Welterbe in Deutschland

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Welterbe-Emblem
Welterbestätten in der Bundesrepublik Deutschland, Stand Juli 2017

Zum Welterbe in Deutschland gehören (Stand 2017) 42 Welterbestätten, darunter 39 Stätten des Weltkulturerbes und 3 Stätten des Weltnaturerbes. Sechs dieser Stätten sind grenzüberschreitend oder transnational.

Deutschland hat die Welterbekonvention 1976 ratifiziert. Der Kaiserdom zu Aachen gehörte 1978 als einzige Stätte aus Deutschland zu den zwölf Welterbestätten, mit denen die Welterbeliste eröffnet wurde. Zuletzt wurde 2017 die Stätte Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura in die Welterbeliste aufgenommen.[1] Deutschland ist das zweite und bislang letzte Land, in dem einer Stätte der Welterbetitel aberkannt wurde (Dresdner Elbtal, Welterbe 2006–2009).

Die Anträge auf Nominierung einer Stätte zum UNESCO-Welterbe stellen in Deutschland die Bundesländer. Zu den wechselnden Tagungsorten des Welterbekomitees gehörten 1995 Berlin und 2015 Bonn.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtlicher Rahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide deutsche Staaten unterzeichneten die Convention Concerning the Protection of the World Cultural and Natural Heritage (Welterbekonvention) bereits vor der Wiedervereinigung, die Bundesrepublik am 23. August 1976 und die DDR am 12. Dezember 1988.[2] Die rechtliche Verbindlichkeit der Konvention für Deutschland ist allerdings bis heute nicht vollständig geklärt. In der Bundesrepublik ging man nach der Ratifikation 1976 von der Existenz eines entsprechenden Vertragsgesetzes im Sinne des Art. 59 Abs. 2 Satz 1 GG aus, das der Konvention innerstaatliche Geltung verschafft hätte.[3] Tatsächlich fehlt jedoch bis heute ein solches Vertrags- oder Zustimmungsgesetz, was die überwiegende Meinung in der Literatur zu der Ansicht führt, dass die Welterbekonvention lediglich ein Verwaltungsabkommen im Sinne des Art. 59 Abs. 2 Satz 2 GG darstellt[4] und damit also keine „echte“ Transformation in nationales Recht erfolgt ist, was nach Ansicht von UNESCO-Vertretern eine empfindliche Lücke darstellt.[5]

Die völkerrechtlichen Verpflichtungen, die die Bundesrepublik mit Beitritt zur Konvention eingegangen ist, sind aber gleichwohl von allen staatlichen Organen zu beachten, wozu auch die Gerichte und Kommunen gehören (Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes).[6] Die Bundesregierung Merkel verneinte im März 2008 sogar jegliche Regelungslücke, indem sie feststellte: „Die Welterbekonvention ist 1976 gemäß…der so genannten ‚Lindauer Absprache‘ ratifiziert worden, d. h. die Länder haben damals ihr Einverständnis gegeben. Damit sind auch die Länder an die Welterbekonvention gebunden.“[7] Allerdings ist die Rechtsgültigkeit der Lindauer Absprache umstritten, da sie (siehe ebendort) möglicherweise nicht verfassungskonform ist.

Mit der Wiedervereinigung 1990 erweiterte sich die Gültigkeit der Welterbekonvention auf das Beitrittsgebiet (ehemalige DDR), wo jedoch ohnehin bereits im Frühjahr 1989 die Konvention durch den Staatsrat der DDR angenommen worden und in Kraft getreten war.[8] Im Einigungsvertrag wurde ihre Geltung für das Beitrittsgebiet allerdings mangels Aufnahme in die dafür vorgesehene Anlage II nicht explizit vereinbart. Somit steht ein weiteres „Fragezeichen“ hinter dem o.a. Bundesregierungs-Zitat, da ja die neuen Bundesländer 1976 noch nicht existierten.

Im Zusammenhang mit der Dresdner Waldschlößchenbrücke kam das Bundesverfassungsgericht zu der Einschätzung, dass die Welterbekonvention

„...nach Konzeption und Wortlaut keinen absoluten Schutz gegen jede Veränderung [bietet]. In Anbetracht [des] völkerrechtlichen Rahmens ist es verfassungsrechtlich möglich, dass sich der in einer förmlichen Abstimmung festgestellte Bürgerwille…in einem Konflikt über die planerische Fortentwicklung einer Kulturlandschaft durchsetzt. …Als Folge müssen dann gleichwohl die möglichen Nachteile aus der Entscheidung – wie etwa der Verlust des Welterbestatus und ein damit einhergehender Ansehensverlust – in Kauf genommen werden.“

– Bundesverfassungsgericht[9]

Organisatorischer Rahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschutzstellung und Pflege von Denkmälern sind Angelegenheit der deutschen Bundesländer. Mögliche Anträge zur Aufnahme in die Welterbeliste werden zunächst von der vorgesehenen Welterbestätte in Zusammenarbeit mit dem für Denkmalangelegenheiten zuständigen Ressort des entsprechenden Bundeslandes bearbeitet. Die Kultusministerkonferenz (KMK) führt die aus den Ländern kommenden Vorschläge zu einer einheitlichen deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) zusammen. Die Tentativliste dient nach Verabschiedung durch die Kultusministerkonferenz als Grundlage für die künftigen Nominierungen Deutschlands für die UNESCO-Welterbeliste. Sie wird über die für Denkmalpflege zuständigen Länderbehörden, das Sekretariat der KMK, das Auswärtige Amt und das UNESCO-Welterbezentrum in Paris dem UNESCO-Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt. Deutschland war 1976 bis 1978, 1980 bis 1987, 1991 bis 1997 Mitglied des Welterbekomitees. Von 1995 bis 1996 hatte es den Vorsitz. 2011 wurde Deutschland erneut in das Welterbekomitee gewählt. Die deutsche Delegation wird vom Auswärtigen Amt als dem für die Zusammenarbeit Deutschlands mit der UNESCO federführenden Ressort geleitet. Die KMK benennt einen Delegierten als Vertreter der Länder für den Kulturbereich beim Welterbekomitee der UNESCO.

Aufgabe der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), einer Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik, ist es, die Bundesregierung und die übrigen zuständigen Stellen in UNESCO-Belangen zu beraten, an der Verwirklichung des UNESCO-Programms in Deutschland mitzuarbeiten, die Öffentlichkeit über die Arbeit der UNESCO zu informieren und Institutionen, Fachorganisationen und Experten mit der UNESCO in Verbindung zu bringen. Die Deutsche UNESCO-Kommission wirkt an der Umsetzung der Welterbekonvention in Deutschland mit und arbeitet eng mit allen für das Welterbe zuständigen Stellen zusammen.

Als „Dachorganisation“ für die touristische Vermarktung der Welterbe-Stätten fungiert der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V.[10] mit

als ordentliche Mitglieder sowie mit einigen Fördermitgliedern. Der Verein wurde 2001 gegründet und hat seine Geschäftsstelle in Quedlinburg im Salfeldtschen Palais.

Welterbetag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der UNESCO-Welterbetag wurde in Deutschland auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V. ins Leben gerufen. Er wird seit 2005 alljährlich am ersten Sonntag im Juni mit Veranstaltungen an allen Welterbestätten begangen.[11]

Die zentrale Veranstaltung zum deutschen UNESCO-Welterbetag 2017 findet am 4. Juni 2017 im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl in Sassnitz statt.[12]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während im Rahmen des Dresdner Brückenstreits (s.u.) oft damit argumentiert wurde, dass der Welterbetitel keinen nennenswerten touristisch-ökonomischen Effekt für die Kommune und die ansässigen Unternehmen habe, wird dies deutschlandweit differenzierter beurteilt. Einige Stätten wie beispielsweise die Stralsunder Altstadt und die Klosterinsel Reichenau verzeichneten einen deutlich positiven Einfluss auf die Besucherströme.[13]

Konfliktfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der lückenhaften Gesetzesgrundlage wurde bisher – vor allem im Bewusstsein um die tourismusfördernde Bedeutung des UNESCO-Titels – eine Verletzung der Welterbekonvention in den meisten Fällen erfolgreich verhindert.[14] Zur offenen Konfrontation mit den Schutzzielen der UNESCO kam es lediglich beim Kölner Dom und beim Dresdner Elbtal. Während die örtliche Politik in Köln unter dem Druck der Weltorganisation nach einiger Zeit einlenkte und der Konflikt beigelegt wurde, endete der Dresdner Fall mit der Aberkennung des Welterbe-Status. In der Geschichte der UNESCO war dies der erste Entzug eines Welterbe-Titels seitens des Welterbekomitees. Der Oman hatte dagegen im Jahr 2007 selbst den Antrag gestellt, den Weltnaturerbe-Status des Wildschutzgebiets der Arabischen Oryx zurückzugeben.

Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat das „Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten“[15] Anfang 2009 im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket I auf den Weg gebracht. In diesem Programm stehen in den Jahren 2009 bis 2014 insgesamt 220 Mio. Euro Bundesmittel für die deutschen UNESCO-Welterbestätten zur Verfügung. Gefördert werden investive und konzeptionelle Maßnahmen, die der Erhaltung, Sanierung oder Weiterentwicklung der Welterbestätten dienen. Dazu gehören die Sanierung von Schlössern, Burgen, Einzelgebäuden, Industriedenkmälern und Landschaftsparks von Weltrang ebenso wie die Durchführung städtebaulicher Maßnahmen in deren Umfeld oder auch die Erstellung von touristischen Leitsystemen. Ein weiteres Ziel des Investitionsprogramms besteht darin, den fachlichen Austausch zwischen den Welterbestätten zu intensivieren. Die Auswahl der Förderprojekte 2009 und 2010 erfolgte auf Empfehlung einer unabhängigen Expertenkommission.

Kriterien waren dabei:

  1. Städtebau (stadtentwicklungspolitische Bedeutung, stadtbildprägende Wirkung, architektonische Qualität)
  2. Denkmalpflege (Konservatorisch restauratorische Maßnahmen, Reversibilität von Einbauten, Verträglichkeit der Einbauten)
  3. Zusätzliche Aspekte (Dringlichkeit, Machbarkeit, Nachhaltigkeit von Nutzungen, Vorbildwirkung, Innovationscharakter, energetische Aspekte, konjunkturelle Wirkung)

Mit den Mitteln des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung insgesamt 213 Projekte in 60 Welterbekommunen und UNESCO-Welterbestätten.

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Deutschland in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

Bild Name Jahr K/N Beschreibung
Aachen Germany Imperial-Cathedral-01.jpg Aachener Dom
Aachen Cathedral
1978 K Eines der architektonisch herausragendsten Bauwerke der karolingischen Renaissance; der Aachener Domschatz gehört zu den bedeutendsten Kirchenschätzen in Nordeuropa. Im Dom wurde von 936 bis 1531 31 deutsche Könige und Kaiser gekrönt.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, iv, vi[16]

SpeyererDom vonSuedWesten.JPG Speyerer Dom
Speyer Cathedral
1981 K Eines der weltweit bedeutendsten romanischen Bauwerke aus der Zeit des Heiligen römischen Reiches (die weltweit größte erhaltene romanische Kirche) und die Haus- und Grabeskirche des salischen Kaisergeschlechts

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii[17]

2004-06-27-Germany-Wuerzburg-Lutz Marten-Residenz side view 1.jpg Würzburger Residenz mit dem Hofgarten und dem Residenzplatz
Würzburg Residence with the Court Gardens and Residence Square
1981 K Ein bedeutendes Zeugnis des europäischen Barocks

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, iv[18]

Wieskirche 003.JPG Wallfahrtskirche auf der Wies (Wieskirche) in Steingaden
Pilgrimage Church of Wies
1983 K Ein herausragendes Zeugnis der spezifisch bayerischen Rokokoarchitektur

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, iii[19]

Schloss Augustusburg, Hof.JPG Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl
Castles of Augustusburg and Falkenlust at Brühl
1984 K Bedeutende Zeugnisse des Rokokostils in Deutschland und herausragende Beispiele für große Schlossbauten des 18. Jhd.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[20]

Hildesheim Cathedral.North.Tower.JPG Dom St. Mariä Himmelfahrt und Michaeliskirche in Hildesheim
St Mary’s Cathedral and St Michael’s Church at Hildesheim
1985 K Ein bedeutendes Zeugnis ottonisch-romanischer Bau- und Bildkunst

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, iii[21]

Trier Porta Nigra BW 1.JPG Römische Baudenkmäler, Dom St. Peter und Liebfrauenkirche in Trier
Roman Monuments, Cathedral of St Peter and Church of Our Lady in Trier
1986 K Ein herausragendes Zeugnis der römischen Epoche, speziell ein herausragendes Beispiel einer großen römischen Hauptstadt nach der Reichsteilung

Zum römischen Trier (Augusta Treverorum) gehören unter anderem die Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Konstantinbasilika, die Barbarathermen und die Römerbrücke.
(Kategorie:Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, iii, iv, vi[22]

Holstentor in Lübeck Frontseite - Zuschnitt.jpg Hansestadt Lübeck
Hanseatic City of Lübeck
1987 K Ein herausragendes Beispiel für das kulturelle Erbe der Hanse; durch die Aufnahme verschiedener Hansestädte in die Welterbeliste wird versucht die Geschichte der Hanse in ihrer gesamten Breite zu bezeugen.

Zum Welterbebereich gehören unter anderem: die Jakobikirche, das Heiligen-Geist-Hospital, der Dom, das Holstentor, das Kaisertor und die Salzspeicher am linken Traveufer. Es handelt sich um das größte Flächendenkmal des deutschen Welterbes.
(Kategorie:Weltkulturerbe Lübeck)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iv[23]

P1190390 Potsdam sans souci rwk.jpg Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin
Palaces and Parks of Potsdam and Berlin

Karte der Welterbestätte

1990, erweitert 1992 und 1999[24] K Eine großflächige Kulturlandschaft mit weltweit herausragenden Schloss- und Parkanlagen

1990 wurden unter anderem zunächst das Schloss und der Park Sanssouci sowie die Pfaueninsel mit ihrem Schloss in die Welterbeliste aufgenommen; 1992 wurde das Welterbe um das Schloss und den Park Sacrow mit der Heilandskirche erweitert. Seit 1999 umfasst es unter anderem auch das Schloss und den Park Lindstedt sowie die Villa Henckel mit Garten.[25][26]
(Kategorie:Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, iv[27]

Kloster Lorsch 03.jpg Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch
Abbey and Altenmünster of Lorsch
1991 K Ein herausragendes architektonisches Zeugnis aus der Karolingerzeit und eines der größten Reichsklöster des Frankenreiches

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iii, iv[28]

Rammelsberg.jpgGoslarInnenstadt.jpg Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft
Mines of Rammelsberg, Historic Town of Goslar and Upper Harz Water Management System
1992, erweitert 2010 K Ein weltweit herausragendes bergbaugeschichtliches Ensemble; kein anderes Bergwerk ist kontinuierlich über 1000 Jahre in Betrieb gewesen.

