Wellheimer Trockental

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Koordinaten: 48° 47′ 36″ N, 11° 6′ 23″ O

Hütting im Wellheimer Trockental
Verlauf auf einer Karte von 1875-77

Das Wellheimer Trockental ist ein Seitental des Altmühltales im Naturpark Altmühltal. Es ist ein Naturraum (082.25) der Südlichen Frankenalb im Südwestdeutschen Stufenland.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wellheimer Trockental bezeichnet man denjenigen Abschnitt des Ur-Donautals, der sich zwischen Rennertshofen im Süden und Dollnstein im Norden durch die Juralandschaft der Südlichen Frankenalb erstreckt. Die Urdonau kam im Altpleistozän von Süden her und floss mehr als zwei Millionen Jahre durch das heutige untere Altmühltal ab; auf der Höhe von Dollnstein mündete von Norden her der Ur-Main ein. Große Flussverlagerungen in der jüngeren Erdgeschichte, der Riss-Eiszeit, führten dazu, dass heute nur noch die Altmühl von Norden her das Wellheimer Trockental erreicht, während die Donau ihren Lauf zweimal weiter nach Süden verlegt hat, so dass das Wellheimer Tal seitdem fast gänzlich trocken liegt. Nur noch die Schutter durchfließt heute einen Teil des Wellheimer Trockentals – allerdings in umgekehrter Richtung als die Ur-Schutter. Die Urdonau hat bei Wellheim den Galgenberg herausgebildet.

Die Ur-Donau-Verlagerungen erklärt man sich so, dass durch rückschreitende Erosion und Verkarstung die Quellregionen anderer Flüsse immer weiter gegen das ursprüngliche Donautal vorstießen. Gleichzeitig wurde die Albtafel im Zuge der Alpenbildung angehoben. Schließlich erreichte die Ur-Schutter im heutigen Wellheimer Tal die Donau und zapfte das gesamte Donauwasser ab. Nach einer erdgeschichtlich kurzen Zeitspanne wurde die so entstandene „Schutter-Donau“ südlich von Rennertshofen erneut angezapft. Seither fließt die Donau durch die Weltenburger Enge.

Das Tal ist biologisch wertvoll durch seine mit Riffdolomiten durchsetzten Talflankenheiden (Magerrasen) auf den östlichen und südlichen Hanglagen. Die Kalkmagerrasen und Felsfluren zählen zu den schmetterlingsreichsten Gebieten Deutschlands. Benannt ist das Trockental nach dem Tal-Hauptort Wellheim mit seiner Burgruine. An dem Tal haben die Landkreise Eichstätt und Neuburg-Schrobenhausen Anteil. Im Süden ist das Tal wesentlich breiter als im sonstigen Verlauf. Gleich hinter dem Taleingang liegt der Ort Mauern, wo im westlichen Talhang in einer Höhe von 20 Metern über der Talsohle die vom Steinzeitmenschen begangenen Weinberghöhlen liegen.

Rund um Konstein und Aicha im Wellheimer Trockental liegt ein beliebtes Freiklettergebiet mit dem markanten Dohlenfelsen. Bei der Feldmühle im Wellheimer Trockental wurde in den 1980er Jahren eine römische Sumpfbrücke archäologisch ergraben. Durch das gesamte Tal führt ein 25 Kilometer langer Radwanderweg, zum Teil auf der aufgelassenen Bahntrasse Dollnstein–Rennertshofen.

Zwischen Hütting und Wellheim befindet sich das Naturwaldreservat Tucherwald.

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wellheimer Trockental ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 176R001 [1] ausgewiesen und mit dem offiziellen Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet worden. [2] Siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Eichstätt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Mittel: Führer durch das Wellheimer Tal und seine Geschichte. Hertel & Wilde, Ingolstadt 1981.
  • Das Wellheimer Trockental. In: Staatl. Schulamt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (Hrsg.): Heimatkundliche Stoffsammlung für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, 1 (1982), S. 20f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wellheimer Trockental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geotop: 176R001 (abgerufen am 22. Oktober 2013; PDF; 179 kB)
  2. Wellheimer Trockental (abgerufen am 20. Oktober 2013)