Weichspüler

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Weichspüler in einer Plastikflasche

Weichspüler sind Waschhilfsmittel, die eingesetzt werden, um den bei trocknender Wäsche auftretenden Effekt der Trockenstarre zu unterbinden. Meist werden der Wäsche zusätzlich Duftstoffe und optische Aufheller zugefügt. Ein Nebeneffekt ist die Reduktion elektrostatischer Aufladung von Synthetikfasern. In manchen Produkten befinden sich unter anderem auch Cyclodextrine, welche unerwünschte Gerüche binden.

Wirkungsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weichspüler werden der Wäsche im letzten Spülgang der Maschinenwäsche zugesetzt. Sie sollen dem Effekt entgegenwirken, dass sich die Wäsche nach dem Waschen in der Maschine und anschließendem Trocknen in unbewegter Luft hart anfühlt. Dieses Trockenstarre genannte Phänomen hat seine Ursache in der Ausbildung von elektrostatischen Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Cellulosefasern. Die kationischen Tenside des Weichspülers dringen in die Faser ein, verbinden sich mit den negativen Ladungen und schwächen so die Wechselwirkungen.

Umweltverträglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute eingesetzten kationischen Esterquats werden aus tierischen und pflanzlichen Fetten hergestellt und sind leichter abbaubar als das noch Anfang der 1990er Jahre verwendete Distearyldimethylammoniumchlorid (DSDMAC). Das Umweltbundesamt weist jedoch darauf hin, dass „schädliche Effekte auf Wasserorganismen nur dann ausgeschlossen werden können, wenn eine biologische Abwasserreinigung garantiert und das direkte Eindringen ins Gewässer ausgeschlossen ist“.

Entsprechend der EU-Detergenzienverordnung EG/907/2006 von 2006[1] müssen alle Tenside, d. h. auch Tenside in Weichspülern, vollständig biologisch abbaubar sein.[2]

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weichspüler können durch ihre chemische Struktur eine wasserabweisende Wirkung haben, die sich jedoch durch die Wahl der Chemikalien vermeiden lässt. Die wasserabweisende Reaktion kann bewirken, dass „weichgespülte“ Handtücher, Wollpullover, Unterwäsche, Nachtgewand, Bettwäsche etc. langsamer oder weniger Feuchtigkeit aufnehmen.[3]

Daunenschlafsäcke sollten deshalb auf keinen Fall mit Weichspüler gewaschen werden, Schlafsackhersteller empfehlen meist die Verwendung einfacher Kernseife in enthärtetem Wasser. Bei Funktionskleidung aus synthetischen Fasern, wie sie besonders im Sport häufig eingesetzt werden, können Weichspüler die Oberfläche der Kleidung verschließen. Der Abtransport des Schweißes vom Körper nach außen ist dadurch nicht mehr gewährleistet.

Inhaltsstoffe wie Duftstoffe und Lösemittel können allergische Reaktionen hervorrufen.

Kationische Tenside reagieren mit waschaktiven anionischen Tensiden zu einer hydrophoben Verbindung, die mit weiterem Tensideinsatz ausgewaschen werden muss. Der Einsatz von Weichspülern bedingt deswegen bei der nächsten Wäsche einen entsprechend erhöhten Waschmittelverbrauch.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umweltbundesamt setzt die Weichspüler an die Spitze der Haushaltsprodukte mit fraglichem Nutzen. Laut der Studie „Schadstoffbelastung und Sozialstatus“[4] werden Weichspüler von über 80 % der Familien mit niedrigem Sozialstatus verwendet, aber nur von halb so vielen Familien mit hohem Sozialstatus. Ein Fazit lautet:

„Über den fraglichen Nutzen und die Probleme für  Mensch  und  Umwelt  wird  seit  vielen  Jahren  aufgeklärt,  auch  vom  Umweltbundesamt.  Dennoch   geben  vor  allem  sozial  schlechter  gestellte  Familien ihr knappes Geld für diese Haushaltsprodukte  aus.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2011 wurden Fälle von Missbrauch von Weichspüler als Rauschmittel per Nasenspray bekannt. In einigen Weichspülern war die Substanz γ-Butyrolacton (GBL) enthalten, ein Vorläuferstoff des Betäubungsmittels γ-Hydroxybuttersäure (GHB).[5][6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VERORDNUNG (EG) Nr. 907/2006 DER KOMMISSION vom 20. Juni 2006 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 648/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates über Detergenzien zwecks Anpassung der Anhänge III und VII. In: eur-lex.europa.eu. Abgerufen am 7. April 2016.
  2. Weichspüler: Weiche Wäsche – um jeden Preis? (Text) In: Umweltbundesamt. 22. September 2015. Abgerufen am 7. April 2016.
  3. zeit.de: Stimmt's: Ist Weichspüler schlecht für die Wäsche?
  4. a b Umweltgerechtigkeit – Umwelt, Gesundheit und soziale Lage UMID-Themenheft 2/2008. ISSN 1862-4111 (Print), ISSN 1862-4189 (Internet)
  5. Die Welt online: Häftlinge schnupfen neuerdings Weichspüler. 24. Februar 2011
  6. Drogen: Nasenspray mit Weichspüler. In: Pharmazeutische Zeitung 09/2011. Abgerufen am 7. April 2016.