Weitnau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Weitnau
Weitnau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Weitnau hervorgehoben
Koordinaten: 47° 38′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Weitnau
Höhe: 797 m ü. NHN
Fläche: 65,22 km²
Einwohner: 5193 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87480
Vorwahlen: 08375; 08378
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 144
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauchenbergweg 6
87480 Weitnau
Webpräsenz: www.weitnau.de
Bürgermeister: Alexander Streicher (FWG / UWW / GRÜNE / SPD/ÜPWV)
Lage des Marktes Weitnau im Landkreis Oberallgäu
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Weitnau im Tal zwischen Hauchenberg und Sonneneck

Weitnau ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Weitnau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitnau liegt in der Region Allgäu im Voralpenland. Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Weitnau, Rechtis, Waltrams und Wengen. Zu Weitnau gehören darüber hinaus unter anderem die Orte Hellengerst, Hofen, Kleinweiler, Seltmans und Sibratshofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitnau wurde angeblich erstmals im Jahr 726 als Witunavia erwähnt. Gesichert ist die erste Nennung im Jahr 1250 als Witenowe. Der Markt Weitnau gehörte, bevor er zu Bayern kam, zur österreichischen Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Weitnau besaß das Marktrecht und war schon im 13. Jahrhundert Verwaltungssitz der Herrschaft Hohenegg. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zum damals neu entstandenen Königreich Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Juli 1863 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Waltrams eingegliedert. Die freiwillige Eingemeindung eines Teils der Gemeinde Rechtis (mit Hellengerst) erfolgte im am 1. Januar 1963. Am 1. Januar 1972 kam im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Wengen zu Weitnau.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde entwickelte sich die Einwohnerzahl wie folgt:

Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 2011
Einwohner 2.552 2.721 3.135 4.655 4.001 4.395 3.873 5.019

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Gemeinderats in Weitnau:[3]

Partei /Liste Stimmenanteil Sitze
CSU und Freie Wählerschaft Weitnau 30,49 % 6
SPD 5,79 % 1
Grüne 9,75 % 2
Freie Wählergemeinschaft Wengen-Kleinweiler 35,42 % 7
Überparteiliche WV Seltmans-Sibratshofen 18,55 % 4

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der direkt gewählte Bürgermeister an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2. März 2008 bekleidet Alexander Streicher (parteilos) das Amt des Bürgermeisters. Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 96,28 % der abgegebenen gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.245.000 €, davon waren 602.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Aus rotem Schildfuß wachsend in Silber ein Bauer mit schwarzem Hut, schwarzem (braunem) Rock und schwarzer Hose, der eine auswärts gekehrte Sense mit blauem Blatt hält.“[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl-Hirnbein-Erlebnisweg
  • Burgruine Alttrauchburg
  • Kirche St. Pelagius, Neubau 1862–1872. Es ist anzunehmen, dass beim Neubau 1862 nur das Kirchenschiff erneuert wurde und der 1739–1740 erbaute Chor beibehalten wurde. Teile des Turmes sind aus dem 14. Jahrhundert. Einheitlich neugotisch ausgestatteter Sakralbau mit farbenfroher Ausmalung und fantasievoller Schablonenmalerei. Die Figuren am Hochaltar entspringen der Multscherschule und sind um 1490 entstanden. Die Kirche ist eine Station auf dem Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweg von Augsburg und München zum Bodensee.
  • Gasthaus Adler in Weitnau. Ehemals Amtshaus der Herrschaft Hohenegg. Neubau des Gebäudes vermutlich 1753. Erste Erwähnungen des Vorgängerbaus um 1200. Beherbergt heute eine Gaststätte, das Tourismusamt und die Gemeindebücherei.
  • Dorfbrunnen in Weitnau. Errichtet zum Abschluss der Flurbereinigung in Weitnau.
  • Alpe Wenger Egg (1056 m), ein Kilometer südöstlich des württembergischen Bergs Schwarzer Grat. Im Sommer ist dort ein Gasthaus bewirtschaftet und es wird Vieh gehalten. Im Winter hat der Alpenverein Leutkirch dort seine Residenz.
  • Panorama-Golfplatz in Hellengerst

Liste der Baudenkmäler in Weitnau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasthaus Adler

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2012 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 18, im produzierenden Gewerbe 335 und im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr 117 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 220 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.894. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden außerdem 102 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2.687 ha.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtis mit Kirche St. Ulrich

Wie bei vielen Gemeinden im Allgäu ist auch in Weitnau der Tourismus ein wichtiger Einkommenszweig. Weitnau ist im Sommer und im Winter gleichermaßen ein beliebtes Urlaubsziel. Es sind ausgedehnte Spazier- und Wanderwege, Loipen, historische Sehenswürdigkeiten und viele Spielmöglichkeiten für die Kinder vorhanden. Seit dem 13. Dezember 2005 ist Weitnau anerkannter Luftkurort. Zudem verläuft der Allgäu-Radweg durch den Ort.

Bei ausreichender Schneelage wird im Winter der Argentallift für Skifahrer und Snowboarder in Betrieb genommen. Durch seine Lage direkt im Ortszentrum hat dieser Skilift regen Zulauf. Dieser Lift hat außerdem eine große Schanze für Snowboarder.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen :

  • Drei Kindergärten mit insgesamt 174 Kindergartenplätzen und 163 Kindern (Stand: 2013)
  • Zwei Volksschulen, in denen 16 Lehrer insgesamt 273 Schüler unterrichten (Schuljahr 2012/2013)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Hirnbein (1807–1871), Politiker und Agrarreformer, lebte in Weitnau und starb dort.
  • Franz von Miller (1783–1842), Volkswirtschaftler, wurde in Weitnau geboren.
  • Josef Widmann (1833–1899), Bauingenieur und Pionier der Allgäuer Milchwirtschaft, starb in Weitnau.
  • Chrysostomus Zodel (1920–1998), Journalist und ehemaliger Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, wurde in Kleinweiler-Hofen geboren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weitnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 496
  3. wahlen.oberallgaeu.org
  4. Bayerns Gemeinden