Werk ohne Autor

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Filmdaten
OriginaltitelWerk ohne Autor
ProduktionslandDeutschland, Italien
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Länge188 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieFlorian Henckel von Donnersmarck
DrehbuchFlorian Henckel von Donnersmarck
ProduktionQuirin Berg,
Florian Henckel von Donnersmarck,
Jan Mojto,
Max Wiedemann
MusikMax Richter
KameraCaleb Deschanel
SchnittPatricia Rommel
Besetzung

Werk ohne Autor ist ein deutscher Spielfilm von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2018. Thema ist das Leben eines Künstlers, angelehnt an die Biografie von Gerhard Richter. Die Hauptrollen spielen Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci und Ina Weisse. Die Weltpremiere fand im Rahmen des Wettbewerbs der 75. Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt.[2] In den deutschen Kinos startete der Film am 3. Oktober 2018.[3] Er wurde als deutscher Beitrag für die Oscarverleihung 2019 eingereicht[4] und schließlich von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in den Kategorien Bester Fremdsprachiger Film und Beste Kamera nominiert.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fünfjährige Kurt Barnert besucht 1937 mit seiner exzentrischen, kunstsinnigen Tante Elisabeth die Wanderausstellung Entartete Kunst in Dresden. Bald darauf muss das Kind mit ansehen, wie eben diese Tante wegen vermeintlicher Schizophrenie in eine psychiatrische Anstalt zwangseingeliefert wird. Später wird sie dem Leiter der Dresdener Frauenklinik, SS-Obersturmbannführer Carl Seeband vorgeführt, der mit ihrer Zwangssterilisation beauftragt ist, und als Gutachter am Erbgesundheitsgericht auch Anteil an ihrer Ermordung trägt. Während ihr Neffe aus der Ferne die Luftangriffe auf Dresden erlebt, wird die Tante in Pirna-Sonnenstein vergast.

Nach dem Krieg wird Seeband vom NKWD verhaftet, im Speziallager inhaftiert und wegen seiner Rolle bei den Euthanasie-Morden brutal verhört. Als allerdings bei der Frau des russischen Lagerkommandanten Probleme bei einer Geburt auftreten, gelingt es Seeband Frau und Kind des Offiziers das Leben zu retten. Der Offizier verspricht Seeband daraufhin, ihn zu schützen.

Kurt Barnert findet zunächst eine Anstellung in einer Fabrik für Schilder- und Bannermalerei. Als man dort sein Talent erkennt, wird er als Vertreter der Arbeiterschaft an die Dresdener Kunstakademie geschickt, wo er Malerei studiert. Sein Professor, ein Kommunist aus Überzeugung, versucht die Studenten zum Sozialistischen Realismus hinzuführen. Kurt zeigt zwar große Begabung, kann sich mit der Ideologie aber nicht anfreunden. Er hat das Gefühl, dass er sich durch diese Art der Malerei immer weiter vom persönlichen Ausdruck entfernt.

Kurt lernt die junge Elisabeth kennen, die an der Akademie Mode- und Textilgestaltung studiert. Sie erinnert ihn an seine Tante, selbst der Vorname ist derselbe. Kurt und Ellie verlieben sich ineinander. Kurt zieht als Mieter in ihr elterliches Haus ein. Dort trifft er zum ersten Mal auf Elisabeths Vater. Es ist Professor Carl Seeband, der der Strafverfolgung nach dem Krieg entgangen ist und sich inzwischen ganz in den Dienst der sozialistischen Ideologie der DDR gestellt hat. Kurt weiß jedoch nicht, dass Seeband derjenige ist, der für den Tod seiner Tante verantwortlich war. Ebenso wenig weiß Seeband, dass Kurt der Neffe eines seiner Opfer ist. Der Professor sieht den jungen Mann allerdings als genetisch minderwertig an, und setzt alles daran, Kurts Beziehung mit Ellie zu zerstören. Das gelingt ihm jedoch nicht und die beiden heiraten.

Nach seinem Studium in Dresden bekommt Kurt den Auftrag zu einem großen Wandfresko im sozialistischen Stil. Er nimmt ihn nur an, um Geld zu verdienen. Seine Schwiegereltern entschließen sich dazu, die DDR zu verlassen, da der KGB-Offizier, der Seeband schützt, bald nach Moskau versetzt werden soll. Kurt und Ellie entschließen sich wenig später, ebenfalls über West-Berlin in den Westen zu fliehen, was ihnen gerade noch gelingt. Wenige Monate später wird die Mauer gebaut.

