Werner Kresser

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Werner Kresser (* 20. Juli 1919 in Dornbirn[1]; † 20. Juni 2008 in Wien) war ein österreichischer Hydrologe. Er war Professor für Hydraulik, Gewässerkunde, Landwirtschaftlichen Wasserbau und Siedlungswasserbau an der Technischen Universität Wien.[2] Er hat erstmals eine zusammenhängende Wasserbilanz[3] für Österreich erstellt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war der Weber Johann Kresser[4] und seine Mutter war Maria Kresenzia Thurnher.[5] Seine Geschwister waren Veronika Anna Kresser, Hedwig Fink[6] und Alfred Kresser; er hatte noch vier weitere Halbgeschwister. Nach der Absolvierung der Realschule inskribierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Wien. Er diente kurze Zeit im Zweiten Weltkrieg und schloss sein Studium 1942 mit sehr gutem Erfolg ab. 1946 promovierte er bei Josef Kozeny mit seiner Arbeit „Die vertikale Geschwindigkeitsverteilung bei turbulenter Strömung im offenen Gerinne“. Nach wenigen Jahren wurde er zum Leiter des Hydrographischen Zentralbüros im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft ernannt.[2] 1956 habilitierte er,[7] und 1957 erschien sein Buch „Die Hochwässer der Donau“.

Werner Kresser wurde im Jahr 1959 Professor für Hydraulik, Gewässerkunde, Landwirtschaftlichen Wasserbau und Siedlungswasserbau an der Technischen Hochschule Wien und für das Studienjahr 1965/66 wurde er zum Rektor gewählt.[2][8] Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur war er im Studienjahr 1972/73 und Prodekan der Fakultät für Bauingenieurwesen von 1982 bis 1985.[2]

Kresser leitete als Institutsvorstand das Institut und emeritierte 1989.

Auf Initiative von Werner Kresser wurde 1964 an der Technischen Hochschule Wien das Institut für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz unter der Leitung von Wilhelm von der Emde geschaffen. Ebenso auf seine Initiative wurde 1969 das Institut für Landschaftswasserbau und Abfallwirtschaft unter der Leitung von Walter Kemmerling gegründet.

Mitwirkung in Fachgremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vizepräsident des österreichischen Wasserwirtschaftsverbandes
  • Vorsitzender des Koordinierungsausschusses Wasserwirtschaft am österreichischen Normungsinstitut
  • Vorsitzender der Interuniversitären Kommission der Wiener Universitäten
  • Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für hydrologische Vorhersagen der Donauländer
  • Mitglied der österreichischen Staubeckenkommission
  • Mitglied der Geophysikalischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die vertikale Geschwindigkeitsverteilung bei turbulenter Strömung im offenen Gerinne. Diss. Technische Hochschule Wien; Wien 1946.
  • Die Methoden der Langfristvorhersage in der Wasserwirtschaft. Habilitationsschrift Technische Hochschule Wien; Wien 1956.
  • Die Hochwässer der Donau. Österreichischer Wasserwirtschaftsverband, Springer, Wien 1957.
  • Österreichs Wasserbilanz. Österreichische Wasserwirtschaft 17 (1965)
  • Die historische Entwicklung der Gewässerkunde und ihre Bedeutung in unserer Zeit. Sonderheft 1967 der Deutschen Gewässerkundlichen Mitteilungen
  • Die heutige Industriegesellschaft und die Probleme des Wassers – Engpaß der Zivilisation. Universitas 23 (1968)
  • Das Wasser. Wiener Mitteilungen, Wasser – Abwasser – Gewässer, Bd. 1, Wien 1968
  • Die Donau und ihre Hydrologie. Wasser- und Energiewirtschaft/Cours d'eau et energie 1973
  • Hydrometrie. Taschenbuch für Wasserwirtschaft, Teil 4, Verlag Paul Parey, Hamburg (1982)
  • Die Donau – Verkehrsweg durch die Jahrhunderte. Schrift Nr. 69 des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau, Verlag Paul Parey, Hamburg (1984)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Werner Kresser im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  2. a b c d Werner Kresser 1919–2008. Autor Dieter Gutknecht. Website der Technischen Universität Wien. 15. Juli 2008. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  3. Die Wassermengen - Bilanz Österreichs. Website des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Unmwelt und Wasserwirtschaft. Publikation 6. September 2014.Abgerufen am 3. Juni 2015.
  4. Johann Kresser-Dornbirner Familienbuch Website von Dornbirn Lexikon. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  5. Thurnher Maria Kresenzia-Dornbirner Familienbuch. Website von Dornbirn Lexikon. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  6. Lebenslauf Hedwig FinkWebsite von Norbert Fink. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  7. Werner Kresser Preis. Website von Interpraevent. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  8. TU Wien: RektorInnen und Dekane. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  9. TU Wien: InhaberInnen der Prechtl-Medaille. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  10. Werner Kresser-Preis.(PDF). Artikel von OIAN Das Kommunikationsmagazin des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Seite 5.