Weinviertler Schnellstraße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-S
Schnellstraße S3 in Österreich
Weinviertler Schnellstraße
 Weinviertler Schnellstraße Weinviertler Schnellstraße
Karte
Verlauf der S 3
 In Betrieb    In Bau   
Basisdaten
Betreiber: ASFINAG
Gesamtlänge: 35 km
  davon in Betrieb: 21 km
  davon in Bau: 14 km

Bundesland:

Niederösterreich

Weinviertel Schnellstraße 2.JPG
S3 bei Göllersdorf

Die Weinviertler Schnellstraße S3 verläuft vom Knoten Stockerau nach Hollabrunn und führt durch das Weinviertel. Sie stellt als Verlängerung der Donauufer Autobahn A22 und in Verbindung mit der bestehenden Weinviertler Straße B303 eine Verbindung von Stockerau über Hollabrunn zur tschechischen Grenze bei Znaim dar. Als Teil der Europastraße 59 verbindet sie unter anderem Wien und Prag.

Streckenabschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke vom Knoten Stockerau nach Stockerau-Nord steht straßenverkehrsrechtlich im Rang einer Autobahn und war ursprünglich Teil der A22. Die restliche Strecke ist als Autostraße ausgeschildert, auf der 100 km/h Höchstgeschwindigkeit gelten.

Die schon bisher kreuzungsfreie Strecke der B303 von Stockerau-Nord nach Hollabrunn-Süd wurde zwischen 2008 und 2009 wechselweise auf 2+1 Fahrstreifen mit einer starren Mitteltrennung mit Pannenbuchten und teilweisem Lärmschutz ausgebaut. Zwischen Göllersdorf und Großstelzendorf existiert jedoch noch ein ca. 2 km langer unausgebauter Abschnitt.

Mit 1. August 2009 wurde der Abschnitt Knoten Stockerau–Hollabrunn-Süd der bisherigen A22 bzw. B303 zur S3 umgewandelt und in das Autobahnen- und Schnellstraßennetz der ASFINAG integriert. Mit der Umwandlung zur Schnellstraße wurde auch Vignetten- bzw. Mautpflicht eingeführt. Einerseits als Folge des Sicherheitsausbaues - andererseits um nicht Mautflüchtlinge von der Anfang 2010 in Betrieb gegangenen Nord Autobahn anzulocken.[1]

Weiterer Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbau der Strecke Hollabrunn-Süd bis Guntersdorf ist ebenfalls im 2+1-System geplant. Im Februar 2012 wurde die Trassenführung bis Guntersdorf festgelegt. Im Herbst desselben Jahres sollte es noch zur UVP eingereicht werden.[2] War der Ausbau ursprünglich in den Jahren 2014 bis 2016 geplant, wurde schlussendlich am 6. Juni 2017 mit zwei Brückenbauwerken über die Nordwestbahn mit dem ersten Baulos begonnen. Für das zweite Baulos, zwischen Hollabrunn und Suttenbrunn, fand der Spatenstich am 2. September 2017 statt[3], wobei die Verkehrsfreigabe Anfang 2020 deplant istVorlage:Zukunft/In 2 Jahren.[4] Im Jänner 2018 wurde die Verkehrsfreigabe mit Oktober 2020 angegebenVorlage:Zukunft/In 2 Jahren.[5]

Der weitere Neubau der verbleibenden Strecke von Guntersdorf bis zur österreichisch-tschechischen Staatsgrenze bei Kleinhaugsdorf erfolgt in Abhängigkeit von der Verkehrsentwicklung und in Abstimmung mit den Planungen auf tschechischer Seite. In diesem Abschnitt führt die bestehende B303 jedoch ohnehin bereits außerhalb der Ortschaften.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prager Straße zwischen Wien-Floridsdorf und der Staatsgrenze bei Kleinhaugsdorf gehört zu den Bundesstraßen, die durch das Bundesgesetz vom 8. Juli 1921 eingerichtet wurden. Bis 1938 wurde die Prager Straße als B 2 bezeichnet, nach dem Anschluss Österreichs wurde die Prager Straße bis 1945 als Teil der Reichsstraße 96 geführt. Seit 1948 wurde diese Straße als Znaimer Straße bezeichnet, um sie von der Prager Straße in Oberösterreich zu unterscheiden.

Die heutige Weinviertler Straße wurde bis 1999 als Znaimer Straße bezeichnet und trug die Nummer B2. Die B303 hatte bis 1999 den Verlauf der heutigen Waldviertler Straße (B2). Die Umbenennung erfolgte, um den geplanten Ausbau zur Weinviertler Schnellstraße (S3) zu dokumentieren, da (ehemalige) Bundesstraßen in der Planungs- und Bauphase eine Nummer tragen, die um 300 höher ist als ihre geplante Schnellstraßen-Nummer.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Extra entworfenes Verkehrszeichen

Es gab aus der lokalen Politik auch Forderungen, die Straße sofort vierspurig auszubauen, was aber auf Grund des derzeit noch nicht sehr hohen Verkehrsaufkommens (südlich Hollabrunn unter 15.000 Kfz durchschnittlicher Tagesverkehr) als nicht wirtschaftlich erachtet wurde. Man hat allerdings in den Planungen einen späteren vierspurigen Ausbau berücksichtigt.

Auch von Seiten der Einsatzorganisationen kommt vermehrt Kritik, da im Bereich der Verlängerung der ehemaligen B303 die Mindestbreiten gemäß den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen nicht überall erreicht werden. Durch das Setzen von Betonleitwänden wird der Seitenstreifen stark eingeengt. Teilweise gibt es keine Fahrbahntrennungen sowie teilweise keinen Pannenstreifen. Da im Staufall die Einsatzkräfte den Einsatzort kaum erreichen können, muss bei Stillstand des Verkehrs in Engstellen die einzige Fahrspur freigehalten werden. Zu diesem Zweck wurde ein eigenes Verkehrszeichen entworfen.[6]

Für Kritik sorgte auch, dass auf der S3 Vignetten- bzw. Mautpflicht herrscht, obwohl diese keinen Autobahnquerschnitt aufweist. Beklagt wurde auch, dass nachts zwischen Kleinhaugsdorf und Stockerau keine Vignetten erhältlich sind, da in diesem Bereich Tankstellen bereits ab 22 Uhr geschlossen sind.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mautpflicht für Weinviertler Schnellstraße S3. In: noev1.orf.at. Österreichischer Rundfunk, 22. Juli 2009, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  2. Trassenführung für S3 steht fest. In: noe.orf.at. Österreichischer Rundfunk, 22. Februar 2012, abgerufen am 23. Februar 2012.
  3. Spatenstichfeier S3. In: www.facebook.com. Facebook, 30. August 2017, abgerufen am 30. August 2017.
  4. S 3 Weinviertler Schnellstraße Hollabrunn – Guntersdorf - Niederösterreich. In: asfinag.at. ASFINAG, abgerufen am 30. Mai 2017.
  5. S 3 Weinviertler Schnellstraße Hollabrunn bis Guntersdorf. Abgerufen am 23. Januar 2018.
  6. Brandaus. Zeitschrift des NÖ Landesfeuerwehrverbandes. Ausgabe 8/9, 2009.
  7. Vignettensünder wider Willen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kurier.at. Kurier, 9. September 2009, ehemals im Original; abgerufen am 9. September 2009 (Zeitungsartikel).@1@2Vorlage:Toter Link/kurier.at (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weinviertler Schnellstraße S3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien