Weilrod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weilrod
Weilrod
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weilrod hervorgehoben

Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 23′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 71,16 km2
Einwohner: 6570 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 61276
Vorwahlen: 06083, 06084
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 013
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Senner 1
61276 Weilrod
Website: weilrod.de
Bürgermeister: Götz Esser (FWG)
Lage der Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis
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Über dieses Bild

Weilrod ist eine Gemeinde mit 6570 Einwohnern (31. Dezember 2020) im hessischen Hochtaunuskreis im Regierungsbezirk Darmstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weilrod liegt im Weiltal, nördlich des Taunuskammes in 210 bis 626 m ü. NN. Nächste größere Städte sind Limburg an der Lahn (22 Kilometer) im Westen, Wetzlar (25 Kilometer) im Norden, Wiesbaden (31 Kilometer) im Süden, Bad Homburg vor der Höhe (22 Kilometer) im Osten und Frankfurt am Main (33 Kilometer) im Südosten. Oder die mittleren Städte Bad Camberg (12 Kilometer) und Idstein (15 Kilometer), sowie Niedernhausen (17 Kilometer).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weilrod grenzt im Norden an die Gemeinden Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg) und Grävenwiesbach, im Osten an die Stadt Usingen, im Süden an die Gemeinden Schmitten im Taunus (alle im Hochtaunuskreis) und Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Stadt Bad Camberg und die Gemeinde Selters (beide Landkreis Limburg-Weilburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Altweilnau aus Richtung Süden gesehen, vom Aussichtsturm auf dem Pferdskopf; nach links erhebt sich im Vordergrund der Berg Wolfsküppel.

Die Gemeinde Weilrod besteht aus 13 Ortsteilen.

Ortsteil Wappen Eingemeindung Einwohner Entfernung Richtung
Altweilnau Wappen von Altweilnau 1. Dezember 1970 751 2,0 km S
Cratzenbach Wappen von Cratzenbach 31. Dezember 1971 218 2,5 km W
Emmershausen Wappen von Emmershausen 1. August 1972 463 4,5 km NW
Finsternthal Wappen von Finsternthal 1. Dezember 1970 190 4,45 km S
Gemünden Wappen von Gemünden 31. Dezember 1971 485 2,97 km NNW
Hasselbach Wappen von Hasselbach 1. August 1972 966 5,2 km W
Mauloff Wappen von Mauloff 1. Dezember 1970 368 5,7 km SSW
Neuweilnau Wappen von Neuweilnau 1. Dezember 1970 160 2,0 km SW
Niederlauken Wappen von Niederlauken 1. August 1972 434 1,72 km NO
Oberlauken Wappen von Oberlauken 1. August 1972 327 1,05 km O
Riedelbach Wappen von Riedelbach 1. Dezember 1970 1.089 3,7 km SW
Rod an der Weil Wappen von Rod an der Weil 1. August 1972 920 2,82 km WNW
Winden Wappen von Winden 31. Dezember 1971 125 5,9 km NNW

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgebäude des Schlosses Neuweilnau, erbaut um 1520

Bei Rod an der Weil findet man eine alte Ringwallanlage Rentmauer aus keltischer Vorzeit. Erste schriftliche Erwähnung eines Dorfes aus diesem Gebiet ist Mauloff, im Jahr 1156 (Mulefo). Der imposante Rundturm der Burgruine in Altweilnau wird in die Zeit um 1200 datiert. 1302, als sich die Grafschaft Weilnau endgültig von der Grafschaft Diez trennte, wurde auf der gegenüberliegenden Talseite die Burg Neuweilnau errichtet, die im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgestaltet wurde.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weilrod entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den gesetzlich bestimmten Zusammenschluss der Gemeinden Emmershausen, Hasselbach, Niederlauken, Oberlauken, Rod an der Weil und Weilnau am 1. August 1972.[2] Die Gemeinde Rod an der Weil war am 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss (siehe auch Gebietsreform in Hessen) der Gemeinden Rod an der Weil, Cratzenbach, Gemünden und Winden entstanden. Ebenso war die Gemeinde Weilnau durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Altweilnau, Finsternthal, Mauloff, Neuweilnau und Riedelbach am 1. Dezember 1970 entstanden.[3]

Für das Gebiet der ursprünglich 13 selbstständigen Gemeinden auf dem Gebiet von Weilrod wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke sind nicht besonders definiert und folgen daher den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Weilrod wurde bei der Zusammenlegung der damaligen Gemeinden aus den in den Namen dieser Gemeinden vorhandenen Silben „Weil“ und „Rod“ gebildet. Diese Silben stammen wiederum von dem Fluss Weil, der die Landschaft Weilrods und der Nachbargemeinde Schmitten prägt, sowie vom Wort „roden“.

Beide Begriffe lassen sich wie folgt in den Ortsnamen finden:

  • Neu- und Altweilnau (Weil + Aue)
  • Rod an der Weil (Rod(-en) + Weil)
  • Riedelbach (Roden + Bach)

Eine besondere Namensgebung hat – der Sage nach – das Dorf Mauloff. Da der Dorfname in kein herkömmliches Muster passt, ist der Name ein vortreffliches Ziel von Sagen und Geschichten. Eine davon berichtet, dass das Dorf zunächst namenlos gewesen sei. Um das zu ändern, habe der Bürgermeister eine Versammlung einberufen und – da kein Ergebnis herbeigeführt wurde und alle ratlos schwiegen – festgelegt, dass das nächste gesprochene Wort der Dorfname werden sollte. Nach langem Schweigen habe der Bürgermeister schließlich die Geduld verloren und „Maul off!“ („Mund auf!“) gerufen. Erstmals wurde Mauloff 1156 als Mulefo, wahrscheinlich als Raststation an der mittelalterlichen Höhenstraße, der Rennstraße, erwähnt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 27 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
FWG Freie Wählergemeinschaft 55,3 15 56,3 15 37,2 12 24,9 8 30,4 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,6 5 16,3 5 24,0 7 31,3 10 32,9 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 14,9 4 15,4 4 23,0 7 30,7 9 24,9 8
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,2 3 12,0 3 15,8 5 9,0 3 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 4,2 1 2,7 1
Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in Prozent 59,7 58,7 58,1 53,8 59,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister direkt gewählt:[8]

  • Hans Hafenegger (Staatsbeauftragter, 1972)
  • Hans-Joachim Galuschka (CDU) (1972–1977)
  • Alwin Grauwinkel
  • Rudolf Horack (FWG)
  • Hartmut Haibach (FWG) (1993–2005)
  • Axel Bangert (SPD) (2005–2017)
  • Götz Esser (FWG) (seit 2017)

Bei der Wahl am 12. März 2017 wurde Götz Esser (FWG) mit 89,5 Prozent der Stimmen gewählt.[9]

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weilrod pflegt seit 2001 mit der französischen Gemeinde Billy-Berclau im Département Pas-de-Calais eine Gemeindepartnerschaft.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weilrod wies im Jahr 2020 einen überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 105,5[10] des Bundesdurchschnitts auf.

In der Phase des Wirtschaftsaufschwungs der 1950er-Jahre waren die Dörfer, die heute Weilrod bilden, ein beliebtes Naherholungsgebiet für Bewohner des nahen Rhein-Main-Gebiets. Weiterhin bekamen viele Orte das Prädikat Luftkurort und wurden gezielt für die Regeneration der Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet frequentiert. Das führte unter anderem dazu, dass eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Restaurants, Cafés und Pensionen in Weilrod ansässig wurden. Seit Ende der 1970er-Jahre hat der Fremdenverkehr vor allem aufgrund der günstiger gewordenen Pauschalflugreisen und des Niedergangs des Steinkohlenbergbaus signifikant nachgelassen. Dennoch zieht die Landschaft im Gemeindegebiet Wanderer und Radwanderer an. In dieser Hinsicht spielt der Weiltalweg eine wichtige Rolle.

Der Lautsprecherhersteller Canton Elektronik wurde in Weilrod gegründet und hat dort bis heute seinen Hauptsitz. Mit dem Sitz der Werkzeugtechnik-Firma Mania Technologie wurde im Ortsteil Riedelbach ein Unternehmensstandort in Bungalowbauweise in das ländliche Bild eingepasst. In Hasselbach wurde die Armaturen-, Leitungs- und Industrietechnikfirma AZ (Anne Zimmermann) ansässig, die seit Ende der 1990er-Jahre ihre Sparte AZ-Industrietechnik dort hat. Darüber hinaus existieren mehrere Seminarhotels und Schulungsfirmen. Seit 2015 hat auch die Firma Grünauer Maschinen GmbH ihren Sitz im Riedelbacher Gewerbegebiet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sehenswürdigkeit in Weilrod ist die nahegelegene Vogelburg.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde wohnhaft sind oder waren:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weilrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 276
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  8. Bürgermeister-Direktwahlen in Weilrod. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  9. Bürgermeisterwahl. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 28. März 2021.
  10. IHK-Bezirk Frankfurt in Zahlen 2019|2020. (PDF; 1,1 MB) In: frankfurt-main.ihk.de. Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, April 2021, S. 9, abgerufen am 27. Juni 2021.
  11.  Info: Bitte auf Vorlage:HessBib umstellen!