Werner Gruber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Werner Gruber (November 2018)

Werner Gruber (* 15. März 1970 in Ostermiething) ist ein österreichischer Physiker, Autor populärwissenschaftlicher Literatur und Kabarettist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leben und wissenschaftliche Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Gruber wuchs in Ansfelden, Oberösterreich auf und schloss 1999 sein Physik-Studium an der Universität Wien als Magister ab. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentalphysik der Universität Wien. Seit Februar 2013 leitet Gruber die astronomischen Einrichtungen der Volkshochschulen Wien – das Planetarium Wien, die Kuffner Sternwarte sowie die Urania Sternwarte.[1] An der Medizinischen Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität Wien lehrt er die Einführung in die Physik.

Nach einem Auftritt am 26. September 2015 erlitt Gruber einen Herzstillstand, den er dank prompter Herzmassage durch seinen Kollegen Puntigam und rasch abfolgender Rettungskette überlebte. Daraufhin wurde ihm ein Herzschrittmacher mit Defibrillator und Internetverbindung eingepflanzt. Ein „Sudden death with Brain“ zu sein bezeichnet er im Oktober 2015 als großes Glück.[2] Gruber hatte zuvor versucht Übergewicht abzubauen, um die daraus folgenden Gesundheitsrisiken zu reduzieren. Nach der operativen Ausbildung eines Magen-Bypasses hat er bis November 2015 50 kg abgenommen.[3]

Werner Gruber ist Mitglied der SPÖ[4], die er auch in Wahlkämpfen unterstützt.

Populärwissenschaftliche Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Gruber durch populärwissenschaftliche Aufbereitung der Alltagsphysik in Volkshochschulkursen in Wien („Die Naturwissenschaft von Star Trek“, „Die Physik des Papierfliegerbaus“, „Kulinarische Physik“), in Kolumnen und bei Fernsehauftritten. Mit dem theoretischen Physiker Heinz Oberhummer und dem Kabarettisten Martin Puntigam gestaltete und präsentierte er das „Wissenschafts-Kabarett“ Science Busters im Rabenhof Theater in Wien. In diesen Veranstaltungen wurde Naturwissenschaft in unterhaltsamer Weise dargestellt. Die Science Busters präsentierten in dieser Besetzung auch eine wöchentliche Radiokolumne im Jugendradiosender FM4 des ORF. Im Februar 2016 gab Gruber bekannt, aufgrund des Todes von Heinz Oberhummer im November 2015 und aus gesundheitlichen Gründen die Science Busters zu verlassen.[5] Bereits im Jänner hatte er erklärt, kürzertreten zu wollen.[6]

2012 wurde Gruber mit dem Preis der Stadt Wien für Volksbildung ausgezeichnet. 2013 wurde das Buch Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln (gemeinsam mit Martin Puntigam und Heinz Oberhummer) als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnet.

Über den deutschsprachigen Raum hinweg bekannt wurde Anfang 2010 seine Demonstration der Ineffektivität der „Nacktscanner“, die in der Sicherheitskontrolle auf Flughäfen eingeführt werden sollen, im ZDF.[7] Ende Juli 2015 bestritt Gruber in einem Interview im Kurier einen prägenden menschlichen Einfluss auf den Klimawandel.[8] In einem weiteren Kurier Interview 2017 relativierte er diese Aussage[9], gegenüber Global 2000 sagte er "Ja, auf alle Fälle sind wir die Schuldigen. Dass der Klimawandel nichts Anthropogenes (= Menschliches) an sich hat, ist Blödsinn!"[10]

Gemeinsam mit Heinz Oberhummer hat Gruber in zwei Werbevideos der Volkshochschule Wien vom Jänner 2015 einen Klingonen dargestellt. In beiden Videos wurde klingonisch gesprochen, um die Vielfältigkeit des Sprachangebots der VHS zu verdeutlichen.[11][12]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flirten mit den Sternen. Ecowin, Elsbethen bei Salzburg 2019, ISBN 978-3-7110-0186-3.
  • (mit Heinz Oberhummer und Martin Puntigam): Das Universum ist eine Scheißgegend. Carl Hanser Verlag, 2015, ISBN 978-3-446-44477-5.
  • (mit Heinz Oberhummer und Martin Puntigam): Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln. Was wir von Tieren über Physik lernen können. Carl Hanser Verlag, 2012, ISBN 978-3-446-43215-4.
  • (mit Heinz Oberhummer und Martin Puntigam): Wer nichts weiß, muss alles glauben. Ecowin Verlag, 2010.
  • (mit Natascha Riahi und Christian Rupp): Die kleine Sonne auf großer Fahrt. Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2010.
  • Die Genussformel: Kulinarische Physik Ecowin Verlag, 25. August 2008. ISBN 978-3-902404-59-6
  • Unglaublich einfach. Einfach unglaublich. Physik für jeden Tag. Ecowin Verlag, Salzburg 2006. ISBN 978-3-902404-37-4
  • (mit Natascha Riahi und Christian Rupp): Die Reise der kleinen Sonne. Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2006, ISBN 978-3-427-50088-9.
  • Hollywood und die Physik, Facultas-Verlag, Wien 2006.
  • (mit Christian Rupp): ganz klar: Physik 2 und ganz klar: Physik 3. Jugend und Volk, Wien 2005.
  • (mit Christian Rupp): ganz klar: Physik 4, Jugend und Volk, Wien 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werner Gruber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Gruber leitet Planetarium, Kuffner- und Urania-Sternwarte wienerzeitung.at, 12. Oktober 2012.
  2. „Lebendig kriegt mich der Tod nicht!“ krone.at, 9. Oktober 2015, abgerufen 1. Februar 2016.
  3. Werner Gruber – „Diäten habe ich jede Menge ausprobiert und dabei immer zugenommen“ medizinpopulaer.at, November 2015, abgerufen 19. Oktober 2018.
  4. www.spoe.wien.at
  5. Werner Gruber steigt bei „Science Busters“ aus (Memento des Originals vom 13. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.krone.at krone.at, 13. Feb. 2016
  6. Ein Science Buster auf Rückzug nachrichten.at, 28. Jänner 2016, abgerufen am 13. Februar 2016
  7. Physiker schmuggelt Sprengstoff durch Nacktscanner. Der Standard vom 18. Januar 2010.
  8. Keine Panik. Die Hitze ist normal Kurier, 26. Juli 2015 (Archivierte Version)
  9. Werner Gruber: Wissenschaft gegen "alternative Fakten" Kurier, 10. März 2017
  10. Strache und der Klimaschutz Global 2000, 13. Oktober 2017
  11. YouTube: Sprachkurse an der VHS Wien – Spot, 14. Januar 2015.
  12. Klingonisch-Wiki: VHS Wien, 20. Januar 2015.