Welbhausen

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Welbhausen
Stadt Uffenheim
Koordinaten: 49° 31′ 36″ N, 10° 12′ 39″ O
Höhe: 354 m ü. NHN
Fläche: 11,33 km²
Einwohner: 388 (2005)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 97215
Vorwahl: 09842

Welbhausen ist ein Stadtteil der Stadt Uffenheim im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim mit knapp 400 Einwohnern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 2,5 km südwestlich von Uffenheim am Zusammenfluss von linkem Gießgraben und rechter Birkach (?) zum Hainbach, der in der Stadt selbst von links in die Gollach mündet. Durch das Kirchdorf zieht die Staatsstraße 2419 von Uffenheim nach Rothenburg ob der Tauber.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Martin

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf eine Tauschurkunde Heinrichs II. vom 5. Februar 1015 zurück.[1][2][3]
Kaiser Heinrich II. tauschte damals die beiden Dörfer Rodheim und Welbhausen mit ihren großen Fronhöfen vom nordhessischen Kloster (Bad) Hersfeld ein und verwendete sie kurze Zeit später zur Ausstattung des neu gegründeten Klosters Michelsberg in Bamberg. Wie Rodheim war Welbhausen also ein michelsbergisches Klosterdorf, in dem das Kloster über alle bäuerlichen Anwesen, den – später zweigeteilten – Fronhof, den Zehnten und das Kirchenpatronat verfügte. Die weltliche Herrschaft über das Dorf übten zuerst vom Kloster bestellte adelige Vögte aus, ab dem 15. Jahrhundert wurden die Markgrafen von Ansbach vom Kloster mit der Dorf- und Gemeindeherrschaft belehnt. Die Hochgerichtsbarkeit (Cent, Fraisch) stand ohnehin dem markgräflichen Amt Uffenheim zu. Unter den Markgrafen wurde der Ort bereits um 1530 evangelisch.

Welbhausen war bis zu seiner Eingemeindung am 1. Januar 1972 selbständig.[4]

Juden in Welbhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Welbhausen saßen schon um 1530 Juden. Im Jahr 1808 lebten in Welbhausen 36 jüdische Familien mit 181 Personen, was einem Drittel der Dorfbevölkerung entsprochen haben dürfte. Welbhausen war seit 1838 der Sitz eines Distriktsrabbinats. Zu diesem Bezirk zählten 13 jüdische Gemeinden in der näheren und weiteren Umgebung, zu denen etwa die großen Landjudengemeinden in Hüttenheim, Sugenheim und Ermetzhofen gehörten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen viele Juden nach Uffenheim oder wanderten in die großen Städte bzw. ins Ausland ab. Am 22. August 1875 verließ der wahrscheinlich letzte Jude, der Lehrer Königshofer, Welbhausen, nachdem die Schule nach Uffenheim verlegt worden war. Am 2. Juni 1878 starb der letzte Rabbiner Haas in Uffenheim, kurze Zeit später wurde das Rabbinat Welbhausen aufgelöst. Salomon Forchheimer kaufte die Synagoge und schenkte sie Welbhausen, das sie in ein Armenhaus umwandelte.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Welbhausen führen die Kreisstraße NEA 49 und die nach Uffenheim und zur Autobahn A 7 führende Staatsstraße 2419. 1200 m westlich verläuft die A 7, nächste Anschlussstelle ist Uffenheim/Langensteinach (AS 106).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Welbhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urkunde vom 5. Februar 1015 = RI II,4 n. 1859 in: Regesta Imperii Online. Abgerufen am 5. Februar 2015.
  2. Siegfried Hirsch: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich II.. Duncker & Humblot, 1864, S. 96.
  3. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Kommission für Bayerische Landesgeschichte: Monumenta Boica 1829, S. 466.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 583.
  5. Welbhausen - Jüdische Geschichte / Synagoge. Website der Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum. Abgerufen am 29. Dezember 2014.