Weischlitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weischlitz
Weischlitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weischlitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 27′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 121,62 km2
Einwohner: 5985 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08538
Vorwahl: 037436
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 450
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Alten Gut 3
08538 Weischlitz
Webpräsenz: www.weischlitz.de
Bürgermeister: Steffen Raab (FWW)
Lage der Gemeinde Weischlitz im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Muldenhammer Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Weischlitz Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen WerdaKarte
Über dieses Bild

Weischlitz ist eine Gemeinde im Vogtlandkreis in Sachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort fließt die Weiße Elster.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Weischlitz gehören die Ortsteile:

  • Heinersgrün
  • Kemnitz
  • Kleinzöbern
  • Kloschwitz
  • Kobitzschwalde
  • Krebes
  • Kröstau

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Rosenbach/Vogtl., Plauen, Oelsnitz/Vogtl., Bösenbrunn und Triebel/Vogtl. (alle Vogtlandkreis), Feilitzsch und Trogen im bayerischen Landkreis Hof sowie Gefell und Tanna im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Weischlitz im Jahre 1274. Die Orte Ober- und Unterweischlitz gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[2]

Der Ortsteil Kloschwitz war 1579–1582 von Hexenverfolgung betroffen. Kunigunde, Frau von dem Bauer Heinrich Schmidt, über 70 alt, geriet in einen Hexenprozess.[3]

Siehe auch: Burg Türbel

Der Ortsteil Heinersgrün war in früheren Zeiten ein alter Besitz der oberfränkischen und vogtländischen Adelsfamilie von Feilitzsch. Die Heinersgrüner Linie veräußerte das Rittergut an die von Pöllnitz. Ein anderer Familienzweig kaufte es 1785 wieder zurück. Als Grablege der Familie diente die St. Clarakapelle zu Heinersgrün, noch heute Kapelle Santa Clara genannt.[4] 1920 fing der benachbarte Stall Feuer und griff auch auf das Schloss über. Der Adelssitz brannte bis auf die Grundmauern nieder. 1921 wurde das Schloss in leicht veränderter Form von Philipp Freiherr von Feilitzsch wieder aufgebaut. 1936 wurde das Rittergut Heinersgrün mit dem Vorwerk Markusgrün an den Landwirt Achaz von Zehmen verkauft. Dieser verkaufte das Schloss und das Rittergut Heinersgrün 1942 an Emil Kleine-Brockhoff. Das Waldgut Markusgrün behielt er. 1945 erfolgte die Enteignung. In dem Schloss war seit 1950 ein Kommando der Grenztruppen der DDR untergebracht. 1972 übernahm die Gemeinde Heinersgrün und nutzte es als Gemeindeamt, Poststelle, Verkaufsstelle, Bibliothek, Gaststätte und als Wohnhaus. 1995 wurde das herrschaftliche Gemäuer an Joachim Gräf verkauft, der eine umfangreiche Sanierung durchführte. Im Gebäude sind mehrere Wohnungen untergebracht.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1998: 3.477
  • 1999: 3.634
  • 2000: 3.613
  • 2001: 3.578
  • 2002: 3.583
  • 2003: 3.599
  • 2004: 3.592
  • 2007: 3.511
  • 2008: 3.467
  • 2012: 5.147
  • 2013: 5.061

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Berglas[6] 1. April 1939 Eingemeindung nach Großzöbern
Burgstein[7] 1. Januar 2011
Dehles[7] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Reuth
Dröda[7] 1. Januar 1999 Eingemeindung nach Burgstein
Geilsdorf[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Grobau[8] 4. Juli 1963 Eingemeindung nach Kemnitz
Großzöbern[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Gutenfürst[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Heinersgrün (mit Markusgrün)[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Kemnitz[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Krebes[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Kloschwitz[7] 1. Januar 1999
Kobitzschwalde[7] 1. Januar 1994
1. April 1999
Eingemeindung nach Neundorf,
Umgliederung nach Weischlitz
Kröstau[8] 1. Januar 1974
Kürbitz[7] 1. Januar 1999
Mißlareuth[7] 1. März 1994 Eingemeindung nach Reuth
Oberweischlitz[8][9] 1. Juli 1950
Pirk[8] 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Großzöbern
Ramoldsreuth[8] 1. September 1968 Eingemeindung nach Großzöbern, zugleich Abbruch des Dorfes durch Bau der Feilebachtalsperre
Reinhardtswalde[8] 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Dehles
Reuth[10] 1. Januar 2017
Rodersdorf[7] 1. Januar 1994
Rosenberg[6] vor 1880 Eingemeindung nach Oberweischlitz
Ruderitz[8] 16. Mai 1968 Eingemeindung nach Krebes
Schönlind[8] 1. Januar 1972 Eingemeindung nach Reuth
Schwand[7] 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit sechs weiteren Gemeinden zu Burgstein
Spielmes (*)[6] 1. April 1928 Teileingliederung nach Reinhardtswalde
Steins[8][9] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Schwand
Thossen[8] 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Reuth
Tobertitz[8] 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Reuth

Wirtschaft, Politik und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[11]
Wahlbeteiligung: 61,1 % (2009: 57,7 %)
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
76,2 %
12,4 %
4,3 %
n. k.
2,0 %
n. k.
1,2 %
3,9 %
FWW
KW
FWD
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,4 %p
-1,7 %p
-0,4 %p
-3,5 %p
-0,5 %p
-1,5 %p
+1,2 %p
+3,9 %p
FWW
KW
FWD

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Weischlitz (FWW): 16 Sitze
  • Kürbitzer Wähler (KW): 2 Sitze

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weischlitz befinden sich eine Grundschule und eine Oberschule. Eine weitere Grundschule befindet sich im Ortsteil Krebes.

Kinderbetreuungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindergärten gibt es in Weischlitz sowie in den Ortsteilen Kürbitz und Rodersdorf, im Ortsteil Großzöbern gibt es eine Kindertagesstätte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1874 eröffnete Bahnhof Weischlitz liegt an der Bahnstrecke Plauen–Cheb, zudem endet hier die Bahnstrecke aus Gera Süd (auch als Elstertalbahn bezeichnet). Im Südosten hat Weischlitz eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn 72. Die Ortsteile sind mit Buslinien im öffentlichen Personennahverkehr vernetzt.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist das unter Denkmalschutz stehende Alte Gut von Weischlitz, ein im Vogtland wohl einmaliges Ensemble von Herrenhaus und zwei Fachwerkscheunen. Der Gebäudekomplex wurde in den Jahren 1995–1997 rekonstruiert. Im ehemaligen Herrenhaus hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz. Eine Scheune wird von der Gemeinde als Bürgerhaus und eine andere von einem Geldinstitut, der Sparkasse Vogtland, genutzt.

Sehenswert ist auch die am 26. September 1928 geweihte Claraquelle.

Die Wallfahrtskapelle[12] „Santa Clara“ in Heinersgrün liegt 540 Meter hoch. Ihre Errichtung geht auf Klarissen aus Hof zurück.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das östliche Vogtland (= Werte der deutschen Heimat. Band 59). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0938-1, S. 105.
  • Matthias Donath: "Schlösser und Herrenhäuser im Vogtland." edition Sächsische Zeitung, Meißen 2011.
  • G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect, V. Section: Vogtländischer Kreis. Leipzig 1860, Rittergut Heinersgrün, S. 21–22

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weischlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 557-559.
  4. a b Internetseite der Kirchengemeinde
  5. Matthias Donath: "Schlösser und Herrenhäuser im Vogtland." edition Sächsische Zeitung, Meißen 2011, vgl. S. 59.
  6. a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  7. a b c d e f g h i j k l m n o Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. a b c d e f g h i j k Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  9. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  10. Sächsisches Amtsblatt Nr. 48/2016
  11. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  12. Ernst Schäfer: Das Erzgebirge und sein Handwerk, Verlag der Nation, 3. Aufl. (o. J.), S. 24