Welterbe in der Türkei

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Welterbestätten in der Türkei

Zum Welterbe in der Türkei gehören (Stand 2017) 17 UNESCO-Welterbestätten, darunter 15 Stätten des Weltkulturerbes und zwei gemischte Kultur- und Naturerbestätten. Die Türkei hat die Welterbekonvention 1983 ratifiziert, die ersten drei Welterbestätten wurden 1985 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2017 eingetragen.[1]

Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in der Türkei[2] in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM, Google

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Historische Bereiche von Istanbul
(Lage)
1985 K 356 Die Stadt Istanbul hat durch ihre Lage am Bosporus auf zwei Kontinenten große politische, strategische und kulturelle Bedeutung. Dadurch und durch ihre Funktion als Hauptstadt des Byzantinischen Reiches und des Osmanischen Reiches entstanden zahlreiche bemerkenswerte Bauwerke. Dazu gehören neben der Altstadt die Süleymaniye-Moschee, die Sultan-Ahmed-Moschee, der Topkapı-Palast, die Hagia Sophia, die Chora-Kirche und die Theodosianische Mauer.
Nationalpark Göreme und Felsendenkmäler von Kappadokien
Nationalpark Göreme und Felsendenkmäler von Kappadokien
(Lage)
1985 K/N 357 Im Zuge der frühchristlichen Besiedlung Kappadokiens wurden eine große Anzahl von Kirchen, Wohnungen und ganze unterirdische Städte als Felsbauten in das Tuffgestein der Landschaft eingegraben.
Große Moschee und Krankenhaus von Divriği
(Lage)
1985 K 358 Die Große Moschee und das Krankenhaus von Divriği, türkisch Divriği Ulu Camii ve Darüşşifa, bilden einen Gebäudekomplex in der Kleinstadt Divriği, der während der seldschukischen Zeit in Anatolien 1228/29 von einem Herrscher der Mengücek-Dynastie erbaut wurde. Er zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken in Anatolien
Ruinen von Hattusa
(Lage)
1986 K 377 Hattuša, beim heutigen Ort Boğazkale, war im 2. Jahrtausend v. Chr. die Hauptstadt des hethitischen Großreichs. Neben zahlreichen Tempeln, Festungsbauten und Wohnhäusern gehört dazu das Felsheiligtum von Yazılıkaya.
Monumentalgrabstätte auf dem Nemrut Dag
(Lage)
1987 K 448 Auf dem Gipfel des Berges Nemrut Dağı bei Adıyaman errichtete der kommagenische König Antiochos I. im ersten Jahrhundert v. Chr. ein Hierothesion genanntes Heiligtum für den von ihm eingerichteten Königskult. Unter dem aus Schottersteinen aufgeschütteten Tumulus wird auch seine Grabstätte vermutet.
Ruinen von Xanthos mit dem Heiligtum der Latona
Ruinen von Xanthos mit dem Heiligtum der Latona 1988 K 484 Die antike Stadt Xanthos war im zweiten vorchristlichen Jahrhundert Hauptstadt des Lykischen Bundes. Zusammen mit dem dazugehörigen Heiligtum Letoon weist sie eine große Zahl einzigartiger lykischer Monumente auf.
Antike Stadt Hierapolis-Pamukkale
Antike Stadt Hierapolis-Pamukkale 1988 K/N 485 Die kalkhaltigen Thermalquellen von Pamukkale führten zur Entstehung der berühmten Kalksinterterrassen. Nahe dabei liegt die antike griechische Stadt Hierapolis, die schon im Altertum für ihre warmen Quellen bekannt war.
Altstadt von Safranbolu
Altstadt von Safranbolu 1994 K 614 Die Wohnhäuser, Moscheen, Karawansereien und Medresen Safranbolus sind beispielhaft für die Architektur des Osmanischen Reiches.
Archäologische Stätte von Troja
Archäologische Stätte von Troja 1998 K 849 Die aus über zehn Schichten bestehende Grabungsstätte des antiken Troja ist durch ihre über 4000jährige Geschichte, als Schauplatz des Trojanischen Krieges sowie auch wegen der Ausgrabungen durch Heinrich Schliemann, Wilhelm Dörpfeld, Carl Blegen und Manfred Korfmann bedeutend.
