Welterbe in Kanada

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Zum Welterbe in Kanada gehören (Stand 2018) 19 UNESCO-Welterbestätten, darunter acht Stätten des Weltkulturerbes und zehn Stätten des Weltnaturerbes sowie eine gemischte Stätte. Kanada ist der Welterbekonvention 1976 beigetreten, die ersten zwei Welterbestätte wurden 1978 in die Welterbeliste aufgenommen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Kanada[2] in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Historische Nationalstätte L’Anse aux Meadows
(Lage)
1978 K 4 Bei der Siedlung von L’Anse aux Meadows handelt es sich um die einzige sicher nachgewiesene Siedlung der Skandinavier in Nordamerika. Sie bestand nur für einige Jahre um das Jahr 1000 herum.
Nationalpark Nahanni
(Lage)
1978 N 24 Nahanni National Park Reserve ist ein 30.050 km² großes Schutzgebiet im Südwesten der kanadischen Nordwest-Territorien. Eingerichtet wurde das Schutzgebiet 1976. Den Status als Nationalpark hat das Gebiet auf Grund offener Rechtsfragen zwischen der kanadischen Bundesregierung und den Dehcho First Nations bisher nicht, dieser wird jedoch weiterhin angestrebt. Der Park ist einer der ersten, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.
Dinosaurier-Provinzpark
(Lage)
1979 N 71 Der Dinosaur Provincial Park liegt in den Kanadischen Badlands im Flusstal des Red Deer Rivers in Alberta und ist als eine der reichsten Fundstelle von Dinosaurierfossilien bekannt. Fossilfunde aus dem Park werden weltweit in Museen ausgestellt. Die Erdformation, in der sich im Park die meisten Fossilien finden, ist etwa 75 Millionen Jahre alt und gehört stratigraphisch in das Campanium.
Kluane / Wrangell-St. Elias / Glacier Bay / Tatshenshini-Alsek
Gletscher im Kluane-Nationalpark
(weitere Bilder)
Kluane / Wrangell-St. Elias / Glacier Bay / Tatshenshini-Alsek 1979 N 72 Diese transnationale Welterbestätte umfasst ein großes Gebiet mit Gletschern und hohen Gipfeln auf beiden Seiten der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Es wird damit auch das größte nichtpolare Eisfeld der Welt geschützt. 1979 wurden der 1976 gegründete Kluane-Nationalpark (Lage) im Südwesten von Yukon in Kanada und der in Gründung befindliche Wrangell-St.-Elias-Nationalpark (Lage) im Südosten Alaskas gemeinsam in das Welterbe aufgenommen. 1992 kam der 1980 gegründete Glacier-Bay-Nationalpark (Lage) im Süden Alaskas dazu, 1994 der 1993 gegründete Tatshenshini-Alsek Provincial Park (Lage) im äußersten Nordwesten von British Columbia, der an den Kluane-Nationalpark und den Glacier-Bay-Nationalpark angrenzt und sie so miteinander verbindet.
SG̱aang Gwaii
(Lage)
1981 K 157 SG̱aang Gwaii ist der Name der Haida für die Anthony-Insel, welche zum Gwaii-Haanas-Nationalpark in British Columbia gehört. Die innerhalb des Parks gelegene, verlassene Haidasiedlung Ninstints (Nan Sdints) mit ihren Langhausruinen und Totempfählen veranschaulicht Kultur, Kunst und Lebensweise der Haida.

Seit 1994 steht der gesamte Nationalpark als Kandidat für eine gemischte Kultur- und Naturerbestätte auf der Tentativliste (Ref. 1938)

