Wemding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wemding
Wemding
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wemding hervorgehoben
48.86666666666710.716666666667463Koordinaten: 48° 52′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs­gemeinschaft: Wemding
Höhe: 463 m ü. NHN
Fläche: 31,69 km²
Einwohner: 5811 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86650
Vorwahl: 09092
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 228
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 3
86650 Wemding
Webpräsenz: städtisch www.wemding.de, touristisch www.wemding.info
Bürgermeister: Martin Drexler (CSU/Amerbacher Liste)
Lage der Stadt Wemding im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Landkreis Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Maria Brünnlein mit Blick in das Ries
Wemdinger Wallfahrtskirche
Schild bei der Wallfahrtskirche
Die Stadtmauer von Wemding

Wemding ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wemding mit den Gemeinden Huisheim, Fünfstetten, Otting, Wolferstadt.

Die Stadt liegt am Rande des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im Geopark Ries. Überregional bekannt ist der staatlich anerkannte Erholungsort als Wallfahrtsstadt (Basilika minor: „Maria Brünnlein zum Trost“) und als Fuchsienstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Städte in der Umgebung[Bearbeiten]

Stadtteile[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der abrupte Anstieg der Einwohnerzahl am Ende des 2. Weltkrieges 1945 bis 1950 ist auf die Aufnahme von mehr als 2.000 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen zurückzuführen. Stetiges Bevölkerungswachstum verzeichnet das Stadtgebiet bis heute. Wemding hat seit dem Jahr 2000 etwa 5.800 Einwohner und auch die Prognose sagt eine stabile Entwicklung voraus. Wemding liegt also nicht im Trend der prognostizierten Bevölkerungsrückgänge im Landkreis Donau-Ries.

Geschichte[Bearbeiten]

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Frühes Mittelalter[Bearbeiten]

Im Jahre 793 wurde Wemding zum ersten Mal als Uemodinga in einer Schenkungsurkunde des Grafen Helmoin aus Gosheim (bei Huisheim) (Kaozesheim) erwähnt. Dieser hatte von Karl dem Großen das Recht erhalten, das Land um Gosheim (etwa 9,35 km²) dem Bischof in Freising zu schenken. Zu dieser Zeit bestand Wemding aus vier Höfen:

  • Maiershof
  • Katzensattelshof
  • Sandbichelshof und
  • Seegartenhof

(…) auch in jenem Walde, der zu Wemodinga gehört – eben dort sollen die Vorsteher dieser Kirche das Recht haben, Bauholz zu fällen, so viel nötig ist und Holz für Feuer (…)[2]

798 schenkte König Karl Wemding dem Kloster Sankt Emmeram in Regensburg, in dessen Besitz die Stadt 500 Jahre lang blieb. Das bedeutete, dass das Kloster und der Bischof als Lehnsherren fungierten und über die Lehnsträger bestimmen konnten. Geistlichen Einrichtungen auch weltliche Verwaltungsrechte und damit Macht zu übertragen war Teil des Regierens von König (ab 800 Kaiser) Karl im Einklang mit der Kirche. So baute der König auch zahlreiche Kirchen, Klöster, Kathedralen und Pfalzen und setzte sich für den Katholizismus als Reichsreligion ein.

Von 898 bis 935 bekam die Edelfrau Winpurc aus Nördlingen Wemding als Lehen. Zu dieser Zeit hatte Wemding schon 200 Einwohner. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Ort an einer Römer- und einer Salzstraße lag, also sehr viele Händler und anderer Verkehr den Ort passierten.

Im 11./12. Jahrhundert wurde Wemding als Lehen an die Edelfreien von Werd (Donauwörth) vergeben, später an die mächtigen Grafen von Grögling-Hirschberg, und nach deren Aussterben fiel Wemding an die mit ihnen verschwägerten Grafen von Oettingen. 1343 erhoben die Grafen von Oettingen den Ort zur Stadt. Vermutlich am 11. November 1394 wurden in Wemding 10 Waldenser auf Betreiben des Eichstätter Bischofs Friedrich IV. von Oettingen zum Tode verurteilt und verbrannt. 1467 ging die Stadt in den Besitz des Herzogs Ludwig des Reichen von Niederbayern (Landshut) über. 1505 fällt Wemding an das Herzogtum Bayern-München (Hauptlinie der Wittelsbacher).

1669 bis 1672 wurde das Kapuzinerkloster (1664–1991, seit 2000 Karmelitinnen) umgebaut. Nach dem Weggang der Kapuziner (1990) bezogen Karmelitinnen 2000 das von der Diözese Eichstätt übernommene und sanierte Klosterareal. 1808 kam es zum Verlust der städtischen Selbstverwaltung, die erst 1818 durch das Gemeindeedikt in Bayern wieder errichtet wurde.

