Werner Blume

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Werner Blume (* 19. Januar 1887 in München; † 21. Oktober 1965 in Göttingen) war ein deutscher Anatom und NS-Dozentenbundführer an der Universität Göttingen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blume studierte von 1906 bis 1911 in München Medizin und wurde 1912 promoviert. Von 1914 bis 1925 war er niedergelassener Arzt in Niederbayern. Er war 1928 bis 1945 Anatomielehrer an der Göttinger Reichenbachschule. Am Anatomischen Institut der Universität Göttingen war er seit 1927 Assistent, seit 1931 Privatdozent und seit 1939 apl. ao. Professor. Er arbeitete u. a. bei Erich Blechschmidt.

Bereits 1923 war Blume in die NSDAP eingetreten (Verbot im November 1923), 1928 wieder ein- und ausgetreten, im April 1933 wiederum eingetreten. Im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. 1933 wurde er auch Mitglied der SS, in der er 1939 zum SS-Obersturmführer avancierte. Er war außerdem im NS-Ärztebund und Führer des Göttinger NS-Dozentenbundes von 1934 bis 1939.[1] In dieser Funktion ging er scharf gegen Systemabweichler vor. „Die deutsche Wissenschaft wird aber gereinigt von allen Schlacken fremdrassigen Denkens in nächster Zukunft größer dastehen denn je.“ (Zitat 1937, nach Klee)

1945 wurde Blume von der Militärregierung entlassen und verhaftet. Im Spruchkammerverfahren wurde er als "belastet" eingestuft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Becker u. a. (Hrsg.): Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus. 2. Auflage. Saur, München 1998, ISBN 3-598-10853-2.
  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik (= Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6). Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 24–25.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945? Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-7632-5425-0, S. 55.
  • Anikó Szabó: Vertreibung, Rückkehr, Wiedergutmachung: Göttinger Hochschullehrer im Nationalsozialismus. Wallstein-Verlag, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-381-5, S. 152.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik (= Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6). Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 25.