1992 wurden zunächst das Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar in die Welterbeliste aufgenommen; 2010 wurde das Welterbe um das Oberharzer Wasserregal einschließlich des Klosters Walkenried (die Walkenrieder Mönche legten den Ursprung für die Wasserwirtschaft) und des historischen Bergwerks Grube Samson erweitert.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, iii, iv[29]

Altes Rathaus (Bamberg) 10.JPG Altstadt von Bamberg
Town of Bamberg
1993 K Ein herausragendes Beispiel einer frühen mittelalterlichen Stadt in Zentraleuropa

Zum Welterbebereich gehören die drei historischen Stadtzentren Berg- (u. a. Dom St. Peter und St. Georg und Alte Hofhaltung), Insel- (u. a. Altes Rathaus und Klein-Venedig) und Gärtnerstadt.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[30]

Kloster Maulbronn 2009.jpg Kloster Maulbronn
Maulbronn Monastery Complex
1993 K Die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[31]

Roofs of Quedlinburg Germany.jpg Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg
Collegiate Church, Castle and Old Town of Quedlinburg
1994 K Quedlinburg ist unter anderem aufgrund der zahlreichen bis heute in hoher Qualität erhalten gebliebenen Fachwerkhäuser ein herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt in Europa; außerdem befindet sich in der Stiftskirche ein weltberühmter Kirchenschatz.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iv[32]

Weltkulturerbe Völklinger Hütte.jpg Völklinger Hütte
Völklingen Ironworks
1994 K Ein weltweit bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte; alle Phasen der Roheisenerzeugung sind hier am authentischen Ort nachvollziehbar.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[33]

Darwinius masillae PMO 214.214.jpg Grube Messel (Fossilienfundstätte)
Messel Pit Fossil Site
1995 N Eines der weltweit bedeutendsten Zeugnisse, die die Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere dokumentieren

Erfüllte Kriterien für Naturerbe: vii[34]

CologneCathedral-FlightOverCologne001a.jpg Kölner Dom
Cologne Cathedral
1996 K Besonders beeindruckend ist die einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente und des Schmuckwerks im Stil der mittelalterlich-gotischen Architektur.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, iv[35]

Dessau Bauhaus neu.JPG Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau
Bauhaus and its Sites in Weimar, Dessau and Bernau
1996, erweitert 2017 K Bedeutende Zeugnisse, die den Bauhausstil, einen der bedeutendsten Design- und Architeckturstile des 20. Jahrhunderts, in den Städten Weimar, Dessau und Bernau repräsentieren.

1996 wurden zunächst das Bauhaus Dessau, die Meisterhäuser und das Musterhaus „Am Horn“ in die Welterbeliste aufgenommen; 2017 wurde das Welterbe um die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und die Laubenganghäuser der Siedlung Dessau-Törten erweitert.[36]

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv, vi[37]

Stadtkirche Wittenberg.JPG Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg
Luther Memorials in Eisleben and Wittenberg
1996 K Herausragende Zeugnisse einer der bedeutendsten Epochen der (Kirchen)geschichte: die Zeit der Reformation und Gegenreformation

Zum Welterbe gehören unter anderem: Martin Luthers Geburtshaus und Martin Luthers Sterbehaus in Eisleben sowie das Lutherhaus und das Melanchthonhaus in Wittenberg.
(Kategorie:Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iv, vi[38]

Goethe- und Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater auf dem Theaterplatz in Weimar Klassisches Weimar
Classical Weimar
1998 K Zahlreiche Gebäude und Parks – die bedeutendsten Stätten der deutschen Literatur – zeugen bis heute von der Epoche der Weimarer Klassik. Im späten 18. und frühen 19. Jhd. war Weimar das kulturelle Zentrum Europas.

Zum Welterbe gehören unter anderem herausragende Schiller-, Goethe- und Herdergedenkstätten sowie die Anna-Amalia-Bibliothek.
(Liste der Unesco-Denkmale in Weimar)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iii, vi[39]

Alte Nationalgalerie abends.jpgBerlin Museumsinsel Fernsehturm.jpg Museumsinsel in Berlin
Museumsinsel (Museum Island), Berlin
Karte der Welterbestätte
1999 K Ein einzigartiges Ensemble in der europäischen Kulturlandschaft, welches auf herausragende Weise die Entwicklungsgesichte der modernen Museumsarchitektur zeigt.

Zum Welterbe bzw. zur Museumsinsel gehören: das Pergamonmuseum, das Alte Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Neue Museum.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[40]

Wartburg2004.JPG Wartburg in Eisenach
Wartburg Castle
1999 K Eine der historisch interessantesten Burgen in Deutschland; sie steht in Verbindung mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten (u. a. Martin Luther und die Heilige Elisabeth) und Ereignissen (u. a. Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche).

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iii, vi[41]

Schloss Mosigkau.JPGWörlitzNeuebrücke.JPG Gartenreich Dessau-Wörlitz
Garden Kingdom of Dessau-Wörlitz
2000 K Ein herausragendes Beispiel der Landschaftsgestaltung im Geiste der Aufklärung.

Zum Welterbe bzw. zum Gartenreich gehören folgende Schlösser und Parks: Luisium, Georgium, Mosigkau, Großkühnau, Sieglitzer Berg, Oranienbaum und Wörlitz.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[42]

St georg oberzell reichenau.jpg Klosterinsel Reichenau im Bodensee
Monastic Island of Reichenau
2000 K Ein bedeutendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter

Im Welterbebereich bzw. auf der Insel befinden sich unter anderem folgende bedeutende Gotteshäuser: das Münster St. Maria und Markus, die Kirche St. Peter und Paul und die Georgskirche.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iii, iv, vi[43]

ZecheZollverein.jpg Industriekomplex Zeche Zollverein in Essen
Zollverein Coal Mine Industrial Complex in Essen
2001 K Ein bedeutendes Zeugnis der Entwicklung der Schwerindustrie in Europa

Zum Welterbebereich gehören die Schachtanlagen 12 und 1/2/8 der Zeche sowie die Kokerei Zollverein.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iii[44]

St.Goarshausen Loreley Burg Katz 2016-03-27-17-13-57.jpg Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz
Upper Middle Rhine Valley
2002 K Die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft ist der außergewöhnliche Reichtum an kulturellen Zeugnissen. Sie bildet den Inbegriff der Rheinromantik.

Zum Welterbebereich gehören unter anderem: die Loreley, die Festung Ehrenbreitstein und die Marksburg.
(Kategorie:Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal)

Die Festung Ehrenbreitstein war bereits 1984 nominiert.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv, v[45]

Stralsund St Nikolai St Jakobi.jpg Altstädte von Stralsund und Wismar
Historic Centres of Stralsund and Wismar
2002 K Ein herausragendes Beispiel für das kulturelle Erbe der Hanse

Zum Welterbebereich gehören unter anderem der Alte Markt und die Marienkirche in Stralsund sowie der Marktplatz und die Nikolaikirche in Wismar.
(Kategorie:Historische Altstädte Stralsund und Wismar)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[46]

RathausBremen-01-1.jpg Rathaus und Roland auf dem Marktplatz von Bremen
Town Hall and Roland on the Marketplace of Bremen
2004 K Bedeutende Repräsentationen der zivilen Autonomie und Souveränität während des Heiligen Römischen Reiches

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iii, iv, vi[47]

Bad Muskau Neue Schloss 01.JPG Muskauer Park in Bad Muskau
Muskauer Park / Park Mużakowski
2004 K Ein herausragendes Beispiel europäischer Gartenbaukunst sowie der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil. Sowohl der deutsche als auch der polnische Teil des Parks gehören zum Kulturerbe

In der historischen Oberlausitz bedeckt der Park 3,5 km² in Polen und 2,1 km² in Deutschland.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, iv[48]

Saalburg - Haupteingang 2009.jpg Grenzanlagen des Römischen Reichs: Obergermanisch-Raetischer Limes
Frontiers of the Roman Empire
2005, Teile des KE schon 1987, erweitert 2008 K Das weltweit zweitlängste Bodendenkmal nach der Chinesischen Mauer[49]
(Liste der Kastelle am Obergermanisch-Raetischen Limes)

1987 wurden zunächst die Reste des Hadrianswalls in Großbritannien in die Welterbeliste aufgenommen; 2005 wurde das Welterbe um den Obergermanisch-Raetischen Limes erweitert. Seit 2008 umfasst es den Antoninuswall in Schottland.[50]

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iii, iv[51]

Regensburg 08 2006 2.jpg Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof
Old town of Regensburg with Stadtamhof
2006 K Die Altstadt bezeugt die Geschichte der Stadt als europäisches Handelszentrum im Mittelalter, politischen Kern des Heiligen Römischen Reiches und kulturellen sowie religiösen Mittelpunkt über Jahrhunderte.[52] Regensburg bildet heute die größte mittelalterliche Stadtanlage nördlich der Alpen.[53]

Zum Welterbebereich gehören über 980 denkmalgeschützte Bauwerke. Dies sind unter anderem: das Alte Rathaus, der Dom und die Steinerne Brücke.[54]
(Liste der Baudenkmäler in Regensburg-Stadtamhof)
(Liste der denkmalgeschützten Ensembles in Regensburg)

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iii, iv[55]

Berlin GS Siemensstadt Panzerkreuzer.jpg Siedlungen der Berliner Moderne
Berlin Modernism Housing Estates

Karte der Welterbestätte

2008 K Die Siedlungen waren stilbildend für den Sozialen Wohnungsbau nach dem Ersten Weltkrieg und wurden mit ihren klaren und neuen Formen sowie dem sozialen Anspruch allgemein bestimmend für die Architektur und den Städtebau des 20. Jahrhunderts.

Zum Welterbe gehören sechs Reformsiedlungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin errichtet wurden. Dies sind: die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Hufeisensiedlung, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv, v[56]

Phoca vitulina and Halichoerus grypus on Sandplate.jpg Deutsches Wattenmeer
Wadden Sea
2009, erweitert 2011 und 2014 N Das weltweit größte Wattenmeer sowie ein weltweit bedeutender Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bildet eine grenzüberschreitende Naturerbestätte

2009 wurden zunächst das niederländische Wattenmeer-Schutzgebiet und die Wattenmeer-Nationalparks in Niedersachsen und Schleswig-Holstein in die Welterbeliste aufgenommen; 2011 wurde das Welterbe um den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer erweitert. Seit 2014 umfasst es ebenfalls den dänischen Nationalpark Wattenmeer.

Erfüllte Kriterien für Naturerbe: viii, ix, x[57]

Weberstedter Holz.jpg Alte Buchenwälder Deutschlands
Primeval Beech Forests of the Carpathians and the Ancient Beech Forests of Germany
2011, restliches NE schon 2007 N Die weltweit bedeutendsten Zeugnisse naturnaher Tiefland-Buchenwälder und herausragende Mittelgebirgsbuchenwälder[58] sind Teil einer transnationalen Naturerbestätte

Es handelt sich um eine Erweiterung des bereits seit 2007 bestehenden Weltnaturerbes Buchenurwälder der Karpaten um die alten Buchenwälder im Nationalpark Jasmund, im Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks, Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Nationalpark Hainich und im Nationalpark Kellerwald-Edersee. 2017 kamen weitere Buchenwaldgebiete in verschiedenen Ländern zum Welterbe hinzu.[59]

Andere Länder: Neben Buchenwaldgebieten in Deutschland zählen auch Buchewaldgebiete in Albanien, Belgien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Österreich, Romänien, der Slowakei, Slowenien und Spanien zum Welterbe[60]

Erfülltes Kriterium für Naturerbe: ix[61]

Fagus Gropius Hauptgebaeude 200705 wiki front.jpg Fagus-Werk in Alfeld
Fagus Factory in Alfeld
2011 K Der 1911 von Walter Gropius und Adolf Meyer errichtete Fabrikbau gilt als Ursprungswerk der modernen Industriearchitektur.[62]

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv, v[63]

D-BW-Uhldingen-Mühlhofen - Pfahlbaumuseum - Haus Schussenried.jpg Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
Prehistoric Pile dwellings around the Alps
2011 K Die Pfahlbauten sowie die dort gemachten Funde sind herausragende Zeugnisse zur Geschichte und des Lebens der Siedlergemeinschaften in der Jungsteinzeit sowie den Metallzeiten.[64]

In Deutschland gehören 18 Pfahlbauten in Baden-Württemberg und Bayern zur Welterbestätte.

Andere Länder: Außerdem gehören zum Welterbe auch noch Pfahlbaufundstellen (insgesamt 111) in folgenden weiteren Alpenländern: Schweiz, Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: iv, v[65]

Opéra des margraves intérieur Bayreuth.JPG Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth
Margravial Opera House Bayreuth
2012 K Ein Juwel unter den Theaterbauten des 18. Jahrhunderts in Europa; es ist das einzige noch erhaltene Beispiel, in dem die Kultur und Akustik einer barocken Hofoper authentisch erlebbar sind.[66]

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, iv[67]

Herkules1 1.png Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel
Bergpark Wilhelmshöhe
2013 K Ein 300 Jahre altes herausragendes Beispiel europäischer Gartenkunst; weltweit gibt es nirgendwo anders einen Park mit Wasserspielen in vergleichbarer Größe[68]; teilweise sind hier bis zu 300 Jahre alte Wasserleitungen noch in Gebrauch.[69]

Zum Welterbebereich bzw. dem Bergpark gehören unter anderem: die Wasserspiele, das Oktogon mit der Herkulesstatue, die Löwenburg und das Schloss Wilhelmshöhe.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iv[70]

Corvey Westwerk 2.jpg Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey in Höxter
Carolingian Westwork and Civitas Corvey
2014 K Eines der bedeutendsten karolingischen Klöster der Welt (Es besitzt das weltweit älteste und einzige fast vollständig erhaltene Westwerk aus der Karolingerzeit.[71]); es ist im Jahre 822 entstanden und bildet eine herausragende Verbindung der karolingischen Architektur mit antiken Vorbildern.

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: ii, iii, iv[72]

Hamburg-090613-0266-DSC 8363-Speicherstadt.jpg Speicherstadt und Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in Hamburg
Speicherstadt and Kontorhaus District with Chilehaus
2015 K Weltweit bedeutende Zeugnisse der Geschichte des (See)handels
  • Die Hamburger Speicherstadt ist das größte zusammenhängende, einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt.
  • Das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus war das erste reine Büroviertel auf dem europäischen Kontinent.

Erfülltes Kriterium für Kulturerbe: iv[73]

Weissenhof Corbusier 03.jpg Das architektonische Werk Le Corbusiers – Zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart
[74]The Architectural Work of Le Corbusier, an Outstanding Contribution to the Modern Movement
2016 K Weltweit bedeutende Zeugnisse der Architektur der Moderne.

In Deutschland gehören zum Welterbe zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart: das Weissenhofmuseum und das Haus Citrohan.

Andere Länder: Außerdem gehören zum Welterbe "Das architektonische Werk Le Corbusiers" noch Bauten in Belgien, Frankreich, Indien, Japan und der Schweiz.[75]

Erfüllte Kriterien für Kulturerbe: i, ii, vi[76]

Original Venus vom Hohlefels 20150118.jpg Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura
Caves and Ice Age Art in the Swabian Jura
2017 K Die Höhlen, die sie umgebende Landschaft und insbesondere die einzigartigen dort gemachten Funde von Mensch- und Tierfiguren und Musikinstrumenten aus Elfenbein sind einzigartige Zeugnisse einer vorgeschichtlichen (mobilen) Jäger- und Sammlergesellschaft.

