Werbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Werbach
Werbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Werbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 9° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 43,18 km2
Einwohner: 3264 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97956
Vorwahlen: 09341, 09348, 09349
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 128
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 59
97956 Werbach
Webpräsenz: www.werbach.de
Bürgermeister: Ottmar Dürr
Lage der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis
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Über dieses Bild

Werbach ist eine Gemeinde in Tauberfranken und gehört zum Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2] Bekannt wurde die Gemeinde durch ihre Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbach liegt im Taubertal zwischen Tauberbischofsheim, Wertheim und Würzburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Werbach gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Brunntal, Gamburg, Niklashausen, Wenkheim und Werbachhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Brunntal gehört das Dorf Brunntal. Zur ehemaligen Gemeinde Gamburg gehören das Dorf Gamburg, Gehöft und Wohnplatz Eulschirben (auch Eilschirben oder Eulschirbenmühle, ), die Häuser Bimssteinfabrik, Dorfmühle, Bahnstation Gamburg, Gasthof Tauberperle (), Möbelfabrik und das Schloss Schloßberg. Zur ehemaligen Gemeinde Niklashausen gehören das Dorf Niklashausen sowie die abgegangene Ortschaft Helzenberg. Zur ehemaligen Gemeinde Wenkheim gehören das Dorf Wenkheim und die Höfe Neumühle (), Öl- und Sägmühle und Seemühle. Zur Gemeinde Werbach in den Grenzen vom 31. Dezember 1973 gehören das Dorf Werbach und die Häuser Fischzuchtanstalt, Schneidmühle und Welzmühle (). Zur ehemaligen Gemeinde Werbachhausen gehören das Dorf Werbachhausen und die Häuser Emmentaler Mühle und Mühlenbau-Werkstätte.[3]

Wenkheim ist, mit nur zwei Kilometern Abstand zur bayerischen Landesgrenze, der östlichste Ort der Gemeinde. Der Ort hat 645 Einwohner (31. Dezember 2013) und ist mit 1193 Hektar der größte Ortsteil.

Werbach im Taubertal

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Werbach gibt es ein Europäisches Vogelschutzgebiet, zwei Landschafts- und vier Naturschutzgebiete:[4]

  • Europäisches Vogelschutzgebiet Heiden und Wälder Tauberland (Schutzgebietskennung DE-6323-441); seit 2007.[5]
  • Landschaftsschutzgebiet Main-Tauber-Tal: 2988,0 ha; Gemarkungen Tauberbischofsheim und Werbach; seit 1953.
  • Landschaftsschutzgebiet Werbach: 2125,0 ha; Gemarkungen Werbach, Werbachhausen, Wenkheim und Gamburg; seit 1985.
  • Naturschutzgebiet Apfelberg: 22,5 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Gamburg
  • Naturschutzgebiet Helmental-Kleinleiden, 15,4 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbachhausen
  • Naturschutzgebiet Lindenberg: 8,7 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkung Werbach
  • Naturschutzgebiet Wormental: 19,2 ha; Gemeinde Werbach, Gemarkungen Werbach.

Daneben gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach insgesamt 14 als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Gemeinde Werbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Werbachs stammt von 1248.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1563 tötet die Pest in Werbach fast 500 Menschen. Im Deutschen Krieg kam es am 24. Juli 1866 zum Gefecht bei Werbach zwischen badischen und oldenburgischen Militärverbänden, wobei die mit Preußen verbündeten Oldenburger Werbach besetzten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden am 31. Dezember 1973 die bisher selbständigen Gemeinden Werbach, Wenkheim, Werbachhausen und Brunntal zur neuen Gemeinde Werbach zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1975 schloss sich diese Gemeinde mit Gamburg und Niklashausen zur heutigen Gemeinde zusammen.[7]

Werbachs Ortsteile und ihre Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunntal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunntal
Hauptartikel: Brunntal

Brunntal wird erstmals 1222 urkundlich erwähnt. Damals kamen Teile des Dorfes durch Schenkung an Würzburg. In Brunntal war im 14. Jahrhundert auch das Kloster Bronnbach begütert. Bis 1803 gehörte das Dorf zu Kurmainz. Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde der Ort dem Fürstentum Leiningen zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1806 im Zuge der Rheinbundakte kam es zum Großherzogtum Baden.

Gamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamburg
Hauptartikel: Gamburg

Bereits 1139 wird Gamburg erstmals urkundlich erwähnt. 1806 kam der Ort unter die Hoheit Würzburgs und ein Jahr danach durch einen Staatsvertrag zwischen Würzburg und Baden unter die Souveränität des Großherzogtum Baden.

Das Wahrzeichen Gamburgs ist die Burg Gamburg.

Niklashausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niklashausen
Hauptartikel: Niklashausen
Niklashausen mit Taubermühle (um 1665)

Nicozeshusen, wie das Dorf früher hieß, wurde urkundlich erstmals 1170 erwähnt. Das Dorf gehörte zur alten Grafschaft Wertheim, der späteren Grafschaft Löwenstein-Wertheim. Hans Böhm, der Pauker von Niklashausen, tritt 1476 als Prediger vor die Wallfahrer in Niklashausen. Ihm gelingt es, 40.000 Bauern um sich zu scharen. Trotzdem wird er festgenommen und in Würzburg als Ketzer verbrannt. 1806 kommt das Dorf unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

Wenkheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenkheim
Hauptartikel: Wenkheim

Urkundlich wird "Weggencheim" erstmals 1149 genannt. Man nimmt an, dass die Herren von Wenkheim, die in Thüringen saßen, ursprünglich von hier stammen. Ab 1625 war es Bestandteil der Grafschaft Löwenstein-Wertheim. 1673 brannten die Franzosen das Wenkheimer Schloss nieder. 1750 brannte ein Großteil von Wenkheim nieder. 1776 wurde das Dorf bei einem Unwetter schwer verwüstet. 1806 kam Wenkheim unter die Landeshoheit des Großherzogs von Baden.

Werbachhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbachhausen
Hauptartikel: Werbachhausen

Werbachhausen wurde als Werpachhusen 1308 erstmals erwähnt, 1332 wird es als Husin bei Wertpach erwähnt. Mehrere Adelsgeschlechter hatten Besitz in Werbachhausen, das seit 1592 zu Kurmainz gehörte. 1803 bis 1806 gehörte es zum Fürstentum Leiningen und kam dann zum Großherzogtum Baden.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtbevölkerung der Ortsteile der Gemeinde Werbach entwickelte sich wie folgt:

Jahr Bevölkerung
1961 3496
1970 3611
1993 3645
1998 3662
2003 3621
2008 3506
2013 3288

Quellen: Gemeindeverzeichnis[9] und Angaben des Statistischen Landesamtes

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Werbach steht die katholische Kirche St. Martin.

Jüdische Gemeinde Wenkheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüdische Gemeinde Wenkheim entstand im 16. Jahrhundert. Der Ort ist für seine jüdische Geschichte bekannt, erstmals werden 1576 und 1591 Juden am Ort genannt. Neben der früheren Synagoge Wenkheim besaß die jüdische Gemeinde Wenkheim eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und den jüdischen Friedhof Wenkheim. Beim Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge demoliert. Bis 1940 emigrierte über die Hälfte der jüdischen Einwohner (22 in die USA, 8 nach Palästina). Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 11 jüdischen Einwohner Wenkheims, während der Wagner-Bürckel-Aktion, in das Camp de Gurs deportiert.[10]

Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Wenkheim

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Werbach führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[11]. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,8 % (2009: 67,6 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

  1. UBL (Unabhängige Bürgerliste) 48,7 % – 7 Sitze
  2. AB (Aktive Bürger) 51,3 % – 8 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottmar Dürr trat sein Amt als Bürgermeister 1999 an und wurde 2007 und 2015 wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt ein rotes Mainzer Rad auf weißem Grund über zwei weißen Rosen auf blauem Grund.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Werbach bildet mit der Stadt Tauberbischofsheim, sowie den Gemeinden Großrinderfeld und Königheim zur gemeinsamen Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Tauberbischofsheim.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbach ist Weinort der Weinregion Tauberfranken des Weinanbaugebietes Baden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Niklashausen und Gamburg sind durch die Taubertalbahn (Crailsheim–Wertheim) an das überregionale Schienennetz angebunden. Im Stunden-Takt verkehren die Züge nach Aschaffenburg und Crailsheim.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbach liegt am Taubertalradweg. In nordöstlicher Richtung führt der Welzbachtalradweg bis nach Oberaltertheim. Von dort besteht über weitere Radwege ein Anschluss bis zum Main-Radweg bei Würzburg.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke und Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liebfrauenbrunnkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Liebfrauenbrunnkapelle

Die Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn befindet sich zwischen Werbach und Werbachhausen.[13][14]

Jüdischer Friedhof Wenkheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Wenkheim gibt es einen jüdischen Friedhof, der im 17. Jahrhundert oder früher östlich des Ortes im Gewann „Großer Wald“ (heute unmittelbar an der Landesgrenze Baden-Württemberg/Bayern) angelegt und bis 1938 belegt wurde (Flurstück 10321, Fläche 55,80 a).

Weitere Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Martin in Werbach
  • Ehemalige Synagoge in Wenkheim - durch einen Förderverein restauriert
  • Evangelische Kirche Wenkheim
  • Gamburger Pfarrkirche von 1895
  • Burg Gamburg bei Gamburg
  • Eulschirbenmühle bei Gamburg

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendzeltplatz Tauberinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jugendferienzeltlager auf der Werbacher Tauberinsel

Die DLRG-Ortsgruppe Werbach betreibt den Jugendzeltplatz Tauberinsel. Der Zeltplatz wird vollständig vom Wasser der Tauber umflossen.

Freibad Wenkheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wenkheim befindet sich ein Freibad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 354–357
  4. Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007.
  5. Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) vom 5. Februar 2010.
  6. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Werbach.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469.
  8. Informationen zur Geschichte Werbachhausens auf werbach.de (abgerufen am 24. August 2008)
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1.
  10. Alemannia Judaica: Wenkheim (Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  11. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes
  12. Inlinemap.net: Welzbachtalradweg. Online auf www.inlinemap.net. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  13. Liebfrauenbrunnkapelle, Gemeinde Werbach, abgerufen am 12. September 2016
  14. Florian Werr: Liebfraubrunn bei Werbach: Wallfahrtsbüchlein für das katholische Volk. Frankonia, Tauberbischofsheim 1919

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien