Weinkeller der BASF

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Weinkeller der BASF

Logo
Rechtsform Einheit der Wirtschaftsbetriebe der BASF SE[1]
Gründung 1901
Sitz Ludwigshafen am Rhein
Leitung

Bernhard Wolff (seit 2014)

Mitarbeiterzahl

23

Umsatz 7 Mio. € (2013)[2]
Branche Weineinzel- und -versandhandel
Website Weinkeller der BASF

Der Weinkeller der BASF in Ludwigshafen am Rhein ist das neuntgrößte Weinhandelsunternehmen in Deutschland (Stand: 2013). Das Handelsvolumen lag 2013 bei 900.000 Flaschen Wein mit 100 verschiedenen deutschen Weinen aus allen dreizehn Weinbauregionen sowie 700 verschiedenen Weinen aus der ganzen Welt,[3] womit 7 Millionen Euro Jahresumsatz[2] erzielt wurden. Insgesamt lagern im Weinkeller rund 2000 verschiedene Weine, der älteste aus dem Gründungsjahr 1865 der BASF.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Kellerei der Badischen Anilin und Sodafabrik“ wurde 1901 mit dem Direkteinkauf von Wein und Spirituosen für das neu erbaute Gesellschaftshaus der BASF gegründet, um die Gäste und Geschäftspartner mit Weinen aus der Region Pfalz versorgen zu können.[5] Zum anderen sollten die Mitarbeiter ebenfalls die Möglichkeit haben, nach Feierabend ein Gläschen zu genießen (ab 1913 im Feierabendhaus der BASF). Bereits 1903 zählten 21 Pfälzer-, 10 Mosel- und sieben Rhein-Weine sowie verschiedene Burgund- und Bordeaux-Weine zum Sortiment. In der Preisliste von 1908 zählen zu den teuersten gelisteten Weinen edelsüße deutsche Gewächse. Aufgrund der Hyperinflation 1923 kostet die teuerste jemals verkaufte Flasche 490 Milliarden Mark. Durch die Fusion der BASF 1925 mit anderen Chemieunternehmen zur I.G. Farben benannte sich die Kellerei 1926 entsprechend in „I.G. Kellerei Ludwigshafen“ um. Der Jahresabsatz lag 1938 bei 510.000 Flaschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1946 die Umfirmierung in „Kellerei der BASF“. Die Marke von 100.000 Flaschen im Jahresabsatz wurde 1949 erreicht.[6]

Mit dem Bau des heutigen Weinfachgeschäfts und der Lagerkeller mit 4000 Quadratmetern wurde 1960 begonnen. In der Weinliste von 1961 konnte man einen französischen 1953er Château Mouton-Rothschild aus dem knapp 1000 Kilometer entfernten Pauillac bei Bordeaux für „günstige“ 18 DM käuflich erwerben, währenddessen ein fast benachbarter 1953er Freundstück Trockenbeerenauslese vom Weingut Reichsrat von Buhl aus dem knapp 23 Kilometer entfernten Deidesheim 40 DM kostete. Die BASF feierte 1965 ihr einhundertjähriges Jubiläum was dem Weinkeller mit 1,5 Millionen Flaschen den bisher höchsten Absatz bescherte. Seit 1979 finden regelmäßig Kellereifeste statt, im Jubiläumsjahr 2015 (150 Jahre BASF) ersetzte das „Nachbarschaftsfest“ das jährliche Kellereifest, welches 2016 in bekannter Form fortgeführt wird.[7] Die bisher letzte Umbenennung fand 2012 in „Weinkeller“ bzw. „Weinkeller der BASF“ statt.[8]

Sortiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Produktsortiment gehören alle 13 deutschen Weinbaugebiete wobei die Pfalz traditionell einen Schwerpunkt bildet. Weitere europäische Weine kommen aus Frankreich, Österreich, Italien, Spanien, Portugal.

Daneben gibt es aus Übersee Weine aus Argentinien, Australien, Chile, Neuseeland, Südafrika und Kalifornien.

Mehr oder weniger exotische Weinbaugebiete werden unter der Rubrik „Ausgesuchte Herkunftsländer“ geführt, dazu zählen: China, Georgien, Griechenland, Israel, Kanada, Kroatien, Libanon, Mazedonien, Mexiko, Moldawien, Niederlande[9], Rumänien, Schweiz, Türkei und Ungarn.

