Werner Hansch

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Werner Hansch (2014)

Werner Hansch (* 16. August 1938 in Recklinghausen) ist ein deutscher Sportreporter.

Jugend und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften und Neueren Geschichte mit dem Ziel auf, Diplomat zu werden. Geschichte studierte er von 1958 bis 1961 an der Universität Münster und zwei Semester in Berlin.[1] Das Studium brach Hansch 22-jährig im fünften Semester ab, als innerhalb von vier Wochen beide Elternteile starben. Anschließend war er vorübergehend wie sein Vater im Bergbau unter Tage tätig. Nach kurzer Zeit begann er ein Pädagogikstudium und arbeitete anschließend von 1965 bis 1968 als Lehrer. Von 1972 bis 1976 absolvierte Hansch an der Ruhr-Universität Bochum ein Studium der Soziologie und Politikwissenschaften, das er als Diplom-Sozialwissenschaftler mit Auszeichnung abschloss.

Tätigkeit als Sportjournalist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansch kam durch einen Freund zur Pressearbeit auf die Trabrennbahn Recklinghausen. Er kommentierte dort wegen einer Erkrankung des Sprechers der Rennbahn die Rennen und bekam dabei sehr großen Zuspruch von seinen Hörern. 1973 vertrat er den verhinderten Stadionsprecher des FC Schalke 04 und wurde prompt dessen Nachfolger bis 1978. Bei seinem ersten Heimspiel Auf Schalke kündigte er den Schalker Torhüter Norbert Nigbur „… mit der Startnummer eins“ an, was ihm viele Lacher, aber auch Kritik einbrachte.

Aufgrund seiner lockeren und umgangssprachlichen Kommentierungen fand Hansch sehr schnell viel Anerkennung bei Zuhörern und Kollegen. Der WDR stellte ihn im November 1978 als Hörfunk-Sportreporter ein, wo er für den Fußball und alle Pferdesportarten zuständig war. Das erste Fußballspiel, das er für den WDR kommentierte, war die Begegnung Preußen Münster gegen Bayer Leverkusen am 4. November 1978 im Preußenstadion.[1][2]

Im Dezember 1990 wurde Hansch Fernsehreporter für die ARD-Sportschau. Im August 1992 wechselte er zu Sat.1, wo er bis zum Sommer 2006 Spiele der Bundesliga, der Champions League und des UEFA-Pokals kommentierte. Im folgenden Jahr arbeitete Hansch als Sportjournalist beim Pay-TV-Sender Arena. Er war außerdem als Kommentator in der Videospielserie FIFA tätig.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansch moderierte 2009 zusammen mit Matthias Opdenhövel und Charlotte Engelhardt die Sportspielshow WipeOut – Heul nicht, lauf! auf Pro7.

Im Februar 2020 wurde bekannt, dass der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach Anzeige gegen seinen Bekannten Hansch erstattete, weil dieser nur einen Teil eines zinslosen Darlehens von 5000 Euro zurückgezahlt habe. Hansch habe gegenüber Bosbach angegeben, dass er in einen Autounfall unter Alkoholeinfluss verwickelt gewesen sei, die Angelegenheit ohne die Polizei geregelt habe und das Geld zur Begleichung der Unfallfolgen benötige. Obwohl Hansch dann die Restsumme gezahlt habe, ermittelte die Dortmunder Staatsanwaltschaft weiter. Es stellte sich heraus, dass der besagte Unfall nicht stattgefunden hat.[3]

Im August 2020 nahm Hansch mit 82 Jahren als bis dahin ältester Kandidat bei Promi Big Brother teil. Er ging am 28. August 2020 als Sieger dieser Staffel hervor und ist somit der älteste Gewinner einer Reality-Show weltweit. In der Sendung vom 13. August 2020 gab Hansch an, dass er über einen längeren Zeitraum auf Pferdewetten gesetzt hat und der Spielsucht verfallen war. Seit etwa 2009/2010 hat er rund eine halbe Million Euro verloren, und im März 2019 trennte sich seine Lebensgefährtin, mit der er seit 1987 zusammen war, von ihm.[4] Es sei ihm nun ein Bedürfnis, andere vor den Gefahren der Spielsucht und der Verführung durch Sportwettanbieter zu warnen. Laut eigener Angaben macht er deswegen derzeit eine Therapie und hat seit mehreren Monaten nicht mehr gespielt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • in Zusammenarbeit mit Uli Hesse: „… Alles andere ist Schnulli-Bulli!“ Mein verrücktes Reporterleben. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2014, ISBN 978-3-7307-0135-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sascha Fligge: Hansch im Glück in: … der Boss spielt im Himmel weiter. Fußball-Geschichten aus dem Ruhrgebiet, herausgegeben von Hermann Beckfeld. Verlag Henselowsky Boschmann, Bottrop 2006, ISBN 3-922750-62-1.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1997 wurde Werner Hansch mit dem Goldenen Löwen von RTL und mit dem Telestar von ARD/ZDF ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Werner Hansch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.westline.de/fussball/sc-preussen-muenster/werner-hansch-und-seine-rueckkehr-nach-muenster
  2. W.H.: Werner Hansch - Vita. Abgerufen am 13. August 2020.
  3. Marie Ahlers: Skandal um Werner Hansch: Durfte Wolfgang Bosbach ihm das Geld überhaupt leihen? Ruhrnachrichten, 14. Februar 2020, abgerufen am 13. August 2020.
  4. Stefan Willeke: „Ich bin durch die Hölle gegangen“ – Interview mit Werner Hansch. In: Die Zeit Nr. 40 vom 24. September 2020, S. 30.