Weismain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Weismain. Für den gleichnamigen Fluss siehe Weismain (Fluss).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weismain
Weismain
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weismain hervorgehoben
50.08472222222211.239444444444316Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Lichtenfels
Höhe: 316 m ü. NHN
Fläche: 90,15 km²
Einwohner: 4845 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96260
Vorwahlen: 09575, 09576, 09220, 09504
Kfz-Kennzeichen: LIF, STE
Gemeindeschlüssel: 09 4 78 176
Stadtgliederung: 35 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 19
96260 Weismain
Webpräsenz: www.weismain.de
Bürgermeister: Udo Dauer (CSU)
Lage der Stadt Weismain im Landkreis Lichtenfels
Neuensorger Forst Breitengüßbacher Forst Landkreis Haßberge Coburg Landkreis Coburg Landkreis Kronach Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Redwitz an der Rodach Michelau in Oberfranken Weismain Altenkunstadt Bad Staffelstein Marktzeuln Marktgraitz Lichtenfels (Oberfranken) Hochstadt am Main Ebensfeld BurgkunstadtKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht Weismain

Weismain ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels im Norden des Freistaates Bayern.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort (seit 1976) Weismain liegt am Nordrand des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Er wird vom gleichnamigen Fluss durchflossen, der Weismain. Der tiefste Punkt der Stadt liegt auf 295 m ü. NN, der höchste auf 547 m ü. NN.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Ortsteile von Weismain mit Einwohnerzahlen (Stand 1. Januar 2012)[2] sind:

Ortsteil Einwohner Geo-Koordinaten
Weismain (Stadt) 2542 50° 5′ N, 11° 14′ O50.08460111.239336
Altendorf 69 50° 5′ N, 11° 10′ O50.08448811.168134
Arnstein 139 50° 3′ N, 11° 12′ O50.04200511.203857
Berghaus 6 50° 6′ N, 11° 12′ O50.09388511.20615
Bernreuth 22 50° 6′ N, 11° 14′ O50.10037411.233928
Buckendorf 110 50° 0′ N, 11° 14′ O50.00665911.239783
Erlach 20 50° 4′ N, 11° 14′ O50.073411.2261
Fesselsdorf 86 50° 1′ N, 11° 15′ O50.01790811.244324
Frankenberg 46 50° 4′ N, 11° 13′ O50.06156911.210604
Geutenreuth 144 50° 5′ N, 11° 17′ O50.08859211.285922
Giechkröttendorf 59 50° 6′ N, 11° 14′ O50.09171311.225829
Görau 134 50° 4′ N, 11° 17′ O50.06884411.288322
Großziegenfeld 127 50° 2′ N, 11° 11′ O50.02633811.184587
Herbstmühle 3 50° 3′ N, 11° 15′ O50.05686311.257145
Kaspauer 100 50° 5′ N, 11° 12′ O50.07640111.197786
Kleinziegenfeld 194 50° 1′ N, 11° 12′ O50.01990611.202179
Kordigast 2 50° 6′ N, 11° 12′ O50.09872511.205304
Krassach 50 50° 4′ N, 11° 15′ O50.06860711.250951
Krassacher Mühle 13 50° 4′ N, 11° 15′ O50.06456411.251931
Lochhaus 3 50° 5′ N, 11° 13′ O50.09108511.221797
Modschiedel 169 50° 2′ N, 11° 16′ O50.03225611.267001
Mosenberg 49 50° 3′ N, 11° 12′ O50.0541911.20031
Neudorf 113 50° 4′ N, 11° 16′ O50.06071911.265093
Niesten 40 50° 4′ N, 11° 16′ O50.07093111.262075
Oberloch 4 50° 6′ N, 11° 13′ O50.0978211.21168
Schammendorf 98 50° 4′ N, 11° 13′ O50.06060811.218055
Schrepfersmühle 1 50° 2′ N, 11° 13′ O50.0386111.20891
Seubersdorf 110 50° 2′ N, 11° 18′ O50.03469511.291808
Siedamsdorf 41 50° 5′ N, 11° 11′ O50.08565811.187869
Wallersberg 49 50° 3′ N, 11° 13′ O50.04399511.216772
Waßmannsmühle 12 50° 3′ N, 11° 14′ O50.05078211.229907
Weiden 169 50° 2′ N, 11° 14′ O50.02945711.232545
Weihersmühle 3 50° 3′ N, 11° 13′ O50.04188711.217191
Wohnsig 64 50° 4′ N, 11° 15′ O50.06167311.242085
Wunkendorf 121 50° 3′ N, 11° 15′ O50.04924711.25612
Gesamt 4912

Geschichte[Bearbeiten]

Schwert aus dem Gräberfeld von Weismain, 8. Jahrhundert

Ein frühmittelalterlicher Friedhof aus dem 8. und 9. Jahrhundert wurde im Jahr 1972 nordwestlich des Ortskerns an der Ecke Griechköttendorfer Straße-Bürgermeister-Kraus-Straße entdeckt. Es enthielt 209 Gräber mit zum Teil wertvollen Beigaben, was auf relativen Reichtum der damaligen Bewohner hindeutet. Ein hölzernes Totenhaus und ein Grab mit Kreisgraben weisen auf einen Hügel hin. Derartige Grabhügel gab es in der Zeit um 700 vereinzelt im süddeutschen Raum. Sie werden bisweilen als heidnische Gegenströmungen zum sich ausbreitenden christlichen Glauben gewertet. In einigen Gräbern befanden sich Waffen, darunter zwei Schwerter des Typs Spatha. Waffenbeigaben sind typisch für die Zeit bis zum 7. Jahrhundert und es ist nicht ausgeschlossen, dass der Nutzungsbeginn des Gräberfeldes in diese Zeit fällt [3]. Weismain wurde im Jahre 800 in einer Urkunde des Klosters Fulda erstmals erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg gelang es einer Sage nach, die schwedischen Belagerer zu vertreiben, indem sich eine kleine Einheit, die hauptsächlich aus Bauern bestand, zusammenzog, von der Burg Niesten in Richtung Weismain zog und mit Handwerkszeug und anderem Gerät solchen Lärm verursachte, dass die Schweden befürchteten, die kaiserlichen Truppen seien im Anmarsch. Zum Gedenken findet jährlich an Mariä Himmelfahrt eine Schwedenprozession statt. 1840 betrug die Einwohnerzahl von Weismain 1264.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1976 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Modschiedel (Modschiedel, Wunkendorf, Wohnsig) und Wallersberg (Wallersberg, Mosenberg, Frankenberg, Schammendorf) eingegliedert. Am 1. Juli 1976 kamen Kaspauer (Altendorf, Kaspauer, Siedamsdorf) hinzu. Arnstein, Großziegenfeld und Weiden folgten am 1. Januar 1977. Die Reihe der Eingemeindungen endete mit der Eingliederung von Buckendorf, Fesselsdorf und Kleinziegenfeld sowie großer Gebietsteile von Neudorf (Neudorf, Seubersdorf, Krassach, Niesten, Görau); Zultenberg kam am 1. Januar 1978 zu Kasendorf.[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:[6]

Rathaus Weismain
Partei / Liste Sitze G/V
CSU 8 ± 0
SPD 2 − 1
Grüne 1 ± 0
Gemeinschaft unabhängiger Bürger / Freie Wähler (GUB/FW) 3 ± 0
Bürgerblock Weismain (BB) 2 + 1
Gesamt 16

G/V = Veränderung gegenüber der vorigen Zusammensetzung

Außerdem gehört dem Gemeinderat der Bürgermeister an.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1899–1920: Heinrich Rothlauf (1851–1930)[7]
  • 1920[8]/22[9]–1933: Adam Hatzold (1874–31. Dezember 1945)
  • 1933–1937: Dr. Julius Erhard (1881/82–1950)[10]
  • 1938–1944: Luitpold Agatz[11]
  • April 1945–31. Dezember 1945: Adam Hatzold (1874–31. Dezember 1945)[12]
  • 1946–1947: Adam Schreiber (1900–1949)[13]
  • amt. 1959: Heinrich Raab (1886–1962)[14]
  • 1960–1972: Bernhard Stölzle, erst CSU, 1971 Austritt (1921/22-18. Juli 2014)[15]
  • 1972–1996: Max Goller (1929–11. Dezember 1996), erst BB, dann CSU; seit 1976 hauptamtlich (Bürgermeisteramt ist kein Ehrenamt mehr)[16]
  • 1996–2008: Peter Riedel, SPD[17]
  • seit 2008: Udo Dauer, CSU[18]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 2006 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Weismain und der französischen Gemeinde Quéven in der Bretagne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weismain liegt an der Deutschen Spielzeugstraße, der Fränkischen Bierstraße und der Burgenstraße. Im Ortsteil Giechkröttendorf befindet sich ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Weismain

Museen[Bearbeiten]