Head-Smashed-In Buffalo Jump
(Lage)
1981 K 158 Der Head-Smashed-In Buffalo Jump ist ein historischer, traditioneller Jagdplatz nordamerikanischer Indianer. Der Ort befindet sich in der Provinz Alberta, nordwestlich von Fort Macleod. Zur Jagd wurden die Bisons zunächst über abgesteckte Wege an den Rand einer Klippe getrieben und stürzten dort dann etwa zehn Meter in die Tiefe.
Wood Buffalo National Park
(Lage)
1983 N 256 Der Wood-Buffalo-Nationalpark befindet sich im Grenzbereich der Provinz Alberta sowie der Nordwest-Territorien und wurde 1922 gegründet. Er ist mit einer Fläche von 44.802 km² der größte kanadische Nationalpark.
Canadian Rocky Mountain Parks 1984
1990 (Erg.)
N 304 Die zusammenhängenden National- und Provinzparks im kanadischen Teil der Rocky Mountains (die Nationalparks Banff, Jasper, Kootenay, Yoho sowie die 1990 hinzugefügten Provinzparks Mount Robson, Mount Assiniboine, Hamber) veranschaulichen die physikalischen Eigenschaften der Rocky Mountains und enthalten wichtige Informationen über die Evolution der Erde. Bereits 1980 war die Burgess-Schiefer-Stätte im Yoho-Nationalpark zum Welterbe erklärt worden, steht aber seit 1984 nicht mehr gesondert auf der Welterbeliste.
Arrondissement historique du Vieux-Québec
(Lage)
1985 K 300 Das Gebiet umfasst die Oberstadt sowie die Unterstadt, den historische Stadtkern von Québec. Weiterhin gehört dazu die 4,6 km lange Stadtmauer umgeben, der einzigen erhalten gebliebenen Stadtbefestigung Amerikas nördlich von Mexiko.
Gros Morne National Park
(Lage)
1987 N 419 Der Gros-Morne-Nationalpark liegt an der Westküste Neufundlands. Mit seinen 1805 km² ist der 1973 gegründete Park einer der größeren kanadischen Nationalparks im Osten des Landes. Der Park wurde unter anderem wegen seiner geologischen Geschichte zum Weltnaturerbe erklärt.
Old Town Lunenburg
(Lage)
1995 K 741 Lunenburg ist Kanadas älteste deutsche Siedlung und hat einen Stadtkern mit markanter Holzarchitektur.
Waterton Glacier International Peace Park
(Lage)
1995 N 354 Der Waterton-Lakes-Nationalpark liegt im Südwesten der kanadischen Provinz Alberta und bildet im Zusammenschluss mit dem US-amerikanischen Glacier-Nationalpark den Waterton-Glacier International Peace Park. Die beiden Parks wurden als eine Einheit zum Weltnaturerbe erklärt. Der Waterton-Lakes Nationalpark wurde bereits 1895 gegründet und hat eine Flächen von 525 km².
Parc national de Miguasha
(Lage)
1999 N 686 Der Parc national de Miguasha liegt an der an der Südküste der Halbinsel Gaspésie und ist ein nicht einmal 1 km² großer Provinzpark im Westen der kanadischen Provinz Québec. Er wurde 1985 gegründet und 1999 wegen seiner Fossilienfundstellen zum Weltnaturerbe erklärt.
Rideau Canal
(Lage)
2007 K 1221 Der Rideau-Kanal verbindet die Hauptstadt Ottawa mit dem Ontariosee und ist die älteste ununterbrochen benutzte künstliche Wasserstraße in Nordamerika.
Joggins Fossil Cliffs
(Lage)
2008 N 1285 Das an der Kliffküste der oberen Bay of Fundy in Nova Scotia gelegene Joggins Fossil Cliffs ist eine der weltweit bedeutendsten Fundstellen für fossile Pflanzen und Tiere aus dem Oberkarbon.
Kulturlandschaft von Grand Pré
(Lage)
2012 K 1404 Die geschützte Kulturlandschaft wird vom Gaspereau River im Osten, dem Cornwallis River im Westen, Long Island im Norden sowie der Gemeinde Grand Pré im Süden begrenzt. Die Kulturlandschaft zeigt die Entwicklung des landwirtschaftlichen Ackerland mit seinen Deichen und einem Schleusensystem durch die französischen Siedler im 17. Jahrhundert.
Red Bay – Historisches Zentrum des baskischen Walfangs
(Lage)
2013 K 1412 Die Ortschaft war im 17. Jahrhundert ein historisches Zentrum des baskischen Walfangs.
Mistaken Point
(Lage)
2016 N 1497 Am Mistaken Point wurden die ältesten Funde multizellulären Lebens auf der Erde – mit 560 bis 575 Millionen Jahre alten Fossilien – ausgegraben.
Pimachiowin Aki
Pimachiowin Aki
(Lage)
2018 K/N 1415 Das Gebiet umfasst das Land von vier First Nations aus dem Volk der Anishinabe und angrenzende Schutzgebiete, darunter den Atikaki Provincial Wilderness Park in Manitoba sowie den Woodland Caribou Provincial Park und die Eagle-Snowshoe Conservation Reserve in Ontario

