Wendelsteinhöhle

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BW

Wendelsteinhöhle
Lage: Wendelsteinmassiv, Deutschland
Geographische
Lage:
47° 42′ 12″ N, 12° 0′ 47″ OKoordinaten: 47° 42′ 12″ N, 12° 0′ 47″ O
Wendelsteinhöhle (Bayern)
Wendelsteinhöhle
Entdeckung: 1864
Schauhöhle seit: 1921
Beleuchtung: elektrisch
Gesamtlänge: 523 Meter
Länge des Schau-
höhlenbereiches:
170 Meter
Mittlere jährliche Besucherzahl: 27.200 (2007–2011)
Besucher aktuell: 34.098 (2011)
Website: Offizielle Seite

Die Wendelsteinhöhle liegt in Bayern direkt beim Bergbahnhof der Wendelstein-Zahnradbahn im Wendelsteinmassiv. Der Eingang der Höhle befindet sich 1.711 Meter über NN. Sie ist damit die höchstgelegene Schauhöhle in Deutschland. Die Höhle ist als Karsthöhle in dem massiven, durch Gebirgsbildung stark zerklüfteten Wettersteinkalk entstanden. Von der Gesamtlänge von 523 Metern werden 170 Meter bei Führungen begangen.

Die Wendelsteinhöhle ist unter Geotop-Nummer 187H001[1] registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhle wurde 1864 von einem Einwohner von Bayrischzell entdeckt. Im Herbst 1882 fand die erste fachmännische Durchforschung statt. 1921 wurde die Höhle für Besucher zugänglich gemacht und mit elektrischer Beleuchtung versehen. Die Wege und Stege und auch die Beleuchtung wurden nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert. 1962 wurde zusätzlich ein nicht steinschlaggefährdeter Zugangsstollen geschaffen. Im Jahre 2010 wurde die Schauhöhle grundlegend renoviert. Im Zuge des mit EU-Mitteln geförderten Projektes „inntaler Unterwelten“ wurde ein Verbund von vier Höhlenobjekten geschaffen. Die Beleuchtung wurde komplett erneuert und auf LED umgestellt. Wege und Treppen sowie das Podest im natürlichen Eingang wurden instand gesetzt bzw erneuert. In der Höhle wurden vier Info-Displays angebracht, die zu vier Themen, nämlich Psychologie, Biologie, Geologie und Philosophie, Informationen bereithalten. Die Höhle ist selbständig ohne Führung durchwanderbar.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eingang der Höhle, der genau nach Osten exponiert ist, ist im Sommer häufig mit Altschnee bedeckt. Die Gänge winden sich mal breiter, mal höher im Zickzack in den Berg hinein und enden für den Besucher im Dom. Im hinteren Höhlenabschnitt, wo sich die kalte Luft sammelt, herrscht eine Jahresmitteltemperatur von drei Grad Celsius. Die Höhle hat unbedeutende Sinterbildungen und weist schöne Klammprofile auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Binder, Anke Lutz, Hans Martin Lutz: Schauhöhlen in Deutschland. Hrsg. v. Aegis Verlag, Ulm 1993 ISBN 3-87005-040-3
  • Stephan Kempe Welt voller Geheimnisse – Höhlen. Reihe: HB Bildatlas Sonderausgabe. Hrsg. v. HB Verlags- und Vertriebs-Gesellschaft, 1997 ISBN 3-616-06739-1
  • Hofmann, Peter: Wege im Inntal – Ein anthropospeläologischer Exkursionsführer zu den Höhlen des unteren Inntales zwischen Rosenheim und Kufstein. BOD-Verlag, Norderstedt, Mai 2005, ISBN 3-8334-2811-2.
  • Stefan Glaser: Exkursion in die Wendelsteinhöhle. DER SCHLAZ 102, 2004, S. 14ff

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geotop: Wendelsteinhöhle (PDF; 133 kB)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]