Welterbe in Australien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Zum Welterbe in Australien gehören (Stand 2017) neunzehn UNESCO-Welterbestätten, darunter drei Stätten des Weltkulturerbes, zwölf Stätten des Weltnaturerbes und vier gemischte Kultur- und Naturerbestätten. Australien hat die Welterbekonvention 1974 ratifiziert, die erste Welterbestätte wurde 1981 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2010 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Australien[2] in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Kakadu
(Lage)
1981 K/N 147 Nationalpark 171 Kilometer östlich der Stadt Darwin im Northern Territory; enthält eine der schönsten und umfangreichsten Sammlungen an Felsmalereien in der Welt, schützt das gesamte Einzugsgebiet des South-Alligator-Flusses und beherbergt Beispiele aller Habitatarten des Top Ends von Australien.
Großes Barriere-Riff
(Lage)
1981 N 154 Größtes Korallenriff der Erde mit 359 Steinkorallenarten, über 1.500 Fischarten, 1.500 Schwammarten, 5.000 Arten von Weichtieren, 800 Arten von Stachelhäutern, 500 verschiedene Arten von Seetang und 215 Vogelarten
Seengebiet von Willandra
Seengebiet von Willandra
(Lage)
1981 K/N 167 Aus dem Tertiär stammendes fossiles Seengebiet, bestehend aus marinen Sedimenten von Kalksand, Mergel und Kalkstein. Die heutigen Sandformationen in diesem Gebiet lassen sich bis ins Pleistozän zurückverfolgen. Die klimatischen Auswirkungen des Wechsels zwischen Eiszeiten und Warmzeiten auf die nicht vereisten Gebiete der Erde lassen sich hier weit zurückverfolgen. Für das Gebiet wurde eine menschliche Besiedelung bereits vor mehr als 40.000 Jahren archäologisch nachgewiesen.
Nationalparks von West-Tasmanien
Nationalparks von West-Tasmanien 1982 K/N 181 Umfasst etwa 20 Prozent der Fläche Tasmaniens und beherbergt einen der letzten gemäßigten Regenwälder der Erde. Im Gebiet des Welterbes liegen folgende Nationalparks: Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark, Franklin-Gordon-Wild-Rivers-Nationalpark, Southwest-Nationalpark, Walls-of-Jerusalem-Nationalpark, Hartz-Mountains-Nationalpark, Mole-Creek-Karst-Nationalpark.
Lord-Howe-Inselgruppe
Lord-Howe-Inselgruppe 1982 N 186 ppe, etwa 630 km vor der Ostküste des australischen Bundesstaates New South Wales gelegen.
Schutzgebiete des gemäßigten und subtropischen Regenwalds im mittleren Osten Australiens
Schutzgebiete des gemäßigten und subtropischen Regenwalds im mittleren Osten Australiens 1986 N 368 Mehrere Schutzgebiete im Grenzbereich der beiden ostaustralischen Bundesstaaten New South Wales und Queensland, in denen Schildvulkane liegen und eine große Anzahl seltener und bedrohter Arten des Regenwaldes vorkommt.
Nationalpark Uluru (Ayers Rock) - Kata Tjuta (Mount Olgas)
Nationalpark Uluru (Ayers Rock) - Kata Tjuta (Mount Olgas) 1987 K/N 447 Teil des Parkes ist der berühmte Inselberg Uluṟu (Ayers Rock) und die 40 km westlich gelegene Felsformation Kata Tjuṯa (Mount Olga).
Nationalpark Wet Tropics in Queensland
Nationalpark Wet Tropics in Queensland 1988 N 486 Naturregion im Nordosten Australiens an der Küste zum Great Barrier Reef. Das Gebiet umfasst hauptsächlich tropische Regenwälder. Die Wet Tropics sind trotz ihrer räumlichen Begrenztheit eines der Gebiete Australiens mit der höchsten Artenvielfalt.
Naturpark Shark Bay (Haifischbucht in Westaustralien)
Naturpark Shark Bay (Haifischbucht in Westaustralien) 1991 N 578 Meeresbucht an der Westküste Australiens etwa 800 Kilometer nördlich von Perth. Im Hamelin Pool Marine Nature Reserve im Süden der Bucht leben Mikroben, die Stromatolithen bilden, ähnlich den ältesten bekannten Lebensformen der Erde.
Fraser-Insel
Fraser-Insel 1992 N 630 Größte Sandinsel der Welt mit einer Vielzahl von Lebensräumen wie Mangrovensümpfe, Buschland und Eukalyptuswälder mit einer entsprechend reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt.
Fossilienlagerstätte Riversleigh/Naracoorte
Fossilienlagerstätte Riversleigh/Naracoorte 1994 N 698 In Riversleigh und Naracoorte befinden sich wichtige Fundstätten für Fossilien von Säugetieren des Oligozän und Miozän
Heard- und McDonald-Inseln (subantarktische Vulkaninseln)
Heard- und McDonald-Inseln (subantarktische Vulkaninseln) 1997 N 577 Australisches Naturschutzgebiet im südlichen Indischen Ozean, in dem Robben und Vögel leben, darunter eines von sieben Brutgebieten des Königspinguins. Auf den Inseln gibt es keine fremden Spezies.
Macquarie-Insel
Macquarie-Insel 1997 N 629 Zum australischen Bundesstaat Tasmanien gehörende Insel im südlichen Pazifischen Ozean. Höchster Kamm des unter Wasser liegenden Macquarie-Rückens, der durch das Aufeinandertreffen von Australischer und Pazifischer Platte entstanden ist. Auf der Insel finden sich Subantarktische Seebären und eine umfangreiche Vogelwelt, darunter die endemische Macquariescharbe (Phalacrocorax purpurascens) sowie die Augenbrauenente.
Greater Blue Mountains
Greater Blue Mountains 2000 N 917 Gebirge im australischen Bundesstaat New South Wales, große Artenvielfalt von Eukalyptusbäumen. Umfasst sieben Nationalparks.
Purnululu-Nationalpark
Purnululu-Nationalpark 2003 N 1094 Weltweit singuläre, Bienenkörben ähnliche Sandstein-Gebirgskette (Bungle Bungle) und extrem enge Felsschluchten im Sandstein-Plateau mit Palmenoasen.
Königliches Ausstellungsgebäude und Carlton-Gärten
Königliches Ausstellungsgebäude und Carlton-Gärten 2004 K 1131 Die Carlton Gardens in Melbourne und das darin liegende Royal Exhibition Building sind ein typisches Beispiel der internationalen Ausstellungsbewegung von 1851 bis 1915.
Oper von Sydney
Oper von Sydney 2007 K 166 Die Oper von Sydney ist eines der markantesten Gebäude des 20. Jahrhunderts. Entworfen hat das Gebäude der Däne Jørn Utzon. Die Planungen für das Gebäude begannen Ende der 1940er Jahre, der Baubeginn war 1959. Am 20. Oktober 1973 wurde das Bauwerk durch Königin Elisabeth II. der Öffentlichkeit übergeben.
Historische Strafgefangenenlager in Australien
Historische Strafgefangenenlager in Australien 2010 K 1306 Elf Australian Convict Sites sind in der Liste der UNESCO verzeichnet. Es handelt sich um folgende Stätten: Cockatoo Island, Great North Road, Hyde Park Barracks, Old Government House in Parramatta, Kingston and Arthurs Vale Historic Area, Brickendon and Woolmers Estates, Cascades Female Factory, Coal Mines Historic Site, Darlington Probation Station, Port Arthur und Fremantle Prison.
Ningaloo-Küste
Ningaloo-Küste 2011 N Küstenstreifen mit über 250 km langem Korallenriff an der Westküste Australiens

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind. Mit Stand 2017 sind drei Stätten in der Tentativliste von Australien eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2017.[3] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Welterbegebiet Great-Sandy
Welterbegebiet Great-Sandy 2010 N 5480 geplante Erweiterung der Welterbestätte Fraser Island um Cooloola National Park, Breaksea Spit, Platypus Bay, Great Sandy Strait/Tin Can Bay Ramsar Area und das Wide Bay Military Reserve
Gondwana-Regenwälder Australiens
Gondwana-Regenwälder Australiens 2010 N 5541 Erweiterung der bestehenden Welterbestätte um 689.364 Hektar, darunter u. a. der Bunya-Mountains-Nationalpark
Kulturlandschaft Budj Bim
Kulturlandschaft Budj Bim 2017 K 6167

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Australien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Australien auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Australien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 29. Juni 2017 (englisch).
  2. Deutsche Bezeichnungen entsprechend Welterbeliste. In: www.unesco.de. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 20. September 2018.
  3. Tentativliste von Australien. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 29. Juni 2017 (englisch).