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 2018 sind 12 Stätten in der Tentativliste von Kanada eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2018.[3] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Gwaii-Haanas-Nationalpark
Gwaii-Haanas-Nationalpark
(Lage)
2004 K/N 1938 Nationalpark im Südteil des Archipels von Haida Gwaii (Queen Charlotte Islands)

Die zu dem Nationalpark zählende Insel SG̱aang Gwaii (Anthony Island) gehört seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe (Ref. 157)

Ivvavik / Vuntut / Herschel Island (Qikiqtaruk)
Ivvavik / Vuntut / Herschel Island (Qikiqtaruk) 2004 K/N 1939 Das Schutzgebiet erstreckt sich auf 15500 km2 entlang des Yukons und umfasst den Vuntut-Nationalpark (Lage), den Ivvavik-Nationalpark (Lage) und die auch Qikiqtaruk genannte Insel Herschel Island (Lage).
Quttinirpaaq-Nationalpark
Quttinirpaaq-Nationalpark
(Lage)
2004 K/N 1943 Im Nationalpark befindet sich unter anderem der Barbeau Peak (2,616 m).
Tr’ondëk-Klondike
Tr’ondëk-Klondike
(Lage)
2004 K 6255 Der Vorschlag beinhaltet unter anderem Tr’ochëk, Chilkoot Trail, Klondike Goldfelder und Dawson. Geplant ist eine transnationale Bewerbung gemeinsam mit den USA.
Writing-on-Stone/Áísínai’pi
Writing-on-Stone/Áísínai’pi 2014 K 6254 Der Writing-on-Stone Provincial Park, in der Sprache der Blackfoot Áísínai’pi (es ist aufgezeichnet) genannt, beherbergt die größte Ansammlung von Felsmalereien in Nordamerikas Great Plains und ist eine heilige Stätte der Blackfoot.
Île d'Anticosti
Île d'Anticosti 2018 N 6336
Hecate-Straße und Queen Charlotte Sound Glassschwammriffs Marineschutzgebiet 2018 N 6338 Nominiert sind die Hecate-Straße und das Queen Charlotte Sound Glassschwammriffs Marineschutzgebiet
Qajartalik 2018 K 6339 Qajartalik ist eine einzigartige Felskunststätte in der Arktis, die unzählige Petroglyphen umfasst.
Sirmilik-Nationalpark und Tallurutiup Imanga (geplant) National Marine Conservation Area
Sirmilik Glacier
Sirmilik-Nationalpark und Tallurutiup Imanga (geplant) National Marine Conservation Area 2018 N 6340
Stein Valley
Blowdown Lake
Stein Valley 2018 N 6341
Wanuskewin
Wanuskewin
Wanuskewin 2018 K 6342
Yukon Ice Patches 2018 K 6343 Die Yukon Ice Patches sind eine Gruppe von international bedeutenden archäologischen Stätten, im südlichen Yukon.

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[4]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Lancastersund
Lancastersund
(Lage)
1980–1996 N Lebensraum für Eisbären, Wale, Schneegänse etc.
Funk Island
Funk Island
(Lage)
1980–1996 N Brutstätte für viele Vogelarten
Prince Leopold Island
Prince Leopold Island
(Lage)
1980–1996 N Brutstätte für viele Vogelarten
Lac la Ronge oder die Parks von Quetico
Lac la Ronge oder die Parks von Quetico 1980–1996 N Der Lac la Ronge oder der Quetico Provincial Park
Thompson River
Thompson River
(Lage)
1980–1996 N
Die Großen Seen (Bai de George/Fathom Five)
Die Großen Seen (Bai de George/Fathom Five) 1980–1996 N Die Bai de George und der Fathom Five National Marine Park am Rande der Großen Seen
Die Pingos von Tuktoyaktuk
Die Pingos von Tuktoyaktuk
(Lage)
1980–1996 N Schutzgebiet für Pingos (erdbedeckte Eiskerne) in der Nähe von Tuktoyaktuk



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Kanada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kanada auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kanada. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 10. Juli 2017 (englisch).
  2. Deutsche Bezeichnungen entsprechend Welterbeliste. In: www.unesco.de. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 18. Januar 2018.
  3. Tentativliste von Kanada. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 16. April 2018 (englisch).
  4. Former Tentative Sites of Canada. In: World Heritage Site. Abgerufen am 10. Juli 2017 (englisch).