Welterbe in Island

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Welterbestätten in Island

Zum Welterbe in Island gehören (Stand 2016) zwei UNESCO-Welterbestätten, darunter eine Stätte des Weltkulturerbes und eine Stätte des Weltnaturerbes. Island hat die Welterbekonvention 1995 ratifiziert, die erste Welterbestätte wurde 2004 in die Welterbeliste aufgenommen. Die zweite und bislang letzte Welterbestätte wurde 2008 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Island in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Nationalpark Þingvellir
Nationalpark Þingvellir
(Lage)
2004 K 1152 Þingvellir befindet sich 40 km östlich von Reykjavík. Hier fand seit 930 die traditionelle gesetzgebende Versammlung Althing statt.
Insel Surtsey
Insel Surtsey
(Lage)
2008 N 1267 Surtsey ist eine Vulkaninsel, die am 14. November 1963 entstand. An der Insel wird erforscht, wie neues Land von Lebewesen erobert wird.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit (2016) sind sieben Stätten in der Tentativliste von Island eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2013.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Naturreservat Breiðafjörður
Naturreservat Breiðafjörður
(Lage)
2011 K/N 5585 Etwa die Hälfte des Gezeitenbereiches von Island liegt hier und der Tidenhub kann 6 m erreichen. Die große Gezeitenzone hat eine bedeutende biologische Vielfalt vorzuweisen ebenso wie besonders viele Einzelexemplare. Bedeutend ist die Insel Flatey. Auf ihr befand sich im Mittelalter eine Abtei von Augustiner-Chorherren. Die Insel war jahrhundertelang auch ein wichtiger Handelsumschlagplatz.
Mývatn und Laxá
Mývatn und Laxá
(Lage)
2011 N 5586 Der See Mývatn hat seinen Namen von den im Sommer teilweise sehr großen Mückenschwärmen, die die Grundlage für den beachtlichen Fischreichtum und die vielfältige Entenpopulation sind. Sehr viele Vogelarten brüten in dieser Region. Der Laxá í Aðaldal ist der Abfluss des Sees. Rund um den See kann man auf Inseln und Halbinseln Pseudokrater und diverse Lavaformationen sehen.
Monumente und Stätten der Wikinger
Monumente und Stätten der Wikinger 2011 K 5587 Der Nationalpark Þingvellir, der bereits einzeln als Weltkulturerbe anerkannt ist (Ref. 1152), wird als Bestandteil einer internationalen Welterbestätte vorgeschlagen, die neun Stätten der Wikinger aus sechs Staaten umfasst. Þingvellirs Bedeutung liegt dabei in dem seit 930 hier tagenden Althing.
Nationalpark Þingvellir
Nationalpark Þingvellir 2011 N 5588 Þingvellir liegt inmitten einer Grabenbruchzone (Riftzone) und umgeben von vier aktiven Vulkansystemen. Hier wird auch das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten durch imposante Felsspalten und Risse sichtbar. Im See Þingvallavatn leben sehr viele Fische.

Der bereits als Weltkulturerbe (Ref. 1152) anerkannte Nationalpark wird zusätzlich als Weltnaturerbe vorgeschlagen.

Die Torfhof-Tradition
Die Torfhof-Tradition 2011 K 5589 Durch Holzmangel in Island entwickelte sich diese spezielle Hausform. Sie war im ganzen Land verbreitet und wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt. Es handelt sich um 14 Einzeldenkmäler, darunter der bereits 2001 einzeln vorgeschlagene Hof Víðimýri
Vatnajökull-Nationalpark
Vatnajökull-Nationalpark
(Lage)
2011 N 5590 Der Vatnajökull ist mit einer Oberfläche von 8.100 km² Europas größter Gletscher. Die Einzigartigkeit des 14.200 km² umfassenden Vatnajökull-Nationalparks liegt hauptsächlich in seiner großen Vielfalt an landschaftlichen Besonderheiten, welche durch eine Kombination aus Flüssen, Gletschern, Vulkanismus und geothermaler Aktivität entstanden sind.
Vulkansystem Torfajökull / Naturreservat Fjallabak
Vulkansystem Torfajökull / Naturreservat Fjallabak
(Lage)
2013 N 5817 Der Torfajökull ist ein 1190 Meter hoher aktiver Vulkan im Süden von Island. Er ist nur noch teilweise vom namensgebenden Gletscher mit einer Fläche von 15 km² bedeckt. Zu seinem Bereich gehören die warmen Quellen von Landmannalaugar. Ein Teil der Umgebung des Vulkans steht als Naturreservat Fjallabak unter Naturschutz.

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[3]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Gásar
Gásar
(Lage)
2001–2011 K 1608 Gásar, südlich der Mündung des Flusses Hörgsá gelegen, war im Mittelalter der wichtigste Hafen und Handelsplatz Nordislands. Der Ort wurde 1391 letztmals schriftlich erwähnt.
Reykholt
Reykholt 2001–2011 K 1609 Reykholt war im Mittelalter eines der geistigen Zentren der Insel
Herðubreið und Askja
Herðubreið und Askja 2001–2011 N 1612 Die Vulkane Herðubreið und Askja

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Island – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Island auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Island. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 7. Juli 2017 (englisch).
  2. Tentativliste von Island. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 7. Juli 2017 (englisch).
  3. Former Tentative Sites of Iceland. In: World Heritage Site. Abgerufen am 7. Juli 2017 (englisch).