Selimiye-Moschee in Edirne
Selimiye-Moschee in Edirne 2011 K 1366 Zur osmanischen Selimiye-Moschee in Edirne gehört ein Baukomplex mit Medrese, gedecktem Bazar, Uhrturm und Bücherei. Der Architekt Sinan bezeichnete das Bauwerk als sein Meisterwerk.
Neolithische Stätte Çatalhöyük 2012 K 1405 Die steinzeitliche Siedlung in der Nähe von Konya bestand vom 8. bis zum 6. Jahrtausend v. Chr. und hatte vermutlich bis zu 2500 Bewohner.
Bursa und Cumalikizik: die Wiege des Osmanischen Reichs
Bursa und Cumalikizik: die Wiege des Osmanischen Reichs 2014 K 1452 Mit den Gräbern der ersten osmanischen Sultane Osman I. und Orhan I. sowie zahlreichen religiösen und säkularen Bauten repräsentieren Bursa und Cumalıkızık die Entstehung des Osmanischen Reiches.
Pergamon und seine Kulturlandschaft
Pergamon und seine Kulturlandschaft 2014 K 1457 Die Hauptstadt des Reiches der hellenistischen Dynastie der Attaliden war mit ihrer Bibliothek, monumentalen Tempeln, Gymnasien, Theatern und dem Asklepieion ein kulturelles und politisches Zentrum der Antike.
Ephesos
Ephesos 2015 K 1018 Bereits in hethitischer Zeit besiedelt, war Ephesos eine bedeutende römische Stadt, in der auch der Apostel Paulus wirkte. Sie war Standort des Artemisions, eines der sieben Weltwunder.
Festung von Diyarbakır und Kulturlandschaft Hevsel-Gärten
Festung von Diyarbakır und Kulturlandschaft Hevsel-Gärten 2015 K 1488 Die Burg und die Stadtmauer von Diyarbakır zählen zu den größten und besterhaltenen Befestigungsanlagen aus antiker Zeit. Sie wurden 349 vom römischen Kaiser Constantius II. zur heutigen Stärke ausgebaut. Die Hevsel-Gärten versorgen die Stadt mit Gemüse und Wassermelonen.
Archäologische Stätte von Ani
Archäologische Stätte von Ani 2016 K 1518 Ani liegt an der türkisch-armenischen Grenze und war im 10. Jahrhundert die Hauptstadt des armenischen Königreiches. Sie galt als Stadt der 1001 Kirchen. Die in Ruinen erhaltenen Bauwerke sind beispielhaft für die mittelalterliche armenische Architektur.
Aphrodisias
Aphrodisias 2017 K 1519 Die antike Stadt Aphrodisias wurde im zweiten vorchristlichen Jahrhundert gegründet und war später Hauptstadt der römischen Provinz Caria. Auf dem weitläufigen Stadtgebiet liegen neben vielen anderen gut erhaltenen Ruinen ein Aphroditetempel, ein Theater, ein Bouleuterion, ein Tetrapylon und ein großes Stadion.

Tentativliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit (2017) sind 71 Stätten in der Tentativliste der Türkei eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2017.[3] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Karain.JPG Karain-Höhle 1994 K Die Tropfsteinhöhle nahe Antalya war seit dem Mittelpaläolithikum (vor etwa 200.000 Jahren) über das Mesolithikum (Mittlere Steinzeit) bis in die Antike bewohnt.
Sumela monastery in province of Trabzon, Turkey view from the road.JPG Sümela-Kloster 2000 K Das Kloster der Muttergottes von Sumela ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus byzantinischer Zeit in der Nordosttürkei.
Alahan, Mersin Province, Turkey.JPG Kloster Alahan 2000 K Das Kloster von Alahan ist eine frühbyzantinische Ruinenstätte in der antiken Berglandschaft von Isaurien über dem Tal des Kalykadnos.
Nikolauskirche Myra88.jpg St-Nikolaus-Kirche von Myra 2000 K Die Basilika des Heiligen Nikolaus in Myra (heute Demre) wurde im 6. Jahrhundert erbaut und von Kaiser Konstantin IX. und Kaiserin Zoe erweitert.
Harran beehive houses (2).JPG Şanlıurfa und Harran 2000 K Urfa, das alte Edessa, gilt als Stadt der Propheten Hiob und Jethro, Abraham soll hier gelebt haben. Die alte Stadt Harran mit ihren Bienenkorb-Häusern wird ebenfalls in der Bibel erwähnt und wird schon in altbabylonischen Zeit als Reise- und Handelsstation beschrieben.
