Weissbergit

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Weissbergit
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen

IMA 1975-040

Chemische Formel TlSbS2[1]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
2.HD.05 (8. Auflage: II/E.13)
03.07.07.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pinakoidal; 1
Raumgruppe (Nr.) P1[1] (Nr. 2)
Gitterparameter a = 6,12 Å; b = 6,29 Å; c = 11,84 Å
α = 101,3°; β = 98,44°; γ = 103,2°[1]
Formeleinheiten Z = 4[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,79; berechnet: 6,1[2]
Spaltbarkeit vier verschiedene Spaltebenen: eine vollkommen, zwei sehr gut, eine gut[3]
Bruch; Tenazität spröde
Farbe stahlgrau
Strichfarbe dunkelgrau
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Weissbergit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung TlSbS2[1], besteht also aus Thallium, Antimon und Schwefel und zählt zur Gruppe der Binären Sulfosalze.

Weissbergit ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und findet sich meist in Form unregelmäßiger Körner bis etwa 0,5 Millimeter Größe, entwickelt aber gelegentlich auch prismatische bis tafelige Kristalle mit parallel gestreiften Oberflächen entlang der Längsachse und metallischem Glanz. Das Mineral ist Stahlgrau und hat eine dunkelgraue Strichfarbe, zeigt auf glatten Oberflächen allerdings eine cremeweiße Reflexionsfarbe.


Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Weissbergit in der „Carlin-Goldmine“ bei Elko im US-Bundesstaat Nevada und beschrieben 1978 durch F. W. Dickson and A. S. Radtke, die das Mineral nach dem amerikanischen Geologen und Mineralogen Byron G. Weissberg (* 1930) benannten.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der veralteten, aber teilweise noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Weissbergit zur Abteilung der „Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)“, wo er zusammen mit Edenharterit, Grumiplucit, Hutchinsonit, Jentschit, Livingstonit, Lorándit, Simonit, Tvalchrelidzeit, Vaughanit und Vrbait die unbenannte Gruppe II/E.13 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Weissbergit in die Abteilung der „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit Thallium (Tl)“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Lorándit die „Lorándit-Weissbergit-Gruppe“ mit der System-Nr. 2.HD.05 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Weissbergit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfosalze“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 03.07.07 innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis z/y = 2 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weissbergit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in verkieselten Brekzien aus dolomitischen Karbonatgesteinen, wo er meist vergesellschaftet mit Stibnit und Quarz auftritt.

Neben seiner Typlokalität „Carlin-Goldmine“ konnte das Mineral in den Vereinigten Staaten bisher nur noch in einem Thallium-Prospektionsgebiet bei Little Valley im Tooele County von Utah gefunden werden.

Weitere bisher bekannte Fundorte sind das Gold-Arsen-Antimon-Thallium-Vorkommen Allchar im Süden Mazedoniens und die Grube „Lengenbach“ im Binntal im Schweizer Kanton Wallis (Stand 2013).[4]

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weissbergit kristallisiert triklin in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2) mit den Gitterparametern a = 6,12 Å; b = 6,29 Å; c = 11,84 Å; α = 101,3°; β = 98,44° und γ = 103,2° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank W. Dickson and Arthur S. Radtke: Weissbergite, TlSbS2, a new mineral from the Carlin gold deposit, Nevada. In: American Mineralogist. Band 63 (1978), S. 720–724 (PDF 536,6 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 136.
  2. Weissbergite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 60,9 kB)
  3. Mindat - Weissbergite
  4. Fundortliste für Weissbergit beim Mineralienatlas und bei [ Mindat]