  • NordJURA-Museum im Kastenhof
Am 14. Mai 2004 wurde das NordJURA-Museum in den historischen Räumen im Kastenhof, einem in den Jahren 1701 bis 1703 nach Plänen von Leonhard Dientzenhofer errichteten Gebäude, eröffnet. Schwerpunkte der 600 m² großen Ausstellung sind die Entstehung der Jura-Landschaft, die Wehrhaftigkeit, der Dreißigjährige Krieg, die konfessionelle Zersplitterung sowie die wirtschaftlichen Erwerbszweige (Brauereien, Schäferei, Nutzung des Wassers für Mühlen, Fischerei und Textilhandwerk) in dieser Region. Mehrmals im Jahr gibt es Sonderausstellungen.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Brauerei Püls-Bräu (seit 1798)
  • Baur Versand GmbH & Co KG (mit Verwaltungsgebäude und Teilen der Logistik)
  • I’m walking Schuhversand
  • dhib Dechant Hoch- und Ingenieurbau
  • Dietz Baugesellschaft (Gründung 16. Oktober 1878)

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein SC Weismain gehörte von 1996 bis 1999 der Fußball-Regionalliga an, damals die dritthöchste Spielklasse. Weismain spielte im Waldstadion Weismain, das nach mehreren Erweiterungen bis Mitte der neunziger Jahre zunächst 10.000 Plätze bot. „Ein Fassungsvermögen von 10.000 aber war zu wenig, denn es nahte in der Regionalliga-Süd das Spiel der Spiele aus Weismainer Sicht: Der 1. FC Nürnberg kam! So schloss man an die neun Betonstehstufen der Ostseite weitere 18 Reihen Sandsteinrohlinge als Stehränge an, stellte zudem eine Flutlichtanlage fertig. Am 12. April 1997 trat der Club in der 5.000-Einwohner-Gemeinde an, in der beim 'Franken-Fußballfest' sensationelle 17.000 Zuschauer gezählt wurden!“[20] Das Spiel ging zwar mit 0:2 gegen den späteren Aufsteiger aus Nürnberg verloren, aber „Weismain wurde für die Cluberer zum Synonym für Regionalliga. Leuten zu erzählen, dass man dort war, verleiht einem in Fankreisen noch heute ein gewisses Prestige“ [21]. In der Saison 2008/09 trug der 1. FC Eintracht Bamberg seine Heimspiele im 17.000 Zuschauer fassenden Waldstadion aus, weil das Stadion in Bamberg die DFB-Kriterien nicht erfüllte.

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Erhard Meissner (* 9. April 1932 in Oberadersbach; † 29. März 2014 in Modschiedel), Pfarrer der Pfarrei Modschiedel (1976–2007), Pfarradministrator der Pfarrei Arnstein (1979–2003). Die Ehrenbürgerwürde wurde ihm 2007 wegen seiner Verdienste um die Bewahrung des religiösen Lebens und der Erhaltung und Renovierung der Kirchen und Kapellen in seinen Pfarreien verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Weismain und Umgebung. Ein Sommeraufenthalt von Dr. A. Walter (2. Auflage). Herausgeber: Verschönerungsverein Weismain, 1906.
  • Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 2. Weismain 1996. ISBN 3-9804106-0-9
  • Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1. Weismain 2011. ISBN 978-3-9814302-0-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2012, stadt-weismain.de, abgerufen am 25. Februar 2012
  3. * Björn-Uwe Abels, Walter Sage, Christian Züchner: Oberfranken in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Bayreuth 1986, ISBN 3-87052-991-1
  4. Thomas Gunzelmann: Die Kulturlandschaft um 1840. In: Günther Dippold: Im oberen Maintal auf dem Jura an Rodach und Itz, Selbstverlag der Kreissparkasse Lichtenfels, Lichtenfels 1990, S. 75
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 694 und 695.
  6. Amtsblatt April 2014
  7. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 179
  8. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 181
  9. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1,S. 190
  10. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 184
  11. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 188
  12. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 189
  13. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 189
  14. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 190
  15. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 190f.
  16. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 191
  17. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 191
  18. Weismain. Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura. Band 1, S. 191
  19. NordJURA-Museum, stadt-weismain.de, abgerufen am 15. Mai 2013
  20. Werner Skrentny: Das große Buch der deutschen Fußball-Stadien. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2001, ISBN 3-89533-306-9, S. 342.
  21. Matthias Hunger: Im Bann der Legende. Verlag Schmidt, Neustadt 2010, ISBN 978-3-87707-799-3, S. 48.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weismain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien