Italienisches Raygras

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Italienisches Raygras
Italienisches Raygras (Lolium multiflorum)

Italienisches Raygras (Lolium multiflorum)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Lolch (Lolium)
Art: Italienisches Raygras
Wissenschaftlicher Name
Lolium multiflorum
Lam.

Das Italienische Raygras (Lolium multiflorum), auch Italienisches Weidelgras, Vielblütiges Weidelgras, Welsches Weidelgras oder Vielblütiger Lolch genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Blattgrund
Ausschnitt eines Blütenstandes und Detail der Ährchen
Illustration aus Flora Batava, Volume 15

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Das Italienische Raygras ist ein- bis mehrjährig krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern. Es bildet hellgrüne, aufrechte Horste. Das Italienische Raygras wurzelt bis in 1 Meter Tiefe und kann so auch längere Trockenperioden überdauern. Die im oberen Bereich fast immer rauen Halme sind höchstens am Grunde verzweigt.

Die hellgrün gefärbten Laubblätter sind anfangs gerollt und später flach ausgebreitet. Auf der Unterseite erscheinen sie glänzend und glatt, oberseits sind sie rau. Am Blattgrund ist in zwei sichelförmige, den Halm umgreifende Öhrchen ausgezogen. Das Blatthäutchen (Ligula) ist als ein 1 bis 3 Millimeter langer, häutiger Saum ausgebildet. Die nur wenig raue und etwas geriefte Blattspreite ist bis zu 25 cm lang und bis zu 1 cm breit.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der meist aufrechte ährige Blütenstand kann bis zu 30 cm lang werden und besitzt wechselständig angeordnete, einzeln stehende Ährchen. Die Ährchen stehen zur Anthese fast waagerecht ab und enthalten 11 bis 20 Blüten. Zur Reifezeit zerfallen die Ährchen schnell und ihre Achse fühlt sich stets rau an. Die Deckspelze ist etwa 7 Millimeter lang und zumindest die oberen sind begrannt. Die kahle, glatte Hüllspelze ist höchstens halb so lang wie das Ährchen, etwa so lang wie die unterste Deckspelze und fünf- bis siebennervig. Die Deckspelze ist dagegen fünfnervig, etwa 5 bis 8 Millimeter lang, länglich-lanzettlich geformt und erscheint oberseits stumpf. Die Granne ist gerade und bis zu 12 mm lang. Die zweinervige Vorspelze ist etwa so lang wie die Deckspelzen und lang-elliptisch geformt. Die Staubbeutel werden etwa 4 Millimeter lang.

Die Karyopsen sind etwa 3,5 Millimeter lang und 1 Millimeter breit.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[1]

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Das Italienische Raygras stammt ursprünglich aus dem südeuropäisch-nordafrikanisch-vorderasiatischen Raum. Es ist fast überall in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel in Europa, Westasien und Teilen Nordamerikas zu finden. In den gemäßigten Gebieten Australiens kommt sie wahrscheinlich als Neophyt vor.

Das Italienische Raygras besiedelt frische, oft nährstoffreiche Ruderalstellen wie Wegränder und Schuttplätze. Es wächst jedoch auch auf ruderal beeinflussten Frischwiesen und auf Äckern. Das Italienische Raygras ist von der Ebene bis in die Gebirgsstufen verbreitet. Hinsichtlich der Bodenqualität ist das Italienische Raygras wenig anspruchsvoll. Es bevorzugt basenreiche, humose Böden, kommt jedoch auch mit mäßig sauren Kalk-, Mergel- oder Lehmböden zurecht.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Lolium multiflorum erfolgte durch Jean-Baptiste de Lamarck. Ein Synonym für Lolium multiflorum Lam. ist Lolium italicum A.Braun.

Verwendung[Bearbeiten]

Das Italienische Raygras wird als Feldfutterpflanze, im Ansaatengrünland und in Parkrasen verwendet. Als Bestandteil des Landsberger Gemenges wird es zur Futtergewinnung oder als Vorfrucht eingesetzt.

Das Italienische Raygras kann als geeignete Bioindikator-Art für das Nachweisen von Schadstoffbelastungen verwendet werden. Sie ist fähig, bestimmte Schwermetalle in Böden (wie Cadmium und Blei) oder auch Luftschadstoffe (wie Fluorwasserstoff und Schwefeldioxid) anzureichern (Bioakkumulation), und somit Umweltbelastungen aufzuzeigen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jürke Grau, Bruno P. Kremer, Bodo M. Möseler, Gerhard Rambold, Dagmar Triebel: Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsengewächse und grasähnliche Familien Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.
  •  Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.
  •  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsen. 11. Auflage. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07613-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5. Seite 231.
  2. Willfried Nobel, Reinhard Kostka-Rick, Harald Bartholmess: Erfassung Kfz-bedingter Metallimmissionen mit Bioindikatoren an einer Autobahn. In: Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft Band 68, Nr. 6, 2008, S. 245–250 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Italienisches Raygras (Lolium multiflorum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien