Wendsee

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Der Wendsee
„Murmelnder“ Wendsee (siehe Abschnitt Name)

Der Wendsee befindet sich westlich des Havelknies, in welchem der märkische Hauptfluss, die Havel, aus dem Plauer See kommend, nach Norden abknickt. Der See bedeckt eine Fläche von rund 80 Hektar und hat eine maximale Wassertiefe von 4,9 Meter.[1]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonnenuntergang über dem Wendsee Mai 2007
Morgenstimmung über dem südlichen Wendsee

Der Name „Wendsee“ lässt sich auf die deutsche Bezeichnung für die ortsansässige slawische Bevölkerung zurückführen, die von den deutschen Kolonisten seit der Ostexpansion unter dem Sammelbegriff „Wenden“ zusammengefasst wurden. Der alte, ursprüngliche Name des Sees lautete Kiausee. So wird er in einer Urkunde aus dem Jahre 1294 Coione genannt. Noch 1692 wird die entsprechende Gewässerflur mit dem Namen Kiegaue angesprochen. Das Wort Kiau wird dem altpolabischen Worte *kujava zugeordnet, das noch heute in ukrainischen und polnischen Gewässerbezeichnungen vorkommt und mit „brummen, murmeln“ übersetzt wird. In dem an das nördliche Ufer des Wendsees angrenzenden Brandenburger Ortsteil Plaue erinnert noch heute die Kiaustraße an den alten Namen des Sees.[1]

Unterscheidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wendsee gliedert sich in den Großen Wendsee und den Kleinen Wendsee. Letzterer schließt sich im Süden an den Großen Wendsee an und geht unter der Eisenbahnbrücke der Eisenbahnlinie Berlin – Magdeburg in die „Fahrt“ über, die den Wendsee mit dem Wusterwitzer See verbindet.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Wendsee verbindet die Ortsteile der Stadt Brandenburg an der Havel: Plaue und Kirchmöser West. Er ist Bestandteil der Bundeswasserstraße Elbe-Havel-Kanal[2] mit der Wasserstraßenklasse IV. Der Kleine Wendsee ist Bestandteil der sog. sonstigen Binnenwasserstraße des Bundes Kleiner Wendsee-Wusterwitzer See.[3] Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg.

Ökologische Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch missbräuchliche Nutzung seitens deutscher und sowjetischer Militärs während des 20. Jahrhunderts wurde das Gewässer ökologisch schwer geschädigt. Auf seinem Grunde liegt noch immer eine kontaminierte und ölige Schlammschicht. Dessen ungeachtet ist das Baden im Wendsee unbedenklich.

Der Wendsee vom Plauer Ufer aus

Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Brandenburg an der Havel und Umgebung – eine landschaftliche Bestandsaufnahme im Raum Brandenburg an der Havel, Pritzerbe, Reckahn und Wusterwitz, Hrsg. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada, in der Reihe Landschaften in Deutschland – Werte der deutschen Heimat des Leibniz-Institutes für Länderkunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Band 69, ersch. im Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 2006, ISBN 978-3-412-09103-3, S. 265
  2. Verzeichnis E, Lfd. Nr. 10 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Koordinaten: 52° 23′ 49″ N, 12° 23′ 49″ O