Weilerswist

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilerswist
Weilerswist
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilerswist hervorgehoben
Koordinaten: 50° 45′ N, 6° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 120 m ü. NHN
Fläche: 57,17 km²
Einwohner: 16.997 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 297 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53919
Vorwahlen: 02254 und 02251 (Teile von Lommersum)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 040
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bonner Straße 29
53919 Weilerswist
Webpräsenz: www.weilerswist.de
Bürgermeister: Anne Horst (CDU)
Lage der Gemeinde Weilerswist im Kreis Euskirchen
Belgien Rheinland-Pfalz Kreis Düren Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Bad Münstereifel Blankenheim (Ahr) Dahlem (Nordeifel) Euskirchen Hellenthal Kall Mechernich Nettersheim Schleiden Weilerswist ZülpichKarte
Über dieses Bild

Weilerswist ist eine Gemeinde im Kreis Euskirchen im Südwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Weilerswist, Luftaufnahme (2015)

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weilerswist liegt im Westen des Vorgebirges am südwestlichen Rand der Ville, eines Höhenzuges der Kölner Bucht. Durch das Gemeindegebiet fließen im Osten die Swist und im Westen die Erft, die in Weilerswist von vier kleineren Nebengewässern gespeist werden. Die Gemeinde grenzt im Norden an die Städte Brühl und Erftstadt (beide im Rhein-Erft-Kreis), im Osten an die Stadt Bornheim und die Gemeinde Swisttal (beide im Rhein-Sieg-Kreis), im Süden an die Kreisstadt Euskirchen sowie im Westen an die Stadt Zülpich (ebenfalls im Kreis Euskirchen).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus sechs statistischen Ortschaften mit insgesamt 17 Ortsteilen.

Ortschaften Ortsteile
Weilerswist Weilerswist, Neuheim und Swisterberg
Vernich Großvernich, Kleinvernich und Horchheim
Metternich Metternich und Hoven
Müggenhausen Müggenhausen, Schwarzmaar und Neukirchen
Lommersum Lommersum und Bodenheim
Hausweiler-Derkum Hausweiler, Derkum, Ottenheim und Schneppenheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der fruchtbaren Börde rund um die Swist und die Erft fanden bereits seit Jahrhunderten Menschen ausreichend Nahrung und siedelten sich dort an. So gibt es Siedlungsspuren von Menschen des Jungpaläolithikums, der Bandkeramiker, der Urnenfelderleute und Siedlungen aus der Latènezeit auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde Weilerswist. Kelten und Germanen, vor allem aber Römer hinterließen ebenfalls ihre Spuren. Zahlreiche Siedlungen und Einzelhöfe (siehe Villae Rusticae) bestanden, auf die Ortsbezeichnungen wie Weiler, Vernich und Metternich hinweisen und bei Ausgrabungen gefundene Fundamente, Artefakte, Reihengräber und Sarkophage belegen.

Ein Kultzentrum befand sich darüber hinaus auf dem Swister Berg. Bei den 1933 von Peter Anton Tholen durchgeführten Grabungen wurden Reste eines größeren Tempelbezirkes entdeckt. Dort wurden Matronen verehrt, aber auch der Göttin Diana war ein Weihestein gesetzt worden. Ebenfalls befand sich dort an der vom Kastell Bonn zum Kastell Neuss über den Swister Berg führenden Heerstraße eine Jupitersäule, deren oberer Teil ebenfalls aufgefunden wurde.

Als die Franken das Gebiet übernahmen, wurden neue Siedlungen gegründet. Dörfer wie Lommersum (Lommundesheim), Derkum (Dedinchheim), Bodenheim, Ottenheim und Schneppenheim, die auf „heim“ enden, verweisen auf eine Gründung durch einen fränkischen Sippenführer. Seit karolingischer Zeit sind Urkunden aus Orten der Gemeinde Weilerswist überliefert. Die Ersterwähnung des Ortes Weilerswist als „Wilrezwist“ stammt vom 9. Juli 1310.[2][3]

Die Herrschaft Weilerswist, die 1303 von Dietrich von Kleve und dessen Ehefrau Lisa an den Kölner Erzbischof Wikbold von Holte verpfändet worden war, gelangte nach nicht erfolgter Einlösung in den Besitz des Kölner Erzstiftes.