Hexenverfolgung[Bearbeiten]

Anfang des 17. Jahrhunderts kam es in der Stadt in zwei Wellen zu heftigen Hexenverfolgungen. Unter dem Richter Dr. Gottfried Sattler wurden in den Jahren 1609/10 zehn Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Auf dem Weg zum Scheiterhaufen begleiteten sie Jesuiten aus Donauwörth.[3] Ein Prozess gegen zehn weitere Beschuldigte wurde 1611 dem Wemdinger Gericht entzogen; die Gefangenen verlegte man nach München und ließ sie später frei.[4] Sattler wurde festgenommen und wegen Fehlern in der Prozessführung und Unterschlagung von mehr als 3000 Gulden zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung kam es zu einem langen und teilweise dramatischen Tauziehen zwischen den Befürwortern und Gegnern der Hexenverfolgung am bayerischen Hof. Für Sattlers Begnadigung setzten sich nicht nur dessen Angehörige und der Wemdinger Stadtrat, sondern auch hochgestellte Personen, wie der als Thronfolger geltende Prinz Albrecht ein,[5] während die Verfolgungsgegner durch ein Gutachten der Universität Ingolstadt die Rechtmäßigkeit des Todesurteils bestätigen ließen. Am 9. März 1613 ließ der führende Verfechter der Hexenverfolgung, Hofratskanzler Johann Wangnereck, in einem handstreichartigen Beschluss des Hofrates das Todesurteil in einen unbefristeten Landesverweis umwandeln. Zwei Tage später setzten die Gegner der Hexenverfolgung um Oberstkanzler Joachim Donnersberger die Rücknahme dieses Beschlusses durch. Obwohl ein weiteres Universitäts-Gutachten aus Ingolstadt die frühere Aussage bestätigte, glaubte sich Sattler offenbar noch immer der Protektion von höchster Stelle sicher und war überrascht, als der Kurfürst ihn fallen ließ und am 21. Mai 1613 der Hinrichtung stattgab.[5] Um Aufsehen zu vermeiden,[6] wurde diese Ende Juni außerhalb Münchens in Markt Schwaben vollstreckt.

Aber 1628 bis 1631 kam es zu einer noch weitaus schlimmeren Welle der Verfolgung, der 39 Menschen zum Opfer fielen. Auf kurfürstliche Anordnung wurde dem Wemdinger Stadtrichter Baltasar Vogl[7] der Ingolstädter Professor Dr. Johann Valentin Schmid als Hexenkommissar beigeordnet. Schmids Ermittlungen brachten zwar viel nachbarschaftliche Missgunst und von Aberglauben geprägte Mutmaßungen[8] ans Licht, führten aber nicht zu den gewünschten Verhaftungen.[9] Dies änderte sich, als er 1629[10] durch Dr. Wolfgang Kolb abgelöst wurde,[6] welcher zuvor schon an der massiven Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt beteiligt war und sich durch neue Foltermethoden besonders hervorgetan hatte. Ab dem 14. März 1629 wurden an neun Gerichtstagen insgesamt 29 Frauen und zehn Männer hingerichtet.[9] Nach Kolbs ungeklärtem Tod 1630[11] wurden die Hinrichtungen seltener. Den letzten drei Gerichtstagen im Oktober und November 1630 und im März 1631 fielen noch fünf Menschen zum Opfer.[12] Ab der Zeit der Verfolgungen wurde ein Wemdinger Mauerturm (der ehemalige Pulverturm oder auch „Langer Turm“ genannt) der Stadtmauer als „peinliche Befragungsstätte“ für die Hexen genutzt. Seit dieser Zeit trägt der Turm die Bezeichnung „Folterturm“. Eine weitere Gedenkstätte der Hexenprozesse ist am Galgenberg. Hier stand der Galgen und hier wurden die Scheiterhaufen errichtet. Das dreiteilige Gedenkkreuz aus dem Jahr 1957 erinnert an die Jahre des Hexenwahns. Der Rat der Stadt Wemding hat am 10. März 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[13]

17. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

  • 1619 Die Stadtpfarrkirche St. Emmeram bekommt als bedeutendes Gotteshaus im Zentrum der Altstadt einen zweiten Kirchturm. Auf dem neuen Nordturm befinden sich ab diesem Zeitpunkt alle Glocken. Die beiden Türme sind das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt.
  • 1634 erfordert ein wiederholter Ausbruch der Pest in Wemding über 260 Tote.
  • 1647 gelobt die Bürgerschaft Wemdings die Durchführung eines großen Wallfahrtsgangs nach zur Sebastianskirche nach Oettingen. Es ist das historische Ursprungsjahr der Wemdinger Pestprozession. Ab dem Jahr 1831 sollte sie wieder alle 20 Jahre stattfinden.
  • 1654 Eine Feuersbrunst wütet in der Altstadt Wemdings und zerstört 29 Häuser.
  • 1664 wird das Kapuzinerkloster durch Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern genehmigt. Noch in diesem Jahr kommen die ersten Kapuziner nach Wemding.
  • Um 1680 bringt gemäß der Wemdinger Wallfahrtstradition der Wemdinger Krämer Franz Forell eine Madonnenstatue aus Rom mit. 1692 wird von Priester Johann Reinhard Köhler über dem „Schillerbrünnlein“ nordwestlich Wemdings eine Kapelle errichtet. An ihrer Stelle wird im August 1748 der Grundstein für die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein gelegt, 1782 folgt die Weihe.
  • 1815 Beginn der Abtragungen an der Wehranlage, die seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Stadt umgibt. Das Gestein wird zum Häuser- und Straßenbau verwendet, wodurch ein Großteil der 30 Mauertürme und der Mauer zerstört wird. Drei der heutigen Türme bleiben erhalten: Häutbachturm, Baronturm und der Folterturm. Das Amerbacher Tor und das Nördlinger Tor sind Überreste der drei Tortürme.
  • 1854 Das Zeitalter der Industrialisierung zeigt erste Auswirkungen in Wemding. Es kommt zur Gründung von acht Gewerbevereinen und damit zur Auflösung der 12 Handwerkszünfte vom Jahr 1700. 1907 entsteht die Hartsteinfabrik an der Harburger Straße.
  • 1875 Erstmalige Aufführung des Schäfflertanzes in Wemding. Der aus Wemding stammende Schäfflermeister Johann Uhl bringt den traditionellen Tanz in die Heimatstadt. Bis heute findet der Tanz alle 7 Jahre statt.
  • 1893 Das Eisenbahnkomitee Nördlingen-Wemding wird gegründet und setzt sich für den Bau einer Lokalbahn nach Nördlingen ein. Im Jahr 1903 kommt es zur Eröffnung der Bahnlinie Wemding-Nördlingen. Die Lokomotive mit wenigen Waggons nennt der Volksmund „Wendi-Hans“. Einstellung des Personenverkehrs 1981, des Güterverkehrs 1998.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

