Welden

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Welden in Schwaben. Für weitere Bedeutungen siehe Welden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Welden
Welden
Deutschlandkarte, Position des Marktes Welden hervorgehoben
48.45777777777810.658611111111466Koordinaten: 48° 27′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Welden
Höhe: 466 m ü. NHN
Fläche: 17,96 km²
Einwohner: 3572 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86465
Vorwahl: 08293
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 216
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Marktplatz 1
86465 Welden
Webpräsenz: http://www.markt-welden.de
Bürgermeister: Peter Bergmeir (SPD / FW)
Lage des Marktes Welden im Landkreis Augsburg
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Welden ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Augsburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Welden. Seit der Gemeindegebietsreform 1978 umfasst der Markt den Hauptort Welden, das Pfarrdorf Reutern und den Weiler Ehgatten.

Geographie[Bearbeiten]

Welden ist Zentrum des Holzwinkels im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Welden und Ehgatten liegen an der Laugna, einem Zufluss der Zusam. Reutern liegt auf einer Anhöhe zwischen Zusam- und Laugnatal.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname von Welden bedeutet „Siedlung am Walde“. Angelegt wurde der Ort als Rodungssiedlung schon Ende des 9. Jahrhunderts, als das Tal der Laugna von Norden her berodet und besiedelt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes fand im Jahre 1156 statt.[2] Welden war der Stammsitz des ritterlichen Geschlechts der Herren von Welden, die Lehnsnehmer der Markgrafen von Burgau waren. Es wurde 1402 zum Markt erhoben. Die Fugger erwarben 1597 die Herrschaft in Welden, die bis zum Aussterben der Linie Fugger-Wellenburg 1764 in ihren Händen blieb. Sodann war der Ort für ein paar Jahrzehnte Teil Österreichs (Pflegamt Welden), bevor er 1806 an das Königreich Bayern kam.

Seit 5. Dezember 1903 war Welden Endpunkt einer Bahnstrecke von Augsburg, die bis 1986 im Personen- und Güterverkehr betrieben wurde. Heute befindet sich ein Radweg auf der Bahntrasse.

1862 bis 1929 gehörte Welden zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.

Von 1937 bis 1940 wurde unter dem Tarnnamen »Z-Hiag« auf 40 ha Waldgelände eine Produktionsanlage zur Herstellung von Sprengstoffvorprodukten, gebaut. Betreiber war die Paraxol GmbH, Frankfurt, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt (Degussa). Hergestellt wurden Pentaeryhrit und Methanolsprengstoffprodukte. 1944 wurde die Produktion auf Raketentreibstoff umgestellt. Nach dem Krieg wurden die Bunker gesprengt. Das Gelände wurde von der Bundeswehr als Depot genutzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Reutern nach Welden eingemeindet. Ebenso kam der Weiler Ehgatten, der zur Gemeinde Streitheim (die heute im Markt Zusmarshausen liegt) gehörte, zum Markt Welden.[3] Schulisch und pfarrlich gehörte Ehgatten schon vor 1978 zum Markt Welden. Im Jahre 2002 wurde zum 600-jährigen Jubiläum der Markterhebung von der gesamten Dorfgemeinschaft ein großes historisches Fest gefeiert.

Blick vom Theklaberg auf das winterliche Welden
Blick vom Theklaberg auf Welden

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister seit der Gemeindereform 1978:

Wahljahr Bürgermeister Wahlvorschlag
2014 Peter Bergmeir SPD/FWV
2008 Peter Bergmeir SPD/FWV
2002 Peter Bergmeir SPD/FWV
1996 Peter Bergmeir SPD
1990 Peter Bergmeir SPD
1984 Hermann Schmid CSU
1978 Hermann Schmid CSU/SPD

Zweiter Bürgermeister ist seit 2002 Gerhard Groß (FWV) er wurde 2008 und 2014 bestätigt.
Dritter Bürgermeister ist seit 2014 Günter Lewentat (BGM). Sein Vorgänger von 2008–2014 war Markus Hodapp (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen seit der Gemeindereform 1978: Stand nach der jeweiligen Wahl.

Wahljahr SPD CSU Bürgergemeinschaft FWV REP Gesamt
2014 5 4 4 3 - 16
2008 4 5 4 3 - 16
2002 5 4 4 3 - 16
1996 4 4 5 3 - 16
1990 4 6 3 2 1 16
1984 3 5 3 3 - 14
1978 2 6 2 4 - 14

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Schriftsteller Ludwig Ganghofer verbrachte von 1859 bis 1865 den größten Teil seiner Kindheit in Welden.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Langenmair, Ludwig: Welden: Ein Markt mit reicher Vergangenheit, hrsg. vom Markt Welden. Welden 1986, ohne ISBN.
  • Marktgemeinde Welden (Hrsg.): 600 Jahre Marktrecht - Welden feiert seine Geschichte . Welden, 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Welden – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hermann Endrös (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern in Schwaben, Band 1: Archäologische Wanderungen um Augsburg, S. 115
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767 und 768.