Weihnachtsstern (Pflanze)

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Weihnachtsstern
Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Gattung: Wolfsmilch (Euphorbia)
Art: Weihnachtsstern
Wissenschaftlicher Name
Euphorbia pulcherrima
Willd. ex Klotzsch

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), auch Adventsstern, Christstern oder Poinsettie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Das Artepitheton pulcherrima leitet sich aus dem Lateinischen her und bedeutet „die Schönste“. Weihnachtssterne sind aufgrund der auffälligen, intensiv gefärbten Hochblätter (Brakteen), die sternförmig angeordnet sind, begehrte Zimmerpflanzen. Oft werden die Hochblätter fälschlicherweise für Blütenhüllblätter gehalten.

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Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Detailaufnahme des Blütenstandes eines Weihnachtssterns, mit roten Hochblättern und gelb-grünen Cyathien
Cyathium mit vielen männlichen Blüten und lippenförmigen Nektardrüsen
Cyathium mit vielen männlichen Blüten, lippenförmigen Nektardrüsen und der einzigen, großen weiblichen Blüte mit Fruchtknoten und Narbe

Erscheinungsbild und Laubblatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die natürliche Art Euphorbia pulcherrima ist ein immergrüner Strauch mit verholztem Stamm und spärlicher Verzweigung, der Wuchshöhen bis zu 4 m erreicht. Gärtnerisch kultivierte Pflanzen sind dagegen deutlich kleiner und mehr oder weniger stark verzweigt, gesteuert von den Kulturmethoden des Gärtners. Die Pflanzen enthalten weißen Milchsaft. Junge Pflanzen haben eine verdickte, saftige Wurzel und sind insgesamt schwach sukkulent. Die kurzen, zylindrischen Zweige sind anfangs saftig, verholzen jedoch mit der Zeit. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 2 bis 8 cm lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 12 cm sowie einer Breite von 7 cm (bei dunklem Stand auch größer), länglich oval und häufig leicht gezähnt. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün, während die Unterseite heller ist.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptblütezeit reicht von November bis Januar oder Februar, je nach Standort blühen ältere verzweigte Weihnachtssterne aber auch fast ganzjährig. Sie sind sogenannte Kurztagspflanzen, die nur dann Blüten ansetzen, wenn sie nicht mehr als 12 Stunden Lichteinfall erhalten. Das ist an Standorten unweit des Äquators ganzjährig der Fall. In Mitteleuropa wird in Gärtnereien etwa ab Oktober die Dunkelphase künstlich mit dunklen Folien auf mindestens 12 Stunden verlängert, so dass die Pflanzen pünktlich zur Adventszeit farbige Brakteen ausbilden. Durch Manipulation der Hell-/Dunkelphasen könnte man Weihnachtssterne auch gut zu anderen Zeitpunkten zur Blüte bringen.

Die eigentlichen „Blüten“ sind grün-gelblich, klein und unscheinbar und nicht mit den großen roten Hochblättern (Brakteolen, Cyathophyllen) zu verwechseln, in deren Mitte sie sitzen. Was wie bei allen Wolfsmilch-Arten, so auch beim Weihnachtsstern, wie eine Einzelblüte aussieht, ist ein Blütenstand, der Cyathium (Mehrzahl Cyathien) genannt wird. Jede Einzelblüte im Cyathium ist eingeschlechtig, entweder nur weiblich oder nur männlich, Blütenhüllblätter gibt es keine. Die Einzelblüten sind auf das absolut Notwendigste reduziert. In dem Cyathium gibt es im Zentrum immer nur eine weibliche Blüte, die nur aus einem gestielten Fruchtknoten und dem Griffel besteht. Die männlichen Blüten befinden sich in Gruppen um die weibliche Blüte angeordnet. Diese bestehen jeweils nur aus einem einzelnen gestielten Staubblatt. Zu erkennen sind die am Außenrand des Cyathiums stehenden Nektardrüsen, die beim Weihnachtsstern einzeln oder zu zweit vorkommen und lippenförmig sind.

Die Hochblätter dienen zum Anlocken von Insekten. Durch Zucht ist eine große Varianz an Farben entstanden. Neben Rottönen gibt es auch lachsfarbene, panaschierte oder weiße (cremeweiß – nicht reinweiß). Andere Farben wie Blau sind dagegen künstlich und werden durch Besprühen mit pflanzenverträglichem Lack erzeugt, oder man streut auch noch etwas Glitter darüber.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26, 28, 42 oder 44.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weihnachtsstern kommt in den tropischen Laubwäldern Mexikos, Mittel- und Südamerikas vor. Dort reicht das Verbreitungsgebiet von Mexiko über die Karibischen Inseln, Venezuela und Brasilien bis Argentinien. Als Zierpflanze in andere tropische und subtropische Regionen eingebracht, ist er vielfach verwildert. So sind größere Bestände in Afrika (beispielsweise in Kenia, Tansania und Uganda), in Asien (zum Beispiel in Burma, Malaysia und den Philippinen), Australien und im Mittelmeer-Gebiet bekannt.

Botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Gärtnern gelegentlich noch verwendete Name Poinsettie entstammt dem früheren botanischen Gattungsnamen Poinsettia. Dieser Name Poinsettia geht wiederum auf den amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Roberts Poinsett, zurück, der diese Pflanzenart Anfang des 19. Jahrhunderts in die USA einführte.

Der Weihnachtsstern hieß bei den Azteken Cuetlaxochitl (eigentlich cuetlax-xōchitl, Leder-Blume) und war angeblich eine Lieblingspflanze von Moctezuma II. 1804 brachte der Naturforscher Alexander von Humboldt die Pflanzenart von seiner Amerikareise erstmals nach Europa mit.

In Berlin wurde er dann katalogisiert und bekam später (1833) von dem Botaniker Carl Ludwig Willdenow den botanischen Namen Euphorbia pulcherrima – die „schönste der Euphorbien“. 1834 wurde der Weihnachtsstern von Johann Friedrich Klotzsch (1805–1860), Arzt, Apotheker und Kustos am Botanischen Museum nach einem Beleg des „Willdenow“-Herbariums beschrieben.

1828 war Joel Poinsett, US-amerikanischer Botschafter in Mexiko, so begeistert von den Pflanzen, die er vor Ort sah, dass er sie in seine Heimat nach Greenville, South Carolina brachte. Von dort schickte er sie an Freunde und botanische Gärten. Eine Gärtnerei in Pennsylvania war wohl die erste, die die Pflanze unter ihrem botanischen Namen verkaufte.

1836 wurde dem Weihnachtsstern vom Historiker und Gärtner William Prescott der Name „Poinsettia“ verliehen, um einen eingängigeren Namen zur Vermarktung nutzen zu können. Da Prescott gerade ein Buch über die Eroberung Mexikos schrieb und dabei auch Poinsetts Einsatz für die Verbreitung der Pflanze beschrieb, lag für ihn die Ehrung des „Entdeckers“ durch diese Namensgebung nahe.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte die deutsche Auswandererfamilie Ecke in Kalifornien die Poinsettie als „Weihnachtsblume“. Zunächst wurde der Stern als Schnittblume angeboten.

Züchtungserfolgen (in Deutschland) um die 1950er Jahre ist es zu verdanken, dass die Poinsettie heute als Topfpflanze auch unter den erschwerten Bedingungen geheizter Räume zurechtkommt.

Besonders als Zimmerpflanze ist der Weihnachtsstern sehr beliebt, in Mitteleuropa seit etwa 1950. Er kommt in diversen Wuchsformen wie Eintrieber, Mehrtrieber oder als Hochstämmchen zum Advent in den Handel, wenn er Blüten angesetzt hat, die von den gefärbten Hochblättern umgeben sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Euphorbia pulcherrima bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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