Das Welterbe umfasst verschiedene Höhlen im Achtal (u. a. Hohler Fels und Geißenklösterle) sowie im Lonetal (u. a. Vogelherdhöhle und Hohlenstein) bei Ulm (Schwäbische Alb). Erfülltes Kriterium für Kulturerbe: iii [77]

Als Welterbe gestrichene Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Kulturlandschaft Dresdner Elbtal
Kulturlandschaft Dresdner Elbtal
(Lage)
2004–2009 K 1156 Kulturlandschaft mit zahlreichen bedeutenden Barockgebäuden (Dresdner Barock). Zum Welterbe gehörten 20 km entlang der Elbe zwischen Dresden-Söbrigen und Dresden-Übigau. Diese umfasste u. a.: das Blaue Wunder, die Elbschlösser und die Dresdner Altstadt.

Die UNESCO strich dieses Gebiet am 25. Juni 2009 von der Liste des Welterbes, da der Bau der Waldschlößchenbrücke durch das Elbtal nicht eingestellt worden war.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste (Vorschläge) sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.[78] Derzeit (2017) sind 17 Stätten in der Tentativliste von Deutschland eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2015.[79] Davon sind zwei bereits für die Sitzung des Welterbekomitees im Jahr 2018 zur Aufnahme in das Welterbe nominiert. Die folgenden Tabellen listen die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

Nominierungen für 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Name, Welterbestätte, die erweitert werden soll und ggf. neuer Name Jahr K/N Grenzüberschreitend Beschreibung Stand des Bewerbungsverfahrens
Wikingerhaeuser Haithabu.jpg Bisheriger Name: Wikingerstätten Nordeuropas / Danewerk und Haithabu[80]

Neuer Name: Haithabu und Danewerk, eine archäologische Grenzlandschaft
Hedeby and Danevirke, an archaeological border landscape

2011 K Grenzüberschreitende Bewerbung von sieben Wikingerstätten in Dänemark, Deutschland, Island (Federführung), Norwegen und Lettland unter dem Namen "Wikingerstätten Nordeuropas" (ausgesetzter Antrag aus dem Jahr 2015) [81][82] Bedeutende Zeugnisse des Lebens und der (Besiedlungs)geschichte der Wikinger in Europa, hier speziell im heutigen deutsch-dänischen Grenzgebiet (die Gegend bildete den Kern des Grenzraums zwischen dem christlichen Kontinent und den skandinavischen Gesellschaften in der Zeit zwischen dem 5. und dem 12. Jahrhundert n. Chr.)[83]

Während das Danewerk eine Wallanlage war, handelt es sich bei Haithabu um eine bedeutende Siedlung dänischer Wikinger, welche in die Wallanlage teilweise eingebunden war.

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Stätten der Wikinger.

Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner 39. Sitzung am 5. Juli 2015 in Bonn das Bewerbungsverfahren ausgesetzt. Kritisiert wurde, dass die sieben nominierten Stätten nicht das gesamte Phänomen der Besiedlung und des Handels durch die Wikinger in Nordeuropa dokumentieren würden. Im Rahmen einer neuen Bewerbung und Begutachtung der Stätten durch den Internationalen Denkmalrat in Paris (ICOMOS) kann der Welterbetitel erneut beantragt werden.[84][85] Von der UNESCO wurde jedoch empfohlen von einer weiteren transnationalen Bewerbung Abstand zu nehmen. Es seien vielmehr nationale Einzelnominierungen zu empfehlen. Deshalb ist es geplant 2018 Danewerk und Haithabu unter dem neuen Titel Haithabu und Danewerk, eine archäologische Grenzlandschaft für das Welterbe zu nominieren.[86] Hierbei soll der Fokus des Antrags vor allem auf die Bedeutung der Gegend als historisch wichtige Grenzlandschaft gelegt werden.
Jüdischer Friedhof Altona Aschkenasischer Teil-14.nnw.jpg Jüdischer Friedhof Altona Königsstraße. Sephardische sepulchrale Kultur des 17. und 18. Jahrhunderts zwischen Europa und der Karibik.
The Jewish Cemetery of Altona Königstraße. Sephardic Sepulchral Culture of the 17th and 18th century between Europe and the Caribbean
2015 K Es wurde überlegt gemeinsam mit der Republik Suriname (jüdische Ansiedlung Jodensavanne und der Friedhof Cassipora) und den Niederlanden (Friedhof Beth Haim (Ouderkerk aan de Amstel)) eine "internationale serielle Bewerbung" von jüdischen Friedhöfen vorzubereiten. Dies kam nicht zustande.[87] Auf Grund seiner Größe, seines Alters und der großen Zahl an erhaltenen Grabsteinen einer der weltweit bedeutendsten jüdischen Friedhöfe

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der jüdischen Stätten.[88]

Empfehlung des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Unterstützung einer seriellen Bewerbung. Diese kam nicht zustande.[89][90]

Weitere aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild Name Jahr K/N Grenzüberschreitend Beschreibung und Zugehörigkeit zu einer bisher unterrepräsentierten Kategorie Stand des Bewerbungsverfahrens
Freyburg - Weinberg über der Unstrut.jpg Bisheriger Name: Der Naumburger Dom und die Landschaft entlang der Flüsse Saale und der Unstrut – ein bedeutendes Herrschaftsgebiet im Hochmittelalter
The Naumburg Cathedral and the landscape of the rivers Saale and Unstrut an important dominion in the High Middle Ages

Neu eingereichter Name: Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut.

1999 K Eine der weltweit bedeutendsten (Kultur)landschaften, die von der Zeit des Hochmittelalters zeugen; (fast) nirgendwo anders gibt es ein Gebiet mit einer so hohen Dichte an hochmittelalterlichen Befestigungsanlagen, Profan- und Sakralbauten[91]

Zum Kern des Bewerbungsantrags gehören unter anderem: die Altstadt Naumburg, die Burganlage Schönburg, die Klosterkirche und Schlossanlage Goseck, das Romanische Haus Bad Kösen, die Rudelsburg, die Altstadt Freyburg mit der Marienkirche und das Schloss Neuenburg.

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Kulturlandschaften.

Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner 39. Sitzung am 5. Juli 2015 in Bonn den Antrag an die Antragsteller zurückverwiesen. Am 1. Februar 2016 wurde dem Welterbe-Komitee ein überarbeiteter Antrag unter dem neuen Titel „Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut“ überreicht,[92][93] der aber auf der 41. Sitzung des Welterbekomitees 2017 nicht in die Welterbeliste aufgenommen wurde. Man erkannte lediglich dem Naumburger Dom und nicht der Landschaft an Saale und Unstrut die Erfüllung der Kriterien auf die Eintragung als kulturelles Welterbe an und stellte daher den Gesamtantrag zurück, um den Antragstellern innerhalb von drei Jahren die Möglichkeit zu geben, ohne erneute Prüfung durch ICOMOS, einen Antrag ausschließlich bezogen auf den Naumburger Dom zu stellen.[94]
Kulissenbibliothek Franckesche Stiftungen 2.JPG Gebäude der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale)
Francke Foundation Buildings
1999 K Mit die bedeutendsten Bauwerke aus der Zeit des Pietismus und der frühen Aufklärung in Deutschland; 1698 durch den Theologen und Pädagogen August Hermann Francke gegründet; beherbergen bis heute zahlreiche kulturelle, wissenschaftliche, pädagogische und soziale Einrichtungen.

Es handelt sich um etwa 50 Gebäude.

