Werner Creutzfeldt

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Werner Creutzfeldt (1962)

Werner Otto Carl Creutzfeldt (* 11. Mai 1924 in Kiel; † 30. August 2006 in Göttingen) war ein deutscher Internist und ehemaliger Direktor der Abteilung Gastroenterologie und Endokrinologie der Universität Göttingen.

Er war ein Sohn von Hans-Gerhard Creutzfeldt, nach dem die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit benannt ist und ein Bruder des Neurophysiologen Otto Detlev Creutzfeldt (1927–1992), sowie ein Enkel von Werner Sombart.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Creutzfeldt wuchs in Berlin auf. 1942 trat er der Marine bei und leistete dort bis 1945 Dienst. Sein Medizinstudium absolvierte er an den Universitäten Freiburg, Kiel und Tübingen. Während seiner Freiburger Zeit studierte er auch Philosophie und nahm an Seminaren von Martin Heidegger teil. 1950 promovierte er am Anatomischen Institut in Kiel und habilitierte sich 1957 in der Inneren Medizin in Freiburg bei Ludwig Heilmeyer. Es folgten Forschungsaufenthalte, u. a. an der Harvard University. 1964 erhielt er einen Ruf der Universität Göttingen und übernahm dort in der Folge den Lehrstuhl für Innere Medizin. Spätere Rufe der Universitäten Gießen und Freiburg konnten ihn nicht zu einem Wechsel veranlassen. 1992 wurde Werner Creutzfeldt emeritiert. Er war Vater von 4 Kindern.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Göttinger Universitätsklinik hat Creutzfeldt das Departmentsystem der Inneren Medizin eingeführt. In einem Departmentsystem liegt die Verantwortung für die Erforschung, Lehre und Patientenversorgung spezieller Erkrankungen bei selbstständig arbeitenden Abteilungen mit Stammpersonal. Innerhalb der Fakultäten ergeben sich durch diese Selbstverwaltung gewisse Vorteile.

In seiner Forschung beschäftigte er sich unter anderem mit der Entstehung und Therapie neuroendokriner Tumore, der Physiologie der Bauchspeicheldrüse, der Funktion der Leber bei Erkrankung des Glukosestoffwechsels und insbesondere mit Peptidhormonen. In seiner Arbeitsgruppe erschienen wegweisende Arbeiten zum „Inkretinkonzept“, zum GIP („gastric inhibitory polypeptide“) und zum GLP-1 (Glucagon-like Peptid 1). In einer Creutzfeldt-Arbeit von 1979 wurde ein als GLP-1 bezeichnetes Hormon beschrieben, das bei stoffwechselgesunden Menschen im Darm den Blutzucker steuert. Damit waren so genannte „Inkretine“ entdeckt. Erst seit 1990 erwachte in der Wissenschaft ein breites Interesse an Inkretinen, nachdem in der Genforschung das GLP-1 als Gen-Sequenz bestimmt werden konnte.

Die wissenschaftlichen Aktivitäten von Creutzfeldt sind in seinen mehr als 750 gedruckten wissenschaftlichen Veröffentlichungen dokumentiert.

Als Gastprofessor lehrte er unter anderem in Brüssel, London, Neuseeland und New York. Mehr als 10 seiner Schüler wurden auf leitende Positionen an deutschen Universitäten berufen. Hinzu kommen mehr als 20 Chefärzte an renommierten Krankenhausabteilungen.

Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gründungsmitglied der Deutschen Diabetes-Gesellschaft; Präsident von 1967 bis 1968; Ehrenmitglied
  • 1971–1974: Präsident der European Association for the Study of Diabetes (EASD)
  • 1977 Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten“ (DGVS); Ehrenmitglied
  • 1989–1994: Vorsitzender der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät
  • Außerdem Ehrenmitglied von fünf nationalen und vier internationalen Fachgesellschaften (Innere Medizin, Gastroenterologie, Diabetologie), so ist er u. a. Fellow des Royal College of Physicians in London und Ehrenmitglied der British Society of Gastroenterology.
  • Er war Chefredakteur der Zeitschriften “Diabetologia” (1973–1976) und “Digestion” (1978–1992).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Medizinische Klinik II,Ludwig-Maximilians-Universität München vergibt den Werner-Creutzfeldt-Dissertationspreis.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten vergibt das Werner-Creutzfeldt-Forschungsstipendium für Gastroenterologische Pathophysiologie.
  • Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft verleiht den Werner-Creutzfeldt-Preis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]