Weingarten (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weingarten (Pfalz)
Weingarten (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weingarten (Pfalz) hervorgehoben
49.2594444444448.2866666666667123Koordinaten: 49° 16′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Lingenfeld
Höhe: 123 m ü. NHN
Fläche: 6,67 km²
Einwohner: 1714 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 257 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67366
Vorwahl: 06344
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 032
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 60
67360 Lingenfeld
Webpräsenz: www.weingarten-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Thomas Krauß
Lage der Ortsgemeinde Weingarten (Pfalz) im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Weingarten (Pfalz) (pfälzisch: Wingerde) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lingenfeld an.

Geographie[Bearbeiten]

Weingarten liegt etwa 12 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Germersheim, etwa 16 Kilometer nordöstlich von Landau in der Pfalz und etwa 13 Kilometer südwestlich von Speyer.

Weingarten hat mit folgenden Gemeinden eine gemeinsame Grenze: Freisbach, Lustadt, Schwegenheim, Westheim (Pfalz) (alle Landkreis Germersheim) sowie Freimersheim (Pfalz) (Landkreis Südliche Weinstraße).

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Am Gartenweg, Draishof, Weiherhof, Wiesenhof, Ziegelei Lehr und Hainbachhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Überreste eines Viaduktes der Gäubahn

Das Gäudorf Weingarten kann auf eine über 1200jährige Geschichte zurückblicken. Die erste Nennung erfolgte im Jahre 771 unter dem Namen Wingarda. Von hier stammt das seit 1226 urkundlich bezeugte und 1685 ausgestorbene Geschlecht der Ritter von Weingarten. Die Reste seiner nordwestlich des heutigen Dorfes gelegenen und 1525 zerstörten Burg wurden im 18. Jahrhundert abgetragen. Heute weisen noch viele Straßennamen darauf hin, so gibt es u. a. eine Ritter-von-Weingarten-Straße oder eine Straße Am Schlossberg. August Becker berichtet in seinem Buch Die Pfalz und die Pfälzer, dass in Weingarten, im 17. Jahrhundert der kurpfälzische Amtsschreiber Beuerlin gelebt hat, welcher jene Chronik von König Dagobert von Kleinfrankreich geschrieben hat, die ihrer Zeit die „politische Bibel“ der Pfälzer Bauern war.

Durch Weingarten verlief vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1956 die Lokalbahn Speyer–Neustadt, zwischen Freisbach und Weingarten sind noch die unter Denkmalschutz stehenden Überreste eines Viaduktes zu sehen. Auch der Name der Bahnhofstraße zeugt noch von dieser Zeit.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[3]

Jahr Einwohner
[4]1802 676
1815 958
1835 1126
[4]1849 1158
[4]1861 1090
[5]1871 1075
1905 1027
Jahr Einwohner
1939 1157
1950 1237
1965 1375
1970 1356
1975 1322
1980 1286
1985 1307
Jahr Einwohner
1990 1334
1995 1366
2000 1541
2005 1566
2010 1680
2013 1714

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 39,9 Prozent der Einwohner evangelisch und 38,1 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1075 Einwohnern 562 evangelisch (52 Prozent), 493 katholisch (46 Prozent) und 20 jüdisch (zwei Prozent).[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weingarten (Pfalz) besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister Thomas Krauß als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 6 6 16 Sitze
2009 5 6 5 16 Sitze
2004 7 5 4 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Ortsgemeinde Weingarten (Pfalz) e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber eine grünbeblätterte und -bestielte blaue Traube“.

Es wurde 1841 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1776.[8]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Vieillevigne im Departement Loire-Atlantique in Frankreich.

Sport[Bearbeiten]

Der SV Weingarten 1946 spielte drei Jahre in der viertklassigen Fußball-Oberliga Südwest, ehe er 2005 aufgelöst wurde und 2007 als SV Weingarten 2007 neu gegründet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weingarten hat zur Zeit (September 2012) einen Bäcker, eine Metzgerei, eine Apotheke, ein Schreibwarengeschäft, einen Friseur, zwei Gemüsehandlungen, eine Immobilienagentur sowie eine Autowerkstatt. Dazu kommen noch viele Betriebe, die sich der Produktion von Agrargütern widmen, hauptsächlich Salat, Radieschen und Rosen.

In Weingarten befindet sich eine Pizzeria, ein Restaurant sowie zwei Lokale.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Steffen Bohl, spielte zeitweise Fußball beim SV Weingarten

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weingarten (Pfalz) – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Weingarten (Pfalz) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 93 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Weingarten (Pfalz)
  4. a b c Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XLII des Anhangs
  5. a b Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3