Weilerswist gehörte zum kurkölnischen Amt Brühl, besaß jedoch ein eigenes Gericht ohne Hochgerichtsrechte. Diese wurden vom Gericht Brühl ausgeübt. Innerhalb des Gerichtsbezirkes Weilerswist lagen mehrere Hofesverbände mit Hofgerichten. Es waren die des Stiftes Sankt Andreas in Köln in Oberswist, des Stiftes Sankt Gereon in Köln in Swist und die des Hauses Kühlseggen, zu dem auch der Kaulenhofesverband gehörte. Die Hochgerichtsrechte, die sowohl Sankt Gereon als auch Haus Kühlseggen besaßen, gingen im Laufe der Jahrhunderte verloren. Im 17. Jahrhundert besaß der Landesherr, der Kurfürst von Köln, alle Hochgerichtsrechte in Weilerswist. Diese Rechtsverhältnisse blieben bis zur Neuordnung der Gebiete mit Verwaltungsumgliederungen und Gerichtsreformen unter französischer Herrschaft 1798 unverändert.

Lommersum gehörte zur Herrschaft Kerpen-Lommersum und wurde 1710 von Graf Friedrich von Schaesberg übernommen.[2] Bei der Schaffung neuer Verwaltungsbezirke nach französischem Vorbild unter Napoleon Bonaparte, wurden Weilerswist und Lommersum 1800 zu Mairien im Kanton Lechenich. Durch die Säkularisation der kirchlichen Güter 1802 und dem in den folgenden Jahren erfolgten Verkauf änderten sich die Besitzverhältnisse in Weilerswist und Lommersum grundlegend. Die Mairien blieben in preußischer Zeit als Bürgermeistereien und seit 1927 als Ämter auch nach Gründung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen 1946 bestehen. 1951 entstand das Amt Weilerswist-Lommersum, das bis 1969 bestand.[2]

Die heutige Gemeinde Weilerswist entstand am 1. Juli 1969 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Euskirchen, durch das die ehemaligen Gemeinden Lommersum, Metternich, Müggenhausen, Vernich und Weilerswist des ehemaligen Amtes Weilerswist-Lommersum zur Gemeinde Weilerswist zusammengeschlossen wurden.[4]

Die korrekte Silbentrennung des Gemeindenamen lautet „Wei|ler|swist“. Sie resultiert aus dem historischen Zusammenschluss der ehemaligen Dörfer Weiler und Swist.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
    
Von 34 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,96 % (2009: 58,19 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,97 %
34,81 %
11,44 %
11,77 %
n. k.
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,86 %p
+5,00 %p
-3,70 %p
+1,72 %p
-2,18 %p
Sonst.
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Weilerswist

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Weilerswist. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[5]

Wappen und Banner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 4. Mai 1972 das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge (Banner) verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten; vorne in Schwarz ein mit einem Kreuz besteckter, zweifenstriger silberner (weißer) Turm, hinten in Silber (weiß) ein schwarzer Adler.“

Das Wappen verbindet die Symbole der ehemaligen Bürgermeistereien Weilerswist und Lommersum. Der Turm symbolisiert das „Swister Türmchen“, das Wahrzeichen von Weilerswist, der Adler entstammt dem Lommersumer Gerichtssiegel von 1675. Da die ursprünglichen Farben nicht mehr zu ermitteln waren, wurden Schwarz und Silber, die Farben des Kurfürstentums Köln verwendet, dem Weilerswist seit 1303 angehörte.

