Welser Mühlbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Welser Mühlbach
Mühlbach in Wels

Mühlbach in Wels

Daten
Gewässerkennzahl AT: HZB:2-122-180; GGN:927
Lage Oberösterreich
Abfluss über Kleinmünchner Kanal → Traun → Donau → Schwarzes Meer
Flussgebietseinheit Donau unterhalb Jochenstein (DUJ)
Ausleitung in der Traunau bei Gunskirchen (Kraftwerk Breitenbach)
48° 7′ 22″ N, 13° 58′ 6″ O
Quellhöhe 326 m ü. A. 
Mündung in Linz-KleinmünchenKoordinaten: 48° 14′ 12″ N, 14° 17′ 16″ O
48° 14′ 12″ N, 14° 17′ 16″ O
Mündungshöhe 263 m ü. A. 
Höhenunterschied 63 m
Sohlgefälle ca. 2,1 ‰
Länge ca. 30 km
Linke Nebenflüsse Weidinger Bach
Rechte Nebenflüsse Tiergartenbach, kleiner Mühlbach, Schenkelbach, Schiffermüllerbach, Innerwasser
Großstädte Linz
Mittelstädte Wels, Traun
Kleinstädte Marchtrenk
Gemeinden Gunskirchen, Hörsching
Hydrographisch Bezeichnung für das ganze Traun-linksufrige Gewässersystem;[1]

Der Welser Mühlbach ist ein ehemaliges Nebengerinne der Traun (die sich im Bereich der Stadt Wels ehedems in mehrere Seitenarme aufsplittete). Da der Bach mit einem Zuflusswehr und im Stadtbereich von Wels mit Uferbefestigung versehen wurde, wirkt er wie ein künstlich angelegter Bach. Er fließt auf der linken Uferseite der Traun durch die Welser Heide. In Au an der Traun in der Gemeinde Gunskirchen wird er von der Traun abgeleitet und mündet im Stadtgebiet von Linz wieder in diese. Der Mühlbach in seiner heutigen Form dürfte ab Beginn des Mittelalters als Mühlbach genutzt worden sein, länger schon (bis zur Errichtung von Hausbrunnen) diente er als Trinkwasserversorger der Altstadt. Seine Länge beträgt etwa 30 km.[1]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mühlbach zweigt vor der Traunwehr des heutigen Kraftwerks Breitenbach im Gunskirchner Ortsteil Au von der Traun ab und fließt parallel zur Traun durch den Welser Stadtteil Lichtenegg in die Welser Innenstadt, dann weiter durch die Pernau, wo er früher die Welser Papiermühle speiste. Von dort fließt er nordöstlich des Welser Industriegebiets durch Wels-Schafwiesen und erreicht schließlich Marchtrenk, wo er die Stadtteile Schafwiesen, Au, Kappern und Leithen durchfließt. Bei Holzleiten erreicht er die Gemeindegrenze zu Hörsching, er durchfließt die Ortschaften Rudelsdorf, Rutzing und Frindorf. Östlich von Frindorf rinnt er durch den Trauner Stadtteil Oedt und südlich der Trauner Innenstadt nach St. Martin und Linz-Kleinmünchen, wo er in den nördlichen Kleinmünchner Kanal (Werkskanal) mündet.[1]

Seitenarme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Welser Innenstadt zweigen zwei Mühlbachableger ab, der erste dient zur Bewässerung des Welser Tiergartens, er wird mit Hilfe eines Schöpfrades abgeleitet. Der zweite zweigt auf Höhe Schwimmschulgasse 13 vom Mühlbach ab und vereinigt sich vor dem Welser Wasserturm wieder mit diesem. Das Lebensspurenmuseum und weitere Häuser stehen somit quasi auf einer Insel.

Im Osten der Innenstadt zweigt rechtsseitig der Schenkelbach vom Mühlbach ab, westlich der Müllverbrennung im Stadtteil Pernau wird der Schiffermüllerbach ausgeleitet. Dieser vereinigt sich erst in Marchtrenk-Kappern wieder mit dem Mühlbach.

Die längste Ausleitung ist das Innerwasser, es wird in Kappern ausgeleitet und vereinigt sich erst im Trauner Stadtteil Oedt wieder mit dem Mühlbach.

Kurz vor der Mündung zweigt bei Traun-St. Dionysen der Weidinger Bach als Nebenbach ab, der erst südlich des Linzer Bahnhofsgeländes in Kleinmünchen wieder in den Kleinmünchner Kanal zurückfließt.[1]

Zum Einzugsgebiet gehört auch der Grünbach, der nördlich von Wels versickert, zum Weidlinger Bach auch der ebenfalls versickernde Hundshamer Bach (Perwender Bach).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Dokumente weisen darauf hin, dass bereits zur Römerzeit, zumindest der südliche Teil des Wehrgrabens der Stadt Ovilava von einem Vorläufer des Mühlbaches gespeist wurde. Bajuwarengräber aus der Gegend Marchtrenk lassen ebenfalls die Vermutung zu, dass es ein Fließgewässer gab, da die Siedler die Nähe zu nutzbaren Gewässern suchten und eine Besiedelung der ansonsten sehr trockenen Welser Heide eher als unwahrscheinlich erscheint. 776 wurde die Welser Burg errichtet, hier gibt es Belege für eine Hausmühle, sie könnte das erste Wasserkraftwerk am Mühlbach gewesen sein.

Erste urkundliche Erwähnungen finden sich aus dem späten Mittelalter. Zumindest ab der zweiten Hälfte des Mittelalters entstehen entlang des Baches einige Mühlen die zum Teil noch heute bestehen und namensgebend für einige Ortschaften (z. B. Noitzmühle in Wels-Lichtenegg) in der Welser Heide sind.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute werden am Mühlbach von einigen Landwirten und Unternehmen Kleinwasserkraftwerke zur Stromgewinnung betrieben. Neben der Hobbyfischerei direkt am Bach werden auch einige Fischteiche mit Mühlbachwasser gespeist. Bis in die 1980er Jahre war die Wasserqualität des Baches – ausgelöst durch in die Traun geleitete Abwässer – sehr schlecht, durch diverse Umweltauflagen besserte sich die Wasserqualität erheblich. Mittlerweile wird sogar über die Errichtung von Badeplätzen am Mühlbach diskutiert.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Hydrographisch gehören der Kleinmünchner Kanal zum Mühlbach, dessen Stationierung bis zur Mündung in die Traun 37,2975 km; desgleichen auch Weidinger Bach und die anderen Ableger, und der Nebenkanal des Kleinmünchner Kanals in Linz-Traunau; das kurze Stück des Kleinmünchner Kanals von der Ausleitung bis zur Mühlbach-Einmündung wird als Traun geführt. Angabe Wasserbuch (DORIS: Gewässer).
  2. Der Welser Mühlbach. Eine naturkundliche Studie von Walter Kellermayr (pdf, auf land-oberoesterreich.gv.at).
  3. Das Baden im Welser Mühlbach wird zur unendlichen Geschichte. Friedrich M. Müller in: Oberösterreichische Nachrichten online (nachrichten.at), 11. Mai 2011.