Weng Chun Kung Fu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Löschregeln Dieser Artikel wurde zur Löschung vorgeschlagen.

Falls du Autor des Artikels bist, lies dir bitte durch, was ein Löschantrag bedeutet, und entferne diesen Hinweis nicht.
Zur Löschdiskussion

Begründung: Ursprünglichen LA wieder eingesetzt, LAE entfernt. Begründung: fehlende Relevanz/Bekanntheit dieser Wortmarke. --Wassertraeger  Fish icon grey.svg 12:47, 26. Aug. 2015. (CEST) Details und Gründe für den Löschantrag bei der LöschdiskussionVorlage:Löschantragstext/Wartung/August --Docktor No (Diskussion) 23:14, 27. Aug. 2015 (CEST)


Qsicon Fokus2.svg Dieser Artikel wurde am 24. August 2015 auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Das es sich um eine rein kommerzielle Variante handelt ist nicht wikrlich erkennbar. Sehr viel Prosa in der Einleitung, Ausufernder "Geschichte"-Absatz mit redundanten Infos zwecks Namedropping (Yip Man, Bruce Lee). Insgesamt viel Text bei recht wenig enz. relevanten Inhalten. Wassertraeger Fish icon grey.svg 07:14, 24. Aug. 2015 (CEST)
Weng-Chun-Sportler in typischer Trainingskleidung des Verbandes von Andreas Hoffmann beim Sparring während einer Prüfung

Das Weng Chun Kung Fu (KantonesischWing bzw. Hochchinesisch yǒng „ewig“, 春 cheun „Frühling“, 功夫 gōngfu „Fähigkeit“) ist eine Kampfkunst aus Südchina, welche in den 1990-Jahren von Andreas Hoffman nach Deutschland eingeführt und international bekannt gemacht wurde.[1] Weng Chun soll eigenen Legenden nach im Shaolin-Kloster in Dengfeng entstanden sein.[2] Es gehört damit zu den etwa 360 Shaolin-Kung-Fu-Stilen, die aus dem Kloster in Dengfeng hervorgegangen sind.[3]

Wichtige Merkmale des Weng Chun Kung Fu sind das Ausweichen im Kampf durch Kontrolle des Winkels zum Gegner sowie das Ausnutzen und Umleiten der Kraft des Gegners. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Fehlen jeglicher Bevorzugung der Kampfdistanzen. Schläge und Tritte mit Hand, Fuß, Ellenbogen, Knie und Schulter gehen nahtlos über in Würfe, Hebel und Würgegriffe, welche auch im Bodenkampf weitergeführt werden.[4]

Demonstration eines Würgegriffes im Bodenkampf

Geschichte des Weng Chun Kung Fu[Bearbeiten]

Der wichtigste Weng-Chun-Großmeister der Neuzeit ist höchstwahrscheinlich Chu Chung Man.[5][6] Er wurde anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts in Foshan geboren und hatte bei Lehrern verschiedener Kung-Fu-Stile viele Jahre Unterricht, darunter auch das Weng Chun Kung Fu.[7] Chu Chung Man erwarb sich auf diese Weise einen ausgezeichneten Ruf als Kampfkünstler und trug deshalb den Spitznamen „Eisenfaust“.[8] Er war während des Zweiten Weltkrieges als praktizierender Arzt in Macau tätig, ab 1953 als Arzt in einem Krankenhaus in Hongkong. Chu Chung Man gilt als Schüler der fünften Generation des Weng Chun Kung Fu.[9]

Die Großmeister des Weng Chun in der Dai-Tak-Lan-Akademie. Tang Yik, Chu Chung Man und Wai Yan in der zweiten Reihe, 3., 4. und 5 v. l.

Chu Chung Man hatte Kontakt und sportlichen Austausch mit Yip Man, der als wichtiger Großmeister des modernen Wing Chuns gilt.[10] Zwischen Weng Chun und Wing Chun gibt es entsprechend Gemeinsamkeiten wie das Training an der Holzpuppe, aber auch Unterschiede, z. B. in Bezug auf die Formen und den Ansatz, die Deckung des Gegners im Kampf zu umgehen.[11]

Chu Chung Man und Yip Man bei einem Treffen in Kowloon, vermutlich um 1960

Als Chu Chung Man 1953 nach Hongkong zog, traf er auf weitere Großmeister des Weng Chun Kung Fu, die vergleichsweise viele Schüler unterrichteten, darunter auch die Großmeister Tank Yik und Wai Yan. Wai Yan war ein wohlhabender Geschäftsmann und hatte großes Interesse daran, das Weng Chun Kung Fu zu erhalten. So funktionierte er eines seiner Warenhäuser in Kowloon kurzerhand in eine Akademie um, in welcher sich die Weng Chun Großmeister unter der Leitung von Chu Chung Man lange Zeit regelmäßig zum Austausch trafen.[12] Der Name des Warenhauses stand Pate für die die Akademie, welche als Dai Tak Lan Akademie zu einem wichtigen Zentrum des Weng Chun Kung Fu werden sollte.[13]

Wai Yan hatte später in den Neunziger Jahren einen deutschen Schüler, Andreas Hoffmann.[14] Dieser machte das Weng Chun erstmals auch außerhalb von China bekannt. Wie bei vielen anderen in Europa eingeführten asiatischen Kampfkunstarten wurde die klassische Lehrer-Schüler-Beziehung von Andreas Hoffmanns Verband durch eine Schulenstruktur mit Graduierungen durch Gurtfarben ersetzt. Aufgrund der Verbandsarbeit von Andreas Hoffmann gibt es weltweit mittlerweile über 40 Weng-Chun-Schulen, davon etwa 30 in Deutschland.[15]

Zwar gibt es noch einige chinesische Weng-Chun-Meister, die aus der Dai-Tak-Lan-Akademie hervorgegangen sind, diese ziehen es allerdings in der Regel vor, einige wenige selbst ausgewählte Schüler privat zu unterrichten.[16] Andreas Hoffmann unterhält bis heute Kontakte zu einigen dieser chinesischen Meister des Weng Chun, unter anderem zum Beispiel zu Tang Chung Pak. Dieser war einer der letzten engen Schüler von Tang Yik.[17] Ein deutscher Schüler von Tang Chun Pak betreibt beispielsweise in Berlin eine Kung-Fu-Schule, welche mit der klassischen Lehrer-Schüler-Beziehung arbeitet und auf Graduierungen verzichtet.[18]

Andreas Hoffmann während der Ausbildungszeit bei Großmeister Wai Yan in den Neunziger Jahren.
Andreas Hoffmann mit Schülern beim Training einer Messer-Form.

Prinzipien des Weng Chun[Bearbeiten]

Video: Training einer Kombination von Tritt, Wurf und Armstreckhebel in moderatem Tempo

Im Weng Chun gibt es bestimmte Prinzipien für den Kampf, die dazu dienen, schnelle taktische Entscheidungen treffen zu können.[19] Auf diese Weise soll vermieden werden, dass der Kämpfer den Überblick verliert bzw. dem Kämpfer die Optionen ausgehen.[20] Hier die sieben wichtigsten Prinzipien des Weng Chun:

1. Prinzip Tai (nach oben ausheben):
Die Balance des Gegners durch Ausheben nach oben brechen.

2. Prinzip Got (nach unten schneiden):
Die Kraft des Gegners bei einer Attacke nach unten schneiden.

3. Prinzip Waan (seitliches Kreisen):
Die Kraft des Gegners nutzen, um ihn aus der Balance zu bringen. Übt der Gegner Druck aus, wird der Winkel zum Gegner geändert. Damit geht ein Angriff ins Leere, oder der Gegner läuft in eine Gegenattacke hinein.

4. Prinzip Kit (gegnerischen Raum einnehmen):
Abwehr einer Attacke, Einstieg in die Deckung des Gegners.

5. Prinzip Lan (eigenen Raum schaffen):
Den Gegner verriegeln, um eigenen Raum zu schaffen oder zu erhalten.

6. Prinzip Dim (etwa „zielen“, „Aufmerksamkeit lenken“):
Den Gegner durch einen schnellen, konzentrierten Angriff schockieren und verunsichern.