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Beschreibung des Banners: „Weiß-Schwarz im Verhältnis 1:1 längsgestreift mit dem Wappen der Gemeinde etwas oberhalb der Mitte.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weilerswist unterhält zwei Gemeindepartnerschaften. Seit 1978 besteht eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Gemeinde Carqueiranne und seit 1989 mit der mittelenglischen Gemeinde Whitnash.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der profitablen Verkehrsersanbindung unweit des Autobahnkreuzes Bliesheim am Rande der Metropolregion Rhein-Ruhr, hat sich die Gemeinde in den vergangenen Jahren zu einem gefragten Standort für Unternehmen aus der Logistik und dem Handel entwickelt. Neben einem Fahrsicherheitszentrum des ADAC befindet sich in Weilerswist ein Verteilerzentrum der Drogeriekette DM. Darüber hinaus betreiben der Metallverarbeiter Laudon, der Verpackungshersteller Multibox, der französische Baustoffproduzent Saint-Gobain und der niederländische Edelstahlerzeuger Arcus jeweils eigene Werke in Weilerswist. Mit eigenen Standorten sind des Weiteren der dänische Logistikdienstleister DSV und der niederländische Paketdienst GLS in Weilerswist vertreten.

Im Kernort der Gemeinde prägen über dies lokale Gaststätten, Dienstleister und Einzelhandelsgeschäfte das Erscheinungsbild von Weilerswist. Traditionell von großer Bedeutung sind außerdem die zahlreichen Landwirtschaftsbetriebe, Gestüte und Naherholungseinrichtungen.

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Mauritius geweiht. Sie wurde erstmals 1308 im Wertebuch der Kirchen der Diözese Köln genannt. Die bei dem großen Dorfbrand 1757 zerstörte und anschließend abgebrochene Kirche wurde jedoch durch einen Neubau ersetzt, der 1772 fertiggestellt wurde. Die barocke geschweifte achtseitige Haube mit geschlossener Laterne und geschweiftem Kuppeldach, die auf hohem Balusterschaft Kugel und Kreuz trägt,[6] ist ein prägendes Merkmal von Weilerswist.

Zwischen 1938 und 1939 erfolgte eine Erweiterung der Kirche, um 1965 und 1996 zwei gründliche Renovierungen. Die ursprünglich barocke Einrichtung, die Ende des 19. Jahrhunderts durch eine neugotische ersetzt worden war, wurde 1964 entfernt und die Kirche erhielt wieder eine barocke Ausstattung. Die heutige Orgel wurde in der Orgelbauwerkstatt Johannes-Klais-Orgelbau in Bonn hergestellt. Sie ersetzte die Orgel aus dem ehemaligen Franziskanerkloster in Lechenich, die an die Kirche Sankt Maria von den Engeln in Brühl abgegeben wurde.

Eine weitere Kirche ist die evangelische Martin-Luther-Kirche. Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten nur wenige evangelische Christen in Weilerswist. Erst nach 1945 vergrößerte sich die Anzahl durch Heimatvertriebene. Sie gehörten zunächst zur Kirchengemeinde Brühl, nach 1948 zur Kirchengemeinde Liblar. 1967 erhielt die Weilerswister Gemeinde eine eigene Kirche und 1973 einen eigenen Pfarrer.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swister Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swister Turm

Weithin sichtbar ist der Swister Turm auf dem Swister Berg, ein unter Denkmalschutz stehender Turm aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und zugleich Wahrzeichen von Weilerswist. Der dreigeschossige sowie 8 m lange und 10 m breite Bau mit vorgelegtem Chorraum gehörte einst zu einer Wallfahrtskirche des untergegangenen Dorfes Swist oder Niederswist. Die Kirche, die den heiligen Jungfrauen Fides, Spes und Caritas geweiht war, wurde nach Untersuchungen ihrer noch verbliebenen und aus, mit Kalkmörtel verbundenen Steinen, bestehenden Grundmauern durch den Archäologen Peter Anton Tholen in die karolingische Zeit datiert.

Das Gotteshaus hatte nur 50 cm breite Mauern, woraus Tholen auf einen mit Holz gedeckten Bau schloss, dessen Mörtel sich von dem des Turmes unterschied. Damit wurde die Annahme Clemens über das Alter des Turmes bestätigt. Es ist davon auszugehen, dass zusammen mit dem Turm eine steinerne Kirche errichtet wurde, die 1308 im Wertebuch der Kirchen der Diözese Köln als Pfarrkirche genannt wurde. Die im truchsessischen Krieg stark beschädigte Kirche wurde anschließend nicht wieder restauriert. Nachdem sie ihren Status als Pfarrkirche verloren hatte, blieb sie Wallfahrtskirche bis ins 19. Jahrhundert.[7]

1829 wurde die Kirche abgerissen, es blieb nur der Turm stehen, der 1853 ein neues Dach und im Innern eine kleine Kapelle erhielt, in der Gottesdienst stattfinden konnte. Nachdem 2002 der Swister Turm von der Zivilgemeinde in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde in Weilerswist gelangt war, wurde der Swister-Turm-Verein gegründet, der Denkmalschutz und Denkmalpflege des Turmes unterstützt. Auch finden regelmäßige Veranstaltungen auf dem Swister Berg statt, wie die Wallfahrt am Pfingstmontag und die Messe zu Ehren der heiligen drei Jungfrauen.[2] 2015 errichtete der Verein eine Statue am Fuße des Swister Berges, mit einem Abbild des kreuztragenden Jesus Christus.

Burganlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Weilerswist jenseits der Autobahn liegt das eindrucksvolle Wasserschloss Burg Kühlseggen, ehemals Besitz der Kölner Jesuiten, jetzt der Freiherren von Eltz-Rübenach, während sich im Ortsteil Bodenheim die gleichnamige Burg Bodenheim, der letzte erhaltene Adelssitz der ehemaligen Herrschaft Kerpen-Lommersum, befindet.

Im Ortsteil Metternich stehen wiederum die gleichnamige Burg Metternich und Reste der Burganlage von Haus Velbrück. Sie sind Stammsitze der Familien von Metternich. Beide Häuser waren wohl ursprünglich bereits römisch besiedelt, sind urkundlich jedoch erst seit dem Mittelalter nachweisbar. Zwischen den beiden Häusern, deren Hofbereiche aneinandergrenzen, verläuft in Ost-West-Richtung die Swist und in Süd-Nord-Richtung die Römerstraße von Trier an den Rhein bei Wesseling. Auf Burg Metternich, einer zweiflügligen Anlage, die ihre jetzige Form im 17. Jahrhundert erhielt, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts der Gesellschaftsvertrag der Firma Friedrich Krupp zu Essen geschlossen. Der rheinisch-französische Jurist und spätere preußische Staatsrat Heinrich Daniels hat dort den Code civil ins Deutsche übersetzt und so die Grundlage für das Rheinische Zivilgesetz gegeben. Burg Metternich wird heute von den Freiherren Spies von Büllesheim bewohnt. Auf Haus Velbrück sind die Nachfahren der Familie Hallbach ansässig. In der Hofanlage befindet sich der Sitz einer Buchhandlung und des Verlages Velbrück Wissenschaft.

Im Ortsteil Kleinvernich steht der Antoniterhof, ein Vierkanthof aus Backstein, der nach dem Brand der ursprünglich ab 1405 von einem Wassergraben umgebenen Hofanlage 1781 wieder neu aufgebaut wurde. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Gut im Besitz der Familie Friedrich Schmitt, Ehrenbürger der Gemeinde Weilerswist. Der Vierkanthof aus Backstein zählt zu den ältesten, denkmalgeschützten Hofanlagen des Ortes und wurde in die Liste der Baudenkmäler in Weilerswist aufgenommen.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Kölner Straße befindet sich das Adler-Zweirad-Museum. Neben einer umfangreichen Ausstellung restaurierter und originalerhaltener Motorräder und Fahrräder, unterhält das Museum ein Archiv technischer Besonderheiten, Bedienungsanleitungen und Begleitliteratur der Fahrzeugmarke Adler.

An der Hauptstraße findet sich zudem das Druckereimuseum des Verlegers Ralf Liebe, das seit 1992 mit einem umfangreichen Verlagsprogramm aufwartet.

