Weinbau in den Vereinigten Staaten

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Die Vereinigten Staaten haben in relativ kurzer Zeit eine Spitzenposition auf dem internationalen Weinmarkt errungen. In den 1970er Jahren setzte ein regelrechter Weinboom ein. Die USA gehören seit einigen Jahrzehnten zu den bedeutendsten Weinbauländern der Erde. Nach einer Statistik der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) nahmen die USA im Jahre 2011 nach Frankreich, Italien und Spanien den 4. Platz bei der produzierten Menge in Hektolitern weltweit ein. Die Produktion beläuft sich auf etwa 18 - 20 Millionen Hektoliter Wein im Jahr.[1] Über 405.000 Hektar werden mit Weinstöcken bebaut. Auch dies bedeutet nach den bereits genannten Ländern der 4. Platz weltweit.

Die aus international bekannten roten und weißen Rebsorten erzeugten Weine gehören zur Weltspitze. Weinbau in den USA fand und findet vor allem in Kalifornien statt. Die Weine beispielsweise aus dem Napa Valley, dem Sonoma Valley, aus Santa Cruz und Mendocino belegen bei internationalen Vergleichsproben vordere Plätze.

Aufstrebende Weinanbaugebiete sind zudem Oregon und Washington: Beim Pinot Noir, einer Rebsorte, die weniger hohe Ansprüche an das Klima stellt als z. B. der Cabernet Sauvignon, hat sich Oregon bereits zum heimlichen Herausforderer seines großen südlichen Nachbarn Kalifornien entwickelt. Das dortige Klima ist trotz seiner nördlichen Lage noch mild. 25 von 50 Staaten verfügen inzwischen über eine oder mehrere American Viticultural Area (AVA). Dies sind festgelegte, genau umrissene Herkunftsbezeichnungen für Wein.

Geschichte des Weinbaus in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. In der Nähe von Jacksonville in Florida legten 1562 Hugenotten die ersten Weingärten an. Der eigentliche Weinbau begann jedoch 200 Jahre später:

1769 führte Junipero Serra, ein Franziskaner aus Mexiko, Siedler aus Mexiko in die Gegend, die heute als San Diego bekannt ist. Der Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte den nördlichen Teil Kaliforniens endgültig. Immigranten aus Frankreich, Italien, Deutschland, England und anderen Ländern wurden angelockt, besiedelten das Land und brachten auch weinbauliches Fachwissen mit nach Kalifornien.

Unter anderem durch die Fertigstellung der Transkontinentalen Bahnlinie 1869 waren die kalifornischen Weine schnell im Osten Amerikas und später auch in vielen europäischen Ländern verbreitet. Das Ausrufen der Prohibition brachte der gesamten amerikanischen Weinbranche im Jahr 1919 einen herben Rückschlag. Bis zum Ende der Prohibition 1933 wurden die meisten Weingärten gerodet und mit Tafeltrauben bepflanzt.

Nur wenige kommerzielle Weinproduzenten überlebten die Prohibition, indem sie Wein für religiöse Zwecke herstellten. Durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg dauerte es bis zum Ende der 1940er Jahre, bis der Aufbau der Weinwirtschaft wieder in Gang kam.

Am 24. Mai 1976 organisierte der britische Weinhändler Steven Spurrier in Paris eine Blindverkostung von Spitzenweinen aus Frankreich und den USA durch erfahrene französische Weinkritiker. In dieser als Weinjury von Paris bekannt gewordenen Verkostung schnitten die US-Weine sowohl bei den Rot- als auch bei den Weißweinen besser ab als die französischen.

In den letzten Jahren kauften sich europäische Weingüter und Weinproduzenten verstärkt in den kalifornischen Weinmarkt ein. Winzer aus Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und vielen anderen Ländern sind an der kalifornischen Weinindustrie beteiligt.

Weinanbaustaaten der USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinproduktion gibt es in den USA mittlerweile in allen Bundesstaaten, selbst im Süden von Alaska[2] und auf Hawaii.

2012 verteilte sich die Produktion folgend:[3]

Weinproduktion 2012
Staat Produktion (gal) Produktion (%)
Alabama 31,312 0,004 %
Arizona 181,328 0,024 %
Kalifornien 667,552,032 88,518 %
Colorado 334,089 0,046 %
Connecticut 122,628 0,016 %
Florida 1,946,162 0,258 %
Georgia 147,734 0,020 %
Idaho 315,615 0,042 %
Illinois 374,088 0,050 %
Indiana 1,069,775 0,142 %
Iowa 243,571 0,032 %
Kansas 68,504 0,009 %
Kentucky 2,379,512 0,316 %
Maine 43,136 0,006 %
Maryland 337,231 0,045 %
Massachusetts 268,911 0,036 %
Michigan 1,347,837 0,179 %
Minnesota 154,753 0,021 %
Missouri 1,034,917 0,270 %
Montana 18,375 0,002 %
Nebraska 81,641 0,011 %
New Jersey 1,561,365 0,207 %
New Mexico 742,873 0,099 %
New York 26,404,066 3,501 %
North Carolina 1,215,332 0,161 %
Ohio 3,048,054 0,404 %
Oklahoma 48,496 0,006 %
Oregon 6,829,808 0,906 %
Pennsylvania 3,589,603 0,476 %
South Dakota 19,373 0,003 %
Tennessee 296,436 0,039 %
Texas 1,376,144 0,182 %
Virginia 1,033,191 0,137 %
Washington 24,506,226 3,250 %
West Virginia 43,879 0,006 %
Wisconsin 612,885 0,081 %
Others 206,292 0,027 %
Summe 754,140,774 100 %

Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rote Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiße Rebsorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prädikate und gesetzliche Regelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In den USA gibt es wie in den meisten Weinbauregionen kein System von Qualitätsstufen abhängig vom Mostgewicht.
  • Qualitativ höher- oder tieferrangige Herkunftsbezeichnungen existieren nicht.
  • Bei der Traubenproduktion gibt es keine gesetzlichen Mengenbegrenzungen.
  • Die Rebsortenpolitik ist liberal.
  • Gegenüber dem Zusatz von Säure, Wasser, Zuckerwasser und Holzspänen zur Aromatisierung ist man liberal eingestellt.
  • In den USA ist es erlaubt, Weinfraktionierung zu betreiben, also Wein in seine Bestandteile zu zerlegen und mit den Einzelkomponenten neue Zusammensetzungen (Kunstwein) zu kreieren. Seit 1. Januar 2006 ist die Einfuhr dieser Weine in die EU gestattet.
  • In den USA ist in der Weinherstellung alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. Hierin liegt der grundsätzliche Unterschied zum Weingesetz der Europäischen Union, in der grundsätzlich alles verboten ist, was nicht gesetzlich geregelt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weinkultur in den Vereinigten Staaten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik der OIV
  2. Denali Winery/index.html
  3. STATISTICAL REPORT - WINE. In: ttb.gov. Abgerufen am 8. September 2016.