Weiltingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Weiltingen
Weiltingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Weiltingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Wilburgstetten
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 24,02 km2
Einwohner: 1343 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91744
Vorwahl: 09853
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 218
Marktgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schlossweg 11
91744 Weiltingen
Webpräsenz: www.weiltingen.de
Bürgermeister: Christoph Schmidt (Freie Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Weiltingen im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Weiltingen ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach (Bayern). Er ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wilburgstetten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Weiltingen vom Römerpark aus

Weiltingen liegt an der Wörnitz in der Nähe von Dinkelsbühl unweit des Hesselbergs, mit 689 m der höchste Berg Mittelfrankens. Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Wittelshofen, Gerolfingen, Wassertrüdingen, Fremdingen und Wilburgstetten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiltingen besteht aus neun Ortsteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe der Stadt Dinkelsbühl liegt der Markt Weiltingen, einstmals Sitz einer Nebenlinie des Hauses Württemberg. Neben Weiltingen selbst gehörten zur Herrschaft die Weiler Veitsweiler und Wolfsbühl sowie ein Teil der Dörfer Frankenhofen und Greiselbach. Im 17. Jahrhundert war die Herrschaft an die Herren von Knöringen als Lehen ausgegeben. Als diese Familie 1616 im Mannesstamm erlosch, fiel das Lehen an Herzog Johann Friedrich von Württemberg heim. Mit seinen Brüdern schloss der regierende Herzog 1617 den „Fürstbrüderlichen Vergleich“, in dem die Unteilbarkeit des Herzogtums Württemberg festgeschrieben wurde. Gleichzeitig erhielt der jüngere Bruder Julius Friedrich (1588–1635) die Herrschaft Weiltingen und den Marktflecken Brenz als Apanage. In Weiltingen begründete er eine Linie des Hauses Württemberg, in der jedoch zahlreiche Söhne unverheiratet blieben. Der Sohn Julius Friedrichs, Herzog Silvius Nimrod von Württemberg-Weiltingen (1622–1664), begründete seinerseits die Linie Württemberg-Oels.

Drei Generationen lang regierten die Herzöge von Württemberg in Weiltingen. Herzog Ferdinand Friedrich (1654–1705) starb jedoch ohne einen überlebenden Sohn, worauf die Linie Württemberg-Weiltingen im Mannesstamm erlosch.

Daraufhin fiel die Herrschaft Weiltingen wieder an die Hauptlinie zurück und wurde von der Kammerschreiberei in Stuttgart als Verwaltungsbehörde des herzoglichen Privatvermögens verwaltet. Im Jahr 1729 überließ die Kammerschreiberei der Landschaft die Herrschaft pfandweise auf 50 Jahre um 330.000 Gulden; nach dem Ablauf dieses Zeitraums wurde die Verpfändung um weitere 20 Jahre verlängert.

Nach der Umgestaltung der Kammerschreiberei zur Hof- und Domänenkammer richtete König Friedrich von Württemberg 1807 in Weiltingen eine „Hof- und Domänenkammerverwaltung“ ein und besetzte sie mit dem Beamten Friedrich August Christlieb. Bereits drei Jahre später trat der König durch einen Staatsvertrag mit Bayern jedoch die Herrschaft an das Königreich Bayern ab und erhielt dafür die ehemalige Deutschordensherrschaft Altshausen. Damit hörte die Hof- und Domänenkammerverwaltung Weiltingen auf zu bestehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde Wörnitzhofen eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kamen Frankenhofen und Veitsweiler sowie der Ort Bosacker der Gemeinde Schopflohe (Landkreis Donau-Ries) hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglicher Markt Weiltingen:

  • 1910: 709 Einwohner[5]
  • 1933: 704 Einwohner
  • 1939: 762 Einwohner[6]
  • 1961: 739 Einwohner[4]
  • 1970: 752 Einwohner[4]

Weiltingen mit den ehemaligen Gemeinden, die seit der Gebietsreform Ortsteile von Weiltingen sind:

  • 1939: 1352 Einwohner
  • 1950: 1910 Einwohner
  • 1961: 1443 Einwohner[4]
  • 1970: 1403 Einwohner[4]
  • 1979: 1283 Einwohner
  • 1991: 1285 Einwohner
  • 1995: 1317 Einwohner
  • 2000: 1406 Einwohner
  • 2005: 1371 Einwohner
  • 2010: 1385 Einwohner
  • 2015: 1343 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Weiltingen hat 13 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters. Bei der Kommunalwahl am 2. März 2014 enthielt der Wahlvorschlag lediglich eine Liste der Freien Wählergemeinschaft Markt Weiltingen.[7] Es wurden keine gesonderten Listen vom Gemeindeblock und der Freien Wählergemeinschaft Frankenhofen gebildet.

Gemeindeblock FWG

Markt Weiltingen

FWG

Frankenhofen

Gesamt
2002 6 6 1 13 Sitze
2008 5 8 0 13 Sitze
2014 --- 13 --- 13 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Schmidt wurde am 29. Mai 2016 mit 91,65 % der Stimmen ins Amt gewählt.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Grün und Rot; oben ein schwebender goldener Stechhelm in Vorderansicht, unten auf blauem Felsenberg eine fünftürmige silberne Burg mit blauen Dächern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft die Landesstraße St2385 die zur Bundesstraße 25 führt. Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sichergestellt.

Radfernwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Fernwanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiltingen liegt am Limesweg des Fränkischen Albvereins, einem Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staatliche Forstdienststelle

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindertagesstätte (Kindergarten)
  • Grundschule Weiltingen (1. − 4. Klasse)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.Nikolaus, Ruffenhofen

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Seitenlinie Weiltingen. In: Sönke Lorenz/Dieter Mertens/Volker Press (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Stuttgart 1997. S. 188–200.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110802/221027&attr=OBJ&val=1369
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  4. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707 und 708.
  5. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/dinkelsbuehl.htm
  6. http://geschichte-on-demand.de/bay_dinkelsbuehl.html
  7. Mitteilungsblatt der Marktgemeinde Weiltingen, Februar 2014. Abgerufen am 8. August 2017.
  8. Mitteilungsblatt der Marktgemeinde Weiltingen, März 2014. Abgerufen am August 2017.
  9. Protokoll der Bürgermeisterwahl in Markt Weiltingen am 29.05.2016. Abgerufen am 8. August 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiltingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien