Werbellinkanal

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Der Rosenbecker See (früher Schleusenteich) im Werbellinkanal nördlich der Schleuse Rosenbeck
Schleuse Eichhorst

Der schiffbare Werbellinkanal (WbK) verbindet den Werbellinsee mit dem Oder-Havel-Kanal und dem Finowkanal. Er ist Bestandteil der 17 km[1] langen Bundeswasserstraße Werbelliner Gewässer (10 km Werbelliner See und 7 km Werbellinkanal) als Seitengewässer der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW)[2]. Der Abschnitt nördlich der HOW ist mit der Wasserstraßenklasse I ausgewiesen. Zuständig ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde.

Bereits 1609 wurde der Werbellinsee über den Nettelgraben zur Speisung des ersten Finowkanals angezapft. Der Ausbau zum Werbellinkanal erfolgte 1765, um die Wasserversorgung des 1746 fertiggestellten zweiten Finowkanals zu verbessern. Die Wasserentnahme hatte ein Sinken des Wasserspiegels im Werbellinsee zur Folge. Der Kanal überwindet durch die Kanalstufen Eichhorst und Rosenbeck das Gefälle zum Oder-Havel-Kanal und dient in Trockenzeiten – wie einst der Finowkanal – zur ergänzenden Wasserversorgung der Scheitelhaltung der Havel-Oder-Wasserstraße und ansonsten der Sportschifffahrt.

Der 1914 fertiggestellte Oder-Havel-Kanal verläuft hier einen Kilometer nördlich des Finowkanals, weshalb der Werbellinkanal jetzt nördlich von Marienwerder in diesen einmündet. Der 3,15 km lange Kanalabschnitt, der südwestlich des Oder-Havel-Kanals liegt, wurde bis 2011 auf einer Länge von 400 m als sonstige Binnenwasserstraße des Bundes genutzt. Die restlichen 2,73 km wurden in den 1920er und 1930er Jahren verfüllt und nachfolgend landwirtschaftlich genutzt.

Im Rahmen der vom Land Brandenburg geförderten Wassertourismusinitiative Nordbrandenburg (WIN) wurde dieses Teilstück zwischen September 2008 und Juni 2011 mit einem Aufwand von 4,5 Millionen Euro wiederhergestellt, um dem Wassertourismus die Möglichkeit zu geben, die Strecke zwischen Werbellinsee und Finowkanal ohne Benutzung des viel befahrenen Oder-Havel-Kanals zurücklegen zu können. 2015 wurde der Abschnitt des Kanals allerdings für die Schifffahrt gesperrt. Wegen Beschädigungen an Böschungen und Sohle sei laut zuständigem Landesumweltamt die Standfestigkeit der Kanaldämme beeinträchtigt, sodass dringende Instandsetzungen zur Freigabe notwendig sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Eckoldt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 21 und Verz. F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 52′ 37″ N, 13° 37′ 40″ O