Kurt und Ellie gehen von Berlin nach Düsseldorf, nachdem er erfährt, dass sich dort gerade eine ganz neue Kunstrichtung entwickelt. Obwohl er schon 30 Jahre alt ist, gibt er bei der Bewerbung als Alter „26“ an und wird vom mysteriösen Professor Antonius van Verten an der Kunstakademie angenommen. Hier kommt er in Berührung mit der modernen Kunst der bundesdeutschen Nachkriegszeit, bei der die Malerei zwar weitgehend ausgedient hat, sonst aber alles möglich scheint. Alles ist so ganz anders als das, was er in der DDR gelernt hat. Ellie findet eine Anstellung als Näherin in einer Kleiderfabrik. Versuche des Paares, Eltern zu werden, scheitern und Ellie bekommt diagnostiziert, dass sie keine Kinder bekommen kann, was vermutlich auf Seebands Behandlungen an seiner eigenen Tochter zurückzuführen ist.

Nach anfänglicher Begeisterung und künstlerischer Produktivität gerät Barnert in eine Krise, ausgelöst auch durch ein Urteil seines Professors van Verten, dass seine Kunst lediglich formal interessant, aber kein Ausdruck seiner eigenen Innerlichkeit sei. In Verzweiflung darüber verbrennt er alle seine Arbeiten. Als Kurt eine Zeitungsmeldung liest, der zufolge der ranghöchste Euthanasie-Gutachter verhaftet worden sei, fängt er an, das Schwarz-Weiß-Foto dieses NS-Verbrechers fotorealistisch abzumalen. Nach dem Foto des Gutachters, der – ohne dass Kurt das weiß – Seebands Vorgesetzter gewesen war, wendet er sich anderen Fotos zu: den Passfotos seines Schwiegervaters; einem Bild seiner Tante, wie sie ihn als kleines Kind in den Armen hält; verschiedenen Collagen. Als Prof. Seeband bei einem Besuch in Kurts Atelier ein Gemälde sieht, das eine Collage seines Kopfes mit dem des verhafteten Obergutachters und dem Gesicht von Kurts ermordeter Tante darstellt, verliert er die Fassung und ergreift die Flucht. Er ist fassungslos und kann nicht verstehen, wie ausgerechnet der Schwiegersohn, den er für schwach und unintelligent hält, seinem größten Geheimnis auf die Spur kommen konnte. Dabei hat Kurt – zumindest bewusst – wahrscheinlich gar nicht verstanden, was er da an Zusammenhängen aufgedeckt hat. Kurt erkennt aber, dass er sich fortan immer von seiner Intuition, von seinem Instinkt leiten lassen muss, weil er so Dinge erkennen kann, die dem Intellekt nicht zugänglich sind. Seine Bilder sind klüger als er.

Nachdem das Ehepaar die Hoffnung, ein Kind zu bekommen, bereits aufgegeben hatte, wird Ellie doch schwanger. Mit seiner Kunst, die ihm auch ermöglicht, die Traumata seiner Kindheit und Jugend aufzuarbeiten, hat Kurt Barnert schließlich zu sich gefunden. Bei seiner ersten Ausstellung, in Wuppertal rufen seine Gemälde zwar eine gewisse Anerkennung hervor, doch missversteht und fehlinterpretiert die Presse seine Bilder komplett. Wegen seiner Schutzbehauptungen, denen zufolge die Bilder nichts mit seinem Leben zu tun haben, sondern lediglich mechanisch Fotos reproduzieren oder als Hommage an andere Künstler zu verstehen sind, bescheinigt man ihm zwar Originalität und künstlerische Wucht, bezeichnet sein Werk aber als Werk ohne Autor, das so wenig mit ihm zu tun habe, dass man kaum von Urheberschaft im herkömmlichen Sinn sprechen könne. Kurt ist das egal, denn er hat gelernt, auf die Wirkungskraft der ehrlichen Kunst zu vertrauen. Er weiß, dass die Journalisten und das Publikum sein Werk instinktiv, unbewusst verstehen werden, ganz so wie er selbst die Dinge unbewusst und instinktiv verstanden hat, die er in seinen Werken verarbeitet hat. Somit schafft er auf anderer Ebene tatsächlich ein Werk ohne Autor.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Regisseur Henckel von Donnersmarck ließ sich beim Drehbuch zu Werk ohne Autor von wahren Begebenheiten inspirieren.[6] Die Hauptfigur des Kurt Barnert orientiert sich an der Lebensgeschichte des deutschen Künstlers Gerhard Richter. Dessen Tante Marianne Schönfelder wurde 1945 im Rahmen der zweiten Phase der nationalsozialistischen Euthanasie, der Aktion Brandt, durch NS-Ärzte ermordet. Heinrich Eufinger, der Vater von Richters erster Ehefrau Marianne („Ema“), gehörte als SS-Obersturmbannführer und Verantwortlicher für die Zwangssterilisationen in Dresden zu den Tätern. Opfer und Täter sind von Richter mehrfach porträtiert worden,[7] offenbar ohne dass ihm diese Hintergründe bewusst waren. Das Bild Tante Marianne gehört, wie alle Werke Richters, zu den hoch gehandelten Gemälden des 20. Jahrhunderts[8]. Im Film tauchen zudem weitere Charaktere auf, die an Weggefährten Richters wie Sigmar Polke, Günther Uecker (Barnerts Ateliernachbar Günter Preusser) oder Joseph Beuys (Barnerts Prof. Antonius van Verten) erinnern. Als Vorlage diente das Buch „Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie“ von Jürgen Schreiber.[9]

Produziert wurde der Film von Pergamon Film und der Wiedemann & Berg Filmproduktion.[10] Die Produzenten sind Jan Mojto, Quirin Berg, Florian Henckel von Donnersmarck, Max Wiedemann und Christiane Henckel von Donnersmarck.[11] Als Koproduzenten fungierten die ARD Degeto und der Bayerische Rundfunk.[10] Den Verleih übernimmt Walt Disney Studios Motion Pictures Germany.[10]

Die Entstehung des Films wurde durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, die Filmförderungsanstalt, den FilmFernsehFonds Bayern, die Film- und Medienstiftung NRW, die Mitteldeutsche Medienförderung, den Deutschen Filmförderfonds und den Tschechischen Staatlichen Kinematografie Fonds gefördert.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreharbeiten im Juli 2016 in Dresden

Die Dreharbeiten fanden von Juni bis Ende August 2016 in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen und Polen statt.[10][12] Aufgrund zweier Krankheitsfälle kam es beim Dreh zu Verzögerungen und in der Folge zu Beschwerden wegen zu langer Arbeitszeiten. Die Wiedemann & Berg Filmproduktion suchte jedoch sofort einen offenen, konstruktiven Dialog mit der ver.di FilmUnion und bemühte sich aktiv um die Verkürzung der Arbeitszeiten.[13]

Marketing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Februar 2017 wurde ein erster Teaser-Trailer veröffentlicht.[14] Der offizielle Trailer folgte im September 2018.[15]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Insgesamt fielen die Kritiken zum Film gemischt aus.

Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, zeigte sich begeistert und betitelte Werk ohne Autor als „ein bildungsbürgerliches Meisterwerk“.[16]

Die Leistung der beteiligten Schauspieler wurde überwiegend gewürdigt, so unter anderem von Dietmar Dath in der der FAZ.[17] Laut Dath gehe die Produktion auch ansonsten handwerklich „wirklich in Ordnung“; er lobte das „Produktionsdesign, die Lichtgeometrie, das Geschäftliche“.[17] Sehr kritisch sah Dath bestimmte Regieentscheidungen; beispielsweise sei es „kein bloßes Gebot der Scham oder des Anstands“, dass eine „Kamera und ein Soundtrack in einer Gaskammer“ nichts verloren haben.[17] Es gebe zwar „luxuriöse Kinomomente“, der Filme wolle viel, aber nur „manchmal klappt es“.[17]

Andreas Lueg von titel thesen temperamente schrieb, Werk ohne Autor sei mitreißendes Erzählkino: „Am Ende offenbart der künstlerische Instinkt die schreckliche Wahrheit über die Vergangenheit. Kunst als Mittel zur Läuterung. Das ist idealistisch, aber durchaus verführerisch.“[18]

Antje Harries vom Format kinokino schloss sich an und nannte Werk ohne Autor einen grandiosen Film. Sie führte aus: „Mit drei Stunden ein epischer Film, der aber keine Minute langweilt. Ein Panorama deutscher Geschichte in Kunst gebannt.“[19]

Die Deutsche Welle bezeichnete Werk ohne Autor als besonderes „Geschichtskino“.[20]

Neben guter Rezensionen seitens der Presse kam der Film aber vor allem beim Premierenpublikum in Venedig sehr gut an. Während der Weltpremiere „explodierte das Kino vor Applaus“, so die Bild-Zeitung, und der Film erhielt „13 Minuten Standing Ovations von 1000 Ehrengästen“.[21] Sehr positiven Zuspruch bekam der Film auch seitens des Privatpublikums der Internationalen Filmfestspiele von Venedig[22] und führte die Zuschauer-Hitliste an.[23]

Die Berliner Zeitung resümierte; „Ein gewagter, ein großer Wurf, eines Gerhard Richters würdig.“[24]

Dagegen kontrovers diskutiert wurde die Parallelmontage der Bilder fallender deutscher Soldaten, der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten und der Ermordung von Kurt Barnerts Tante in der Gaskammer,[25][26] wagt von Donnersmarck hier doch eine explizite Inszenierung „wie zuvor kein anderer deutscher Film“, so der Bayerische Rundfunk.[27]

In der Süddeutschen Zeitung billigte Tobias Kniebe dem Regisseur den Anspruch, „dass der Film alles zeigen darf, was er will, wenn dadurch am Ende Wahrheit und sogar Schönheit entsteht“, zu. Er schrieb: „Diese Hoffnung kann man ja haben. Sie ist so alt wie die Kunst selbst.“ Die eingesetzten ästhetischen Mittel – die inszenierte Nachstellung des Todes in der Gaskammer, das virtuell ins Bild gesetzte brennende Dresden etc. – hielt Kniebe aber für äußerst fragwürdig. Er kam zu dem Schluss: „Das eigentliche und unglaubliche Rätsel aber – wie jemand einen dreistündigen, gar nicht einmal dummen Film über das existenzielle Ringen eines Künstlers um seine Ausdrucksmittel drehen kann, ohne die eigenen ästhetischen Entscheidungen mit auf den Prüfstand zu stellen – das bleibt ungelöst.“[28]

Martin Schwickert zog in der Rheinischen Post ein ebenfalls negatives Fazit: „Doch obwohl es von den künstlerischen Selbstheilungskräften der Seele erzählen will, zeugt das selbstgefällige Filmkunstwerk von einer gewissen Seelenlosigkeit und droht, stets am eigenen, perfektionistischen Kalkül zu ersticken.“[29]

Dagegen sah Alexander Kissler in der Cicero im Film „eine Parabel darüber […], dass sich selbst erzählen muss, wer etwas zu erzählen hat“, und warf Gerhard Richter vor, sein Urteil nur aufgrund des Trailers gefällt zu haben.[30]

Daniel Kothenschulte setzte sich in seiner in der Kunstzeitschrift Monopol erschienenen Filmbesprechung vor allem mit der Darstellung von Elementen aus der Biografie Richters sowie der Künstler an der Düsseldorfer Akademie auseinander. Kothenschultes Einschätzung lautete: „[…] die Abweichungen, insbesondere in der Darstellung der Kunstszene der 60er-Jahre, scheinen oft weniger der kreativen Fantasie als schlichter Ahnungslosigkeit geschuldet.“ Zusammenfassend kam er zu dem Urteil: „Kunst ist im Kino schon oft missverstanden worden, aber selten so gründlich.“ Und bezüglich des Stils des Films vermutete er, Henckel von Donnersmarck sei „das Historische nur ein Vorwand, im Schwammig-Altmodischen zu schwelgen“.[31]

Die Autorin von Spiegel Online, Hannah Pilarczyk, kritisierte: Henckel von Donnersmarcks „Film hat keine Grundlage und keine Überzeugung, er hat nur einen Fixpunkt: Größe […] im Fall seines Sujets, dem Maler Gerhard Richter, durch Preise am Kunstmarkt beglaubigte Größe (teuerster zeitgenössischer Maler der Welt).“ Mit der Kunst Richters könne der Film „kaum etwas anfangen“. Die Autorin richtete ihren Blick dann vor allem auf die Darstellung der weiblichen Hauptfigur: „Immer wieder fährt die Kamera gierig ihren nackten Körper ab und hält wie eine grapschende Hand auf ihrer Brust inne. Als Richters Film-Alter-Ego […] nach seinem Heureka-Moment im Atelier nach Hause kommt, hat er seine kurzen Sätze zum künstlerischen Durchbruch noch nicht einmal zu Ende gesagt, als er sich schon zusammen mit der Kamera an Beers Ausschnitt zu schaffen macht.“ So lautete ihr Resümee: „Werk ohne Autor? Brust ohne Frau.“[32]

In den USA erzielte der Film besondere Aufmerksamkeit und stach durch herausragende Kritiken hervor. Kyle Smith von der National Review bezeichnete Werk ohne Autor als „new cinematic masterpiece“ und fasste zusammen: „It may be the best German film I’ve ever seen.“[33]

Auch Harvey Karten, Gründer der New York Film Critics online, sprach von einem Meisterwerk eines Films: „This film is so riveting, so absorbing […], that I dare you to look away even once. That’s how brilliant this modern masterpiece is.“[34]

Cinema Without Borders schrieb: „With his third feature film, Florian Henckel von Donnersmarck […] explores a subject matter that is both unusual and compellingly ambitious, spanning three decades of German post-war history in a suspense-packed drama. […] A gripping drama and moving family story […].“[35]

Stephen Saito zeigte sich ebenfalls vom Zuschauererlebnis begeistert: „[…] ‘Never Look Away’ is the grand immersive experience people have sought from the movies since the medium’s earliest days with a story that deepens with the filmmaker’s assiduous attention to historical context and the sense of discovery within Kurt’s evolution as an artist […]“[36]

Ed Meza von der Variety bezeichnete Werk ohne Autor als „a high-tension drama“.[37]

Der Boston Herald fasste zusammen: „Nothing more should be said except: See it!“[38]

Neben von Donnersmarck als „master of pacing“ hob Justin Chang von der LA Times zudem die außerordentlichen Leistungen von Caleb Deschanel und Max Richter hervor: „The movie certainly makes its own case for beauty, evident in the crisp, gleaming frames of Caleb Deschanel’s cinematography and the lush strains of Max Richter’s orchestral score.“[39]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll. In der Begründung heißt es, der Film liefere „von der ersten Minute an große und dramatische Bilder“ und sei ein „mitreißendes Künstlerepos und spannungsgeladenes Drama“ mit einer „klugen Geschichte“, „reflektierenden Dialogen“ und „gefühlvoller Musik“.[40]

Reaktion Gerhard Richters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Richter, an dessen Leben der Film angelehnt sei, hatte den Film laut dpa zunächst nicht gesehen. Doch den Trailer, den ihm der Regisseur gezeigt habe, finde Richter „zu reißerisch“.[41] Richter äußerte gegenüber einer Reporterin des Magazins New Yorker, der Regisseur habe seine Lebensgeschichte „missbraucht und grob verzerrt“. Seine „Abneigung gegenüber dem Film wie der Person“ sei durch die erzwungene Wiederbeschäftigung mit beiden noch weiter gewachsen.[42][43]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am ersten Wochenende wurde der Film in insgesamt 309 Kinos von etwa 40.000 Zuschauern gesehen und spielte rund 400.000 Euro ein. Zählt man die 20.000 Zuschauer am Starttag hinzu, der ein Mittwoch war und damit nicht zum offiziellen Startwochenende zählt, belegte der Film an den ersten Tagen im Oktober 2018 den achten Platz.[44][45]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Werk ohne Autor konkurrierte Florian Henckel von Donnersmarck zum ersten Mal bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig um den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals.[46] Der Preis wurde jedoch dem Film Roma von Alfonso Cuarón zuerkannt. Werk ohne Autor konnte das junge Publikum von sich überzeugen und wurde im Rahmen des Festivals mit dem Leoncino d’Oro Agiscuola sowie dem Arca Cinema Giovani Award ausgezeichnet.[47]

Bei US-amerikanischen Filmkritikern erfreute sich der Film großer Beliebtheit und wurde von der North Texas Film Critics Association für den NTFCA Award sowie bei den Dallas-Fort Worth Film Critics Association Awards für den DFWFCA Award nominiert.[48] Die Motion Picture Sound Editors nominierten Werk ohne Autor außerdem für ihren beliebten Golden Reel Award.[49]

In Deutschland erhielt Sebastian Koch für seine Rolle des Professor Seeband den Bambi in der Kategorie Bester Schauspieler national.[50]

2018 wurde Werk ohne Autor zudem als „Bester nicht-englischsprachiger Film“ für den Golden Globe nominiert,[51] 2019 folgten Nominierungen für den Oscar in den Sparten „Bester fremdsprachiger Film“ und „Beste Kamera“.[52]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Henckel von Donnersmarck: Werk ohne Autor. Filmbuch. Suhrkamp, Berlin 2018, ISBN 978-3-518-46915-6. (Originaldrehbuch mit Filmfotos)
  • Jürgen Schreiber: Ein Maler aus Deutschland: Gerhard Richter: Das Drama einer Familie. Pendo, München / Zürich 2005, ISBN 3-86612-058-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werk ohne Autor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Werk ohne Autor. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Deutscher Film „Werk ohne Autor“ für Goldenen Löwen nominiert. Bei: dw.com, 25. Juli 2018, abgerufen am 16. August 2018.
  3. Werk ohne Autor filmstarts.de, abgerufen am 5. Oktober 2018
  4. „Werk ohne Autor“: Henckel von Donnersmarck geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. In: Spiegel Online. 30. August 2018 (spiegel.de [abgerufen am 30. August 2018]).
  5. Oscarverleihung 2019: „Werk ohne Autor“ für Oscar nominiert. In: Die Zeit. 22. Januar 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 22. Januar 2019]).
  6. Werk ohne Autor. In: Moviepilot, abgerufen am 18. Februar 2017
  7. Gerhard Richter, 2012, Aunt Marianne (Tante Marianne) (abgerufen am 8. Oktober 2018).
  8. Abbildung Gerhard Richter. Werkverzeichnis, Nr. 87
  9. Oscar-Preisträger dreht in Kunstakademie. In: Rheinische Post, abgerufen am 25. August 2018
  10. a b c d Eine Geschichte so groß wie das Leben: Drehstart für den neuen Film von Florian Henckel von Donnersmarck. Bei: Presseportal.de, 21. Juni 2016
  11. Werk ohne Autor. In: filmportal.de. Abgerufen am 4. Februar 2019.
  12. Walt Disney Studios Motion Pictures Germany (Hrsg.): Werk ohne Autor – Presseheft.
  13. Setbesuch bei „Werk ohne Autor“ (W.O.A). In: filmunion.verdi.de vom 23. Juli 2016
  14. Werk ohne Autor Teaser Trailer. In: YouTube vom 2. Februar 2017
  15. KinoCheck: WERK OHNE AUTOR Trailer German Deutsch (2018). Abgerufen am 4. Februar 2019.
  16. Ulf Poschardt: Kino: Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ als bildungsbürgerliches Meisterwerk. 3. Oktober 2018 (welt.de [abgerufen am 23. Januar 2019]).
  17. a b c d Dietmar Dath: Von Donnersmarcks neuer Film: Erst das Leid, dann der Triumph. 5. September 2018, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 23. Januar 2019]).
  18. Andreas Lueg: Von Donnersmarcks Comeback: Werk ohne Autor. In: Das Erste, titel, thesen, temperamente. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  19. "Werk ohne Autor" – Kunst und Schmerz, Provokation und Kontroversen. In: BR Mediathek. Bayerischer Rundfunk, 3. Oktober 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  20. Deutsches Geschichtsepos: „Werk ohne Autor“. In: Deutsche Welle. 5. Oktober 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (deutsch).
  21. Norbert Körzdörfer: Filmpremiere „Werk ohne Autor“: Florian Henckel von Donnersmarck ist der Löwe von Venedig. In: bild.de. 5. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  22. Filmfest Venedig ohne klaren Favoriten. In: suedost-news.de. 7. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  23. Peter Claus: Ein starker Jahrgang. In: Die Rheinpfalz. 7. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  24. Frank Olbert: Film „Werk ohne Autor“: So zeichnet Donnersmarck die Geschichte Gerhard Richters nach. In: Berliner Zeitung. 4. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  25. David Steinitz: Szene in neuem Donnersmarck-Film löst Debatte aus. In: Süddeutsche Zeitung. 6. September 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 23. Januar 2019]).
  26. Anke Leweke: Filmkritik: „Werk ohne Autor“ – Florian Henckel von Donnersmarck zelebriert das Reaktionäre. In: mdr.de. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  27. Moritz Holfelder: Warum „Werk ohne Autor“ nichts für mündige Zuschauer ist. In: Bayerischer Rundfunk. 12. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  28. Tobias Kniebe in der Süddeutschen Zeitung: „Werk ohne Autor“ im Kino – Voller künstlerischer Zweifel. 2. Oktober 2018
  29. Martin Schwickert: Aus dem Leben des Malers Gerhard Richter. In: Rheinische Post, 1. Oktober 2018, S. B7. Onlineversion, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  30. Cicero-Redaktion: Ist das Kunst, oder reicht der Trailer? In: cicero.de, 5. Oktober 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  31. Monopol, Oktober 2018, S. 40–48.
  32. Hannah Pilarczyk bei Spiegel Online: „Werk ohne Autor“ mit Tom Schilling – Wer ist hier der Größte?. 3. Oktober 2018, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  33. Kyle Smith: Never Look Away, A New Cinematic Masterpiece. In: National Review. 17. Januar 2019, abgerufen am 23. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
  34. Harvey Karten: Never Look Away Movie Review. In: Shockya.com. 16. November 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
  35. Golden Globe's Best Foreign Language nominees. In: Cinema Without Borders. 6. Dezember 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (englisch).
  36. Stephen Saito: Interview: Florian Henckel von Donnersmarck on Approaching His Biggest Canvas Yet for “Never Look Away”. In: moveablefest.com. 30. November 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (amerikanisches Englisch).
  37. Ed Meza: Venice: ‘Lives of Others’ Helmer Returns to the Big Screen With ‘Never Look Away’. In: Variety. 1. September 2018, abgerufen am 23. Januar 2019 (englisch).
  38. Boston Herald, 7. September 2018
  39. Justin Chang: Art seeks its role amid chaos. Pretty cinematography doesn't shy from the ugly truths of a divided Germany. Hrsg.: LA Times. 30. November 2018.
  40. Filmbewertungsurkunde Werk ohne Autor (pdf), abgerufen am 8. Oktober 2018.
  41. Deutsche Presseagentur: Gerhard Richter kritisiert „Werk ohne Autor“. Der Tagesspiegel, 4. Oktober 2018, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  42. Diana Goodyear: Profiles – Blurres Lines. In: The New Yorker vom 21. Januar 2019, S. 32–41
  43. Andreas Kilb: Das bin ich nicht, auch wenn ich’s sein soll, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Januar 2019, S. 9.
  44. Blickpunkt Film: Kinocharts Deutschland: Wenn „Venom“ durchstartet... vom 8. Oktober 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  45. Nur 40.000 Besucher am ersten Wochenende: Florian Henckel von Donnersmarcks “Werk ohne Autor” floppt meedia.de vom 8. Oktober 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  46. Filmfestival in Venedig Coens, Cuarón und Donnersmarck im Wettbewerb. In: Spiegel Online, 25. Juli 2018, abgerufen am 27. Juli 2018.
  47. Biennale Cinema 2018 | Collateral Awards of the 75th Venice Film Festival. 8. September 2018, abgerufen am 4. Februar 2019 (englisch).
  48. Werk ohne Autor. In: IMDb. Abgerufen am 4. Februar 2019.
  49. 66th Annual Golden Reel Awards Nominees. MPSE, abgerufen am 4. Februar 2019.
  50. AFP: Deutschland: Sebastian Koch mit dem Bambi als Schauspieler national ausgezeichnet. In: Die Zeit. 16. November 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 4. Februar 2019]).
  51. Golden Globes: „Werk ohne Autor“ nominiert. In: Sueddeutsche.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 22. Januar 2019.
  52. Oscars 2019: „Werk ohne Autor“ für Oscar nominiert. In: Zeit Online. 22. Januar 2019, abgerufen am 22. Januar 2019.