  • 1905–1912 Errichtung von Wasserleitungen und Kanalisation. Straßen werden gepflastert und eine erste Straßenbeleuchtung wird installiert.
  • 1914–1918 Insgesamt 600 Männer werden zum Wehrdienst einberufen. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs verzeichnet die Stadt 66 und die Gemeinde Amerbach 21 gefallene Soldaten.
  • 1933 Erster Fatimatag in Wemding. Ab diesem Jahr findet an der Wallfahrtsbasilika an jedem 13. des Monats der Fatimatag statt. Ins Leben gerufen wird er von Pfarrer Bartholomäus Eisenlohr aus Lechsend sowie seinem Bruder Franz Eisenlohr.
  • 1945–1948 Der Zweite Weltkrieg hinterlässt gravierende Spuren in Wemding. 116 Gefallene und 60 Vermisste hat die Stadt zu beklagen, 16 Gefallene sowie 12 Vermisste sind es in der Gemeinde Amerbach. Im April 1945 sind bei Kriegsende 16 Gebäude zerstört und weitere 70 beschädigt. Am 24./25. April 1945 besetzen amerikanische Soldaten Wemding und Amerbach. Durch die Aufnahme von über 2.000 Flüchtlingen und Heimatvertriebenen in der Stadt steigt Bevölkerungszahl bis 1950 auf knapp 5.000 Menschen. Die Nachkriegszeit ist geprägt durch Wohnungsnot, Lebensmittelknappheit und geringe Arbeitsmöglichkeiten.
  • 1948 Ansiedlung des Betriebes Wetex (Wemdinger Textilwerke GmbH) mit 400 neuen Arbeitsplätzen. 1961 werden die Textilwerke von der SWF-Gustav-Rau KG vollständig übernommen.
  • 1951 Wemding bekommt eine Evangelisch-Lutherische Christuskirche. Nach der Grundsteinlegung erfolgt ein Jahr später die Weihe des neu erbauten Gotteshauses.
  • 1954 Weihe des neuen Schulhauses am Ludwigsgraben für Knaben und Mädchen. Ein Jahr später wird eine Landwirtschaftliche Berufsschule in Wemding durch den Landkreis beschlossen.
  • 1978 Im Zuge der Gebietsreform wird Wemding Sitz der Verwaltungsgemeinschaft. Die umliegenden Gemeinden Wemding, Fünfstetten, Huisheim, Otting und Wolferstadt gehören dieser Gemeinschaft an.
  • 1986 Spatenstich für das neue Kreisaltenheim, das auf dem ehemaligen Areal der Hospitalstiftung errichtet wird. 1989 folgt die Einweihung.
  • 1993 1200-Jahrfeier des Bestehens der Stadt Wemding. Historische Festwoche in der Altstadt. Anlässlich des Jubiläums wird in diesem Jahr ein historischer Wallfahrtszug zur Wallfahrtsbasilika und eine Serenade der Rieser Posaunenchöre abgehalten. Außerdem wird auf der „Platte“ der erste Stein der Zeitpyramide, eines Kunstwerks des Wemdingers Manfred Laber, gesetzt.
  • 1998 Historisches Fest zu 650 Jahren Stadterhebung
  • 1999–2003 Erfolgreiche Generalsanierung und Restaurierung der Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein.

21. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

  • 2000 bis heute werden zahlreiche Renovierungen und Sanierungen im Stadtgebiet vorgenommen: Türme der Stadtpfarrkirche (1999/2000), Amerbacher Kirche St. Alban (2004), Renaturierung Doosbach (2006). Kanal- und Straßenarbeiten sowie Neuasphaltierungen setzen die Wemdinger Straßen weiter in Wert (z. B. Vorplatz Stadtpfarrkirche 2006, Sand-feldring im Industriegebiet 2009, Nördlinger Straße 2011, Harburger Straße 2012)
  • 2000 Einweihung der Klosteranlage der Karmelitinnen.
  • 2001 Wemding begeht den 500. Geburtstag des Sohnes Leonhart Fuchs (Prof. für Medizin; Botaniker an der Universität Tübingen; siebenmal deren Rektor)
  • 2002–2012 Erschließung der neuen Baugebiete „Birket I“ und „Birket II“
  • 2002 Wemding bekommt einen weiteren inhaltsträchtigen kulturellen Standort: das KunstMuseum Donau-Ries mit Kunstwerken des Wemdingers Ernst Steinacker und seiner Tochter Annette Steinacker-Holst sowie von Prof. Schlötter
  • 2002 Die Stadt ist zum ersten Mal Etappenziel der BR-Radltour des Bayerischen Rundfunks.
  • 2004 die erste Kinderkrippe des Landkreises Donau-Ries entsteht durch Initiative des Vereins Kinderherz in der Stadt
  • 2006 Der Ortsteil Amerbach feiert sein 700-Jähriges Jubiläum. Großes historisches Festwochenende im Ortskern mit Festumzug am Festsonntag
  • 2007 Die Kläranlage „Mittlere Wörnitz“ wird eingeweiht.
  • 2008 Radiosender Bayern 1 gastiert mit seiner „Sommerreise“
  • 2010 950. Weihejubiläum der Stadtpfarrkirche St. Emmeram. Das sakrale Gebäude erhält zwei neue Glocken, womit sich bis heute auf dem Nordturm – dem Läutturm – sechs Glocken befinden. Die neue Dreifaltigkeitsglocke und die Gundekarglocke wurden in diesem Jahr in Karlsruhe gegossen.
  • 2011 Der Schulverband schließt den beachtlichen Anbau an der Grund- und Mittelschule für 500 Schüler ab. Damit sind die Grund- und die Mittelschule erstmals unter einem Dach. Gleichzeitig wird eine Schulturnhalle mit Hackschnitzelheizung eingeweiht.
  • 2012 Bitt- und Pestprozession; Die christliche Bürgerschaft folgt dem Gelübde aus dem 17. Jahrhundert und über 2.000 Menschen nehmen am Fußmarsch ins 15 Kilometer entfernte Oettingen teil. Die Votivkerze wurde von den Karmelitinnen gestaltet. Die Prozession wird in der Öffentlichkeit als „Demonstration des Glaubens im Ries“ wahrgenommen.
  • 2014 Tradition wird lebendig: der in Wemding seit Jahrzehnten gepflegte Schäfflertanz wird nach sieben Jahren Wartezeit durch die eigens bestehende Schäfflervereinigung Wemding wieder aufgeführt.
  • 2015 Veranstaltungshighlights in Wemding: der Fuchsien- und Kräutermarkt feiert sein 15-jähriges Jubiläum und die BR-Radltour macht mit über 1.200 Radfahrern und einem Open-Air-Konzert mit den Bellamy Brothers am Festplatz zum wiederholten Mal in Wemding Station.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 erfolgte die Eingemeindung von Amerbach, vollzogen durch die Bürgermeister Theo Knoll, Wemding und Theodor Osterrieder, Amerbach.[14]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 wurde der Jurist Dr. Martin Drexler (CSU/Amerbacher Liste) im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Er löste Jürgen von Streit (SPD) ab, der von 1990 bis 2008 Bürgermeister war und 2008 nicht mehr antrat. Bei den Kommunalwahlen 2014 wird Dr. Martin Drexler als überparteilicher Kandidat in seinem Amt bestätigt.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern, die sich ab dem 1. Mai 2014 auf folgende Parteien/Gruppierungen aufteilen:

  • Fraktionsgemeinschaft CSU/Amerbacher Liste: 9 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • PWG: 4 Sitze
  • Wemdinger Frauenliste: 2 Sitze
  • Grüne: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein aus dem rechten Schildrand bis zur Schildmitte einspringender roter Sparren, links begleitet von fünf in Form eines Andreaskreuzes (2:1:2) angeordneten roten Lilien, unten rechts ein aufrecht stehender, abnehmender roter Halbmond.“[15]

Wappenbedeutung: Der rote Seitensparren stellt das halbe Andreaskreuz aus dem Stammwappen der Oettinger Grafen dar, die nahezu 150 Jahre die Herren von Wemding waren. Die fünf Lilien stammen aus dem Wappen der ehemaligen Grafschaft Niederelsass. Aus diesem Bereich gehörte das Landgericht Röschwoog mit fünf Gemeinden den Grafen zu Oettingen. Diesen Besitz mussten sie jedoch verkaufen, um die hohe Schuldenlast beim Ausbau der Wemdinger Wehrbefestigung tilgen zu können. Der Halbmond ist dem Stadtwappen von Monheim entnommen, das auch zur Schuldenminderung veräußert werden musste.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Frankreich: Seit 1988 bestand eine Partnerschaft mit Dambach-la-Ville im Elsass. 2009 wurde diese Städtepartnerschaft jedoch im beiderseitigen Einverständnis aufgelöst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Wemding
Leonhart Fuchs’ Geburtshaus

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Wemding

  • Historische Altstadt mit mittelalterlicher Stadtmauer (erste Hälfte des 14. Jahrhunderts): Von der wehrhaften Mauer blieben bis heute drei Mauertürme und zwei Tore (teilweise) erhalten: der Häutbachturm, der Baronturm, der Folterturm, das Amerbacher Tor und der Nördlinger Torturm. Der äußeren vollständig erhaltenen Stütz- oder Futtermauer schließt sich der Stadtgraben an. Neben Abschnitten im Privatbesitz ist das grünflächige Areal durch Spazierwege, Ruhebänke, Spielplätze, Kneippanlage sowie Rosengarten erschlossen.
  • Historischer Marktplatz: Zentrum des Alltags in Wemding; sternförmig laufen sieben Straßen (u. a. Wallfahrts-, Mangold-, Wolfgang- und Weißenbachstraße) zusammen. Im Mittelpunkt steht der Marienbrunnen mit Marienstatue. Umgeben von Barock- und Fachwerkgiebeln prägen die Stadtpfarrkirche mit den beiden Türmen, das Verwaltungsgebäude und das historische Rathaus das Bild des geschlossenen Ensembles.
  • Die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein erbaut nach Plänen von Franz Joseph Roth, Baudirektor des Deutschen Ordens in Ellingen; stuckiert und freskiert von Johann Baptist Zimmermann von 1748 bis 1752, geweiht 1781. Herzstück ist der Gnadenaltar als Brunnenaltar, aus dem das „Brünnleinwasser“ nach allen vier Himmelsrichtungen fließt, als Sinnbild des göttlichen Gnadenstromes. Der Altartisch mit Brunnenschale wurde 1953 durch den Wemdinger Bildhauer Ernst Steinacker geschaffen. 1998 erhob Papst Johannes Paul II. das Gotteshaus zur Basilika minor.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Emmeram ist das Wahrzeichen der Stadt Wemding. Ihre zwei Türme mit den zwiebelförmigen Kuppeln sind über 60 Meter hoch und von weitem sichtbar. Über den Dächern Wemdings wachte früher der Türmer über die Stadt. Ab dem Jahr 1030 Bau einer dreischiffigen, kreuzförmig angelegten Basilika. Im Lauf der Zeit erfolgen Um- und Erweiterungsbauten unter wechselnden Patronatsherren. Das Prunkstück dieses sakralen Bauwerks ist der barocke Hochaltar (1630–1633) vom Donauwörther Bildhauermeister Augustin Manasser. Außerdem sehenswert sind die Stuckmarmor-Seitenaltäre (1713) mit ihren Scagliolaarbeiten von Dominikus Zimmermann und ein wertvolles, die Stände darstellendes Fresko an der südlichen Chorwand um 1450.
  • Leonhart Fuchs: berühmter Sohn Wemdings (1501–1566), Professor für Medizin und Botaniker; die Fuchsie wurde nach ihm benannt. Wemding wirbt als „Fuchsienstadt“: Über die Jahre überregional bekannt wurden der Wemdinger Fuchsien- und Kräutermarkt, Fuchsienausstellungen, die Fuchsienpyramide und ein Fuchsienrundgang durch die Altstadt. Das Geburtshaus (genannt Fuchshäuschen) des Botanikers Leonhart Fuchs liegt am Wemdinger Marktplatz. Das Häuschen war früher ein Nebengebäude des Bürgermeisterhauses (heute Bank).
  • Die Wemdinger Zeitpyramide Kunstwerk des Wemdinger Künstlers Manfred Laber); geschaffen anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1993; 1200 Jahren Vergangenheit werden 1200 Jahre Zukunft gegenübergestellt in Form einer allmählich entstehenden Pyramide. Alle 10 Jahre wird ein Betonquader gesetzt. Nach 1200 Jahren, also 120 Steinen, ist die Pyramide fertig (so zumindest das Denkmodell des Künstlers).
  • Kirchen – Zeugen des Glaubens: Sieben Kirchen prägen das Stadtbild: Stadtpfarrkirche St. Emmeram, Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein, Spitalkirche, Klosterkirche Maria Mutter des Erlösers, Johanniskirche beim Friedhof, evangelisch-lutherische Christuskirche, St. Alban im Ortsteil Amerbach.
  • Die Geopark-Infostelle ist seit dem Jahr 2013 eine neue Anlaufstelle für Interessierte des Geopark-Ries. Der Ursprung des Rieskraters durch einen Meteoriteneinschlag vor 15 Millionen Jahren, Hintergrundinformationen zur Stadt und eine Leonhart Fuchs Ausstellung sind präsentiert. Die Infostelle kann kostenlos besucht werden, sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes.

Museen[Bearbeiten]

  • Das Heimatmuseum der Stadt informiert über die heimatgeschichtliche Vergangenheit, alte Handwerke, Militaria und religiöse Volkskunde. Es befindet sich im Ober- und Dachgeschoss des „Haus des Gastes“ und besteht bereits seit dem Jahr 1962.
  • Der Folterturm mit Dokumentation der Hexenprozesse. Besichtigungen sind im Rahmen von Führungen möglich.
  • Das KunstMuseum Donau-Ries mit wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen zeigt Gemälde- und Skulpturensammlungen, Sonderausstellungen und bietet Räumlichkeiten für Konzerte.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Freibad am Waldsee: Naturbadesee „Lohweiher“ mit Liegewiese, Kinderbecken und einer 70 Meter langen Wasserrutsche. In den Sommermonaten von Montag bis Sonntag geöffnet. Den Besuchern werden am vorhandenen Kiosk Speisen und Getränke angeboten, Ruderboote können gemietet werden. Direkt nebenan befindet sich das Areal des Campingparks.
  • Kneippanlage und Rosengarten in historischem Ambiente innerhalb der Stadtbefestigung im Stadtgraben
  • Sportanlage „Zur Robertshöhe“: Stadion des TSV Wemding, Reitanlage, Kleintierzuchtverein, Tennisanlage (Sand- und Hartplätze), etc.
  • Wintersport: angelegter Natur-Eisplatz und gespurte Langlaufloipe
  • Freizeitanlagen: Spiel- und Bolzplätze, Skateranlage und Streetballplatz
  • Zahlreiche regionale und überregionale Rad- und Wanderwege führen durch die Fluren und Forste Wemdings und schließen an das ausgebaute Wander- und Radwegenetz des Geopark Ries, des Ferienlands Donau-Ries und des Naturparks Altmühltal an. An das Fernwanderwegenetz ist Wemding durch den „Frankenweg“ angeschlossen. Die Wallfahrtsstadt ist Etappenort des Bayerisch-Schwäbischen Jakobsweges.[16]

Vereine[Bearbeiten]

Das städtische Leben wird von einem breiten Spektrum an Vereinen und Verbänden getragen, deren Historie zum Teil viele Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückreicht (Stadt- und Jugendkapelle, Freiwillige Feuerwehr Wemding und Amerbach, Reit- und Fahrverein, Gewerbeverband, Heimat- und Trachtenerhaltungsverein, Rotes Kreuz und Wasserwacht, Kolpingsfamilie, Kleintierzuchtverein, Kulturzirkel u. v. m.). Der TSV 1892 Wemding ist der mitgliederstärkste Verein in Wemding. Er bietet verschiedenste Sportarten: Basketball, Damengymnastik, Fußball, und Judo/Karate, Leichtathletik, Stockschützen, Tischtennis, Kinderturnen, Eisplatz. Wemdings Judofrauen waren für einige Saisons in der 1. Judo-Frauenbundesliga aktiv.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Wemdinger Jahreskalender ist von einer Vielzahl von Veranstaltungen zu allen Jahreszeiten geprägt.