Çifte kümbetler Ahlat.png Die Grabsteine von Ahlat und die urartäische und osmanische Zitadelle 2000 K In Ahlat und der Umgebung finden sich zahlreiche muslimische Grabsteine der Ahlatschahs aus dem 12. bis 15. Jahrhundert.
Caravasar de Sultanhani.jpg Seldschukische Karawansereien auf der Strecke von Denizli nach Doğubeyazıt 2000 K Die seldschukischen Karawansereien, ein Architekturtyp mit sozialen Funktionen, der unter den Karachaniden und Ghaznawiden in Zentralasien entwickelt wurde, hatten einen großen Einfluss auf die anatolische Architektur.
Alaaddin Mosque (6526103573).jpg Konya – eine Hauptstadt der seldschukischen Zivilisation 2000 K Im 12. und 13. Jahrhundert war Konya Hauptstadt des Seldschukenreichs und wichtiges kulturelles und politisches Zentrum. Zu den in dieser Zeit entstandenen Bauwerken gehören die Stadtbefestigung, die Alaaddin-Mosche, die Sirçali-Medrese und zahlreiche kleine Moscheen und Türben.
Alanya Castle.jpeg Alanya 2000 K Die Halbinsel von Alanya, dem antiken Korakesion, war seit hellenistischer Zeit bewohnt und weist viele bemerkenswerte Bauten auf, darunter die Festung mit einer seldschukischen Zisterne, dem Sultanspalast von Kai Kobad I. sowie einem seldschukischen Bad und einer Werft.
Deyrulzaferan.jpg Kulturlandschaft von Mardin 2000 K Die mittelalterliche Stadt Mardin und ihre Umgebung mit dem Gebirge Tur Abdin stehen beispielhaft für anatolische Landschaft und Architektur. Das Kloster Zafaran ist heute Sitz des syrisch-orthodoxen Bischofs von Mardin.
Tarsus Ecclesia Sancti Pauli Apostoli.jpg Pauluskirche und Paulusbrunnen und die umgebenden historischen Viertel 2000 K Tarsus ist der Geburtsort des heiligen Paulus sowie der Treffpunkt des legendären Liebespaares Antonius und Kleopatra.
Ishak Pasha Palace.jpg Ishak-Pascha-Palast 2000 K Der Ishak-Pascha-Palast liegt an der alten Seidenstraße nahe der iranischen Grenze. Er wurde zwischen 1685 und 1784 erbaut und vereint seldschukische, armenische und osmanische Einflüsse.
Keko 0222.jpg Kekova 2000 K/N Die Region um die Insel Kekova umfasst die lykischen Städte Teimiussa, Simena, Aperlai und die Ruinen einer auf Grund von geologischen Verschiebungen im Meer versunkenen Stadt.
Termessos Amphitheatre.jpg Güllük-Dağı-Termessos-Nationalpark 2000 K Die auf 1050 Metern Höhe auf dem Berg Solymos (heute Güllük Dağı) liegende Stadt Termessos wurde bereits in Homers Ilias erwähnt. Die wehrhafte Stadt konnte weder von den Persern, noch von Alexander dem Großen erobert werden.
Myra Rock Tombs.jpg Antike Städte der lykischen Zivilisation 2009 K Die alte Region Lykien im Südwesten des Landes war schon im 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Sie trug die Bezeichnung Lukka-Länder und war bis zur Herrschaft von Šuppiluliuma II. Teil des hethitischen Großreichs. Lykier werden in der Ilias erwähnt, später gründeten sie den Lykischen Bund. Dazu gehörten die Städte Xanthos, Patara, Pinara, Tlos, Olympos, Myra, Limyra und andere. Typisches Merkmal der lykischen Architektur sind Felsengräber.
Sagalassos - Nymphaeum.jpg Archäologische Stätte von Sagalassos 2009 K Die Region um Sagalassos war schon im 8. Jahrtausend v. Chr. von Bauern besiedelt. In hethitischen Textes wird es als Salawassa erwähnt. Zur Zeit von Alexander dem Großen war die Stadt bereits eine der wohlhabendsten von Pisidien. Auch in römischer Zeit war Sagalassos noch ein bedeutendes Zentrum.
Perge Tor.jpg Archäologische Stätte von Perge 2009 K Perge wird in einem hethitischen Vertrag von 1235 v. Chr. als Parha erwähnt. Der Legende nach gelten Mopsos und Kalchas nach dem Trojanischen Krieg als Stadtgründer. In römischer Zeit war Perge Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia.
