Wendlingen am Neckar

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Wendlingen ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Wendlingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wendlingen am Neckar
Wendlingen am Neckar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wendlingen am Neckar hervorgehoben
48.6747222222229.3816666666667294Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 294 m ü. NHN
Fläche: 12,15 km²
Einwohner: 15.554 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1280 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73240
Vorwahl: 07024
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 071
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Marktplatz 2
73240 Wendlingen am Neckar
Webpräsenz: www.wendlingen.de
Bürgermeister: Steffen Weigel (SPD)
Lage der Stadt Wendlingen am Neckar im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild
Köngen (unten) und Wendlingen am Neckar (oben)

Die Stadt Wendlingen am Neckar liegt zentral im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wendlingen am Neckar liegt etwa 20 Kilometer südöstlich von Stuttgart an der Mündung der Lauter in den Neckar. Der niedrigste Punkt befindet sich auf 255 m ü. NHN im Neckartal an der nördlichen Gemarkungsgrenze, der höchste Punkt liegt auf 345 m ü. NHN im Wendlinger Wald. Das Stadtgebiet hat eine Nord–Süd-Ausdehnung von 5,2 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von 4,9 Kilometern.

  • Markungsfläche 1.215,0 ha
  • davon Baufläche 276,5 ha
  • Fläche für Gemeinbedarf 13,0 ha
  • Überörtliche Verkehrsflächen 70,0 ha
  • Ver- und Entsorgung 41,5 ha
  • Grünflächen 88,5 ha
  • Land- und Forstwirtschaft 699,0 ha
  • Wasserflächen 26,5 ha

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Wendlingen am Neckar umfasst die Ortsteile Wendlingen, Unterboihingen und Bodelshofen, die ehemals drei selbstständige Orte waren.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Köngen im Nordwesten, Wernau im Nordosten, Kirchheim unter Teck im Südosten, Oberboihingen im Süden und Unterensingen im Westen (alle Landkreis Esslingen).

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Stadt Wendlingen am Neckar entstand durch Verfügung vom 6. Juni 1939 des württembergischen Reichsstatthalters Wilhelm Murr zum 1. April 1940 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Wendlingen mit Bodelshofen und Unterboihingen.[2] Als Namen wurde "Wendlingen am Neckar" bestimmt.

Rathaus

Nach dem Zweiten Weltkrieg bewirkte die Ansiedlung von Heimatvertriebenen, vor allem aus dem Egerland, einen deutlichen Bevölkerungszuwachs. Am 27. August 1966 übernahm die Stadt Wendlingen am Neckar die Patenschaft über die Egerländer in Baden-Württemberg. Diese brachten auch die Tradition des „Vinzenzifestes“ aus der Stauferstadt Eger in ihre neue Heimat Wendlingen am Neckar mit. Seit 1952 wird das Vinzenzifest mit der Egerländer Gmoi und den Heimat- und Trachtenverbänden als eines der größten Brauchtumsfeste in Baden-Württemberg ununterbrochen gefeiert.

Treffpunkt Stadtmitte mit Feiergarten

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat am 15. Dezember 1964 der Gemeinde Wendlingen am Neckar im früheren Landkreis Nürtingen die Bezeichnung „Stadt“ verliehen. Einstmals besaß Wendlingen von 1230 bis 1805 Stadtrechte. Diese erhielt Wendlingen von dem hochadligen Geschlecht der Grafen von Aichelberg. Aufgrund der Aufhebung der Landstände im Jahr 1805 verlor Wendlingen die Stadtgerechtigkeit.

Sporthalle Im Speck

Die bauliche Entwicklung der „Neuen Stadtmitte“, welche 1989 eingeweiht wurde, begann mit dem Bau eines neuen Rathauses von 1957 bis 1959. Seit Dezember 1987 befindet sich die neue Stadtbücherei in der Stadtmitte. Das Langhaus und das Turmhaus wurden im Jahr 1988 zusammen mit dem Saint-Leu-la-Forêt-Platz fertiggestellt. Die „Neue Stadtmitte“ wurde mit dem Bau des „Treffpunkt Stadtmitte“ im Jahr 2009 abgeschlossen.