  • Fuchsien- und Kräutermarkt (meist letztes Mai-Wochenende): Zweitägiger Markt, der jedes Jahr das Highlight am Ort ist. Im Zentrum stehen Fuchsien, Pflanzen, Kräuter, Gartenschmuck und Blumen. Mit der Veranstaltung sind zahlreiche Aktionen verbunden: die Eröffnung des Fuchsienrundgangs, der Aufbau der deutschlandweit einzigen Fuchsienpyramide.
  • Faschingsumzug „Gaudiwurm“: Am Faschingsdienstag zieht der Narrenzug der Faschingsgesellschaft Wemdosia durch die Altstadt, anschließend herrscht ein buntes Faschingstreiben auf dem Marktplatz.
  • Regelmäßige Märkte mit ausgewählten Aktionen (Ostermarkt und Martinimarkt)
  • Schäfflertanz in Wemding: Alle sieben Jahre findet in Wemding der traditionelle Schäfflertanz statt. Getragen wird der Schäfflertanz von der Wemdinger Bürgerschaft. Die Durchführung obliegt der Schäfflervereinigung Wemding. Der letzte Tanz fand im Jahr 2014 statt.
  • Pestprozession: Alle 20 Jahre (zuletzt 2012) wallfahren die Wemdinger und Amerbacher nach Oettingen in die Kirche St. Sebastian mit einer Pestkerze und lösen damit das mittelalterliche Versprechen ein, alle 20 Jahre nach Oettingen zu pilgern, damit die Pest in Wemding nicht weiter grassiert.
  • Altstadt- und Marktplatzfest (Juli): Traditionelles Stadtfest mit Bewirtung und musikalischen Darbietungen von Musikgruppen der Region in historischem Ambiente auf dem Marktplatz. Alle drei Jahre stellen sich die Wemdinger Betriebe im Rahmen einer Gewerbeschau vor (zuletzt 2013).
  • Weihnachtsmarkt (Anfang Dezember): weihnachtlicher Markt mit Ständen der örtlichen Wemdinger Vereine. Seit 2008 wird das „Wemdinger Christkind“ am Markt vorgestellt, das über die Advents- und Weihnachtszeit Besuche in den Kindergärten, dem Altenheim und auf Veranstaltungen abstattet. Der Nikolaus besucht den Markt und verteilt Süßigkeiten. Im historischen Rathaus sind Kinder zu weihnachtlichen Lesungen eingeladen.
  • Musik am Marktplatz (Mai bis August jeden Sonntag): regionale Musikvereine, Kapellen und Musikgruppen treten auf dem an den Sonntagabenden auf dem Marktplatz auf.
  • Regelmäßige Stadtführungen mit Besichtigung des Folterturms, Turmbesteigungen zur Türmerstube; geführte Radtouren durch das Ries werden in den Sommermonaten im Rahmen eines Gästeprogramms angeboten.

Im Jahr 2019 plant die Stadt ein großes historisches Fest anlässlich des 400. Jahrestag des Baus des zweiten Turms der Kirche St. Emmeram. Weiterhin ist es dann 550 Jahre her, dass der schwäbische Ort zu Bayern kam[17].

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Leonhart Fuchs
  • Leonhart Fuchs, (* 17. Januar 1501 in Wemding; † 10. Mai 1566 in Tübingen), war ein deutscher pflanzenkundiger Mediziner, nach dessen Namen später die Fuchsie benannt wurde. Das Geburtshaus, das wegen seiner nur 1,50 m Breite auch Zwergenhäuschen genannt wird, steht heute noch am Marktplatz.
  • Johannes Vischer (* 19. Dezember 1524 in Wemding; † 21. April 1587 in Tübingen) war ein Mediziner und Hochschullehrer an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
  • Johannes Scheyring (1454–1516) wurde in Wemding geboren und war Rektor der Universität Leipzig und Domherr in Magdeburg. Er zierte den 1000 Deutsche Mark Schein.
  • Eva Hohenschildin (* 1584 in Wemding; † 18. Juli 1620 in Eichstätt) wurde in den Hexenprozessen unter Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten hingerichtet.
  • Joseph Schlecht (1857–1925), deutscher Kirchengeschichtler, Päpstlicher Ehrenprälat
  • Luitgard Im (* 12. Januar 1930 in Wemding; † 21. Februar 1997 in Wemding) war eine vor allem in den 1950er bis 1970er Jahren sehr gefragte und in etlichen Bühnenrollen bekannt gewordene deutsche Schauspielerin. Sie spielte zum Beispiel als Elektra oder Judith in den gleichnamigen Theaterstücken von Jean Giraudoux wie auch als Cleopatra in George Bernard Shaws Cäsar und Cleopatra. Einem großen Publikum wurde sie in der Rolle der May im Unterhaltungsfilm Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft nach dem Erfolgsroman von Eric Malpass bekannt. Eine Tafel erinnert an sie an ihrem Geburtshaus.
  • Johann IV. Roth (1426–1506), Schuhmachersohn aus Wemding, Bischof von Lavant und Fürstbischof von Breslau, unter Kaiser Friedrich III. Kanzler des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation
  • Veit Amerbach alias Vitus Amerpachius (1503–1557), als Veit Trolmann in Wemding geboren, gelehrter Humanist
  • Mathias Gabler (1736–1805), Wissenschaftler und Hochschullehrer, Lehrbuch-Autor, Wemdinger Stadtpfarrer und Wemdinger Schulreformator
  • Ernst Steinacker (1919–2008), Bildhauer und Maler. Eine Vielzahl seiner Plastiken und Bilder ist im Wemdinger KunstMuseum Donau-Ries zu sehen. Der Gnadenaltar der Wallfahrtsbasilika und der Brunnen vor der Stadtpfarrkirche sind ebenfalls seine Werke.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wemding ist mit den zentralen Städten des Landkreises Donau-Ries durch Staatsstraßen verbunden. Erschlossen ist der Standort durch die Staatsstraßen St 2213, St 2214 und St 2384. Wemding ist Teil der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries und damit in den öffentlichen Personennahverkehr mit Busverbindungen (Montag bis Samstag) in verschiedene Richtungen eingebunden. Innerhalb von 40 Minuten ist sowohl die Autobahn A8 Richtung München und Stuttgart als auch die A7 Richtung Memmingen und Würzburg zu erreichen. Die nächsten Verkehrsflughäfen befinden sich in Augsburg, Nürnberg, Stuttgart, Memmingen und München. Die ehemalige Bahnstrecke Nördlingen–Wemding wurde 1903 eröffnet. Bis 1981 fuhren dort Personenzüge. Heute ist der nächste Bahnhof „Otting-Weilheim“(ca. 7 km Entfernung). Er verfügt über Direktverbindungen nach Treuchtlingen/Nürnberg sowie Richtung Augsburg/München. In nächster Nähe liegen außerdem die Bahnhöfe Donauwörth und Nördlingen mit weiteren Anbindungsstrecken. Zu den genannten Bahnstationen bestehen Busverbindungen.

Unternehmen[Bearbeiten]

Bei der Aufgliederung der Sektoren der Beschäftigten weist Wemding mit einem Anteil von 65 % einen überdurchschnittlich hohen Anteil des Produzierenden Gewerbes auf. Handel, Gastgewerbe und Verkehr liegen bei 19 %. Die sonstigen Dienstleistungen bei 15 %. Wemding ist Standort zahlreicher mittelständischer Unternehmen sowie eines ausgeprägten inhabergeführten Einzelhandels, der besonders in der Innenstadt vertreten ist und eine beachtliche Breite an Sortimenten anbietet. Der örtliche Handel hat eine zentrale Rolle und deckt ein weites Einzugsgebiet im ländlich geprägten Umland ab. Gestützt wird das Geschäftsleben durch den Wemdinger Gewerbeverband. Sein Ziel ist die intensive Förderung der mittelständischen Strukturen und deren Pflege innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft.

In der Stadt haben sich innovative Industriezweige angesiedelt. Der französische Automobilzulieferer Valeo unterhält in Wemding ein Werk mit rund 1.200 Beschäftigten.[18] Zweitgrößtes Unternehmen ist die seit 1899 ansässige Firmengruppe Appl. Die Druckerei beschäftigt an verschiedenen Standorten rund 800 Menschen.

Im Jahr 2015 wird Wemding als die erste Qualitätsstadt Schwabens und zweite Qualitätsstadt Bayerns durch die Initiative ServiceQualität Deutschland ausgezeichnet. Darunter werden 15 Unternehmen (Touristinformation, Hotels, Restaurants, Einzelhändler sowie Handwerksbetriebe und eine Apotheke[19]) für ihre Qualität an Service, Kundenzufriedenheit und Dienstleistungen zertifiziert.

Tourismus[Bearbeiten]

Seit 1972 ist Wemding mit dem Prädikat „Anerkannter Erholungsort“ ausgezeichnet. Fremdenverkehr und Gastronomie bilden ein wichtiges ökonomisches Standbein der Stadt. Wemdings mittelalterliche Altstadt ist seit Jahren als Touristenziel beliebt. Neben der Stadt selbst hat sich auch die Umgebung mit dem geologisch einmaligen Rieskrater zur Touristenattraktion entwickelt. Mit der Lage am Kraterrand des Rieses bietet die Stadt Zugang zu zwei verschiedene Urlaubsregionen: der Ebene des Rieses und dem Naturpark Altmühltal mit waldigen und hügeligen Gebieten. Das Rad- und Wanderwegenetz ist dementsprechend gut ausgebaut. Im Jahr 2014 zählte die Stadtverwaltung 52.278 Übernachtungen in den erfassten Betrieben mit mehr als acht Betten. Wichtige Tourismusverbände der Region sind das Ferienland Donau-Ries [20], der Tourismusverband Naturpark Altmühltal und der Geopark-Ries.

Bildung & Betreuung[Bearbeiten]

  • 'Leonhart-Fuchs-Grund und Mittelschule' Wemding
  • 'Anton-Jaumann-Realschule' (Staatliche Realschule) Wemding
  • 'Sprachheilschule Wemding': schulvorbereitende Einrichtung für stark Sprachbehinderte und Sprachstörungen bei Kindern. Außenstelle der Abt-Ulrich-Schule Kaisheim
  • Volkshochschule Wemding: Als Außenstelle der VHS Donauwörth werden Kurse für alle Altersstufen in Bereichen wie Informationstechnologie, Gesundheit/Medizin u. a. angeboten.
  • Stadtarchiv Wemding und Stadtbücherei im Haus des Gastes
  • Kath. Kindergarten St. Emmeram: Krippenplätze, Plätze mit Mittagessen, Schulkindbetreuung und Hausaufgabenbetreuung
  • Kath. Kindergarten St. Marien: Krippenplätze, Plätze mit Mittagessen, Schulkindbetreuung Hausaufgabenbetreuung
  • Kinderherz e. V.: Plätze Kita plus (Alter: 0 – 6 Jahre), Inklusion Pädagogik, Hortplätze, Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, zum Teil Ferienbetreuung

Literatur[Bearbeiten]

  • Diemand, A. (1917): Vom Wild- und Schwefelbad Wemding. Nördlingen.
  • Hintermayr Leo (1988): Die Entstehung des Kapuzinerklosters in Wemding. Wemding.
  • Hintermayr Leo (1989): Wemding im Dreißigjährigen Krieg. Wemding.
  • Kirchenverwaltung Wemding (1881): Wende deine barmherzigen Augen uns zu. Wemding.
  • Knoll Theo, Lang Herbert (2013): Wemding – Rundgang, Geschichte. Wemding.
  • Laber Josef (1861): Chronik von Wemding. Bd. I, II: Öttingen 1835/1836, Bd. III: Nördlingen.
  • Lang Herbert (2004): Pfarrkirche St. Emmeram Wemding. Passau.
  • Meyer Thomas (1983): Das Wildbad von Wemding und seine Geschichte. Nördlingen.
  • Schneid Josef (1913): Das Rechtsverfahren wider die Hexen zu Wemding im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Oberbayerisches Archiv zugleich Forschungen zur Geschichte Bay-erns. Bd. 57. S. 118–195. Wemding.
  • Schneid Josef (1910): Die Stadtmauer von Wemding. Wemding.
  • Seitz Josef (1954): Ortschronik von Wemding. Wemding.
  • Seitz Josef (1944): Pfarrchronik von Wemding. Wemding.
  • Seitz Josef (1959): Wemdinger Heimatbuch. Maschinengeschriebenes Manuskript gebun-den. Stadtarchiv Wemding.
  • Verein Lebendiges Wemding e. V. [Hrsg.] (1984): Liebenswertes Wemding. Heimat zwi-schen Jura und Ries. Wemding.
  • Voitel Fritz (1965): Wissenswertes von Wemding. Wemding.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wemding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vgl. Kudorfer,HAB, Teil Schwaben, Nördlingen, S. 36.
  3.  Sigmund Riezler: Geschichte der Hexenprozesse in Bayern. Cotta, Stuttgart 1896, S. 204 (Digitalisat, abgerufen am 9. Juli 2013).
  4.  Wolfgang Behringer: Hexenverfolgung in Bayern. Volksmagie, Glaubenseifer und Staatsräson in der frühen Neuzeit. 3., verbesserte und um ein Nachwort ergänzte Auflage. Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-53903-5, S. 303 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b  Wolfgang Behringer: Falken und Tauben. Zur Psychologie deutscher Politiker im 17. Jahrhundert. In: Ronnie Po-Chia Hsia, Robert W. Scribner (Hrsg.): Problems in the Historical Anthropology of Early Modern Europe (= Wolfenbütteler Forschungen. Nr. 78). Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03987-6, S. 259, DNB 95169393X (PDF; 12,5 MB, abgerufen am 9. Juli 2013).
  6. a b  Reinhard Heydenreuter: Vor 400 Jahren: Die Hexenprozesse im bayerischen „Hexennest“ Wemding und der Tod zweier Hexenrichter. In: Bayerische Verwaltungsblätter. Zeitschrift für öffentliches Recht und öffentliche Verwaltung. 141. Jahrgang, Nr. 1/2010, Boorberg, München 1. Januar 2010, ISSN 0522-5337, S. II (PDF-Dokument; 1,75 MB, abgerufen am 9. Juli 2013).
  7. Vogl war als Gerichtsschreiber bereits an den Prozessen von 1609/10 beteiligt gewesen (Heydenreuter, 2010) und inzwischen zum Richter und Kastner aufgestiegen ( Zieringer-Nachrichten des Sippenverbands Ziering – Moritz – Alemann. 58. Jahrgang, Nr. 107, S. 4 (PDF-Dokument; 3,53 MB, abgerufen am 9. Juli 2013).). Später stieg er zum Amtspfleger auf und hatte diese Funktion bis 1651 inne ( Joseph Laber: Neue Chronik der Stadt Wemding in Bayern. Vom Jahre 1467 bis 1860. Beck, Nördlingen 1861, S. 169 (Digitalisat, abgerufen am 9. Juli 2013).)
  8.  Riezler: Geschichte der Hexenprozesse. 1896, S. 220.
  9. a b  Behringer: Hexenverfolgung. München 1997, S. 314.
  10.  Behringer: Hexenverfolgung. München 1997, S. 312.
  11.  Behringer: Hexenverfolgung. München 1997, S. 330.
  12.  Behringer: Hexenverfolgung. München 1997, S. 321.
  13. augsburger-allgemeine.de
  14.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 450
  15. Haus der Bayerischen Geschichte – Wappenangaben
  16. www.wemding.info
  17. http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Stadt-Wemding-feiert-2019-grosses-Fest-id34980592.html
  18. VALEO VSDC
  19. http://www.q-wemding.de/q-betriebe.htm
  20. http://www.ferienland-donau-ries.de/