Der Antrag auf Erlangung des Welterbetitels wurde am 7. Januar 2016 zurückgezogen. Die Verleihung des Titels kann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ihr bessere Chancen eingeräumt werden, immer noch beantragt werden.[95]
FrohnauerHamer-neu.jpg Bergbau- und Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří
Mining Cultural Landscape Erzgebirge/Krušnohoří
2012 K Grenzüberschreitende Bewerbung von der deutschen Region Erzgebirge und der tschechischen Region Krušnohoří Herausragendes Beispiel einer Bergbauregion in Europa, weitgehend original erhalten sind zahlreiche technische Denkmäler sowie weitere mit dem Montanwesen in Verbindung stehende Gebäude

Zum Kern des Bewerbungsantrags gehören in Sachsen die Bergbaustädte und -gebiete Altenberg, Freiberg, Marienberg, Annaberg, Schneeberg, Schwarzenberg und Oelsnitz und in Tschechien die Bergbaustädte und -gebiete Jachymov, Horní Blatná und Krupka.

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Kulturlandschaften.

Die Vertreter der Landkreise, Städte und Gemeinden im Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 8. April 2016 beschlossen, den Antrag auf Erlangung des Welterbetitels erst einmal zurückzuziehen, um ihn nach einer Überarbeitung zu einem späteren Zeitpunkt erneut einzureichen. Bisher war es geplant, den Titel 2016 bei der UNESCO zu beantragen. Zu der Entscheidung kam es in enger Absprache mit dem Internationalen Denkmalrat in Paris (ICOMOS). Dieser hält die Region prinzipiell für welterbewürdig, hat aber eine Präzisierung der bisher eingereichten Unterlagen angeregt.[96]
Baden-Baden 10-2015 img37 Pump house.jpg Bedeutende europäische Bäder des 19. Jahrhunderts
Great Spas of Europe
2014 K Grenzüberschreitende Bewerbung von Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien Österreich und Tschechien (Federführung) Städte bzw. Heilbäder, die allgemein wichtige Aspekte der Medizingeschichte und speziell alle wichtigen Aspekte der Geschichte der Kurmedizin bezeugen (sollen)[97]

In Deutschland gehören nur noch Baden-Baden, Bad Kissingen und Bad Ems dazu.[98]

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Stätten der Kurgeschichte.

Zunächst sollten 16 Kurbäder gemeinsam den Welterbetitel erlangen. Sie stehen noch (teilweise) auf den Tentativlisten der beteiligten Staaten.[99] Innerhalb der Vorbereitungen zur Übermittlung der endgültigen Bewerbung an die UNESCO wurde die Liste der Städte inzwischen jedoch reduziert. Der Grund dafür ist: Der Fokus der Bewerbung scheint immer mehr auf der Bedeutung der Städte als Heilbad und für die Medizingeschichte zu liegen und weniger als Gesellschafts- und Weltbad.[100]
Gesamtes Ausmass 02.jpg Alpine und voralpine Wiesen- und Moorlandschaften (historische Kulturlandschaften im Werdenfelser Land, Ammergau, Staffelseegebiet und Murnauer Moos, Landkreis Garmisch-Partenkirchen)
Alpine and pre-alpine meadow and marsh landscapes (historic anthropogenic landscapes in the area of “Werdenfelser Land”, “Ammergau”, “Staffelseegebiet” and “Murnauer Moos”, district Garmisch-Partenkirchen)
2015 K/N Mit die bedeutendsten erhaltengebliebenen Weidelandschaften in Europa.

Dieser Vorschlag umfasst verschiedene Kulturlandschaften (alle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelegen), in denen sich bis heute eine für das Alpengebiet traditionelle Landwirtschaftsform erhalten hat.

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Kulturlandschaften. [101]

Empfehlung des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Ein griffigerer Titel, exaktere Festlegung des Nomienierungsgebiets und eine Einholung der Zustimmung aller beteiligten Landwirte[102]
Jewish man - worms - 16th century.jpg SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz
ShUM cities of Speyer, Worms and Mainz
2015 K Die jüdischen Gemeinden der drei im Mittelalter bedeutenden und miteinander kooperierenden Städte gelten als Geburtsstätte der aschkenasischen religiösen Kultur. Die dort entstandenen Minhagim (Bräuche) und Takkanot (Vorschriften) wirken im orthodoxen Judentum bis heute.

Zum Kern des Bewerbungsantrags gehören der Judenhof und die Synagoge in Speyer, der Synagogengarten und der Friedhof Heiliger Sand in Worms und der Jüdische Friedhof in Mainz.[103]

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der jüdischen Stätten.[104]

Empfehlung des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Überprüfung der Sinnhaftigkeit einer gemeinsamen Nominierung mit der Alten Synagoge und Mikwe in Erfurt – Zeugnisse von Alltag, Religion und Stadtgeschichte zwischen Kontinuität und Wandel[105]
Schwerin Castle Aerial View Island Luftbild Schweriner Schloss Insel See.jpg Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus
Residence Ensemble Schwerin – Cultural Landscape of Romantic Historicism
2015 K Das Schweriner Schlossensemble kann eine außergewöhnlich lange, epochenübergreifende Tradition als historischer, politischer und architektonischer Zentralort (Fürsten- und Parlamentssitz) vom 10. Jahrhundert bis in die Gegenwart vorweisen.

Zum Kern des Bewerbungsantrags gehört Schwerins historischer und teilweise auch gegenwärtiger Herrschaftsmittelpunkt bestehend Schloss, Theater, Museum, Schlosskirche, Marstall, Wäscherei und den Gärten[106]

Empfehlungen des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Überprüfung der Sinnhaftigkeit einer seriellen Nominierung mit anderen Stätten, die den Residenzbau des späten 19. Jahrhunderts in herausragender Weise repräsentieren, oder mit den Herzogsschlössern Ludwigslust und Güstrow, da der Vorschlag in eine überrepräsentierte Kategorie fällt[107]
La colonie dartistes jugendstil (Mathildenhöhe, Darmstadt) (7882268852).jpg Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt
Darmstadt Artists’ Colony Mathildenhöhe
2015 K Ein bedeutendes künstlerisches und architektonisches Zeugnis der Wende vom Jugendstil zur Moderne.

Der Vorschlag umfasst die Wirkungsstätte der Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe mit deren Ausstellungsgebäuden samt dem Hochzeitsturm, dem Platanenhain mit seinen Gartenpavillons und dem Skulpturengarten sowie mehrere Meisterhäuser aus der Zeit von 1899 bis 1914.[108]

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der Stätten der Moderne.[109]

Die Aufnahme in die Welterbeliste ist für das Jahr 2019 anvisiert.[110]
Alte Synagoge Erfurt.JPG Alte Synagoge und Mikwe in Erfurt – Zeugnisse von Alltag, Religion und Stadtgeschichte zwischen Kontinuität und Wandel
Old Synagogue and Mikveh in Erfurt – Testimonies of everyday life, religion and town history between change and continuity
2015 K Eine der am besten erhaltenen Synagogen Mitteleuropas sowie allgemein herausragende Zeugnisse mittelalterlicher jüdischer Sakral- und Profanbauten

Der Vorschlag umfasst neben der alten Synagoge und dem Badehaus auch noch einen Profanbau. Die Stätten aus dem 11.-13. Jahrhundert liegen alle inmitten der Erfurter Altstadt.

