Weltstadt mit Herz

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Weltstadt mit Herz war der offizielle Slogan, den die bayerische Landeshauptstadt München von 1962 bis 2005 für ihr eigenes Stadtmarketing verwendete.

Einführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefunden wurde der Slogan in einem Wettbewerb, den das Fremdenverkehrsamt München gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung und dem Münchner Merkur 1962 durchführte. An dem Wettbewerb beteiligten sich über 14.000 Leser beider Zeitungen mit insgesamt über 40.000 Vorschlägen aus denen dann „München, Weltstadt mit Herz“ ausgewählt wurde[1].

Der Slogan gilt als sehr erfolgreich. Umfragen zufolge kennen ihn über 45 % aller Gäste in München.

Nachfolge-Slogan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gab 2005 den Anstoß für eine neue Imagekampagne der Stadt. Künftig wirbt sie für sich unter dem Slogan Munich Loves You / München mag Dich.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in München hat der Satz "Weltstadt mit Herz" heute nichts mehr zu tun. So ist das Wohnen in München so teuer, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Teilweise machen die Mieten inzwischen 70 % des Einkommens aus und auch für die Mittelschicht ist inzwischen fast unmöglich noch bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Doch statt des dringend benötigten Wohnraums entstehen in München Luxus-Tower oder Nobeladressen mit Concierge-Service.[2]

Projekte für Obdachlose werden gestrichen, mit der Begründung, Renditen zu verdoppeln.[3]

So haben teilweise Unternehmen Probleme, wegen der hohen Kosten überhaupt noch neue Mitarbeiter zu finden. In einer Stadt, die einmal berühmt für ihre Kunstschaffenden war, kann es sich inzwischen kein junger Nachwuchskünstler mehr leisten, sich hier etwas aufzubauen. Das Oktoberfest hat inzwischen einen Wandel vom Volks- zum Protzfest erlebt. Die Atmosphäre zwischen Sendlinger Tor und Odeonsplatz wird als ausschließend empfunden. So bekommen nur noch die wenigsten Menschen, die in weniger wohlhabenden Stadtteilen Münchens leben, vom bunten Leben in der Innenstadt etwas mit.[4]

Der Kabarettist Helmut Schleich spricht sogar davon, dass sich die Stadt komplett der Gewinnmaximierung unterworfen hat, alles zur Ware gemacht wird und man aus jedem Grashalm Profit schlagen will.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 50 Jahre Tourismusamt München. In: muenchen.de. Landeshauptstadt München, abgerufen am 28. November 2011.
  2. Bayerischer Rundfunk: Jetzt mal ehrlich | BR.de. In: www.br.de. 4. März 2015, abgerufen am 9. Juni 2016 (de-de).
  3. Weltstadt ohne Herz. Süddeutsche Zeitung, 8. September 2011, abgerufen am 9. Juni 2016.
  4. 15 hässliche Wahrheiten, die Ihnen ein Münchner nie erzählen wird. In: The Huffington Post. Abgerufen am 9. Juni 2016.
  5. "Als Bayer wird man hier zur Minderheit". In: http://www.tz.de. 17. März 2013, abgerufen am 9. Juni 2016.