Konya Ethnographical Museum - Carpet 3.jpg Eşrefoğlu-Moschee 2011 K Die Eşrefoğlu-Moschee in Beyşehir wurde 1299 von Emir Süleyman Bey, dem zweiten Bey der Eşrefoğulları, erbaut. Bemerkenswert sind gut erhaltene hölzerne Säulen und andere Holzteile des Bauwerks.
Göbekli2012-16.jpg Archäologische Stätte von Göbeklitepe 2011 K Die prähistorische Fundstätte von Göbeklitepe nordöstlich von Şanlıurfa wurde 1963 entdeckt, aber erst 1994 in ihrer Bedeutung erkannt. Die Steinkreisanlagen mit T-förmigen Pfeilern, die als stilisierte anthropomorphe Stelen gedeutet werden, stellen ein steinzeitliches Heiligtum dar. Diese älteste Schicht wird ins 10. Jahrtausend v Chr. datiert, eine Zeit der Jäger und Sammler.
Antioch Saint Pierre Church Front.JPG Hatay, St.-Petrus-Kirche 2011 K Die St.-Petrus-Grotte ist eine Höhlenkirche in Antakya, früher Antiochia am Orontes. Sie soll nach der Legende den ersten christlichen Gemeinden um Paulus, Barnabas, Petrus als Versammlungsort gedient haben.
AizanoiZeustempel.jpg Antike Stadt von Aizanoi 2012 K Die Stadt Aizanoi in Phrygien wurde der Legende nach von arkadischen Siedlern gegründet, gelangte aber erst in der römischen Kaiserzeit zu größerer Bedeutung. In dieser Epoche wurden unter anderem der Zeustempel, die ungewöhnliche Kombination von Stadion und Theater und eine noch erhaltene Brücke über den Stadtfluss Penkalas erbaut.
The Gypsy Girl Mosaic of Zeugma with bg.jpg Archäologische Stätte von Zeugma 2012 K Die seleukidische Gründung Zeugma am Euphrat kam im 1. Jahrhundert v. Chr. zum Reich von Kommagene und war anschließend Grenzstadt des römischen Reiches. Bei den Notgrabungen wegen der Überflutung der Stadt durch den Birecik-Stausee kamen zahlreiche sehr gut erhaltene Mosaike zutage, die im eigens dafür gebauten Zeugma-Mosaik-Museum ausgestellt sind.
Ο τύμβος (Τούμπα) του βασιλέα Μίδα της Φρυγία στο Γόρδιον.jpg Gordion 2012 K Auf dem Siedlungshügel westlich von Ankara lagen die Akropolis und die Oberstadt der phrygischen Hauptstadt Gordion. In der Grabkammer im Großen Tumulus war entweder König Midas oder sein Vorgänger Gordios begraben.
BW
Historische Stadt Birgi 2012 K Die Stadt Birgi in der historischen Region Lydien, beim heutigen westtürkischen Ödemiş war im 13. und 14. Jahrhundert Hauptstadt des Beyliks von Aydın. Aus allen Perioden von der phrygischen Herrschaft bis in die osmanische Ära sind heute Relikte zu sehen.
BW
Mausoleum und heiliger Bezirk des Hekatomnos 2012 K Auf dem Hisarbaşı-Hügel in Milas in der Westtürkei wurden 2010 das Mausoleum des karischen Herrschers Hekatomnos und ein dazugehöriger Temenos gefunden.
BW
Mittelalterliche Stadt von Beçin 2012 K Die Stadt Beçin existierte schon in griechischer, römischer und byzantinischer Zeit. Bedeutung erlangte sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Hauptstadt des seldschukischen Beyliks der Mentesche. Aus dieser Zeit sind in der Stadt noch neben einer Festung zahlreiche andere Gebäude erhalten.
NigdeKale1.jpg Historische Denkmäler in Niğde 2012 K Im historischen Stadtkern von Niğde finden sich die Zitadelle von Niğde mit der Alaaddin-Moschee, die Rahmaniye-Moschee, die Sungur-Bey-Moschee, der gedeckte Bazar und mehrere Kirchen.
YesemekSphingen.jpg Steinbruch und Bildhauerwerkstatt von Yesemek 2012 K Die Bildhauerwerkstatt von Yesemek wurde im 14. Jahrhundert v. Chr. unter Großkönig Šuppiluliuma I. gegründet und bestand nach einer Unterbrechung zum Ende des hethitischen Großreichs nochmals bis ins 8. Jahrhundert v. Chr., als die Region unter assyrische Herrschaft geriet. Zu sehen sind Skulpturen in allen Phasen der Erstellung.
Eskişehir odunpazarı evleri.jpg Historischer Stadtkern von Odunpazarı 2012 K Zu den historischen Monumenten aus seldschukischer, osmanischer und türkischer Zeit in Odunpazarı gehören die Alaaddin-Moschee, der Komplex der Kurşunlu-Moschee und die Hacı-Hasan-Moschee. Neben Werkstätten traditioneller Handwerker und historischen Wohnhäusern findet sich dort das einzige Meerschaum-Museum der Welt.
Castle in Mamure, Anamur, Turkey from the Sea.jpg Festung Mamure 2012 K Die am Mittelmeer in Kilikien gelegene Festung Mamure Kalesi ist die am besten erhaltene Burg an der türkischen Südküste. Sie wurde im 3. oder 4. Jahrhundert von Römern erbaut, später von Byzantinern und Kreuzrittern erweitert. Nach dem Ende des Königreichs Kleinarmenien 1375 wurde sie von den Karamanoğulları in Besitz genommen.
Hacibektas-12-superchango.jpg Hacıbektaş-Veli-Komplex 2012 K Der Baukomplex in der kappadokischen Stadt Hacıbektaş beinhaltet neben einem Palastbau das Grab des Mystikers Hadschi Bektasch Veli, des Gründers des Bektaschi-Derwisch-Ordens. Es ist eine Pilgerstätte der Aleviten.
Turquie 2009 177 Laodicee.jpg Archäologische Stätte von Laodikeia 2013 K Laodikeia war eine antike Stadt in Phrygien, nahe dem heutigen Pamukkale. Sie wurde zwischen 261 und 253 v. Chr. vom Seleukidenherrscher Antiochos II. gegründet und nach seiner Frau Laodike benannt. Zu den sichtbaren Monumenten gehören ein großes Stadion, zwei Theater, vier Bäder, fünf Agoras, ein Bouleuterion sowie Tempel, Wohnhäuser, Kirchen und andere Gebäude.
Jezioro Tuz.jpg Naturschutzgebiet Tuz Gölü 2013 N Der Salzsee Tuz Gölü bedeckt im Frühjahr eine Fläche von 164.200 Hektar und ist im Durchschnitt 0,5 Meter tief. Er hat keinen Abfluss und wird hauptsächlich von Niederschlägen und Grundwasser gespeist. Im Sommer bildet sich auf der Oberfläche eine 30 Zentimeter dicke Salzschicht. Der größte Teil der türkischen Rosaflamingos nistet hier.
Candarli.jpg Handelsposten und Befestigungen entlang der genuesischen Handelsroute vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer 2013 K Die nominierten Stätte entlang der genuesischen Handelsroute in Anatolien sind sechs Festungen, Akçakoca, Amasra, Çandarlı, Foça, Sinop und Yoros sowie der Galataturm in Istanbul.
Gymnasium in Sardes.jpg Die antike Stadt Sardes und die lydischen Tumuli von Bin Tepe 2013 K Die Stadt Sardes war Hauptstadt des Königreichs Lydien und damit Sitz von bekannten Königen wie Gyges und Kroisos. Bemerkenswerte Bauten sind unter anderem aus griechischer Zeit der Artemistempel und aus römischer Zeit das Gymnasium und die Synagoge. Nördlich davon liegt am Südufer des Sees Marmara Gölü eine Nekropole mit über hundert lydischen Tumuli. Der größte ist mit einem Durchmesser von 355 m und einer Höhe von 35 m das Grab des Alyattes II.
Lefke Kapisi Iznik 932a.jpg İznik 2014 K Das antike Nikaia (Nicäa) wurde um 300 v. Chr. von Lysimachos gegründet. In der Spätantike erlangte es Berühmtheit durch das Erste und Zweite Konzil von Nicäa. 1077 eroberten die Rum-Seldschuken die Stadt und richteten ihre erste Hauptstadt ein. Nach der Einnahme Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 gründeten die von dort abgezogenen Byzantiner das Reich von Nikaia, das bis zur Rückeroberung Konstantinopels 1261 bestand. In osmanischer Zeit war die Stadt bekannt für ihre Fliesenproduktion (İznik-Ware).
