkirchen: Festschrift 50 Jahre 1962–2012 Union Weißkirchen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre Weißkirchen beherbergte im Pfarrhof eine der ersten Volksschulen des Landes (1596). 1855 wurde die Volksschule nahe der Pfarrkirche errichtet (Untere Dorfstraße 7, Fam. Moisl), wo sie bis 1957 ihren Bestand hatte. 1957 konnte die neue Volksschule am heutigen Standort eröffnet werden. 1971 Turnhallenneubau, vorher diente der Gemeindevorplatz als Turnareal. 2003 erfolgte eine Generalsanierung der Volksschule.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißkirchen an der Traun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs, 7. Nachtrag (1984–1987). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 4, 1988, S. 246 (online (PDF) auf ooegeschichte.at).
  3. M. Vyoral-Tschapka (2009): Österreichische Kunsttopographie Band LVIII. Gerichtsbezirk Wels, Herausgeber Bundesdenkmalamt; Horn: Verlag Berger., 986ff.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Weißkirchen a.d. Traun (PDF; 35 kB)
  5. Pfarre und Gemeinde Weißkirchen: Festschrift 800 Jahre Pfarre Weißkirchen. 1. Weißkirchner Kulturtage vom 5.-15. Juni 1980. Weiß Druck, Weißkirchen.