7. Prinzip Lau (fließen):
Im Weng Chun auch das „halbe Prinzip“ genannt, macht es die Hälfte des Weng Chun Kung Fu aus: Den Fluss der eigenen Aktionen aufrechterhalten, den Fluss des Gegners zerstören. Der Kämpfer fließt kontinuierlich wie Wasser in die Lücken der gegnerischen Deckung.

Vergleich mit Wing Chun und dessen Prinzipien[Bearbeiten]

Das von Andreas Hoffmann gelehrte Weng Chun ist nicht zu verwechseln mit der Kampfkunst Wing Chun (KantonesischWing bzw. Hochchinesisch yǒng „Lied“, 春 cheun „Frühling“), abgesehen von dem oben genannten, gemeinsamen Ursprung.[21] Um Verwechselungen aufgrund der sehr ähnlichen Aussprache der Schriftzeichen 永 ('ewig') und 詠 ('Lied') zu vermeiden, ließ Andreas Hoffman das Weng Chun als Transkription markenrechtlich schützen,[22] zumal die Notation 'Weng Chun' in lateinischer Schrift durchaus auch in China gebräuchlich zu sein scheint.[23]

Im Wing Chun gibt es ebenfalls Kampfprinzipien; diese unterscheiden sich jedoch in Zahl und Inhalt vom Weng Chun.[24] Vergleicht man die Prinzipien, wird beim Weng Chun eher Wert darauf gelegt, den Winkel zum Gegner durch Umkreisen desselben permanent anzupassen, um offene Flanken zu nutzen oder einen Angriff umzulenken. Aufgrund der ausgeprägten Winkelarbeit wird die Kraft hier bei vielen Techniken ganz wesentlich aus dem Schwung einer Hüftdrehung gewonnen.[25] Im Unterschied dazu wird beim Wing Chun der Angriff eher geradlinig nach vorne ausgeführt und ein Weg gesucht, die Deckung direkt zu durchdringen, um einen möglichst kurzen und schnellen Weg zu nutzen.

Das Konzept des Kiu Sao[Bearbeiten]

Im Weng Chun gibt es das Konzept der „Brücken zum Gegner“, welches als Kiu Sao (etwa „Brücken-Hände“) beschrieben wird.[26] Es hat damit eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Chi Sao des Wing Chun, dem Konzept der „klebenden Hände“.[27] Beiden Konzepten gemeinsam ist es, durch Berühren des Gegners seine Aktionen idealerweise im Voraus zu erfühlen, ohne, dass dies visuell geschieht. Ebenso dienen sowohl Kiu Sao als auch Chi Sao als „Brücken“ zu einem beginnenden Kampf, sozusagen als Einstieg. Beim Weng Chun wird jedoch vermehrt mit dem Winkel der Kämpfer zueinander gearbeitet. Das Kiu Sao ähnelt durch die resultierenden, kreisenden Bewegungen daher noch am ehesten dem Tuishou des Taijiquan (westl. Tai Chi).

Graduierung und Gurtfarben[Bearbeiten]

Prüfungen im Weng-Chun-Verband von Andreas Hoffman enthalten stets mindestens die Aspekte Formen, Selbstverteidigung, Kiu Sao, körperliche Fitness und Theorie. Während der Prüfung stellen die Schüler ihre einstudierten Formen vor und zeigen im Partnertraining ihr Können in der Selbstverteidigung und im Kiu Sao. Der Meister prüft hier nicht nur Einstudiertes, sondern verlangt auch die Nachahmung von neu von ihm vorgeführten Techniken. Damit soll geprüft werden, ob die Schüler die Prinzipien des Weng Chun verinnerlicht haben. Ab der Mittelstufe kommt dem freien Kampf in der Prüfung eine immer größere Bedeutung zu. Auch hier wird das instinktive Umsetzen der Weng-Chun-Prinzipien abgeprüft.

