Weil (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weil
Weil (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weil hervorgehoben

Koordinaten: 48° 7′ N, 10° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Höhe: 587 m ü. NHN
Fläche: 44,48 km2
Einwohner: 3833 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86947
Vorwahlen: 08195, 08193Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 145
Gemeindegliederung: 14 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landsberger Straße 15
86947 Weil
Website: www.weil.de
Bürgermeister: Christian Bolz (Dorfgemeinschaft / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Weil im Landkreis Landsberg am Lech
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis OstallgäuLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis StarnbergLandkreis FürstenfeldbruckWindachWeil (Oberbayern)Utting am AmmerseeUnterdießenThainingPürgenSchwiftingSchondorf am AmmerseeScheuringRott (Landkreis Landsberg am Lech)ReichlingPrittrichingVilgertshofenPenzing (Bayern)ObermeitingenLandsberg am LechKinsauKauferingIglingHurlachHofstetten (Oberbayern)GreifenbergGeltendorfFuchstalFinningEresingEgling an der PaarEching am AmmerseeDießen am AmmerseeDenklingenApfeldorfKarte
Über dieses Bild
Weil von Süden
Denkmal für jüdische Opfer auf dem KZ-Friedhof Schwabhausen

Weil ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt circa neun Kilometer nordöstlich von Landsberg und ist von Augsburg und München 30 bzw. 50 Kilometer entfernt. Sie wird in Süd-Nord-Richtung vom Verlorenen Bach durchflossen, in seinem Unterlauf Friedberger Ach genannt.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus sechs Gemarkungen, die den ehemaligen Gemeinden entsprechen, und hat 14 amtlich benannte Gemeindeteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Prittriching, Egling an der Paar, Geltendorf, Eresing, Windach, Penzing, Kaufering und Scheuring.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Weil ist römischen Ursprungs und lautete ursprünglich Villa (Gutshof).

Weil gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern. Der Deutschorden (Kommende Blumenthal) besaß hier eine offene Hofmark.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Weil.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Einheitsgemeinde Weil entstand am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform aus den vormals selbständigen Gemeinden Weil, Beuerbach, Geretshausen, Pestenacker, Petzenhausen und Schwabhausen bei Landsberg.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde lebten

  • 1970: 2278 Einwohner
  • 1987: 2608 Einwohner
  • 1991: 2918 Einwohner
  • 1995: 3141 Einwohner
  • 2000: 3321 Einwohner
  • 2005: 3626 Einwohner
  • 2010: 3765 Einwohner
  • 2015: 3775 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gemeinderatswahl vom 16. März 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[4]

Liste Stimmen Prozent Sitze
Dorfgemeinschaft Weil (DG Weil) 9.867 34,98 % 6
Freie Wählergruppe Schwabhausen (FWG Schwabhausen) 7.589 26,90 % 4
Dorfgemeinschaft Geretshausen (DG Geretshausen) 3.437 12,18 % 2
Dorfgemeinschaft Petzenhausen (DG Petzenhausen) 2.958 10,49 % 2
Freie Wähler Pestenacker (FW Pestenacker) 2.415 8,56 % 1
Dorfgemeinschaft Beuerbach (DG Beuerbach) 1.944 6,89 % 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In silber ein schwarzes Tatzenkreuz, belegt mit silbernem Herzschild, darin eine rote Schafschere.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schwarze Tatzenkreuz ist das heraldische Symbol des Deutschen Ritterordens. Weil gehörte vom 13. Jahrhundert bis zur Auflösung des Ordens 1806 zur Hofmarksherrschaft der Deutschordenskommende Blumenthal bei Aichach. Die Schafschere im Herzschild ist aus dem Wappen der früheren Ortsherren, der Herren von Haldenberg, übernommen. Die Haldenberger übergaben schon 1260 Güter in Weil an den Deutschen Orden; Konrad von Haldenberg trat 1314 selbst in den Orden ein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional bekannt wurde Weil durch Ausgrabungen von steinzeitlichen Feuchtbodensiedlungen im Tal des Verlorenen Bachs bei Pestenacker.

Auf dem Ehrenfriedhof im Gemeindeteil Schwabhausen wurden 130 Opfer der NS-Gewaltherrschaft nahe der Bahnlinie in drei Sammelgräbern bestattet.[5] Die Gemeinde Weil spricht von 120 Toten[6]. Andere Stellen von 140 Toten und mehr[7]. Ein britisches oder amerikanisches Aufklärungsflugzeug hatte am 27. April 1945 an dieser Stelle einen abgestellten Munitionszug entdeckt. Vom Begleitschutz des Munitionszugs wurde daraufhin angeblich absichtlich ein von Juden besetzter Zug mit bis zu 3.400 Gefangenen aus dem Konzentrationslager Kaufering abgestellt. Die kurz darauf erschienenen Tiefflieger beschossen diesen Zug. Viele der etwa 500 die Flucht ergreifenden Gefangenen wurden erschossen[8]. Die verwundeten Juden kamen ins Lazarett der Erzabtei Sankt Ottilien. Wahrscheinlich erreichten nur 1.769 Gefangene den Zielbahnhof Dachau. Auf den über den Sammelgräbern errichteten Gedenksteinen wurden jüdische Inschriften angebracht.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weil (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Weil in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 7. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.
  4. Website der Gemeinde Weil
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198
  6. Gemeinde Weil; Geschichte des Ortsteils Schwabhausen
  7. Private Seite zur Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn (Memento vom 11. Februar 2010 im Internet Archive) im Internet Archive
  8. KZ-Komplex Außenkommando Kaufering