Mar Jacob Church, Nisibis.jpg Zeynel-Abidin-Moschee-Komplex und Mor-Jakup-Kirche 2014 K Die Jakob von Nisibis gewidmete Kirche und die Zeynel-Abidin-Moschee mit dem dazugehörigen Gebäudekomplex in Nusaybin, dem antiken Nisibis, sind Zeugnisse für das jahrhundertelange Zusammenleben verschiedener Religionen in der Region nahe der syrischen Grenze.
Kirahievran.jpg Grab des Ahi Evran 2014 K Ahi Evran war ein islamischer Prediger und Philosoph im 12. und 13. Jahrhundert und ist Patron der Gerber und anderer Lederhandwerker. Um seine Türbe in Kırşehir gruppieren sich 13 weitere Gräber seiner Nachfolger.
Samandag4.JPG Vespasian-Titus-Tunnel 2014 K Um die jährlichen Überschwemmungen der Stadt Seleukia Pieria, beim heutigen Samandağ in der südosttürkischen Provinz Hatay, und des Hafens durch Schmelzwasser zu vermeiden, ließ der römische Kaiser Vespasian im 1. Jahrhundert n. Chr. ein Umleitungssystem bauen, bestehend aus einem Damm, zwei Tunnel- und drei Kanalabschnitten, insgesamt 875 Meter lang. Der Bau wurde von seinem Sohn Titus fortgeführt und im 2. Jahrhundert unter Antoninus Pius abgeschlossen.
MahmutBeyCamiiKasabakoi.JPG Mahmut-Bey-Moschee 2014 K Die Mahmut-Bey-Moschee im Dorf Kasaba nahe Kastamonu wurde 1366 vom Mahmut Bey, einem Herrscher des Candaroğlu Beylik, erbaut. Sie ist eine der ersten Moscheen in der Türkei mit hölzernen Säulen und einem Holzdach.
KültepeOberstadtPalast.jpg Archäologische Stätte von Kültepe-Kaniš 2014 K Die Stadt Kaniš auf einem Hügel bei Kayseri war seit der frühen Bronzezeit besiedelt. Die dazugehörige Unterstadt war eine der karum genannten assyrischen Handelsniederlassungen in Anatolien zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. Dort wurden Archive mit über 20.000 Keilschrifttafeln in altassyrischer Sprache ergraben.
Kaunos Candir (4).jpg Antike Stadt Kaunos 2014 K Kaunos beim heutigen Dalyan im Südwesten der Türkei lag an der Grenze der historischen Regionen Karien und Lykien. Zu den sichtbaren Relikten aus hellenistischer und späterer Zeit gehören ein Theater, Tempel, eine Palästra, Bäder und vor allem beeindruckende Felsengräber.
Erzurum Cifte Minareli Sunrise.JPG Anatolische seldschukische Medresen 2014 K Die seldschukischen Medresen in Anatolien wurden im 12. und 13. Jahrhundert vornehmlich als muslimische religiöse Schulen gebaut, beinhalteten aber gelegentlich auch Krankenhäuser und Observatorien. Sie haben nach persischem Vorbild einen Iwan an jeder Seite, einen offenen oder bedeckten Hof, Zellen für die Studenten und die eigentlichen Unterrichtsräume. Bemerkenswert sind Gebäude in Konya, Kayseri, Sivas, Erzurum und Kirşehir.
MalatyaMuseumSchwerter.jpg Archäologische Stätte von Arslantepe 2014 K Der Siedlungshügel Arslantepe in der Ebene von Malatya war seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. bis in neo-hethitische und römische Zeit bewohnt. Bemerkenswert ist vor allem ein als Palast bezeichneter, 2000 m² umfassender Komplex aus Lehmziegel-Architektur aus der ersten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr., wo auch die ersten Schwerter aus Arsenbronze gefunden wurden.
Kizkalesi Mädchenburg 3.jpg Antike Stadt Korykos 2014 K Das Gelände der kilikischen Stadt Korykos liegt beim heutigen Badeort Kızkalesi an der Mittelmeerküste. Es umfasst eine Land- und eine Seefestung, die einst über einen Damm verbunden waren. Dazu gehören weiterhin mindestens zwölf Kirchen und ausgedehnte Nekropolen mit Felsengräbern und Sarkophagen. In der näheren Umgebung liegen die Ruinen zahlreicher Siedlungen aus hellenistischer bis frühchristlicher Zeit.
AnavarzaTriumphbogen.jpg Antike Stadt Anazarbos 2014 K Die antike Stadt Anazarbos liegt beim Dorf Dilekkaya in Kilikien. Sie war Zentrum des Reiches des vormaligen Piraten Tarkondimotos I., der von Pompeius nach dessen Sieg über die Piraten zum König ernannt worden war. Über der Stadtebene mit einem Triumphbogen, Theatern, Tempeln, Säulenstraßen, Sarkophagen und Chamosorien erhebt sich eine beeindruckende mittelalterliche Burganlage.
Çanakkale 4824.jpg Çanakkale (Dardanellen) und Gelibolu (Gallipoli), Kampfstätten des Ersten Weltkriegs 2014 K Die Halbinsel Gallipoli auf der europäischen Seite der Dardanellen wurde 1915 zunächst von See und später durch eine Landinvasion angegriffen. Bei den Kämpfen zwischen osmanischen Streitkräften einerseits sowie britischen, französischen und australischen Truppen andererseits wurde unter Mitwirkung von Mustafa Kemal Pascha der Angriff gestoppt. Von den Kämpfen zeugen heute mehrere Gedenkstätten beider Seiten.
Eflatunpinar.jpg Eflatun Pınar: Das hethitische Quellheiligtum 2014 K Mit Eflatun Pınar (lila Quelle) wird eine 7 Meter breite und 4,2 Meter hohe Fassade aus Skulpturen bezeichnet, die an einem Quellteich nahe dem See Beyşehir Gölü steht. Das Heiligtum stammt aus der Zeit des hethitischen Großreichs zwischen dem 15. und dem 13. Jahrhundert v. Chr. Dargestellt sind Mitglieder des hethitischen Pantheons, im Zentrum der Wettergott mit der Sonnengöttin der Erde, darunter Berggötter und dazu verschiedene Mischwesen, alles gekrönt von einer geflügelten Sonnenscheibe.
Aspendos theater axb01.jpg Das Theater und Aquädukte der antiken Stadt Aspendos 2015 K Bereits 1984 nominiert
Eshab-ı Kehf Külliyesi01.jpg Eshab-ı Kehf-Külliye (Islamisch-Ottomanischer Sozialkomplex) in Afşin 2015 K
Mudurnu05.jpg Historische Gildestadt Mudurnu 2015 K
Tombs of the kings of Pontus at night in Amsaya, Turkey.JPG Berg Harşena und die Felsengräber der pontischen Könige in Amasya 2015 K
Arslankaya2.jpg Bergiges Phrygien 2015 K Bereits 1984 nominiert als "Phrygische Felsmonumente (Kırka, Arslankaya, Aslantaş und Yılantaş, Maltaş, Arezastis etc.)"
Stratonicee Sebasteion.JPG Antike Stadt Stratonikeia 2015 K
Brücke von Uzunköprü 2015 K Mit 1392 Metern die längste erhaltene Steinbrücke der Welt. Sie wurde von 1427 bis 1443 unter dem osmanischen Sultan Murad II. über den Fluss Ergene südlich von Edirne erbaut.
Ibrahim hakkı shrine in siirt tillo.jpg Ismail Fakirullahs Grab und sein Licht-Refraktions-Mechanismus in Tillo 2015 K
Malta Kiosk March 2008e.JPG Yıldız-Palast-Komplex in Istanbul 2015 K
Akdamar kirche.jpg Akdamar-Kirche auf der Insel Akdamar im Vansee 2015 K
Malabade.jpg Malabadi Brücke 2016 K
Van kalesi.jpg Tušpa/Van Festung, der Berg und Altstadt von Van 2016 K
Beyazit kulliyesi.JPG Sultan Bayezid II Complex: Ein Zentrum der medizinischen Behandlung 2016 K
Antalya Moschee.jpg
Yivli-Minare-Moschee 2016 K
Große Moschee von Sivrihisar 2016 K
BodrumCastlesoutheast.jpg Bodrum-Burg 2016 K
Nuruosmaniye Mosque Mars 2013.jpg Nuruosmaniye-Moschee-Komplex 2016 K
Antike Stadt Kibyra 2016 K
Ulus-5.jpg Hacı-Bayram-Moschee und ihre Umgebung (Das Hacıbayram-Viertel) 2016 K
Kızılırmak Delta,Bafra.Samsun.JPG Kızılırmak-Delta Feuchtgebiet und Vogelschutzgebiet 2016 N
IvrizRelief.JPG
Kulturlandschaft von İvriz 2017 K
Ile d'Alibey (ou Cunda) en Turquie.JPG
Industrielandschaft von Ayvalık 2017 K
Theatre@Assos(Turkey), April '09.JPG
Archäologische Stäte von Assos 2017 K

Ehemalige Welterbekandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[4]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM, Google

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Antakya
Antakya 1984–1985 K Die heutige Stadt Antakya liegt an der Stelle der antiken Metropole Antiochia am Orontes, die in römischer Zeit neben dem ägyptischen Alexandria und (später) Konstantinopel eine der größten und bedeutendsten Städte im östlichen Mittelmeerraum war.

2011 wurde die dortige St.-Petrus-Grotte in das Welterbe aufgenommen.

Apollon-Tempel von Didyma
(Lage)
1984–1996 K hellenistische Tempelanlage, bedeutende Orakelstätte des Gottes Apollon
Küsten-Nationalpark Beydağları
(Lage)
1984–1996 K/N auch Nationalpark Olympos-Beydağları genannt
BW Waldrapp-Schutzgebebiet in Birecik
(Lage)
1984–1996 N Schutzgebiet mit einer freien Population der Ibisart Waldrapp an einem Steilfelsen mitten in der Stadt Birecik
Cilo-Sat-Berge
Cilo-Sat-Berge
(Lage)
1984–1996 N Bergkette genannt mit dem Uludoruk und dem Cilo Dağı, dem zweit- und dritthöchsten Berg der Türkei
Nemrut-Dağı-Krater
(Lage)
1984–1996 N
Dilek-Yarimadasi-Nationalpark
Dilek-Yarimadasi-Nationalpark 1984–1996 N
Naturschutzgebiet Eğirdir 1984–1996 N Schutzgebiet für Quercus vulcanica-
Güven – Fisch- und Insektenfossilien 1984–1996 N
Halikarnassos
Halikarnassos 1984–1996 K
Bosporus in Istanbul
Bosporus in Istanbul 1984–1996 K "Historische Stätten von Istanbul" wurde 1985 in die Welterbeliste aufgenommen.
Nationalpark Karatepe-Arslantaş
Nationalpark Karatepe-Arslantaş 1984–1996 K
Kula - eine typische osmanische Stadt nahe Manisa
Kula - eine typische osmanische Stadt nahe Manisa 1984–1996 K
Kuşcenneti-Nationalpark
Kuşcenneti-Nationalpark 1984–1996 N
Köprülü-Kanyon-Nationalpark
Köprülü-Kanyon-Nationalpark 1984–1996 K/N
Naturschutzgebiet Köyceğiz
Naturschutzgebiet Köyceğiz 1984–1996 N Schutzgebiet für den Orientalischen Amberbaum (Liquidambar orientalis)
Marmaris - Gökova
Marmaris - Gökova 1984–1996 K umfasste die Küstenstadt Marmaris und die ca. 20 km nördlich von dieser gelegene Gemeinde Gökova
Grube, Maar und Travertin-Konoide in Konya
Grube, Maar und Travertin-Konoide in Konya 1984–1996 N
Priene: eine hellenistische Stadt gebaut nach den Plänen von Hippodamos
Priene: eine hellenistische Stadt gebaut nach den Plänen von Hippodamos 1984–1996 K nach dem Stadtsystem des Hippodamos von Milet erbaute antike Stadt im Westen der heutigen Türkei
Salihli – fossile menschliche Fußstapfen 1984–1996 K
Sultansazlığı-Nationalpark
Sultansazlığı-Nationalpark 1984–1996 N
Altstadt von Van und der Vansee
Altstadt von Van und der Vansee 1984–1996 K umfasst das historische Zentrum der ostanatolischen Stadt Van und den angrenzenden Vansee
Yedigöller-Nationalpark
Yedigöller-Nationalpark 1984–1996 N

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welterbestätten in Türkei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Türkei auf der Website des World Heritage Centre (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkei. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 19. Juli 2017 (englisch).
  2. Deutsche Bezeichnungen entsprechend Welterbeliste. In: www.unesco.de. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 20. Januar 2018.
  3. Tentativliste der Türkei. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 19. Juli 2017 (englisch).
  4. Former Tentative Sites of Turkey. In: World Heritage Site. Abgerufen am 19. Juli 2017 (englisch).