Basisstufe Mittelstufe Oberstufe Meisterstufe Großmeisterstufe
Grad 1.-3. Grad 4.-6. Grad 7.-9. Grad 1.-5. Meistergrad 6.-10. Großmeistergrad
Gurtfarbe Schwarz+Gold Schwarz+Gold
Leitung (Gurt) Übungsleiter Lehrer / Sifu Lehrer / Sifu Meister Großmeister

Literatur[Bearbeiten]

  • Leung Ting: Roots of Wing Tsun. Leung's Publications, Hongkong 2000. Roots of Wing Tsun
  • Werner Lind: Das Lexikon der Kampfkünste. Sportverlag, Berlin 2001, ISBN 3-328-00898-5.
  • Robert Chu, Rene Ritchi, Y. Wu: Complete Wing Chun: The Definitive Guide to Wing Chun's History and Traditions. Tuttle Publishing, 1998
  • Benny Meng: The Treasures of Shaolin's six-and-one-half principles. In: Kung Fu and Tai Chi Magazine. Februar 2005, S. 92
  • Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.

Weblinks[Bearbeiten]

  • weng-chun.de Weng-Chun-Hauptquartier von Großmeister Andreas Hoffmann (Wai-Yan-Familie)
  • shaolin-wengchun.com Webseite der Chu-Chung-Man-Familie (chinesisch)
  • tangyik-wengchun.info Webseite der Tang-Yik-Familie, erstellt von Peter Scholz und Tang Chung Pak
  • siulam-wingchun.org Webseite der Siu-Lam-Wing-Chun-Schule Berlin (Peter Scholz, Schüler der Tang-Yik-Familie)

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Robert Chu, Rene Ritchi, Y. Wu: Complete Wing Chun: The Definitive Guide to Wing Chun's History and Traditions. Tuttle Publishing, 1998, S.94 [1]
  2. Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.
  3. Werner Lind: Das Lexikon der Kampfkünste. Sportverlag Berlin, 2001, ISBN 3-328-00898-5, S. 530
  4. Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.
  5. http://www.wingchunkungfu.de/wingchun-lexikon/Chu-Chung-Man.html
  6. Robert Chu, Rene Ritchi, Y. Wu: Complete Wing Chun: The Definitive Guide to Wing Chun's History and Traditions. Tuttle Publishing, 1998, S.92 [2]
  7. Leung Ting: Roots of Wing Tsun. Leung's Publications, Hong Kong 2000, S. 371
  8. http://www.wingchunpedia.org/pmwiki/pmwiki.php?n=WCP.WengChun-HistoryAndTradition
  9. http://www.shaolin-wengchun.com/2008EN/history.html
  10. http://naamkyun.com/2012/03/interview-with-wing-chun-grandmaster-yip-man/
  11. http://naamkyun.com/2012/03/interview-with-wing-chun-grandmaster-yip-man/
  12. http://www.shaolin-wengchun.com/2008EN/history.html
  13. Robert Chu, Rene Ritchi, Y. Wu: Complete Wing Chun: The Definitive Guide to Wing Chun's History and Traditions. Tuttle Publishing, 1998, S.94 [3]
  14. Robert Chu, Rene Ritchi, Y. Wu: Complete Wing Chun: The Definitive Guide to Wing Chun's History and Traditions. Tuttle Publishing, 1998, S.94
  15. http://www.weng-chun.com/de/wengchun-schulen
  16. Eine Liste einiger u. a. auch chinesischer Weng-Chun-Meister: http://ewingchun.com/search/node/weng%20chun?page=1
  17. http://ewingchun.com/sifus/tang-chung-pak
  18. Peter Scholz, Siu-Lam-Wing-Chun Schule in Berlin, http://www.siulam-wingchun.org/
  19. Benny Meng: The Treasures of Shaolin's six-and-one-half principles. In: Kung Fu and Tai Chi Magazine. Februar 2005, Seite 92
  20. Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.
  21. Leung Ting: Roots of Wing Tsun. Leung's Publications, Hong Kong 2000
  22. https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/300938500/DE
  23. http://www.shaolin-wengchun.com/2008/index.html
  24. Ein Vergleich beider Stile durch das Ving Tsun Museum von Benny Meng, https://archive.is/http://home.vtmuseum.org/articles/meng/misconceptions.php
  25. Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.
  26. Andreas Hoffmann, Nadine Poerschke: Weng Chun Kung Fu. Budo International Publ. Co., Madrid 2011, ISBN 978-3-86836-183-4.
  27. http://www.wing-chun-kungfu.de/wing-chun/chi-sao