Weidensees

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Weidensees
Koordinaten: 49° 42′ 38″ N, 11° 26′ 31″ O
Höhe: 460 (444–467) m ü. NHN
Einwohner: 398 (1987) [1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91282
Vorwahl: 09244
Der Betzensteiner Ortsteil Weidensees
Der Betzensteiner Ortsteil Weidensees

Weidensees ist ein im Westen der naturräumlichen Landschaftseinheit Veldensteiner Forst gelegenes fränkisches Dorf, das zu Betzenstein gehört.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft ist einer von 23 amtlich benannten Ortsteilen der im Süden Oberfrankens gelegenen Stadt Betzenstein.[2] Sie befindet sich etwa vier Kilometer nordnordöstlich von Betzenstein und liegt auf einer Höhe von 460 m ü. NHN.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Weidensees fand 1153 unter dem Namen Wittingeseze statt.[4] Gegen Ende des Mittelalters gehörte Weidensees zum kurpfälzischen Amt Betzenstein.[5] Im Zuge des Landshuter Erbfolgekrieges wurde unter anderem auch das Betzensteiner Amtsgebiet von den Truppen der Reichsstadt Nürnberg besetzt und diese Inbesitznahme nach langwierigen Verhandlungen von der Kurpfalz vertraglich anerkannt.[6] Infolge dieses Vertrages hatte das nürnbergische Pflegamt Hiltpoltstein in den folgenden drei Jahrhunderten zwar die Hochgerichtsbarkeit über Weidensees inne, nicht jedoch die Dorf- und Gemeindeherrschaft.[7][8] Denn diese wurde weiterhin von der Kurpfalz ausgeübt, so dass Weidensees als einer der wenigen Orte des Amtes Betzenstein unter kurpfälzischer Landeshoheit verblieb und zusammen mit dem südwestlich gelegenen Nachbarort Hüll eine Exklave der Oberpfalz bildetes. Im Wesentlichen änderte sich daran auch nichts, als die Oberpfalz nach der Ächtung des pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. (des sogenannten Winterkönigs) als Lehen an Kurbaiern übergeben wurde.[9] Für Weidensees bedeutete dies lediglich, dass die Dorf- und Gemeindeherrschaft nunmehr von einer anderen wittelsbachischen Linie ausgeübt wurde. In der Folgezeit blieben diese Verhältnisse weitgehend unverändert bestehen, bis Weidensees im Jahr 1803 entsprechend der im Haupt-Landes-Grenz- und Purifikationsvergleich mit dem Königreich Preußen vereinbarten Bedingungen an das preußische Ansbach-Bayreuth übergeben wurde. Es wurde damit zum nordöstlichen Eckpunkt des Eschenauer Straßendistrikts, einem bruchstückhaften Korridor, mit dem die beiden geografisch voneinander getrennten Teile dieses Territoriums über eine Militärstraße miteinander verbunden wurden.[10][11][12] Nach der preußischen Niederlage im Vierten Koalitionskrieg wurde das Dorf zusammen mit dem gesamten Fürstentum Bayreuth 1807 einer vom französischen Kaiserreich eingesetzten Militärverwaltung unterstellt.[13] Mit der im Jahr 1810 durch das Königreich Bayern käuflich erfolgten Erwerbung dieses Fürstentums wurde Weidensees schließlich wieder bayerisch.[14]

Durch die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Bayern durchgeführten Verwaltungsreformen wurde Weidensees mit dem zweiten Gemeindeedikt 1818 eine eigenständige Landgemeinde, zu der auch noch das Kirchdorf Hüll gehörte. Im Zuge der in den 1970er Jahren durchgeführten kommunalen Gebietsreform in Bayern wurde die gesamte Gemeinde Weidensses zu Beginn des Jahres 1972 in die Stadt Betzenstein eingegliedert.[15] Im Jahr 1987 zählte Weidensees 398 Einwohner.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anbindung an das öffentliche Straßennetz wird hauptsächlich durch die den nördlichen Ortsbereich durchlaufende Bundesstraße 2 hergestellt, die aus dem Westen von Leupoldstein her kommend in nordnordöstlicher Richtung nach Bronn weiterführt. Von der Bundesstraße zweigt im Ort die Kreisstraße BT 32 ab und führt in ostsüdöstlicher Richtung zu der etwa zwei Kilometer entfernten Anschlussstelle Weidensees, an der eine Zufahrt auf die Bundesautobahn 9 möglich ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. stammendes Wohnhaus

In Weidensees befinden sich sechs Baudenkmäler, nämlich drei Wohnhäuser, ein Wohnstallhaus, eine ehemalige Schmiede und ein Brunnenschacht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weidensees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 293 (Digitalisat). Abgerufen am 26. Juli 2019
  2. Weidensees in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. Juli 2019.
  3. Geografische Lage von Weidensees im BayernAtlas, abgerufen am 26. Juli 2019
  4. Ortsbeschreibung von Weidensees auf der Website der Stadt Betzenstein (PDF; 2,45 MB), abgerufen am 26. Juli 2019
  5. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 25.
  6. Eckhardt Pfeiffer (Hrsg.): Nürnberger Land. 3. Auflage. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3, S. 101.
  7. Eckhardt Pfeiffer (Hrsg.): Nürnberger Land. 3. Auflage. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993, ISBN 3-9800386-5-3, S. 98.
  8. Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Hrsg.: Max Spindler. Bayerischer Schulbuch Verlag, München 1969, ISBN 3-7627-0723-5, S. 35.
  9. Ingomar Bog: Forchheim. S. 19.
  10. Sigmund Benker, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3. Auflage. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 523.
  11. Hanns Hubert Hofmann: Zwischen Macht und Recht. Der Eschenauer Straßendistrikt zwischen Preußen, Kurpfalzbayern und der Reichsstadt Nürnberg (1805/1806). In: Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg e.V. (Hrsg.): Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Band 53. Selbstverlag des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1965, S. 13–59 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 26. Juli 2019]).
  12. Sigmund Benker, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3. Auflage. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 776.
  13. Sigmund Benker, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3. Auflage. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 529.
  14. Sigmund Benker, Andreas Kraus (Hrsg.): Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. 3. Auflage. Beck, München 1997, ISBN 3-406-39451-5, S. 530.
  15. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 697.