Der Vorschlag gehört zur bisher unterrepräsentierten Kategorie der jüdischen Stätten.[111]

Empfehlung des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Überprüfung der Sinnhaftigkeit einer gemeinsamen Nominierung mit den SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz; andernfalls stärkere Herausarbeitung der Besonderheiten eines Einzelantrags (z. B. Jüdischer Handel/Alltag in einer mittelalterlichen Stadt)[112]
Castle Neuschwanstein.jpg Gebaute Träume – Die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee des Bayerischen Königs Ludwig II.
Dreams in Stone – the palaces of King Ludwig II of Bavaria: Neuschwanstein, Linderhof and Herrenchiemsee
2015 K „Die Schlösser verkörpern in weltweit einzigartiger Zuspitzung eine spätromantisch-historistische Architekturkonzeption, die auf vielfältige Weise die Kulturepoche des späten 19. Jahrhunderts repräsentiert.“[113]

Schlossbauten der verschiedensten Epochen sind auf der Welterbeliste überrepräsentiert.[114]

Empfehlungen des Fachbeirates zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe: Die Bedeutung der Schlösser nicht ausschließlich an der Person des „Märchenkönigs“ festmachen, eine stärkere Verortung der Schlösser in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext, eine bessere Herausstellung des Werts des erhaltenen Gebäude- und Ausstattungsbestandes im weltweiten Vergleich und die Überprüfung der Sinnhaftigkeit einer seriellen Nominierung mit anderen Stätten, die den Residenzbau des späten 19. Jahrhunderts in herausragender Weise repräsentieren (z. B. Residenzensemble Schwerin), da der Vorschlag in eine überrepräsentierte Kategorie fällt[115]
Wassertürme am Roten Tor, links St. Ulrich - Fotograf Reinhard Paland.jpg Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg
Hydraulic Engineering and Hydropower, Drinking Water and Decorative Fountains in Augsburg
2015 K Ein herausragendes Zeugnis der Geschichte der Wasserwirtschaft

Der Vorschlag umfasst vier Bach- und Kanalsysteme sowie 24 weitere historische Objekte und Ensembles aus dem Bereich des Wasserbaus und der Wasserversorgung in Augsburg, unter anderem die beiden ältesten bestehenden Wasserwerke sowie die drei ältesten bestehenden Wassertürme Deutschlands und wohl auch Mitteleuropas.[116]

Der Vorschlag kann die Kategorie der Stätten der Technikgeschichte auf sinnvolle Weise ergänzen.[117]

Die Aufnahme in die Welterbeliste ist frühestens ab 2019 anvisiert.[118]
Römermuseum Kastell Boiotro Passau.JPG Bezeichnung: Grenzanlagen des Römischen Reichs

Erweitert werden soll: Grenzanlagen des Römischen Reichs

Frontiers of the Roman Empire

2015 K Erweiterung zusammen mit Österreich (Federführung) um den sogenannten Donaulimes Erweiterung um Stätten in Bad Gögging, Eining Weinberg, Regensburg, Pfatter-Gmünd, Straubing, Künzing und Passau (Donaulimes) Die Erweiterung ist frühestens für das Jahr 2019 anvisiert.[118]
SchlossHartenfels.JPG Bezeichnung: Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und Thüringen

Erweitert werden soll: Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg

Neue Name: Luthergedenkstätten in Mitteldeutschland

Luther memorials in Saxony-Anhalt, Saxony, Bavaria and Thuringia

2015 K Erweiterung zum Welterbe Luthergedenkstätten in Mitteldeutschland u. a. um weitere Stätten in Wittenberg und Eisleben, das Elternhaus und die St.-Georg-Kirche in Mansfeld, Schloss Hartenfels in Torgau, die Veste Coburg und das Augustinerkloster in Erfurt Die Erweiterung des Welterbes war für das Jahr 2017 anvisiert[119], die Nominierung wurde jedoch vor der Sitzung des Welterbekomitees zurückgezogen.

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[120]

Bild Bezeichnung Jahr Art Beschreibung Bemerkung
Elisabethkirche Marburg 01.jpg Elisabethkirche in Marburg 1980–1993 K Mit dem Bau wurde im Jahr der Heiligsprechung Elisabeths (1235) begonnen und sie wurde 1283 geweiht Der Antrag stand ehemals auf der Tentativliste, wurde aber nicht bei der UNESCO eingereicht
Wierschem, Burg Eltz, 2012-08 CN-01.jpg Burg Eltz 1984–1996 K 1996 wieder zurückgezogen
Walhalla Panorama.jpg Kulturlandschaft Donau-Tal rund um Regensburg inklusive der Walhalla und dem Donaustauf 1984 K beinhaltet die Nominierung Walhalla von 1980 1996 wieder zurückgezogen
Externsteine pano.jpg Externsteine 1984-96 N 1996 wieder zurückgezogen
Bad Doberan Zisterzienserkloster.jpg Doberaner Münster 1984–1991 K 1996 wieder zurückgezogen
Braunschweig Brunswick Loewe mit Dom im Hintergrund.jpg Braunschweiger Löwe 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Zitadelle Spandau - Berlin - 2014.jpg Zitadelle Spandau 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
BasilikaStMartin.JPG Abtei Weingarten 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Schlosspark Nymphenburg Mittelkanal-1.jpg Schlosspark Nymphenburg 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Gelnhausen Stadtansicht.jpg Gelnhausen 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Ludwigskirche.jpg Ludwigsplatz in Saarbrücken 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Theatiner Kirche Muenchen.jpg MünchenLudwigstraße, Königsplatz, Odeonsplatz, Feldherrnhalle 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Augsburg - st ulrich u afra.jpg AugsburgZeughaus, Rathaus, Basilika St. Ulrich und Afra 1984 K 1996 wieder zurückgezogen
Weißenstein Südansicht.JPG Schloss Weißenstein in Pommersfelden 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
St. Peter, Dom zu Worms.jpg Wormser Dom 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Maria Lach 02.jpg Abtei Maria Laach und der Laacher See 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Landshut Burg 2.jpg Landshut mit der Burg Trausnitz 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
BasilikaOttobeurenHauptschiff02.JPG Kloster Ottobeuren 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Rothenburg BW 4.JPG Rothenburg, Nördlingen, Dinkelsbühl 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
August II-Marktplatz Wolfenbuettel.jpg Wolfenbüttel 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Vierzehnheiligen I (retuschiert).jpg Kulturlandschaft Main-Tal: BanzVierzehnheiligen 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Kloster weltenburg 2.JPG Kulturlandschaft Donau-Tal: rund um Weltenburg 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Kloster Eberbach fg01.JPG Kloster Eberbach 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Kulturschatz Artland.JPG Artland bei Osnabrück 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Rathaus Lüneburg historische Fassade.jpg Lüneburger Rathaus 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Passau Altstadt Panorama 5.jpg Altstadt von Passau 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Fort Safranberg.JPG Bundesfestung Ulm 1984 K 1993 wieder zurückgezogen
Freiburger Münster.jpg Freiburger Münster 1987 K Das Münster Unserer Lieben Frau ist die im romanischen und größtenteils im gotischen Stil erbaute römisch-katholische Stadtpfarrkirche von Freiburg im Breisgau. Sie wurde von ca. 1200 bis 1513 erbaut. Der Antrag stand ehemals auf der Tentativliste, die Entscheidung über den Welterbestatus wurde jedoch bei der Tagung 1987 aufgrund einer hohen Anzahl von gotischen Kathedralen auf der Welterbeliste vertagt.
Magdeburger-Dom-Nachts.jpg Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina 1990 K Das älteste Bauwerk der Gotik auf deutschem Boden ist die Grabkirche Ottos des Großen Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner Sitzung 1990 den Antrag vertagt, um weitere Informationen einzufahren, auf seiner Tagung 1999 wurde der Antrag dann erneut zurückgezogen.[121]
Münzenberg Ansicht.JPG Burg Münzenberg 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Zitadelle Juelich-DSC 0015w.jpg Festung Jülich 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Frankfurt Am Main-Goethe-Haus-Ansicht am Grossen Hirschgraben.jpg Goethe-Haus Frankfurt 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
HölderlinturmTübingen.jpg Hölderlinturm in Tübingen 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Frankfurt Am Main-Paulskirche-Ansicht vom Maintower.jpg
Frankfurter Paulskirche 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Berlin AEG Turbinenfabrik.jpg AEG-Turbinenfabrik 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Philharmonie 1a.jpg Berliner Philharmonie 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Nennig Mosaik.jpg Römische Villa Nennig und Mosaik 1993 K 1996 wieder zurückgezogen
Heidelberg-Schloß.JPG Heidelberg: Schloss und Altstadt 1999 K Eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner 31. Sitzung am 29. Juni 2007 in Christchurch, Neuseeland, den Welterbeantrag das zweite Mal nach 2005 an die Antragsteller zurückverwiesen.
Schwetzingen BW 2014-07-22 16-51-11.jpg Schwetzingen: Eine Kurpfälzische Sommerresidenz – Gartendesign und freimaurerische Anspielungen 1999 K Sommerresidenz der pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner 36. Sitzung im Juni/Juli 2012 in St. Petersburg, Russland, den Welterbeantrag an den Antragsteller zurückverwiesen.
Wilhelmsthal-Parkseite.JPG Gärten und Landgüter in und um Kassel 1999–2009 K Neben der Wilhelmshöhe war in der Nominierung ebenfalls der Friedrichplatz in Kassel und Schloss Wilhelmsthal in Calden enthalten.

