Wendelstein (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wendelstein
Wendelstein (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wendelstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 21′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 50,92 km2
Einwohner: 15.717 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90530
Vorwahl: 09129
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 151
Marktgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schwabacher Straße 6
90530 Wendelstein
Webpräsenz: www.wendelstein.de
Bürgermeister: Werner Langhans (CSU)
Lage des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth
NürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis FürthSchwabachLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzSoosAbenberger WaldDechenwaldHeidenbergForst KleinschwarzenloheBüchenbachGeorgensgmündKammersteinSchwanstettenRednitzhembachRohr (Mittelfranken)Rohr (Mittelfranken)RothThalmässingWendelstein (Mittelfranken)SpaltRöttenbach (Landkreis Roth)HilpoltsteinHeideckGredingAllersbergAbenbergLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Ortszentrum mit Wendenbrunnen

Wendelstein ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendelstein liegt etwa 13 km süd-südwestlich des Zentrums von Nürnberg im Schwarzachtal. Es grenzt nördlich an das Gebiet der Stadt Nürnberg, östlich an Feucht, Schwarzenbruck und Pyrbaum, südlich an Allersberg, Schwanstetten sowie westlich an Rednitzhembach und Schwabach. Zum Gemeindegebiet gehört auch eine ein Quadratkilometer große, unbewohnte Exklave im Lorenzer Reichswald nördlich des ehemaligen MUNA-Geländes.

Die Gemeinde hat 13 Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch vereinzelte Funde weiß man, dass sich schon in der Steinzeit Menschen in der Wendelsteiner Gegend aufhielten. Gräberfunde von 1984 belegen eine Besiedelung des Gebietes entlang der Schwarzach in der späten Bronzezeit um 1300 v. Chr.[3] Der Ort wurde erstmals 1259 urkundlich erwähnt. Abgeleitet wurde der Name vermutlich von der sich um einen Stein windenden Schwarzach. Nach einer Legende sei der Name jedoch von den Wenden, einem slawischen Volksstamm, abgeleitet. Keimzelle des Ortes war ein fränkischer Tafelhof in der Schleife der Schwarzach. Die an der Schwarzach liegenden Ortsteile Wendelsteins waren von 1505 bis 1806 Grenzorte zwischen den Landgebieten der Reichsstadt Nürnberg und dem Fürstentum Ansbach.

Die erste Erwähnung einer Kirche, vermutlich eine Kapelle, stammt aus dem Jahr 1325. Aus dieser entstand im 14. Jahrhundert die Wehrkirche St. Georg. Sehenswert ist der renovierte Dreikönigs-Flügelaltar aus 1510 von Hans Süß von Kulmbach.

Ab dem 15. Jahrhundert waren Messerer und Klingenschmiede in Wendelstein ansässig, im 1e. Jahrhundert erhält der Ort das Marktrecht. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert siedeln sich Drechsler und Metalldrücker an, der Sandsteinabbau wird intensiviert. 1843 wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal im Norden von Wendelstein gebaut.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1886 nahm die Bahnstrecke Feucht–Wendelstein den Betrieb auf, 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt. Mit der Beendigung des Güterverkehrs 1960 wurden die Gleise abgebaut.

Am 1. Juli 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die bis dahin selbstverwaltete Gemeinde Raubersried eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Röthenbach, Groß- und Kleinschwarzenlohe mit ihren Ortsteilen dazu.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 errangen die CSU elf, die SPD neun, die FW zwei und die Grünen zwei Sitze. Seit Mai 2008 ist Werner Langhans Bürgermeister.[6]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 63,6 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,68 %
37,47 %
8,45 %
8,39 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,88 %p
-5,43 %p
-3,75 %p
+8,39 %p

Seit 2001 bestehen Städtepartnerschaften mit Saint-Junien, Frankreich und Żukowo, Polen.[7]

Altes Rathaus
Ostansicht mit der Kirche St. Georg

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei ausgewiesene Industriegebiete in den Ortsteilen Wendelstein und Röthenbach bei Sankt Wolfgang. Zum Gemeindegebiet gehört auch ein Teil des Gewerbeparks Nürnberg-Feucht (die anderen Teile gehören zur Stadt Nürnberg und zum Markt Feucht) und ein kleinerer Teil der Autobahnraststätte Nürnberg/Feucht (der größere Teil gehört zur Gemeinde Schwarzenbruck). Nicht zum Gemeindegebiet gehört der Forst Kleinschwarzenlohe, der gemeindefreies Gebiet ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht Anschluss an die Bundesautobahn 73 über die Anschlussstelle Wendelstein, zu den Autobahnen 6, 9 und 3 sind Anschlussstellen in wenigen Kilometern Entfernung vorhanden.

In Wendelstein selbst gibt es keinen Bahnhof mehr, jedoch verläuft durch das östliche Gemeindegebiet die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt. Im benachbarten Ort Feucht gibt es zwei S-Bahn-Haltepunkte.

Der Flughafen Nürnberg ist zirka 15 Kilometer Luftlinie von der Gemeinde entfernt, mit dem Auto ist er in zirka 30 Minuten zu erreichen.

Bildung, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindebibliothek
  • Metalldrücker- und Drechslermuseum

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neun Kindergärten und zahlreiche Horte in den Ortsteilen
  • Vier Grundschulen in den Ortsteilen Röthenbach, Wendelstein, Groß-, und Kleinschwarzenlohe
  • Mittelschule und M-Zweig der Hauptschule
  • Gymnasium, (im Schuljahr 2017/18 erster Abiturjahrgang)[8]
  • Waldorfschule

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volkshochschule
  • Mehrere private Gesangs- und Musikschulen
  • Eine Reitschule und zwei Gestüte

Bauwerke, Denkmäler und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 findet jährlich Ende April das überregional bekannte New-Orleans-Music-Festival statt, seit dem Jahr 2013 unter dem Namen Jazz & Blues Open Wendelstein.[10]

Am letzten Juni-Wochenende wird die Wendelsteiner Kirchweih gefeiert, die sich durch den ganzen Altort und einen Teil der Röthenbacher Straße erstreckt. Anfang September folgt das Backofenfest, das seit 1987 der Heimatverein organisiert. In der Adventszeit gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt im Altort. Weitere Veranstaltungen finden regelmäßig im Casa de la Trova und in der Jegelscheune statt.[11][12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Jegel (1826–1890), Bürgermeister von 1870 bis 1890, Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Steinbruchbesitzer
  • Johannes Cochläus (* 10. Januar 1479 in Raubersried; † 11. Januar 1552 in Breslau), Humanist und Theologe
  • Christoph Hieronymus Voit von Wendelstein († 18. August 1718 in St. Jobst), Jurist in Nürnberg[13][14]
  • Adam Scharrer (* 13. Juli 1889 in Kleinschwarzenlohe; † 2. März 1948 in Schwerin), Schriftsteller

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wendelstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1497&attr=590&modus=automat&tempus=20110504/113342&hodie=20111006/213026
  3. Geschichte Wendelsteins auf der Gemeinde-Website
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  7. Städtepartnerschaften Wendelstein, abgerufen am 12. Januar 2015
  8. Informationen des LRA Roth; im Schuljahr 2017/18 erster Abiturjahrgang in Wendelstein
  9. Kleinod erstrahlt im neuen alten Glanz. In: Schwabacher Tagblatt Nr. 96. 26. April 2001, abgerufen am 26. Oktober 2009.
  10. Jazzfestival (Memento des Originals vom 11. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jazzandbluesopen.de
  11. Casa de la Trova
  12. Jegelscheune
  13. Voit v. Wendelstein, Porträt
  14. Chr. H. Voit von WendelsteinS 126