Mit ausgewählten Weingütern werden Exklusivverträge für den Vertrieb einzelner Lagen abgeschlossen, so zum Beispiel mit dem Weingut Reichsrat von Buhl aus dem nahen Deidesheim.[10]

Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Weine werden eingekauft, auch ganze Jahrgänge aus bestimmten exklusiven Weinlagen. Eigenabfüllung von Wein aus Tanklastzügen in Flaschen (Weinkellerei) ist möglich. Auch eine Schnapsabfüllanlage war vorhanden. Das große Weinangebot ist reiner Zukauf, wie die Kartoffeln zu den Betriebskantinen und hat mit der Eigenproduktion der mehrere Tausend chemischen Erzeugnissen nicht zu tun. Wegen des hohen Eigenbedarfs wird etwa ein Drittel des Zukaufs an die Allgemeinheit verkauft.

Die Weine werden entweder über das Weinfachgeschäft in der Anilinstraße in Ludwigshafen verkauft oder von den Mitarbeitern im Versand verpackt und in die ganze Welt verschickt: An ausländische Töchter des Unternehmens, Geschäftspartner und Privatkunden in den USA, Südafrika, Russland, Japan oder Australien. Die Kundenkartei umfasst etwa 25.000 Weinabnehmer weltweit.[11] Statistisch gesehen war die BASF damit 2013 der neuntgrößte Weinhändler Deutschlands.[3][12] Die Filiale in der Rhein-Galerie wurde 2015 geschlossen.

Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den 23 Beschäftigten zählen Winzermeister, ehemalige Weinköniginnen, wie beispielsweise Katja Schweder die nach Ihrer Amtszeit als Deutsche Weinkönigin 2006/07 in erster Linie Veranstaltungen mit nationalen und internationalen Gästen betreut,[13] Weinbau-Ingenieure sowie sieben Versandmitarbeiter. Pro Jahr verkosten die Mitarbeiter mehrere tausend Sorten in Weinproben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Der Feinschmecker: „beste Adresse für italienische, spanische und Bordeaux-Weine“
  • 2002: Meininger Verlag: „Weinfachhändler des Jahres“ mit „Sonderpreis für herausragendes Deutsches Weinsortiment“
  • 2003: Förderverein ProRiesling e.V.: „Riesling Förderpreis“
  • 2004: Wein-Gourmet Das internationale Wein-Magazin: „Dieses Weinfachgeschäft ist empfehlenswert“
  • 2004: Meininger Verlag: Top 10 des Facheinzelhandels
  • 2005: Meininger Verlag: sechstgrößte Weinhandlung Deutschlands
  • 2007: Meininger Verlag: Top 10 des Facheinzelhandels
  • 2007: Wein-Gourmet Das internationale Wein-Magazin: Landessieger Rheinland-Pfalz; „Dieser Weinladen gehört zu den besten in Deutschland“
  • 2009: Meininger Verlag: „Weinfachhändler des Jahres“ in der Kategorie „Facheinzelhandel“
  • 2012: Der Feinschmecker: „zu den besten Weinadressen Deutschlands“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutz E. Dreesbach: Eine Weinkellerei zum Wohle der Aniliner. - In: Dreesbach: Die kleinen Seitensprünge großer Unternehmen. - 3. Auflage - Düsseldorf, 1983. - S. 15–19.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. wirtschaftsbetriebe.basf.de
  2. a b Die Top 100 der Weinbranche. Weinwirtschaft, Ausgabe 5, 2014, S. 163.
  3. a b Konzern führt 800 Weine / BASF ist absatzstärkster Weinhändler Deutschlands auf focus.de vom 27. Mai 2014
  4. Weinliste 2013/2014 (PDF; 9,4 MB). Weinkeller BASF, abgerufen am 19. Juli 2014.
  5. Auserlesene Eleganz kennzeichnet das Casino der BASF. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, Druckausgabe Nr. 2001/42 vom 20. Oktober 2001, abgerufen am 19. Juli 2014
  6. Weinliste 2013/14; S. 6
  7. Nachbarschaftsfest – Den 150. Geburtstag von BASF feiern: Das können alle beim Nachbarschaftsfest der BASF. online im Internet: 2. September 2015
  8. Weinliste 2013/14; S. 7
  9. solange es noch keinen deutschsprachigen Artikel dazu gibt mal eine Verlinkung nach nl:Wijnbouw in Nederland, fr:Viticulture aux Pays-Bas und en:Dutch wine
  10. Burgunder von BASF In: Handelsblatt vom 20. November 2006
  11. Benno Stieber: BASF in Ludwigshafen, die Stadt in der Stadt In: Merian (Reisemagazin): Pfalz, Oktober 2009
  12. BASF: Chemiekonzern und absatzstarker Weinhändler von Sandra Kathe (dpa/lrs) auf morgenweb.de vom 27. Mai 2014
  13. Katja Schweder verstärkt das Team der BASF-Kellerei Pressemitteilung vom 27. August 2007

Koordinaten: 49° 29′ 35″ N, 8° 25′ 53″ O