[122]

Gefährdete und ehemalige Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kölner Dom (Rote Liste 2004–2006)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kölner Dom#Weltkulturerbe

Im Juli 2004 wurde der Kölner Dom in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Die Stadt Köln führte ihre Baupolitik in Domnähe zunächst unverändert weiter. Durch Unterredungen der UNESCO mit der Stadtverwaltung wurde schließlich eine Übereinkunft erzielt: Eine Freizone auf beiden Rheinseiten schützt fortan die Geltung des Domes. Zudem sollen Gebäude nahe der Freizone die Höhe von 60 Metern nicht überschreiten. Somit wurde der Dom im Juli 2006 von der Roten Liste gestrichen.

Dresdner Elbtal (Rote Liste ab 2006, gestrichen 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elbraddampfer „Stadt Wehlen“ passiert im August 2008 die Baustelle der Waldschlößchenbrücke im Weltkulturerbegebiet

Das Dresdner Elbtal wurde im Juli 2006 in die Rote Liste eingetragen, da laut Gutachten die vierspurige Waldschlößchenbrücke „den zusammenhängenden Landschaftsraum des Elbbogens an der empfindlichsten Stelle […] irreversibel in zwei Hälften“ zerteilt.[123] Grundlage für den Brückenbau ist ein Bürgerentscheid vom Februar 2005, der bis Februar 2008 bindend war. Darauf basierend setzte die Landesregierung durch, dass die Errichtung der Brücke nach dem Entwurf aus dem Jahr 1997 im November 2007 begann, obwohl der Dresdner Stadtrat sich um eine Kompromisslösung bemühte. Der Aufforderung der UNESCO, bis Oktober 2007 eine Alternativplanung vorzulegen, wurde nicht nachgekommen, stattdessen veranlasste die Landesregierung den Baubeginn per Ersatzvornahme.[124]

Im Januar 2008 wurden kleine Umplanungen präsentiert, die die UNESCO jedoch nicht überzeugten.[125]

Im März 2008 konstatierte die Bundesregierung: „Eine Streichung des Dresdner Elbtals aus der Welterbeliste würde das Ansehen Deutschlands und das Verhältnis Deutschlands zur UNESCO erheblich beeinträchtigen.“[7] Unabhängig davon wurde die Waldschlößchenbrücke weitergebaut. Daraufhin verlor das Dresdner Elbtal den Titel Weltkulturerbe aufgrund einer Entscheidung des Welterbekomitees am 25. Juni 2009.[126] Es handelte sich nach dem Wildschutzgebiet in der Wüste Omans 2007 um die zweite Streichung eines Welterbes von der UNESCO-Liste.[127] Eine Neubewerbung der Stätte mit veränderten Grenzen und unter Berufung auf andere Kriterien wurde dabei nicht ausgeschlossen.[128]

Gefährdungen anderer Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen anderen bisherigen Konfliktfällen gelang die frühzeitige Abwendung (potenzieller) Gefährdungen. So beispielsweise dank lokaler bzw. regionaler Anstrengungen bei der Wartburg[129] und dank rechtzeitiger Abstimmung mit der UNESCO in Stralsund, wo wenige hundert Meter von der historischen Altstadt entfernt in den Jahren 2004–2007 mit der Rügenbrücke eine der größten deutschen Straßenbrücken entstand – aus ästhetischen Gründen nicht als preiswerte Balkenbrücke, sondern als teurere Schrägseilbrücke.

Im Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal wurden von der UNESCO in der Vergangenheit die geplante Mittelrheinbrücke und die Seilbahn Koblenz kritisch betrachtet. Beide sind aktuell aber kein Problem mehr, da der Bau der Brücke nicht weiter verfolgt wird und der Betrieb der Seilbahn am 19. Juni 2013 in Phnom Penh auf der 37. Sitzung des Welterbekomitees bis 2026 erlaubt wurde.[130] Allerdings forderte die UNESCO in der gleichen Sitzung den Abbau der Sommerrodelbahn Loreley.[131]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutschland. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 12. Juli 2017 (englisch).
  2. Naturstätten des UNESCO Welterbes in Deutschland: Bestandsaufnahme und Perspektiven – KATALYSE Umweltjournal, 2002
  3. Christina Hotz: Deutsche Städte und Weltkulturerbe. Hamburg 2004, S. 163 ff.
  4. Armin von Bogdandy, Diana Zacharias in NVwZ 2007, S. 527 (530)
  5. Die Welterbekonvention – Rechtliche Rahmenbedingungen und Verpflichtungen (PDF; 53 kB) – Birgitta Ringbeck, Mitglied der Deutschen Delegation beim Welterbekomitee.
  6. BVerfGE 75, S. 1 (17)
  7. a b Re: Welterbekonvention in nationales Recht transformieren – Offener Brief des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung im Auftrag der Bundeskanzlerin, 28. März 2008
  8. Gesetzblatt der DDR II 1989, S. 113.
  9. Bundesverfassungsgericht: Beschluss 2 BvR 695/07, Rn. 35
  10. UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V. – „Über uns“
  11. Rückblick Welterbetag 2009 (Memento vom 22. November 2009 im Internet Archive), Welterbezentrum Dresden
  12. unesco-welterbe.de: Anstehende Jahrestagungen und UNESCO-Welterbetage
  13. Das Prädikat wirkt sich auf alle Fälle aus (Memento vom 24. Dezember 2008 im Internet Archive) – morgenweb.de, 2. Juli 2008
  14. Die Kulturlandschaft von morgen ist nicht die von gestern (Memento vom 16. Juli 2004 im Internet Archive) (PDF; 182 kB) – Robert de Jong, President International Committee of Historic Gardens-Cultural Landscapes, ICOMOS/IFLA, 8. November 2002
  15. Das Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
  16. http://whc.unesco.org/en/list/3 (englisch)
  17. http://whc.unesco.org/en/list/168 (englisch)
  18. http://whc.unesco.org/en/list/169 (englisch)
  19. http://whc.unesco.org/en/list/271 (englisch)
  20. http://whc.unesco.org/en/list/288 (englisch)
  21. http://whc.unesco.org/en/list/187 (englisch)
  22. http://whc.unesco.org/en/list/367 (englisch)
  23. http://whc.unesco.org/en/list/272 (englisch)
  24. UNESCO-Welterbe: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. spsg.de, abgerufen am 21. März 2016.
  25. http://www.spsg.de/schloesser-gaerten/unesco-welterbe/
  26. http://www.spsg.de/schloesser-gaerten/schloesser-gaerten-im-ueberblick/
  27. http://whc.unesco.org/en/list/532 (englisch)
  28. http://whc.unesco.org/en/list/515 (englisch)
  29. http://whc.unesco.org/en/list/623 (englisch)
  30. http://whc.unesco.org/en/list/624 (englisch)
  31. http://whc.unesco.org/en/list/546 (englisch)
  32. http://whc.unesco.org/en/list/535 (englisch)
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