Darüber hinaus gibt es im Ortsteil Großvernich das Handwerk- und Heimatmuseum, welches vom Dorfverschönerungsverein unterhalten wird. Es befindet sich in der alten Großvernicher Schule und ist aufgegliedert in Bereiche des traditionellen Handwerks und des täglichen dörflichen Lebens einschließlich religiöser Elemente und der Landwirtschaft.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Weilerswist

Der Bahnhof Weilerswist, der heute unter Denkmalschutz steht und von Hermann Schmalenbach errichtet wurde, liegt an der Eifelstrecke (KölnEuskirchenGerolsteinTrier), auf der im Schienenpersonennahverkehr

verkehren.

Bahnhof Derkum

Ein weiterer Bahnhof liegt im Ortsteil Ottenheim, welcher allerdings den Namen des benachbarten Ortsteiles Derkum trägt. Grund hierfür ist, dass es bei der Eröffnung der Bahnstrecke 1871 noch keinen Ort Ottenheim gab, sondern nur ein gleichnamiges Gut. Der Bahnhof Derkum wird nur von der RB24 (Eifel-Bahn) täglich stündlich bedient.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr vom Verkehrsbetrieb Rheinland der DB Regio AG für NRW. Die Eifelstrecke gehört zum sogenannten Kölner Dieselnetz, welches vor kurzem vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland an die DB Regio AG neu vergeben wurde.

Als Fahrzeuge werden die neuen Dieseltriebzüge Coradia Lint von Alstom eingesetzt, auch bekannt als Baureihe 620 bzw. Baureihe 622. Gefahren wird in der Regel mit einem sogenannten LINT 81 (Baureihe 620) oder einer Doppeltraktion zur Hauptverkehrszeit mit einem LINT 81 (BR 620) und einem LINT 54 (Baureihe 622). Die Züge von Alstom sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ausgelegt.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Eine zweite Bahnlinie, die sogenannte „Ruhr-Mosel-Strecke“, auch „Strategische Bahn“ genannt, wurde im Zuge des Vertrages von Versailles vor ihrer Fertigstellung wieder abgebaut, sie kreuzte in Weilerswist die Strecke Köln–Trier und sollte an die Ahr führen und in die dortige Bahnlinie einmünden. In Weilerswist-Metternich, nähe „Am blauen Stein“ war ein Bahnhof geplant. Der Trassenverlauf im Gemeindegebiet entspricht fast vollständig der heutigen Bundesautobahn 61.

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Anbindungen an die Bundesautobahnen A1 und A61. Die A553 ist über beide Anschlussstellen erreichbar.

Zwischen Weilerswist und Vernich befindet sich ein Kreisverkehr, welcher auf die Umgehungsstraße L163 zu den Anschlussstellen Weilerswist-Süd (zur A1) und Weilerswist (zur A61) führt. Über diese Umgehungsstraße kann man seit 2009 auch auf die K11 nach Erftstadt wechseln.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist an mehrere Radwanderwege angeschlossen:

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Kilometer südostwärts von Weilerswist im Ortsteil Müggenhausen befindet sich ein Flugplatz für Ultraleichtflugzeuge, der von der hier ansässigen Ultraleicht-Fluggruppe „Nordeifel“ e. V. betrieben wird.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Brock (1899–1984), ehemaliger Bürgermeister des Ortsteiles Metternich (1945–1969) und Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg, nach ihm ist die Jakob-Brock-Straße im Ortsteil Metternich benannt.
  • Armand Conan (* 1920), ehemaliger Bürgermeister der südfranzösischen Partnergemeinde Carqueiranne, nach ihm ist der Armand-Conan-Platz im Ortsteil Weilerswist benannt.
  • Josef Esser (1922–2009), ehemaliger Amts- und Gemeindedirektor (1922–2009).[9]
  • Josef Schaeben (1898–1966), langjähriger Bürgermeister des Kernortes Weilerswist, nach ihm ist die Josef-Schaeben-Grundschule im Ortsteil Weilerswist benannt.
  • Friedrich Schmitt (1923–2015), erster Bürgermeister der heutigen Gemeinde Weilerswist (1969–1979, CDU),[10] Träger des Verdienstkreuzes am Bande,[11] des goldenen Ehrenrings[12] der Gemeinde Weilerswist und Ehrenbürger der französischen Partnergemeinde Carqueiranne.[13]
  • Karl Josef Schmitz († 1924), Pfarrer an Heilig Kreuz im Ortsteil Vernich. Er gilt als Ehrenbürger von Vernich, obwohl es weder Ratsbeschluss noch Verleihungsurkunde gibt. Die Vermutung liegt nahe, dass bei einer öffentlichen Veranstaltung die Ehrenbürgerwürde von der Gemeinschaft der Dorfvereine verliehen wurde.
  • Peter Vey (1892–1967), langjähriger Bürgermeister der Ortsteile Großvernich, Kleinvernich und Horchheim und langjähriger SPD-Abgeordneter im Kreistag Euskirchen, nach ihm ist die Peter-Vey-Straße im Ortsteil Großvernich benannt.

Persönlichkeiten mit Bezug zu Weilerswist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fürsten, Grafen und Freiherrn von Metternich sowie Wolff-Metternich sind eng mit dem heutigen, nach ihnen benannten Ortsteil Metternich verbunden.

Die einflussreiche Rockgruppe Can betrieb in einem ehemaligen Kinosaal an der Hauptstraße (heute Kölner Straße) ihr Probe- und Aufnahmestudio. 1978 übernahm der Produzent René Tinner das Studio und produzierte dort unter anderem Künstler wie Marius Müller-Westernhagen, Trio, Joachim Witt und Fury in the Slaughterhouse. 2007 wurde das Studio abgebaut und im Rock’n’Popmuseum in Gronau wieder aufgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Euskirchen, Düsseldorf 1900
  • Peter Simons: Weilerswist. Geschichte der kurkölnischen Herrlichkeit von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, Euskirchen 1939 (Neudruck in: Weilerswister Heimatblätter 12/1993)
  • Dorfgemeinschaft Weilerswist (Hrsg.): 700 Jahre Weilerswist (1310–2010), Verlag Ralf Liebe, ISBN 978-3-941037-53-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weilerswist – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Weilerswist – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Swist – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. a b c d Peter Kraut: Weilerswist. 700 Jahre 1310–2010. Weilerswist 2010. S. 22–42 Abbildung der Urkunde des Kölner Stiftes St. Gereon mit weiteren Angaben auf S. 30, S. 70–84 und S. 222–230.
  3. Die geschichtliche Entwicklung (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 88.
  5. Gemeinde Weilerswist. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. November 2014.
  6. Paul Clemen in: Die Kunstdenkmäler des Kreises Euskirchen. Düsseldorf 1900. Seite 730–732
  7. Peter Simons: Weilerswist. Geschichte der kurkölnischen Herrlichkeit von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Euskirchen 1939. Neudruck in: Weilerswister Heimatblätter 12/1993. S. 55–60
  8. Unser Flugplatz. Ultraleicht-Fluggruppe „Nordeifel“ e. V., abgerufen am 6. Oktober 2015.
  9. Die Gemeinde Weilerswist nimmt in tiefer Trauer Abschied. In: Weilerswist im Dialog. Gemeinde Weilerswist, 24. Juni 2009, abgerufen am 4. November 2014 (PDF).
  10. Verzeichnis der für die Gemeinde lückenlos nachweisbaren Bürgermeister
  11. Original – Verleihungsurkunde „Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, vom 7. Juli 1978 durch Bundespräsident Scheel
  12. Original – Verleihungsteller anlässlich der Verleihung des goldenen Ehrenrings der Gemeinde Weilerswist im Dezember 1982
  13. Originalurkunde der Gemeinde Carqueiranne „Diplome conferent le titre de Citoyen d'Honneur“ vom 6. Oktober 1998