Der Treffpunkt Stadtmitte bietet Platz für die Musikschule, die Volkshochschule, für Vereine und die Begegnungsstätte „MiT“ (Menschen im Treffpunkt). Es stehen Festräume für verschiedene Anlässe zur Verfügung. Es besteht die Möglichkeit, einen größeren und einen kleineren Saal miteinander zu verbinden. Der kleinere Saal kann zu Veranstaltungen an einer Glasfront zum Marktplatz hin geöffnet werden und bietet Platz für ca. 150 Personen. Der große Saal ermöglicht einen direkten Zugang ins Freie mit einer attraktiven Außenfläche und bietet Platz für ca. 350 Personen.

Hüttensee
Schäferhauser See

Zudem wurde 2009 der Bau von neuen Sportanlagen im Gewann „Im Speck“ vollendet. Der Sportpark und die neue zweiteilbare Sporthalle Im Speck steht den Sportinteressierten für den Trainings- und Spielbetrieb im Fußball, Leichtathletik und vielen anderen Sportarten zur Verfügung. Im Jahr 2010 wurde der Sportpark durch eine Tennisanlage und später durch einen Skaterpark mit Streetballfeld vervollständigt. Alle Sportbegeisterten finden hier ein modernes Sportgelände vor. Darüber hinaus laden das im Neckartal angelegte Naherholungsgebiet „Hüttensee und Schäferhauser See“, das Golfplatzgelände im Stadtteil Bodelshofen und zahlreiche Wege in und um Wendlingen am Neckar zu ausgiebigen Spaziergängen ein.

Heute ist die Stadt Wendlingen am Neckar eine Schulstadt, die mit einem voll ausgebauten Schulwesen ausgestattet ist. Neben Grundschulen, einer Realschule und einem Gymnasium, umfasst das Wendlinger Schulwesen eine Förderschule, eine Grundschulförderklasse sowie eine Gemeinschaftsschule.

In den letzten Jahren hat sich Wendlingen am Neckar auch immer mehr zu einer fahrradfreundlichen Stadt durch den Ausbau des innerörtlichen Radwegenetzes und die Installation von Aufladestationen für E-Bikes am Zentralen Omnibusbahnhof entwickelt. Ebenso wurden am Zentralen Omnibusbahnhof Fahrradboxen und ein deutlich vergrößerter Fahrradabstellplatz für die Berufspendler geschaffen.

Im Jahr 2015 feiert die Stadt Wendlingen am Neckar den 75-jährigen Zusammenschluss von Wendlingen (mit Bodelshofen) und Unterboihingen.

Religionen[Bearbeiten]

Die Reformation wurde in Wendlingen 1539, in Bodelshofen 1616 eingeführt. Unterboihingen war über Jahrhunderte eine der wenigen katholischen Ortschaften in der näheren und weiteren Umgebung.

Die Eusebiuskiche und die Johanneskirche in Wendlingen sowie die Jakobuskirche in Bodelshofen sind evangelisch. Die St. Kolumban-Kirche und die Kapelle im Hirnholz sind katholisch. Außerdem gibt es noch eine Neuapostolische Kirche sowie Einrichtungen anderer Glaubensrichtungen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Bodelshofen[Bearbeiten]

Bodelshofen 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Das Rittergut Bodelshofen wird 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand damals den Herzögen von Teck und kam um 1400 an die Herren von Wernau.1740 erwarb Franz Gottlieb von Palm den Weiler von den Herren von Mentzingen, die den Weiler seit 1680 besaßen. Auch erwarb er im 18. Jahrhundert die Güter Ober- und Unterbalzheim und Steinbach.[3] In Esslingen ließ er außerdem den Oberen Palmschen Bau errichten, das heutige Neue Rathaus. Das dortige Hofgut befindet sich nach wie vor im Besitz der Nachfahren – nun „von Massenbach“ - aus dem Geschlecht der Palms.

Auf Betreiben des Oberamts wurde durch Dekret der Regierung des Neckarkreises vom 16. Juni 1829 der Weiler Bodelshofen mit der Gemeinde Wendlingen vereinigt. Dennoch behielt Bodelshofen eine gewisse Selbständigkeit. Nach wie vor bestand ein eigenes Bodelshofer Bürgerrecht. 1934 verlor Bodelshofen seine Selbständigkeit und wurde nach Wendlingen eingemeindet.

Bodelshofen wird insbesondere durch das Hofgut und die Jakobuskirche geprägt, welche am Jakobsweg liegt.

Unterboihingen[Bearbeiten]

Wappen Unterboihingen.png
Unterboihingen 1683

Erste Nennungen von Boihingen finden sich um 1100 und 1130 in den Schenkungsbüchern des Klosters Hirsau. Es ist jedoch nicht klar zu erkennen, ob Unterboihingen oder Oberboihingen gemeint ist. Eine genaue Unterscheidung der beiden Orte geht auf eine Urkunde vom 5. Juni 1336 zurück.[4]

Zu dieser Zeit war Unterboihingen im Besitz der Grafen von Hohenberg. Unterboihingen gehörte ebenfalls zum angestammten Besitz der Grafen von Aichelberg und später den Herren von Wernau. 1684 erlosch der Stamm der Herren von Wernau am Unteren Neckar mit dem aus Unterboihingen stammenden Fürstbischof von Würzburg, Konrad Wilhelm von Wernau. Jahrzehntelange Erbstreitigkeiten folgten. Für kurze Zeit, von 1730 bis 1736, konnte die Mätresse von Herzog Eberhard Ludwig, Wilhelmine von Grävenitz alias Gräfin von Würben, Unterboihingen in ihren Besitz bringen. 1739 erwarb Freiherr Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg, vor allem durch Tausch gegen die Hälfte der Herrschaft Köngen, Unterboihingen.

Noch heute sind die Thumb von Neuburg im Besitz des Schlosses in Unterboihingen.

Schon zu Zeiten der Römer gab es auf Unterboihinger Gemarkung eine römische Badeanlage, die im Jahre 1961 entdeckt wurde. Obwohl es eine der schönsten und größten Badeanlagen in Baden-Württemberg war, wurde diese im Herbst 1961 wieder zugeschüttet. Durch Bebauung des Geländes neben der Badeanlage im Herbst 2005 wurde eine bis dahin noch unbekannte Mauer der Anlage angeschnitten. Jedoch konnten durch Mitglieder des Museumsvereins Teile davon in das Stadtmuseum Wendlingen am Neckar gebracht werden. Die Badeanlage selbst wurde nicht überbaut und ruht weiterhin im Erdreich.

Wendlingen[Bearbeiten]

Wendlingen 1683

Wendlingen wird 1132 erstmals urkundlich erwähnt. 1230 verlieh Graf Egeno von Aichelberg dem Ort erstmals die Stadtrechte. Wendlingen kam durch die Grafen von Aichelberg an die Herren von Lichteneck. Durch einen Gebietstausch gelangte Wendlingen 1390 an Hans von Wernau. Unter den Herren von Wernau wurde die Eusebiuskirche in Wendlingen gebaut, die heute noch das Bild des „Städtle“ prägt. Hans von Wernaus Nachfahre Wolf Heinrich verkaufte Wendlingen 1545 an Herzog Ulrich von Württemberg. Wendlingen behielt aber sein Stadtrecht und war eingebunden in die landständische Verfassung des Herzogtums.

Wendlingen war vor allem für seine Mühlen bekannt, die ihre Wasserkraft von einem Kanal der Lauter, dem Mühlbach bezogen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Wendlingen noch von der bewehrten Umfassungsmauer und dem tiefen Stadtgraben umgeben. In Wendlingen wurden zuerst die vier Stadttore abgebrochen, dann wurde der Stadtgraben zugeschüttet und die Stadtmauer abgetragen. Von der Stadtmauer sind nur noch wenige Reste in Wendlingen erhalten.

Mit der Neugliederung Württembergs verlor Wendlingen 1805 seine Stadtrechte und damit den Sitz im Landtag. Der Anschluss an die neugebaute Bahnstrecke von Plochingen nach Reutlingen 1859 führte zur Ansiedlung der ersten Industrieunternehmen, vornehmlich im Textilbereich.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1829: Bodelshofen wird mit Wendlingen vereinigt, behält aber noch eine gewisse Selbständigkeit
  • 1934: Bodelshofen wird zu Wendlingen eingemeindet
  • 1940: Aus Wendlingen (mit Bodelshofen) und Unterboihingen entsteht "Wendlingen am Neckar"

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1946: 06.392
  • 1950: 07.125
  • 1956: 08.710
  • 1961: 10.087
  • 1965: 11.699
  • 1970: 13.666
  • 1980: 14.661
  • 1987: 14.414
  • 1991: 15.425
  • 2000: 15.569
  • 2005: 15.711
  • 2009: 16.008
  • 2010: 15.978
  • 2013: 15.554
  • 2014: 15.612

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Unterboihingen[Bearbeiten]

  • 1863–1890: Peter Schlichter
  • 1890–1900: Karl Großmann
  • 1900–1917: Gustav Großmann
  • 1917–1933: Johann Georg König
  • 1933–1940: Andreas Bauer

Ehemalige Gemeinde Wendlingen[Bearbeiten]

  • 1851–1883: Joseph Sigler
  • 1883–1907: Johann David Hammelehle
  • 1907–1933: Emil Kapp
  • 1933–1936: Eugen Hund
  • 1937–1940: Georg Keim

Gemeinde/Stadt Wendlingen am Neckar[Bearbeiten]

  • 1940–1944: Andreas Bauer
  • 1944–1945: Emil Hartung
  • 1945–1945: Karl Strohmaier (kommissarisch)
  • 1945–1946: Rudolf Bisterfeld (kommissarisch)
  • 1946–1978: Helmut Kaiser
  • 1978–1992: Hans Köhler
  • 1992–2003: Andreas Hesky
  • 2003–2011: Frank Ziegler
  • seit 1. Oktober 2011: Steffen Weigel[5]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wendlingen hat 22 Mitglieder.Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzenden. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[6].

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
34,75 %
23,39 %
22,83 %
19,03 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+5,75 %p
+0,19 %p
-2,67 %p
-3,27 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,75 8 29,0 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 23,39 5 23,2 5
FW Freie Wähler 22,83 5 25,5 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,03 4 22,3 5
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 47,16 % 49,3 %
Wappen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Blau eine goldene (gelbe) Winde, unten in Silber (Weiß) ein schwarzer Schräglinksbalken belegt mit drei goldenen (gelben) Kugeln.“ (Verleihungsurkunde vom 30. Juli 1965)

Der obere Teil stellt das seit 1596 nachgewiesene Wappen Wendlingens dar, der untere Teil zeigt das Wappen der Herren von Wernau, das von der früheren Gemeinde Unterboihingen verwendet wurde.

Signet

Signet[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1979 ist das Symbol der Stadt Wendlingen am Neckar ein stilisiertes Blatt. Es soll dem Betrachter Dynamik, Frische und Lebendigkeit einer durch und durch freundlichen und sympathischen Stadt vermitteln. Das Signet ist zum Erkennungszeichen einer selbstbewussten jungen Stadt geworden.

Infotafel am Ortseingang

Städtepartnerschaften/Patenschaft[Bearbeiten]

1966 hat Wendlingen am Neckar die Patenschaft über die Egerländer in Baden-Württemberg übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wendlingen am Neckar ist ein gefragter Wohn- und Gewerbestandort

Treffpunkt Stadtmitte

Östlich von Wendlingen-Bodelshofen befindet sich ein Umspannwerk der EnBW für 380, 220 und 110 kV, auf dessen Gelände auch die Netzleitstelle der TransnetBW angesiedelt ist. Außerdem findet man in Wendlingen am Neckar mehrere Gewerbegebiete mit zahlreichen Firmen unterschiedlichster Art. Die Innenstadt bietet zudem interessante Einkaufsmöglichkeiten.

Terrassen-Freibad

Im „Treffpunkt Stadtmitte“ befindet sich die Begegnungsstätte „Menschen im Treffpunkt“. Die Räumlichkeiten laden ein zum ungezwungenen Zusammensein aller Bürger. Im „MiT“ werden Kurse und Treffs zu unterschiedlichen Themen, Bilder- und Infoabende und vieles mehr angeboten.

In Wendlingen am Neckar befindet sich ein Terrassen-Freibad (beheizt), das ab Mitte Mai bis Mitte September geöffnet hat. Das Freibad verfügt über ein 50-Meter-Schwimmerbecken, ein Nichtschwimmerbecken und ein Eltern-Kind-Becken sowie zahlreiche andere Attraktionen.

Die Stadtbücherei Wendlingen am Neckar, die 1980 in der Unterboihinger Straße eingerichtet wurde, befindet sich heute zentral in der Stadtmitte. Sie verfügt insgesamt über rund 35.000 Medien zur persönlichen Weiterbildung, Information und Entspannung sowie für schulische, berufliche und private Zwecke; auch E-Book-Reader stehen zur Ausleihe zur Verfügung. Die Stadtbücherei Wendlingen am Neckar wird von über 2200 Nutzern mit Büchereiausweis aktiv genutzt. Es besteht die Möglichkeit, Fachbücher, die nicht im Bestand der Stadtbücherei Wendlingen am Neckar sind, über den auswärtigen Leihverkehr von der Württembergischen Landesbibliothek zu bestellen und auszuleihen.

Ein beliebter Ort für Jugendliche ist das Jugendhaus Zentrum Neuffenstraße. Das Jugendhaus ist eine Einrichtung der offenen Jugendarbeit, getragen von der Stadt Wendlingen am Neckar und dem Kreisjugendring (KJR) Esslingen e. V., das den Offenen Treff, eine ausgeprägte Ehrenamtskultur, Kooperationen mit den Schulen, diverse Tanz- und Sportangebote, Musikveranstaltungen und für Kinder von 8 bis 12 Jahren einen Schülertreff, Freizeiten und das Kinderferienprogramm bietet.

Verkehr[Bearbeiten]

Wendlingen am Neckar ist über die Bundesautobahn 8 (Stuttgart–München) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Stadt Wendlingen am Neckar liegt an der Bundesstraße 313 (Plochingen-Reutlingen). Nach Stuttgart gelangt man über die A8 oder die B313 und B10.

Wendlingen am Neckar liegt an der S-Bahn Strecke S1 von Kirchheim unter Teck über Stuttgart nach Herrenberg im halbstündigen Takt.

In Wendlingen am Neckar halten zu dem noch die Regionalbahn sowie der Regionalexpress, der in 25 Minuten nach Stuttgart bzw. Tübingen fährt.

Wendlingen am Neckar wird Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart-Ulm im Rahmen von Stuttgart 21. Nach Tübingen geht es über die kleine Wendlinger Kurve, Richtung Ulm geht es gerade aus weiter über Lindorf.

Der Flughafen Stuttgart ist mit dem Auto in ca. 15 Minuten zu erreichen.

Der von der Stadtverwaltung und ehrenamtlichen Bürgern betriebene Bürgerbus bietet die Möglichkeit, jeden Teil der Stadt zu erreichen. Er fährt in vier im Fahrplan farblich gekennzeichneten Schleifen durch das Stadtgebiet, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine günstige Verbindung von den Wohngebieten zur Stadtmitte mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten oder Behörden zu bieten.


Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Schülermensa der Ludwig-Uhland-Schule bietet den Schülern täglich ein abwechslungsreiches Mittagsmenü. Im Schulzentrum am Berg befinden sich die Johannes-Kepler-Realschule und das Robert-Bosch-Gymnasium, wo sich ebenfalls eine Schülermensa befindet. Das Mittagessen wird ehrenamtlich von Eltern zubereitet.

Für berufstätige Eltern gibt es die Möglichkeit, ihre Kinder in der Grundschulbetreuung der Garten- und Ludwig-Uhland-Schule anzumelden. Die Kinder werden von 7 Uhr bis 17 Uhr betreut.

Zudem gibt es in der Ludwig-Uhland-Schule eine Grundschulförderklasse.

Kindertagesstätten[Bearbeiten]

Kinderbetreuung wird in Wendlingen am Neckar großgeschrieben. Neben drei städtischen, einer katholischen und einer evangelischen Kinderkrippe gibt es drei städtische, vier evangelische und drei katholische Kindergärten.

In den Kindergärten und Kinderkrippen werden flexible Betreuungszeiten angeboten. Einige Einrichtungen bieten die Möglichkeit für ein gemeinsames Mittagessen der Kinder an. In den Kindergärten können Kinder ab 3 Jahren aufgenommen werden, in Kinderkrippen ab einem Jahr.

Der Tageselternverein Kreis Esslingen e. V. bietet die Betreuung für Kinder unter einem Jahr bis 14 Jahren an. Die Kinder werden von Tagesmüttern und Tagesvätern betreut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtmuseum[Bearbeiten]

Ausstellung im Stadtmuseum

Seit 2004 gibt es in Wendlingen am Neckar das Stadtmuseum. Der Museumsort ist Teil eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles, bestehend aus einem barocken Pfarrhaus, einer Pfarrscheuer, einer Drittelscheuer, einem Back- und Waschhaus und einer idyllischen Gartenlaube. Außerdem gibt es einen Garten, der früher als Pfarrgarten genutzt wurde und heute Teil der Museumsanlage ist.

Das Museum bietet ein vielfältiges und familienfreundliches Programm mit vielen Sonder- und Wechselausstellungen sowie Führungen auf Anfrage.

Im Jahr 2005 wurde das Stadtmuseum als „Vorbildliches Heimatmuseum“ vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. ausgezeichnet. Maßgebend für die Auszeichnung ist vor allem die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung, die Dokumentation regionaler Entwicklungen und Besonderheiten sowie die lebendige Darstellung und Besucherfreundlichkeit.

Das Stadtmuseum wird vom Museumsverein ehrenamtlich betrieben. Dieses Engagement wurde 2014 mit dem Ehrenamtspreis „Starke Helfer“ ausgezeichnet.

Galerie[Bearbeiten]

Galerie der Stadt Wendlingen am Neckar

1982 wurde die Galerie der Stadt Wendlingen am Neckar in einer Jugendstilvilla von 1913 eröffnet. Seit 1994 wird die Galerie vom Galerieverein Wendlingen am Neckar betreut und hat sich durch hochwertige Ausstellungen einen guten Ruf erworben.[7]

Bauwerke[Bearbeiten]

St.-Kolumban-Kirche

Im alten Ortskern von Unterboihingen befinden sich das ehemalige Rathaus, die St.-Kolumban-Kirche und das Pfarrhaus, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet. Die Pfarrkirche Unterboihingens, St. Kolumban, entstand am Platz einer spätgotischen Kirche, die 1910 nach Plänen des Architekten Joseph Cades im neugotischen Stil umgebaut wurde. Nur der Turm von 1593 blieb erhalten. Im Jahr 2002 wurde sie außen komplett saniert.

Kapelle im Hirnholz

Die kleine Kapelle „Zu unserer lieben Frau im Hirnholz“, welche ursprünglich „Ad sanctum Columbanum im Hürnholtz“ hieß, wurde vermutlich schon vor dem Jahre 1100 gebaut. Dafür sprechen die Grundmauern des heutigen Turmes der Kapelle. Erstmals wurde die Kapelle 1275 urkundlich erwähnt. Sie besitzt im Altarbereich romanische Teile, vor allem aber gotische Fresken und Malereien der Renaissance, die in den Jahren 1971/72 freigelegt wurden. Die Kapelle ist das älteste Gebäude in der Stadt Wendlingen am Neckar.

Eusebiuskirche

Die Eusebiuskirche ist eine spätgotische Hallenkirche. Das Schiff und der Chor der Eusebiuskirche wurden im Jahr 1448 erbaut. 1511 wurde der Kirchturm hinzugefügt. Die Giebel des Westturms weisen Verzierungen im Stil der Renaissance auf, die in Süddeutschland nur sehr selten vorkommen. Die Kirche ist spätestens seit Wendlingens Übergang in württembergische Hände evangelisch.

Jakobskirche

In Bodelshofen befindet sich die gotische Jakobskirche, umgeben von einem kleinen Friedhof, in dem ehemalige ortsherrschaftliche Familien beerdigt sind. Eine Besonderheit der Jakobskirche ist, dass sie eine Wallfahrtskirche für Jakobspilger ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johannes Göser (1828–1893), geboren in Unterboihingen, katholischer Geistlicher, Reichstagsabgeordneter
  • Rolf Blessing (1929–2004), Fußballspieler beim VfB Stuttgart
  • Josef Straub (1911–1993), geboren in Unterboihingen, Heimatforscher
  • Hellmut Engels (1906–1969), Geschäftsführer der Firma Heinrich Otto & Söhne
  • Erwin Behr (1901–1994), Geschäftsführer der Firma Behr

Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

  • Marianne Erdrich-Sommer (* 1952 in Offenburg), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), ehemalige Landtagsabgeordnete, Kreistagsabgeordnete, wohnt in Wendlingen
  • Matthias Landfried (* 1975), Tischtennis-Bundesligatrainer, wohnt in Wendlingen
  • Andreas Bauer (1880–1963), erster Bürgermeister von Wendlingen am Neckar
  • Albrecht Freiherr Thumb von Neuburg (1887–1969)
  • Franz Wirth (1927–1993) ehem. Rektor der Johannes-Kepler-Realschule Wendlingen am Neckar
  • Ernst Fleck (1908–1993), Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Unterboihingen
  • Dr. Emil Kühn (1886–1968), Geschäftsführer der Firma Behr
  • Georg Pfaff (1887–1966), Pfarrer in Unterboihingen
  • Ernst Fischle (1897–1969), Pfarrer in der Eusebiuskirche
  • Hans Mistele (1913–1985), Pfarrer in Wendlingen, Kreistagsabgeordneter
  • Alfred Kleefeldt (1933–1996), Leichtathlet, mehrfacher Meister und Vizeweltmeister im 5.000-Meter-Lauf
  • Tobias Unger (*1979), mehrfacher deutscher Meister im 100- und 200-Meter-Lauf
  • Andrea Barth (*1972), Weltmeisterin, Europameisterin, Vizeweltmeisterin und mehrfache Deutsche Meisterin im Einerkunstradfahren
  • Werner Utter (1921–2006), Chefpilot der Lufthansa

Literatur[Bearbeiten]

  • Wurster, Otto: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Wendlingen (S. 273-277).
  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1218–1267.
  • Gerhard Hergenröder: Wendlingen am Neckar. Auf dem Weg zu einer Stadt. G & O Druck, Kirchheim unter Teck 1992.
  • Gerhard Hergenröder: Wendlingen am Neckar. Die neue Zeit. G & O Druck, Kirchheim unter Teck 1994.
  • Stadt Wendlingen am Neckar: 850 Jahre Wendlingen am Neckar, Eine Dokumentation. G & O Druck, Kirchheim unter Teck 1985.
  • Band 1 der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte. Gunhild Wilms: Wendlingen am Neckar im Zeichen des Zustroms von Flüchtlingen und Vertriebenen (1945 bis 1949).
  • Band 2 der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte. Gerhard Bleifuß und Gerhard Hergenröder: Die Otto-Plantage Kilossa in Deutsch-Ostafrika von 1907 bis 1914.
  • Band 3 der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte. Gerhard Hergenröder: Bodelshofen - Die Geschichte eines Sonderwegs. Senner-Druck, Nürtingen, 1993.
  • Der Landkreis Esslingen - Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 459.
  • Broschüre der Stadt Wendlingen am Neckar „Kunst am Bau“, Stele zur Stadtgeschichte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wendlingen am Neckar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wendlingen am Neckar, Auf dem Weg zu einer Stadt, Seite 438
  3. Gert Kollmer-von Oheimb-Loup: Palm, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 19 f. (Digitalisat).
  4. Wendlingen am Neckar, Auf dem Weg zu einer Stadt
  5. Endgültige Ergebnisse der Bürgermeisterwahl vom 3. Juli 2011
  6. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  7. Wendlingen am Neckar, Die neue Zeit