Werner Durth

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Werner Durth (* 17. Mai 1949 in Mengeringhausen) ist ein deutscher Architekt, Soziologe, Architekturhistoriker und Hochschullehrer. Er ist ordentlicher Professor für das Fachgebiet Geschichte und Theorie der Architektur (GTA) an der Architekturfakultät der Technischen Universität Darmstadt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durth studierte an der damaligen TH Darmstadt Architektur und an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main Soziologie. 1976 promovierte er bei dem Darmstaedter Soziologen Manfred Teschner. Er war Mitherausgeber der Zeitschriften ARCH+ und Stadtbauwelt. 1978–1981 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Technischen Hochschule Darmstadt. 1981 wurde Durth Professor für Umweltgestaltung im Fachbereich Bildende Kunst der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 1993 wechselte er als Professor an das Institut für Grundlagen der modernen Architektur (IGMA) der Universität Stuttgart. 1998 wurde er an die Technische Universität Darmstadt berufen, wo er bis heute lehrt.

In seinen Forschungen beschäftigt sich Durth mit den Kontinuitäten und Diskontinuitäten des Städtebaus der Moderne, mit Schwerpunkt auf die Entwicklungen während der NS-Zeit und der Wiederaufbauphase der Bundesrepublik Deutschland.

Werner Durth wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schelling-Architekturpreis für Architekturhistoriographie und dem Fritz-Schumacher-Preis für sein Lebenswerk. Er ist Mitglied unter anderem der Akademie der Künste in Berlin, für deren Neubau am Pariser Platz er gemeinsam mit Günter Behnisch auch den Entwurf lieferte. Durth wirkt in zahlreichen Gremien, unter anderem in der Bundesstiftung Baukultur, und ist immer wieder als Preisrichter tätig.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur gesellschaftlichen Funktion von Kritik und Theorie der Stadtgestaltung. Dissertation, Technische Hochschule Darmstadt, Darmstadt 1976.
  • Die Inszenierung der Alltagswelt. Zur Kritik der Stadtgestaltung. (= Bauwelt-Fundamente.) Braunschweig 1977.
  • Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900-1970. (= Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie) Braunschweig / Wiesbaden 1986. (Neuauflage: Stuttgart / Zürich 2001.)
  • (mit Niels Gutschow): Architektur und Städtebau der fünfziger Jahre. (= Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Band 33.) Bonn 1987.
  • Urbanität und Stadtplanung. Thesen zu einem problematischen Verhältnis. In: W. Prigge (Hrsg.): Die Materialität des Städtischen. Stadtentwicklung und Urbanität im gesellschaftlichen Umbruch. (= Stadtforschung aktuell, Band 17.) Basel / Boston 1987.
  • (mit Niels Gutschow): Träume in Trümmern. Planungen zum Wiederaufbau zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940-1950. (Band I: Konzepte, Band II: Städte) (= Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie.) Braunschweig / Wiesbaden 1988.
  • (mit Niels Gutschow): Vom Architekturraum zur Stadtlandschaft. Wandlungen städtebaulicher Leitbilder unter dem Eindruck des Luftkriegs 1940-1945. In: A. Schildt, A. Sywottek (Hrsg.): Massenwohnung und Eigenheim. Frankfurt am Main / New York 1988.
  • Kulturraum Stadt. Die Gestaltung der Städte als Zukunftsaufgabe. In: Karl Ganser, J. Hesse, Christoph Zöpel (Hrsg.): Die Zukunft der Städte. Baden-Baden 1991.
  • (mit Klaus von Beyme, Niels Gutschow, Winfried Nerdinger und Thomas Topfstedt als Herausgeber): Neue Städte aus Ruinen. Deutscher Städtebau der Nachkriegszeit. München 1992.
  • (mit Jörn Düwel und Niels Gutschow): Architektur und Städtebau der DDR. (Band 1: Ostkreuz. Personen – Pläne – Perspektiven, Band 2: Aufbau. Städte – Themen – Dokumente.) 1. Auflage, Frankfurt am Main / New York 1998. / 2. erweiterte Auflage 1999.
  • Berlin - Pariser Platz: Neubau der Akademie der Künste, Werner Durth, Günter Behnisch, herausgegeben von der Akademie der Künste. (Übersetzt ins Englische von Lucinda Rennison, übersetzt aus dem Ungarisch von Hans-Henning Paetzke). Jovis, Berlin 2005, ISBN 978-3-936314-36-6.
  • (als Herausgeber): Monster und andere Wahrheiten. Bildergeschichten von Karla Kowalski. Jovis Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-936314-62-5.
  • Stadt Bauen. Zum Aufgabenwandel der Stadtplanung. (Vortrag zur Preisverleihung des Deutschen Städtebaupreises 2006) Jovis Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-936314-88-5.
  • (mit Jörn Düwel und Niels Gutschow): Architektur und Städtebau der DDR. Jovis Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-939633-29-7.
  • (mit Paul Sigel): Baukultur. Spiegel gesellschaftlichen Wandels. Jovis Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-010-4.
  • (mit Wolfgang Pehnt und Sandra Wagner-Conzelmann): Otto Bartning. Architekt einer Sozialen Moderne. Ausstellungskatalog. Justus von Liebig Verlag, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-87390-393-7 und Akademie der Künste, Berlin, ISBN 978-3-88331-220-0

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zu Werner Durths Schriften „Deutsche Architekten“ von 1986 und „Architektur und Städtebau der fünfziger Jahre“ von 1987 und 1990. In: Roman Hillmann: Die Erste Nachkriegsmoderne. Ästhetik und Wahrnehmung der westdeutschen Architektur 1945–1963. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, S. 50–53.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]